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RE: Gartenpavillon
Ich setzte mich auf einen Korbsessel neben Friudel. Die Kinder tobten ausgelassen über das Gelände und kämpften begeistert und laut mit den Holzschwertern unter Sionns Aufsicht, der in seinem früheren Leben auch ein Krieger gewesen war, wie unsere Piktin Fenia..
Die Komplimente, die mir mein Friudel machte, ließen mein Herz höher schlagen. "Danke, liebster Friudel, mein wunderschöner Mann...". Ich berührte liebevoll seine Hand. Der Onkel aber hob seinen Becher und ich nickte ihm freundlich zu. Gerfridu hat eine kleine Geschichte über Stellula erzählt und meinte, sie sieht mir sehr ähnlich. Mit einem sanften Lächeln schaute ich die beiden an und öffnete meinen Fächer.
Sonnwin sagte, dass wir nach dem Fest zur Weide gehen würden, und erklärte dem Onkel, dass ich beschlossen habe, unserer Tochter das Fohlen zu schenken, was für die kleine Stellula eine Überraschung wird. Daraufhin meinte Gerfridu, dass ihre Großmutter Gerlinda schon das Reiten beherrschte, bevor sie gehen konnte. "Unsere Gerlindis ist auch ein tapferes Mädchen, unser Sternchen...".
Die Unterhaltung wurde prompt unterbrochen, als die Kinder mit dem Spielen aufhörten und in den Hof liefen.
"Das muss deine Nichte aus Iscalis sein, liebste Fridila", stellte mein Gemahl fest, und in der Tat sah ich vier große Männer, die unseren Garten mit einer prachtvollen Sänfte auf ihren Schultern betraten und vor dem Pavillon stehenblieben. Mit Hilfe von einem Sänftenträger stieg Saturnina aus der Sänfte und mit ihrer glamourösen Erscheinung zog sie alle Blicke auf sich. Selbst die Kinder hatten ihr Spielvergnügen unterbrochen und betrachteten sie mit offenen Mündern. Dann klatschten sie in die Hände und riefen: "Salve Cousine!" Sie schmunzelten in sich hinein und im Nu waren sie weg.
Mit ihren zwölf Jahren war meine Nichte bereits mit einer Fülle von Schminke versehen. Ihr Haar war kunstvoll frisiert, und die feinen Gewänder, die sie trug, ließen sie wie eine kleine Dame erscheinen, die in die Welt der Erwachsenen eintreten wollte. Ich hatte Saturnina nie zuvor in solch einer Aufmachung gesehen und war unsicher, wie ich auf ihren Auftritt reagieren sollte. Dann ging ich auf sie zu, umarmte sie herzlich und sprach mit sanfter Stimme: "Mein liebes Kind, wie schön, dass du hier bist!"
Saturnina begrüßte uns und bedankte sich höflich für die Einladung. Dann fragte sie mich, ob sie den kleinen Iliborn später auf den Arm nehmen könnte. "Wenn er wach wird, dann werden wir sehen, liebe Saturnina, auch kannst du dann deinen Cousin Dives und deine Cousine Stellula näher kennenlernen", sagte ich mit einem sanften Lächeln und bedankte mich für die Köstlichkeiten, die ihre Sklavin mir überreicht hatte. Und auch von meinem Cousin Tiberius bekam ich eine Amphore mit Falernerwein als einen schönen Gruß von ihm.
"Danke dir, Saturnina, aber bitte komm in den Pavillon und nimm Platz, meinen Gemahl kennst du ja, und ich möchte dir noch seinen Onkel Gerfridu vorstellen". Ich war mir sicher, dass Saturnina noch nie einen germanischen Krieger gesehen hatte. Der hochgewachsene Germane, mit langen, goldenen Haaren, war von beeindruckender Gestalt und sehr ansehnlich, und seine Haltung strahlte eine unbändige Kraft und Autorität aus.
"Wir feiern heute die Vermählung von unserem germanischen Knecht Rango mit der ägyptischen Sklavin Niko. Sie werden auch bald kommen!" Ich schaute mich erneut um, sah aber unser Brautpaar nicht. "Saturnina, deine Leute können sich dort auf die Wiese zu den Gästen gesellen, sie werden dann von unseren Mägden mit Essen und Wasser versorgt."
Kater Primus hatte genug vom Spielen und sprang auf meinen Schoß, um etwas zu schlafen. Er betrachtete Saturnina kurz prüfend und schnurrte dann zufrieden.
"Möchtest du etwas trinken? Wir haben frisches Quellwasser und unseren Apfelsaft". Ich trank selbst einen Becher Saft und sah meine Nichte lieb an, "Wie geht es der Familie?"
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