Der Sinn des Liedes war deutlich gewesen. Und Cuno hatte Recht damit; es gab hier durchaus "junge, flinke Feldmäuse", hübsche Frauen, die gerne einmal mit einem Prinzen schlafen wollten. Wenn Inam also weibliche Gesellschaft wollte, würde er sie finden, ohne dass er der Hausherrin Avancen machen musste.
Eisu legte den Hähnchenschlegel, an dem er gegessen hatte, zur Seite und tupfte sich den Mund sauber. Nach römischer Sitte gab es auch Fingerschalen mit Zitronenwasser, hier tunkte er die Fingerspitzen nun ein, um auch sie zu säubern.
Meonre räumte ab und sah ihren Herren fragend an, der zuckte leicht die Schultern. Es war ihm gleich, ob die Sklavin später Inam Gesellschaft leisten wollte, er gab keinen Befehl dazu.
Der Kater Knut war auf Claras Schoß gesprungen und hatte nichts anderes im Sinn, als Inam anzufauchen. Das Tier war ein getreues Spiegelbild ihrer Seele. Eisu hätte ihn gerne gestreichelt dafür; aber leider hätte er dafür über Inams Schoß hinüberreichen müssen.
Inam wollte nun unter vier Augen mit Eisu darüber sprechen, dass er nicht einfach nur auf einen Verwandtschaftsbesuch gekommen war, doch offensichtlich wollte er die Gabinia nicht dabei haben. Er schob das darauf, dass er während ihres Gesprächs ihr - der Römerin- Volk beleidigen müsste.
"Um mein Volk zu beleidigen braucht man schon mehr als ein paar Worte und kalte Blicke, Prinz," entgegnete Eisus Ehegattin darauf mit ruhiger Stimme. Sie lächelte, aber Eisu, der sie gut kannte, merkte, wie sich ihre Augen verdunkelten.
"Wir sind alle erwachsen und fähig, über Politik zu sprechen, ohne jemanden zu beleidigen", entschied Eisu Ap Comux:
"Lady Gerwina und ich haben keine Geheimnisse voreinander. Wenn du gekommen bist, um einen Gefallen zu erbitten, so sprichst du mit uns beiden, lieber Vetter: Mit dem Herren und der Herrin auf dem Comuxhof nämlich"
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