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RE: [Thorianum B] B V Furiana Nivis
Nach einem langen Tag
Der Tag war wieder einmal lang und anstrengend gewesen. Einige Aufträge mussten unbedingt noch für den nächsten Tag fertig werden. Zwar hatte ich inzwischen einige Angestellte in meiner kleinen Weberei, doch die Arbeit wurde trotzdem nicht weniger. Seit Siofra sich nach Mebhs Geburt angeboten hatte, mich mit der Kleinen zu unterstützen, hatte sich ihre Tätigkeit immer mehr von der Weberin hin zur Kinderfrau verlagert. Schließlich musste ich Ersatz für sie finden – und ich fand ihn in einer jungen Frau aus Cheddar: Eilwen wollte sich in Iscalis ein wenig Geld dazuverdienen. Sie war zwar misstrauisch gegenüber allem Römischen, doch ich war keine Römerin, und so fiel es ihr leicht, in meiner Weberei anzufangen. Einige Monate später brachte sie ihre jüngere Schwester Eira mit. Inzwischen gehörten beide fest zum Betrieb.
Furius Saturninus hatte mir zwar immer wieder angeboten, Sklaven aus seiner Villa zu schicken oder welche auf dem Markt zu kaufen, doch ich wollte mein Geschäft ohne Sklavenarbeit führen.
Als ich am Abend von der Weberei zurückkehrte, spürte ich die Müdigkeit in meinen Armen und den feinen Wollstaub auf meiner Haut. Ich war hungrig, doch zuerst wollte ich mich waschen. Furius Saturninus, der Vater meiner Kinder, mein Patron und der Mann, der mich immer noch begehrenswert fand, hatte sich angekündigt, später zu kommen – und ich wollte ihm nicht mit dem Geruch des Webstuhls entgegentreten.
Als ich die Tür zu meiner Wohnung öffnete, hörte ich sofort das vertraute Fußgetrappel meiner Lieben. "Mama!" rufend sprangen sie mir entgegen, direkt in meine Arme. Ich umarmte sie und küsste alle drei, als wäre ich wochenlang fort gewesen. Manchmal beschlich mich ein schlechtes Gewissen, weil ich so oft lange fort blieb und das Gefühl hatte, etwas zu verpassen. Wie groß sie schon waren. Selbst der kleine Chonchobhair war bereits vier Jahre alt, und sein fünfter Geburtstag stand praktisch vor der Tür. Mich grauste davor, ihn eines Tages an seinen Vater geben zu müssen, wenn er das siebte Lebensjahr erreicht hatte. Doch noch blieb uns etwas Zeit.
Kurz blickte ich auf und warf Siofra einen entschuldigenden Blick zu, weil es wieder später geworden war. Doch so wie ich sie kannte, würde sie mir auch das verzeihen. "Tut mir leid", raunte ich ihr zu, während sich Aislinn an meinen Arm klammerte und aufgeregt durcheinander plapperte, was sie heute gespielt hatte. Der kleine Chonchobhair hüpfte wild vor Freude, um ebenfalls einen Teil meiner Aufmerksamkeit zu erhaschen. "Mama, Mama! Papa kommt!", rief er strahlend.
Ich lachte müde. "Ja, mein Herz. Ich weiß. Du kannst es kaum erwarten, nicht wahr?" Er nickte heftig, und seine grünen Augen funkelten wie kleine Edelsteine.
"Wir haben heute auf der Straße gespielt", erzählte Aislinn stolz. "Rufus hat uns gezeigt, wie man die kleinen Tonfiguren bemalt." Rufus war ein netter älterer Mann, der seit einigen Jahren eine kleine Töpferwerkstatt in der Nachbarschaft betrieb. Da er und seine Frau keine eigenen Kinder hatten, freute es ihn umso mehr, wenn die Kinder der Umgebung vor seiner Tür spielten. Manchmal fertigte er kleine Figürchen für sie an oder ließ sie selbst aus Tonresten etwas formen. "Und schau, ich habe ein Pferd gemacht!", rief Aislinn und hielt mir ihr krummes, aber liebevolles Werk entgegen. "Es ist wunderschön, mein Schatz", sagte ich und strich ihr über die Wange.
Dann wandte ich mich meiner Ältesten zu, die geduldig gewartet hatte, bis ihre Schwester fertig erzählt hatte. "Und wie war dein Tag, Liebes?", fragte ich sie lächelnd. Mebh war im Gegensatz zu Aislinn ein eher stilles Kind. Seit sie lesen gelernt hatte, verkroch sie sich in ihre Bücher und lernte fleißig – auch wenn das für römische Mädchen eher unüblich war. Doch ich hatte nichts dagegen. Bildung war wichtig, auch für Mädchen.
"Ich habe heute weiter in meinem Buch gelesen, Mama", sagte sie leise und hielt es vorsichtig an die Brust gedrückt. "Vielleicht kann ich Papa heute Abend etwas daraus vorlesen", meinte sie schüchtern, und ein kleiner Hoffnungsschimmer blitzte in ihren Augen auf. Ich strich ihr sanft über das dunkle Haar. "Das wird er ganz sicher hören wollen, mein Liebling", antwortete ich und küsste ihre Stirn.
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