Willkommen im Forum, Bitte Anmelden oder Registrieren

Vater-Sohn Bonding-Experience
10-11-2026, 03:00 PM,
Beitrag #8
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Frowin, der die Pferde beide am Zügel führte, sah den Jungen hinterher. Es stimmte. Conor war furchtlos und hatte kein Verständnis für Stand und Stellung. Das war charmant, aber nur solange er niemanden beleidigte. Doch zumindest Saturninus schien er damit schon einmal gewonnen zu haben, auch wenn es den jungen Vater verlegen lächeln ließ.
„Mir wäre es lieber, er bekäme weniger Kuchen, sonst gewöhnt er sich noch daran, bevor wir wieder abreisen.“
Wo er in der Frauenwelt Verantwortung zuverlässig entkam, fühlte er seinen Kindern gegenüber eine sehr starke wiederum. Doch er wollte nicht so sein. Sie waren nicht jeden Tag hier und Conor sollte ruhig seinen Spaß haben. So konnte er sich in Ruhe unterhalten, auch wenn Saturninus ja nicht (nur) wegen ihm gekommen war. Frowin lachte, halb ertappt, aber auch halb stolz.
„Ich bin Wagenlenker, gut trainiert, sehe gut aus, bin erfolgreich und auch nicht arm. Warum mich fesseln?“ Er war nie eitel gewesen oder verwöhnt, doch er hatte sich auch nie unter Wert verkauft. Und die Wahrheit war, dass er ein sehr gutaussehender und erfolgreicher Mann war. Und dann noch ein gesellschaftsfähiger Athlet und nicht etwa ein Gladiator, die man sich bloß heimlich ins Bett holte. „Und ich… Ich weiß es nicht, ob ich sie heiraten will. Sicher, irgendwann wird’s Zeit. Aber ich habe das Gefühl, mich an eine zu binden. Dabei will ich noch viel reisen und sehen…“ Er lief bewusst offen, was er damit genau meinte. Sie wussten es beide. „Sie wäre gewiss eine gute Ehefrau. Fleißig, geduldig, bildschön. Du wärst begeistert.“ Schön waren jedoch viele Frauen.
Dann jedoch eröffnete ihm Saturninus, dass seine eigene Frau wieder zurückkehren würde. Anders als bei sich selbst, der ein so unstetes Leben führte, fand er Saturninus‘ Ehe vollkommen angemessen. Er klopfte dem Patrizier kräftig auf den Rücken.
„Ich beglückwünsche dich! Das wird aber auch Zeit. Du Ärmster hast das Gewusel ganz allein durchmachen müssen! Aber wieso musst du es Victor beibringen? Sag bloß, sie verstehen sich nicht. Hat sie eine Abneigung?“ Frowin sprach solche Dinge an. Wenn er zu sehr in seines Patrons Angelegenheiten herumstochern sollte, würde Saturninus ihn schon zurechtweisen. „Ich freue mich, sie wiederzusehen. Ich kenne sie nicht gut, aber ich mochte sie immer.“

Als sie auf Frowins zweiten Sohn und dessen Mutter zu sprechen kamen, lauschte der Rothaarige seinem Patron mit wachsender Erleichterung. Mit Saturninus‘ Rückhalt würde er keine Probleme bekommen, wenn es an das Auslösen Duncans ging.
„Ich danke dir. Das hatte ich gehofft. Ich wünschte natürlich, ich müsste es nicht soweit kommen lassen – wer braucht schon böses Blut -, doch wenn es hilft, bin ich für deine Unterstützung dankbar. Geld ist kein Problem. Ich bezahle den angemessenen Preis für beide.“
Natürlich brauchte die Mutter dann etwas zum Wohnen. Frowin hatte nichts dagegen, sie aufzunehmen, zumindest vorerst. Er weilte ohnehin meist im Vereinshaus oder auf Reisen – oder eben hier. Und es war ja keine Ehe, also hatte er da keinerlei Verpflichtungen. Er wollte jedoch, dass es ihr gut ging.
Frowin fiel ein Stein vom Herzen. Nur ungern fragte er Saturninus um einen solchen Gefallen und war erleichtert, wie schnell dieser ihm beigepflichtet hatte. Ein Freund, in der Tat. Nun beobachtete er den jungen Griechen, der sich beliebt zu machen wusste, folgsam und doch neugierig war und mit den Tieren fast so gut umgehen konnte wie er selbst.
„Natürlich, Dominus“, rief der Junge sofort und machte sich an die Aufgabe, die Pferde abzusatteln, wobei ihm scheinbar sofort Mandans Unleidlichkeit aufzufallen schien. Frowin fand es gewagt, ihn ohne Vorwarnung auf den Hengst loszulassen, doch Perikles kam damit schon zurecht.
„Nähere dich langsam von vorne. Er wird nervös, wenn du aus seinem Blickfeld verschwindest“, mahnte er und beobachtete zufrieden, wie der Junge seine Anweisungen umsetzte. Vielleicht war er ein Naturtalent oder es war Frowins Stimme, die das Tier beruhigte. Doch er schien keine Mätzchen zu machen. Sehr gut.
In diesem Augenblick kamen die Jungs aus dem Haupthaus gelaufen, sodass erst Frowins Wink ihnen klarmachte, leiser zu sein. Sie beobachteten Perikles staunend bei der Arbeit und knabberten dabei an dem Süßzeug, das sie sich hatten geben lassen.
„Papa, können wir gleich zum Fluss? Conor sagt, da gibt es Frösche!“, ließ Tiberius Victor sogleich verlauten und schien sich pudelwohl zu fühlen. „Und zeigst du mir den Wagen? Glaubst du, ich darf auch mal fahren?“
Ganz der Vater, dachte sich Frowin.
Zitieren
 


Nachrichten in diesem Thema
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience - von Furianus Frowin - 10-11-2026, 03:00 PM

Gehe zu: