Lady Gerwina schien nicht zu ahnen, wie reizvoll sie aussah mit ihrer kühlen Miene und den Augen, aus denen Blitze zu schießen schienen. Imam schaute zu ihr herüber..Wenn doch nur Eisu einmal einen Moment verschwinden würde, dann könnte er vielleicht....aber dann dachte er wieder an den frechen Harfner und sein Fuchslied. Mäuse sollte er, Cattis Sohn, fressen? Und der prachtvolle Vogel für den Cousin? Der war doch nur ein Gutsherr, und er versteckte sich in den Falten der Togen seiner Busenfreunde, der Römer. Nun fragte ihn Eisu was sein Begehr war
Imam dachte nicht daran, sich kurz zu fassen. Er dachte sich wohl, dass das Herrschaftspaar eine feste Meinung besaß, und er wollte überzeugen:
Also stand er auf von der Kline und begann mit volltönender Stimme zu sprechen:
" Ein feines Officium hast du hier, Eisu, dem Bürger Claudius angemessen und auch deiner Dame, der edlen Clara",
er verbeugte sich spöttisch in Richtung der Gabinia:
" Du glaubst, du sitzt sicher am Tisch der Römer, Cousin? Du hast ihre Toga angezogen und sprichst ihre Sprache, aber für sie bleibst du ein Barbar im Festgewand. Die Wölfin schließt keinen Vertrag mit dem kleinen Fuchs . Sie füttert dich nur so lange, bis sie hungrig genug ist, um auch dich zu fressen. Wer steht dann noch zwischen ihrer Gier und deinen Feldern?“
Fuchsmetaphern kann ich auch, dachte Imam und fuhr fort:
„Frag die Trinovanten nach ihrem Recht! Frag die Söhne von König Prasutagus! Auch sie hatten Verträge. Sie haben den Römern alles gegeben, was sie wollten. Und was haben sie bekommen? Als der König starb, kamen die Steuereintreiber, peitschten seine Frau aus und machten seine Töchter zu Sklavinnen. Das ist das Schicksal, das du für dein ungeborenes Kind kaufst, während du auf dein Bürgerrecht starrst! Und denke an das Schicksal, das deine Frau erwartet! Sie ist eine von ihnen, doch sie hat sich mit dir verbunden. Roma Soldaten werden ihr keinen Respekt erweisen!"
Imam starrte auch, auf Gerwinas Bauch. Er sah nicht viel, aber er ging davon aus, dass beide Kinder haben würden:
:„Du sagst, sie lassen dir dein Land? Hast du die Männer in den roten Tuniken nicht gesehen, die neulich am Fluss standen? Sie haben Holzpfähle in deine Erde geschlagen und Linien gezogen. Sie zählen deine Rinder, Cousin! Sie messen deine Wälder! Sie teilen dein Erbe bereits unter ihren Generälen auf. Sie warten nur darauf, dass die Ernte eingebracht ist, um sie wegzutragen.“
Imam wusste nicht, ob die Landvermesser schon bis an die Grenze des Comuxhofes vorgedrungen waren. Aber er hatte sie weiter im Norden gesehen:
:„Sie werden gewiss kommen, und sie werden deine heiligen Haine roden, um Holz für ihre Badehäuser zu schlagen. Sie werden die Gräber deiner Väter plattwalzen, um eine schnurgerade Straße aus Stein darüberzubauen. Dein Bürgerrecht schützt dich nicht davor, ein Fremder im eigenen Land zu werden. Wenn du nicht für deine Erde kämpfst, wirst du bald Steine für ihre Paläste schleppen.“Oder der Prinz blickt auf den Ring, die der Vetter als Zeichen seines Bürgerrechts trägt, spuckt aus und sagt: „Dieses glänzende Stück Eisen hat dich blind gemacht.
Wir stolzen Dobunni, wir sterben lieber mit dem Schwert in der Hand unter den Blicken von Taranis und Andraste, als zu sehen, wie die Fürsten unseres Blutes zu Bettlern werden. Zu Bettlern, die einen römischen Statthalter um Erlaubnis bitten müssen, nur um zu atmen"
Sein Ton wurde herzlich, und er wagte ein schiefes Lächeln:
" Schließ dich diesem wilden Fuchs an, mein Bruder, der hier vor dir steht und gekommen ist, deine Hilfe zu erbitten! Lass uns gemeinsam kämpfen! Siegen wir, so sind wir frei! Sterben wir, so werden wir wiedergeboren und die Barden werden unseren Untergang besingen! "
Imam hatte Gerwina nicht vergessen:
" Und du, Lady, wirst die Ehefrau eines Helden oder aber eine Witwe sein, so oder so geehrt in den Hallen der Fürsten. Halte Eisu nicht zurück von seiner Bestimmung, das bitte ich"