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RE: [Frühling 834] Officium - Zahme und wilde Füchse
Eisu rührte sich sekundenlang nicht. Seine Hand lag so schwer auf dem Tisch, dass die Knöchel weiß hervortraten. Inams Worte hingen wie giftiger Rauch im Raum, doch es war nicht die politische Brandrede, die Eisus Blut zum Kochen brachte. Es war der lüsterne Blick, den sein Vetter auf Clara geworfen hatte, und die skrupellose Art, wie er eine schwangere Frau - seine, Eisus, Frau - mit dem Tod ihres Mannes und dem Sklavendasein für sich und ihre ungeborenen Kinder bedrohte, nur um seinen Willen durchzusetzen.
Langsam erhob sich Eisu Ap Comux von seinem Platz. Er überragte den Prinzen etwas und blickte auf ihn herab. Das Siegel des Bürgerrechts an seinem Finger glänzte.
"Du sprichst von Füchsen, Inam, aber du verhältst dich selbst wie ein tollwütiger Wolf, begann Eisu, und seine Stimme war leise, schneidend und voller Autorität:
"Du kommst unter mein Dach, brichst mein Brot und wagst es, meine Frau in meinem eigenen Haus zu bedrohen? Du sprichst vor ihr von Witwentum und Ketten? Du schaust sie an und webst bereits an ihrem Leichentuch, während sie mein Kind unter dem Herzen trägt?"
Eisu trat einen Schritt näher an den Prinzen heran, sodass Inam die Hitze seines Zorns spüren konnte. Seine Stimme sank zu einem gefährlichen Flüstern herab:
"Glaubst du, ich bin blind? Ich habe gesehen, wie du sie ansiehst. Du suchst hier keine Verbündeten, Cousin. Du suchst Gefolgsleute für deinen Untergang und Beute für dein Ego. Aber du hast dich im Hof geirrt
Er wandte den Blick kurz ab, und für einen Moment schien eine tiefe, uralte Müdigkeit über sein Gesicht zu gleiten. Die Erinnerung an seine Vision am See Gweder suchte ihn heim –
Du schwärmst von Freiheit und dem Gesang der Barden fuhr Eisu fort, und die Härte kehrte in seine Stimme zurück:
"Aber die Barden singen nicht für die Hochmütigen, Inam. Sie besingen die Narren nicht, die ihre Speere gegen eine eiserne Mauer werfen. Ich selbst habe das Ende deines Weges gesehen. Die Herrin vom See hat ihn mir offenbart. Dort im See sah ich, wie ein prächtiger Adler geflogen kam, die Sonne verdunkelte und dein Herz herausriss. Immer wieder pickte er zu, und blutüberströmt bist du zur auf Erde gesunken. Der Adler flog jedoch mit dem Herz im Schnabel davon, und sein Flug sprenkelte das Land mit Blutstropfen. Es war dein Blut, Vetter und das Blut all der guten Männer, die dir folgten.
Rom ist kein Wolf, den man mit einem Jagdspieß erlegt. Es ist eine Lawine aus Eisen. Wer sich ihr entgegenstellt, wird zermalmt. Die Dobunni werden keinen Ruhm ernten, sondern Gräber"
Er machte ein Zeichen mit der Hand, das unmissverständlich klarmachte, dass jede weitere politische Diskussion beendet war. Doch anstatt ihm endgültig die Tür zu weisen, trat Eisu einen Schritt zurück und stellte sich schützend, aber mit einer verächtlichen Geste der Abkehr, halb den Sessel seiner Frau. Seine Hand ruhte nun schwer auf dem Knauf seines Gürtelmessers: " Der Comuxhof wird nicht brennen, nur damit dein Name in einem Lied auftaucht, o stolzer wilder Fuchs"
Eisu warf einen kurzen, Seitenblick auf seine Ehefrau, und sein Zorn verwandelte sich augenblicklich in besorgte Zärtlichkeit, ehe er Inam wieder fixierte:
"Du hast vergessen, dass auf diesem Hof zwei das Sagen haben. Und du hast die wichtigste Person hier gerade aufs Tiefste beleidigt"
Eisu sah seine Frau nun an: " Du hast das Wort, meine Lady"
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