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RE: Gartenpavillon
Ich war nun ein wenig verwirrt. Ich hatte gedacht, dass Saturnina mit Quiwon oder vielmehr Dives und den anderen Kindern spielen würde, stattdessen kam eine kleine, für meinen Geschmack viel zu aufgeputzte Dame zu Besuch. Wenn Stella auch verwirrt war, ließ sie es sich zumindest nicht anmerken. Sie nahm sich ihrer Nichte liebevoll an. Ob sie erlauben würde, dass unsere Stellula....doch dann fiel es mir ein: Saturninas Mutter war schon ziemlich lange fort. Offenbar nahm das Mädchen die Rolle der Hausherrin ein, und Saturninus gestattete es. Aus meinem Befremden wurde Mitleid mit der Kleinen. Patrizierinnen heirateten oft früh, und dann hätte Saturnina noch viel Zeit, erwachsen zu sein. Jetzt aber war sie doch nur ein Kind.
Sie hatte teure Geschenke mitgebracht; und ich lobte sie.
"Etwas zu essen ist immer schön, vielen Dank an Dich und deinen edlen Vater"
Meine Fridila bat das Mädchen an ihre Seite und stellte ihr Gerfridu vor. Gerfridu lächelte freundlich und neigte leicht den Kopf. Da hatte Saturnina Zuhause etwas zu erzählen, einen germanischen Krieger hatte dort bestimmt noch keiner zu Gesicht bekommen.
Nun näherte sich Primus, der auf Stellas Schoss sprang und zufrieden schnurrte. Oh, ein schlauer Kater. Es gab nichts, was so schnell Erwachsene wieder in Kinder verwandelte als das Spiel eines Kätzchens.
Dann aber kam Spiros angelaufen und rief: " Hier kommt der Bräutigam!" Es kam Rango. Er war nur etwas verlegen, im Mittelpunkt zu stehen, doch er trug eine neue waidblaue Hose und ein mit Ocker eingefärbtes Hemd, darüber einen Umhang aus meiner Truhe, den Gerlinda mit all den komplizierten Chattenmustern gewebt hatte und einen Stirnreifen. Sein blondes Haar war frisch gewaschen und leuchtete in der Sonne. Der Junge sah aus wie ein chattischer Fürstensohn, aber sein Blick war der des freundlichen und lieben Rangos. Seine besten Freunde Spiros und Quiwon begleiteten ihn.
Vor uns im Pavillon blieb er stehen, und obwohl er der Bräutigam war, wollte er sich verbeugen. Ich unterbrach ihn mit einer Handbewegung:
" Heute doch nicht, heute ist dein Ehrentag, mein Lieber"
Vom Haus her näherte sich ein neuer Zug. An der Spitze gingen Rhiona und Briona mit Nana, Nikos Kind, und Klein Iulius und - unserer Stellula. Stellula hatte ein Körbchen und streute Blumen. Auch Nana- und Iulius hatten Körbchen, aber sie waren noch zu klein, um zu verstehen, was sie zu tun hatten.
Stattdessen zog Iulius ein Blümchen aus seinem Korb und gab es Stellula.
Doch alle Kleinen waren niedlich angezogen, hatten rote Bäckchen und gaben sich Mühe.
Wie bei römischen Hochzeiten üblich, sangen die Mädchen für die Braut, und wie es auch üblich war, war das improvisierte Hochzeitslied frech und neckte das Paar:
"Seht sie euch an, die Braut aus Alexandria!
Keine scheue Jungfrau, die vor Heimweh weint.
Niko weiß längst, wie die Welt sich dreht,
wenn heute Abend das Lager die beiden vereint!
Sie hat Rango gelockt mit Augen so schwarz,
und er lief ihr nach wie ein treuer Hund.
Der Chattenschädel vergaß seine Wälder,
beim ersten Blick auf ihren geschwungenen Mund.
O Hymen, Hymenaeus! Höre den Spott!
Wir singen und lachen,
das vertreibt Streit und Neid
Ein Germane, eine Griechin in Britannien –
macht euch bereit für die Bettenzeit!
Warum errötest du, starker Rango, so sehr?
Deine Braut bringt mehr als nur Decken heraus
Sie kommt mit Nana, der kleinen Maus.
Rango, du kriegst eine Familie ins Haus
und ein paar Socken und reiche Gabe
Möge das Glück euch bewachen,
von heute an und so weit die Zeit reicht
Und euch viele Kinder schenken
damit Nana nicht alleine bleibt"
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