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Sklaven im römischen Reich
Gestern, 11:51 AM,
Beitrag #2
RE: Sklaven im römischen Reich
Das Leben von Sklaven

Die römische Sklaverei war nicht an Hautfarbe oder ethnische Herkunft gebunden. Jeder  konnte durch Krieg, Piraterie oder Schulden zum Sklaven werden. Das bedeutete auch: Sklaven unterschieden sich optisch nicht von Freien.
Es gab jedoch eine strikte Hierarchie unter den Unfreien:


Haussklaven:

Sie hatten oft ein erträgliches Auskommen. Sie trugen normale Kleidung, aßen oft gut und genossen das Vertrauen ihrer Herrschaft. Sie waren Teil  der " Familia" (Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der damit nur die Verwandten meint, umfasste der römische Familienbegriff den gesamten Haushalt samt Dienerschaft.)
Hochqualifizierte Sklaven arbeiteten als Ärzte, Sekretäre, Architekten oder Verwalter von Großbetrieben. Manche führten im Auftrag ihrer Herren sogar eigenständig Geschäfte, Banken oder Handelsschiffe.
Auch wenn das Leben eines städtischen Sklaven komfortabel wirken mochte, blieb die psychologische Brutalität dennoch allgegenwärtig. Sklaven lebten in ständiger existenzieller Unsicherheit, Willkür und sexueller Rechtslosigkeit.

 Feld- und Minensklaven: 

Wer auf den riesigen Plantagen (Latifundien), die familia rustica, in den Minen oder in den Steinbrüchen arbeiten musste, lebte in Ketten gelegt,  wurde misshandelt und hatte eine extrem kurze Lebenserwartung. 

Die Minensklaven bildeten das Fundament des römischen Reichtums, bezahlten dafür aber mit dem sicheren Tod. In den Gold-, Silber- und Bleiminen arbeiteten vor allem verurteilte Verbrecher und Kriegsgefangene. Sie wurden nicht als Arbeitskraft erhalten, sondern sprichwörtlich verbraucht. Ihre Lebenserwartung betrug nach dem Eintritt in die Minen oft nur wenige Monate. Es war eine Hinrichtung auf Raten.

Prostituierte:

Die Sexarbeit im alten Rom war tief mit der Sklaverei verwoben. Sklavinnen und Sklaven in Bordellen (Lupanare) oder Schänken galten als reine Renditeobjekte für ihre Eigentümer und hatten ebenfalls eine geringe Lebenserwartung.

Gladiatoren und andere Athleten: 

Sie lebten in einem extremen Widerspruch: 
Sie waren rechtlose Sklaven und gleichzeitig die umschwärmten Stars ihrer Zeit. 
 Viele wurden als Strafe für Verbrechen oder als Kriegsgefangene in die Gladiatorenschulen (Ludi) gesteckt. 
Mit dem Eid des Gladiators schworen sie, sich „peitschen, verbrennen und mit dem Eisen töten zu lassen" 
Wer überlebte und gut kämpfte, wurde von Zehntausenden gefeiert. 
Erfolgreiche Gladiatoren brachten ihren Eigentümern enorme Summen ein. Sie erhielten Preisgelder und konnten sich schließlich selbst freikaufen.

Wagenrennen wurden von den Römern als ein traditionsreicher Wettkampf mit militärischen Tugenden angesehen, weshalb Wagenlenker ( aurigae) in der Hierarchie höher angesehen waren. Auch freie Männer waren Wagenlenker. Sie verdienten ebenfalls hohe Preisgelder, dazu noch Ruhm und Ehre.

- Staatssklaven ( servi publici):

Staatssklaven gehörten nicht einer privaten Familie oder einem einzelnen Bürger, sondern dem römischen Staat (populus Romanus) oder später direkt dem Kaiser (servi Caesaris). Sie mussten gemeinnützige und öffentliche Arbeiten verrichten. Dazu zählten der Bau und die Instandhaltung von Straßen und Tempeln, Arbeiten in öffentlichen Gebäuden, Bädern, Archiven sowie die Tätigkeit als Schreiber, Boten oder Wächter bei staatlichen Behörden. 
Gerade kaiserlichen Sklaven konnten dabei sehr wohlhabend werden und selbst Sklaven halten.
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