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Vater-Sohn Bonding-Experience
10-08-2026, 12:44 PM,
Beitrag #7
RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Furius Saturninus beobachtete die beiden Jungen mit einer Mischung aus sanfter Herablassung und stiller Belustigung. Zu kleinen Kindern hatte der Furier Zeit seines Lebens wenig Bezug gehabt. Den Kleinen mit Süßigkeiten und Kuchen zu überhäufen, war schlichtweg seine persönliche Art gewesen, Wohlwollen zu zeigen.
Als Conor nun Victors Hand ergriff und ihn entschlossen in Richtung des Haupthauses zog, nickte Saturninus leicht.
"Siehst du das, Frowin?“, bemerkte er mit einer Kopfbewegung in Richtung der Jungen. "Dein Conor fackelt nicht lange. Ein wahrer Anführer. Gib den beiden im Haus ruhig noch mehr von Senias Kuchen. Kinder sind wesentlich umgänglicher, wenn sie beschäftigt und satt sind"

Das Lächeln des rothaarigen Kelten bei der Erwähnung seiner alten Eroberung entlockte auch dem Patrizier ein leises, amüsiertes Lächeln. Er erfreute sich an Frowins unbekümmerter Virilität. Seine Lust an der Eroberung hatten Patron und Klient durchaus gemeinsam, hier waren sie Komplizen. Im Privatleben schien Frowin dieselbe ungestüme Risikobereitschaft an den Tag zu legen wie in der gefährlichsten Kurve des Circus.

"Du hast wirklich nichts anbrennen lassen, mein Lieber. Ein Anhänger der Blauen also? Es muss der Mutter nicht schaden, wenn sie ihre Fruchtbarkeit schon bewiesen hat. Bei Jungfrauen kauft man doch die Katze im Sack. 
Mit meiner Gattin Serena hatte ich Glück. Wir haben schon fünf Kinder. In Rom wird man mich deswegen für verrückt halten, weil ja alle standesgemäß versorgt werden müssen. Serena kommt übrigens nach Britannia zurück. Das muss ich Victor noch schonend beibringen"

Nicht nur für seine Gemahlin, auch für den Stiefsohn würde das eine Umstellung sein. Saturninus runzelte einen Moment lang die Stirn, doch als guter Patron kümmerte er sich zuerst um Frowins Angelegenheiten, bevor er über eigene Probleme sprechen würde: 

"Willst du Conors Mutter denn heiraten? Es wäre möglich, und mit dem nötigen Schmiermittel ließe sich die Begeisterung ihres Vaters gewiss steigern"

Als das Gespräch jedoch auf Duncan und dessen Sklavenstatus kam, wich die Belustigung aus Saturninus’ Zügen und machte wiederum einer kühlen, berechnenden Ernsthaftigkeit Platz. Er enpfand eine tiefe Verpflichtung gegenüber jenen, die unter seinem Schutz standen, und Frowins Erfolg war schließlich auch ein Spiegel seines eigenen Einflusses. Dass ein anderer Besitzer versuchte, aus dem Ruhm des Wagenlenkers Kapital zu schlagen und die Freilassung des Jungen blockierte, missfiel dem Furius zutiefst.

Als Frowin dann jedoch mit einem vielsagenden Lächeln den Platz am Bach erwähnte – für wenn die Jungs schlafen –, veränderte sich die Atmosphäre zwischen den beiden Männern spürbar. Für einen Moment trat das Geschäftliche in den Hintergrund. Saturninus’ Blick glitt unwillkürlich über die mittlerweile markanten Züge des Wagenlenkers, hinab zu den breiten Schultern und den kräftigen Armen, die so meisterhaft die Zügel zu führen wussten. Erinnerungen an vergangene, sehr schöne Nächte....
In den dunklen Augen des Römers flammte ein vertrautes, besitzergreifendes Begehren auf, das Frowin nicht verborgen bleiben konnte. 
Saturninus fing sich jedoch rasch wieder, auch wenn seine Stimme nun eine Nuance tiefer und intimer klang, als er auf das Thema von Frowins Sklavensohn Duncan zurück kam. Der Habitus des Patrons kehrte, gepaart mit dem festen Willen, das zu beschützen, was ihm – und Frowin – gehörte, ebenfalls zurück:

"Ein Platz am Bach klingt verlockend, mein Lieber, doch wir müssen dieses Geschäft nicht aufschieben“, entgegnete er: 
"Wenn dieser Dominus glaubt, den Sohn meines besten Fahrers als Prestigeobjekt halten zu müssen, dann hat er die Rechnung ohne das Haus der Furier gemacht.
Wenn du möchtest, werde ich noch heute Abend einen Brief an den Herren der Sklavin und deines Sohnes von Scaevus aufsetzen lassen. Du zahlst ihm einen fairen Preis – keinen Sesterzen mehr, aber auch keinen weniger. Nenn mir nachher einfach seinen Namen und seinen Wohnsitz, dann kümmere ich mich darum. Wenn er sich quer stellt, macht er mit der tödlichsten Waffe des Imperiums Bekanntschaft:...", Saturninus stupste Frowins sanft an, um ihm anzudeuten , dass letzteres nicht ganz ernst gemeint war: 
"...der unangekündigten Steuerprüfung"

Erst als die Angelegenheit mit Duncan besprochen war, wandte sich Saturninus dem jungen Griechen zu, den Frowin herbeigerufen hatte. Seine dunklen Augen musterten Perikles eingehend, prüften die Haltung und den Blick des Jungen. Die ehrfürchtigen Worte und die bescheidene Begrüßung des Neulings gefielen dem Patrizier, der Disziplin und Respekt über alles schätzte.
"Salve, Perikles“, erwiderte Saturninus, und ein seltenes, dünnes Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Der Junge sah sehr griechisch aus: 

"Frowins Wort hat großes Gewicht bei mir. Wenn er dich für fähig hält, meine Tiere zu pflegen, dann will ich dir diese Chance gewähren. Meine Pferde sind temperamentvoll und dulden keine schwache Hand – doch wer von den Besten lernt, sollte damit umzugehen wissen. Zeige was Du kannst und sattle Mandan und Victors Pferd ab und reibe sie trocken " 

Mandan, der ewig Unverträgliche, mochte keine Fremden. Manche nannten ihn hinter Saturninus Rücken einen irren Gaul. Er konnte genau so unleidlich sein, wie sein Name versprach, aber Frowin hatte sich schon an seinem ersten Tag mit ihm angefreundet. Saturninus wechselte mit Frowin einen Blick. Mal sehen, wie sich Perikles hier  schlug.
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Honoratior von Iscalis
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience - von Tiberius Furius Saturninus - 10-08-2026, 12:44 PM

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