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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Rhian hielt sich in diesem Moment in den Stallungen auf und beaufsichtigte ihre beiden Töchter. Die ihre Ponys striegelten und bürsteten. Fröhliches Kinderlachen schallte durch dies Stallgebäude. Lediglich durchbrochen durch das zufriedene schnauben der beiden Ponys. Vor ihren Töchtern und den Söhnen ihres Gemahls gab sich Rhian zuversichtlich und als die starke Königin, als die sie auch von ihrem Volk gesehen wurde. In den Nächten, in denen sie alleine in ihrem viel zu großen Bett lag und grübelnd an die Decke starrte, überkam sie Heimweh und auch eine ziemlich starke Verlustangst. Am nächsten Morgen war von diesem düsteren Gefühl allerdings nichts mehr zu spüren. Dieses Gefühl ließ sie niemals nach außen dringen. Damit sich ihr Volk keine Sorgen um seine Königin machen musste. Denn seitdem ihr Gemahl von einer Fahrt in den Norden nicht zurückgekehrt war, war Rhian faktisch zur Alleinherrscherin der Brigantes bestimmt worden. Auf die Nachfragen ihrer beiden Stiefsöhne hatte Rhian irgendwann keine Antwort mehr gehabt. Auch wenn sie ihre Göttin befragte und stundenlang vor der silbernen Schale saß und in das Wasser hineinblickte, so hatte sie ihre Göttin lediglich zweifelhafte Bildfragmente sehen lassen. Bildfragmente die Rhian bang ums Herz werden ließ. Nach jedem Blick in die Silberschale musste sich Rhian erst wieder sammeln. Ihre Gedanken sortieren, um sich ihrem Volk als starke Königin zu präsentieren. Ihr Volk durfte unter keinen Umständen auf den Gedanken kommen, dass Rhian schwach wäre und nicht fähig alleine die Krone der Brigantes zu tragen. Erst das lautstarke scheppern eines umfallenden Eimers ließ Rhian wieder in die Wirklichkeit zurückkehren. Doch es war nicht der Wassereimer der sie zusammenzucken ließ. Es war etwas anderes und dieses e t w a s anderes ließ ihr einen Schauer über den Rücken rieseln. Auch ihre beiden Töchter bemerkten die Veränderung ihrer Mutter und hielten augenblicklich mit dem bürsten ihrer Ponys inne. Fragendes blinzeln in Richtung ihrer Mutter. Rhian schüttelte kaum merklich ihren Kopf. So ging das putzen und striegeln der Ponys weiter. Bis zu dem Moment als eine der Wachen in den Stall kam, sich verneigte und verkündete, dass eine Entourage vor dem Tor erschienen war. Eine Entourage? Etwa ..Cahir? Das leuchten ihrer Augen blieb der Wache nicht verborgen, als dieser seinen Kopf schüttelte und Rhian somit zu verstehen gab, dass es nicht Cahir war, der sich vor dem Tor eingefunden hatte. Nur, wenn es nicht Cahir war, wer mochte es dann sein? Mit ihren beiden Töchtern an der Hand und der Wache an ihrer Seite verließ Rhian hoch erhobenen Hauptes die Stallungen und begab sich zum Tor. Dort standen nicht wenige Männer, bewaffnete Männer wie sie erkennen konnte. Augenblicklich spannte sich Rhian an, was ihren beiden Töchtern nicht verborgen blieb und diese ein leises wimmern über ihre Lippen entweichen ließ. Ein scharfer Blick ihrer Mutter brachte ihre beiden Töchter dazu augenblicklich zu verstummen. Während Rhian sich dem Tor Schritt für Schritt näherte. Um schließlich in einiger Entfernung hoch erhobenen Hauptes und mit stolzer Miene stehen blieb. “Königin Rhian ist gekommen. Was wünscht ihr?“ Drang die Stimme eines der Wachsoldaten an das Gehör der Königin. Diese Worte waren einzig und alleine für den ehrbaren Mann gerichtet, der nach ihrer Königin verlangte.
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