Sommer 831 A.U.C.
Es war wieder so weit. Cahir würde sie ein weiteres mal verlassen. Alpia, seine Nebenfrau würde ihn begleiten. Während dessen Sohn, der kleine Alpin bei den Kinderfrauen in sicherer Obhut blieb. Schweigend beobachtete Rhian, wie Cahir nach den Zügeln des Pferdes seiner Nebenfrau griff und sein Reittier, sowie das ihrige bis vor das Stadttor zu führen. Dicht an Rhians Seite stand Cahirs verbliebener unehelicher Sohn, während neben seinem unehelichen Sohn seine Töchter Shannon und Rhiannon standen. Hand in Hand und mit fiebrig glänzenden Augen ihrem Vater nachblickten, der so stattlich in diesem Moment wirkte. Wieder einmal spürte Rhian wie sie vernehmlich schlucken musste, um die Tränen zurück zu halten, die sich in ihr angestaut hatten. Doch vor ihren Töchtern, den Söhnen ihres Gemahls und ihrem Volk würde Rhian nicht weinen. Dies würde sie im Geheimen tun. Fern von neugierigen Blicken. Und so stand Rhian hoch aufgerichtet und nun auch mit einem fiebrigen glänzen in ihren Augen da. Mittlerweile war das Stadttor geöffnet und während Cahir seiner Nebenfrau auf das Pferd half, wartete Rhian vollkommen regungslos. Ihren Blick hielt sie unverwandt auf ihren Gemahl gerichtet. Bis sich Cahir schließlich in ihre Richtung wandte und sie sich in seine Arme ziehen ließ. Nach wie vor blieb Rhian stumm. Kein schluchzendes Geräusch entrang sich dabei ihrer Kehle, als sie ihre Arme um ihren Krieger, ihren Gemahl und den König legte und sich eng an den Bärtigen heran drückte.
“Mein König.“ Murmelte Rhian mit leiser Stimme und hob langsam ihren Kopf an, um den Blickkontakt zu ihrem Ehemann herzustellen. Unwillkürlich versank ihr Blick tief in den Augen des Bärtigen und Rhian spürte wie ihr Herz viel zu hastig in ihrer Brust pochte. Sehnsuchtsvoll und voller Liebe für den König der Briganten.
“Ich werde jeden freien Augenblick an dich denken Cahir.“ Wisperte Rhian mit leiser Stimme. Denn diese Worte waren nur für ihn bestimmt. Einzig und alleine für Cahir, ihren geliebten Ehemann.
“Ich werde dich beschützen. Und mit dem Segen der Göttin wirst du reiten. Dein Pferd wird wie der Wind galoppieren und die Schwingen der Göttin werden dich sicher zu mir zurück bringen.“ Versicherte Rhian mit nun ruhiger Stimme, als sie sich dem innigen Kuss des Älteren hingab und Cahir nicht minder leidenschaftlich und verzehrend küsste.
“Men Geliebter.“ Hauchte Rhian zum Abschied und band ein waidgefärbtes Tuch am Sattel seines Hengstes fest.
“Dieses Tuch wird dich beschützen.“ Sprach Rhian mit rauer Stimme, die man dennoch gut hören konnte. Eh‘ sie ihre Stimme zu einem beinahe flüstern herab senkte.
“Komm‘ wohlbehalten zurück zu mir.“ Schließlich trat Rhian zurück und blickte Cahir nach, der seinen Hengst in Richtung des Stadttores lenkte.