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Vater-Sohn Bonding-Experience
10-15-2026, 08:12 PM,
Beitrag #9
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
"Warum sollte man in den Hafen der Ehe einlaufen, wenn man soviele Hafenrundfahrten haben kann wie man nur will?", stimmte Saturninus zu: "Du hast kein Haus, welches du weiterführen musst" ..das sagte er ohne böse Absicht, nur als Realität: 
"Dass Du dir Sorgen um die Mütter deiner Söhne machst, ehrt freilich Deinen Charakter" Er lehnte sich zurück und wurde nachdenklich:
Einen langen Moment blickte er schweigend auf die Jungs, während auf seinem Gesicht ein bitteres, fast schmerzliches Lächeln lag. Er sah Victor, der mit seinen vierzehn Jahren und dieser rührenden, fast noch kindlichen Begeisterung neben dem kleinen Conor stand. Ein Sohn, auf den jeder römische Vater stolz sein müsste. Und dann dachte er an Carus, seinen ehelich geborenen Sohn, dessen Geist so schwerfällig und langsam war:

"Geht nur zu den Fröschen, Jungs!" 

Saturninus atmete tief aus, fuhr sich mit einer Hand durch das Haar und wandte sich mit gedämpfter, ernster Stimme an Frowin:

"Du triffst den Nagel auf den Kopf, Frowin. Es ist kein Geheimnis, dass Serena wegen ihrer Gesundheit jahrelang im Süden war – aber ihre Rückkehr bringt eine Realität mit sich, vor der ich mich nicht mehr verstecken kann. Serena war eine Lucretia aus edelstem Hause und nun  ist sie eine genauso hochgeborene Furia. Und für sie wird Victors bloße Existenz in meinem Haus wie ein Stachel im Fleisch sein.“

Er machte eine kurze Pause und hielt den Blick seines Freigelassenen und Freundes:

"Victor wurde geboren, noch bevor ich Serena geheiratet habe. Er ist legitimiert, er trägt mein Blut. Und er hat jede einzelne Tugend, die man sich von einem Stammhalter nur wünschen kann: Er ist scharfsinning, mutig, ein Junge, der Rom Ehre machen würde. Aber er ist eben der Sohn von Deirdre, einer keltischen Freigelassenen. Und Carus... Carus ist neun und schafft es kaum, einem einfachen Gespräch zu folgen. Verstehst du das Dilemma? Für eine Frau wie Serena ist es die ultimative Demütigung. Mein ehelicher Sohn, ihr Fleisch und Blut, ist im Kopf langsam geblieben, während der Bastard einer ehemaligen Sklavin im Glanz seiner Jugend erstrahlt und all das verkörpert, was Carus verwehrt bleibt.“

Saturninus sah Victor hinterher, und in seinem Blick mischten sich tiefe Vaterliebe und pure Sorge:

"Sie wird mich nicht angreifen, das ist nicht Serenas Art. Sie ist eine ergebene Gemahlin und eine echte Patrizierin von großer Würde. 
Doch ich muss Victor darauf vorbereiten, bevor sie hier eintrifft. Er ist... nun, du siehst ihn ja selbst. Er ist mit seinen vierzehn Jahren noch so arglos, fast kindlich in seiner Art. Er hat keine Vorstellung davon, wie grausam der Stolz einer römischen Matrone sein kann. Wenn ich nicht aufpasse, zerreißt uns dieser Konflikt das Haus.“

Saturninus wandte sich mit einem dankbaren, aber entschlossenen Nicken von dem schweren Thema ab, weil die beiden Jungen jederzeit wieder zurück kommen konnten. Es tat ihm gut, die Sorgen des Haushalts für einen Moment beiseitezuschieben und sich dem zu widmen, was ihn und Frowin am meisten verband: der Leidenschaft für den Wagenrennsport. Sein Blick glitt hinüber zu den Stallungen, wo seine beiden kostbarsten Schätze standen.

"Genug von all den Frauen und ihren Befindlichkeiten", sagte Saturninus, und seine Stimme gewann sofort an Kraft und Begeisterung: "Lass uns zu den Pferden gehen. Ich will, dass du meine beiden Himmelsdrachen beurteilst. Doch sei bitte ehrlich“

Er führte Frowin ein Stück weiter zu den Boxen, in denen die beiden parthischen Hengste standen. Ihr Fell schimmerte im britannischen Tageslicht wie pures, flüssiges Gold – eine seltene Pracht, die Saturninus mit enormem Stolz erfüllte Sie hatten ihn ein Vermögen gekostet:

"Sie sind noch mitten in der Ausbildung für die großen Rennen, aber meiner Meinung nach haben sie Potenzial. Sie haben auch diesen typischen, unermüdlichen parthischen Geist, den man auf der Rennbahn braucht, doch sie sind so verdammt eigenwillig wie Athener Hetären. Wenn man sie falsch anfasst, blockieren sie sofort.“

Er beobachtete, wie der junge Grieche Perikles gerade Mandans Unleidlichkeit parierte, und rief dann dem Jungen zu:
"Perikles! Wenn du mit dem Absatteln fertig bist, ist das hier deine nächste Aufgabe. Du wirst die Himmelsdrachen pflegen. Aber Vorsicht: Geh ihnen nicht gleich mit dem harten Striegel an die Flanken. Parthische Pferde sind extrem kitzlig und dünnhäutig. Fang am Hals an, benutz eine weiche Bürste und lass sie deine Hand spüren, bevor du das Werkzeug ansetzt. Sie müssen lernen, dir zu vertrauen, wenn du sie jemals im Renngeschirr halten willst.“

Er wandte sich wieder an Frowin, die Augen voller Vorfreude:
"Wenn Perikles auch das schafft, ohne dass einer der beiden ausschlägt, hat er den Test bestanden. Was meinst du, Frowin? Haben sie nicht die perfekte Kruppe für den Antritt im Circus? Du mit deinem Haar wie leuchtendes Kupfer und dazu links und rechts diese Pferde mit Fell wie reinstes Gold - der Kinnladen wird den Zuschauern runterfallen, wenn sie dich so sehen werden"
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Honoratior von Iscalis
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience - von Tiberius Furius Saturninus - 10-15-2026, 08:12 PM

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