Saturninus konnte überraschend herzlich wirken, wenn er wollte - und gerade wollte er. Er lächelte:
"Mein lieber Primus - ich darf dich doch so nennen? - sag Saturninus zu mir - ich denke, dass Carus eher einen Freund braucht als einen großartigen Gelehrten! Und du bist jetzt ein gebildeter Mann, auch wenn du in einer zweifellos lange zurückliegenden Vergangenheit ein Kelte....warst. Mit dir als Lehrer und seinem großen Bruder Victor wird mein Sohn lernen, was er braucht.
Aber ich sehe, dass dir die Entscheidung noch schwer fällt. Vielleicht trägt das dazu bei, dich dazu zu bewegen, diese Ehre auch anzunehmen"
Das mit dem Kelten nahm der Furius nicht allzu ernst. Der junge Medicus sprach flüssiges Latein, und auf Grund seines Namens hielt Saturninus ihn für den Bastard eines Römers. Liefen ja genug liebeshungrige Legionäre herum, und viele Keltinnen waren sehr hübsch, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hatte, dass sie für Frauen ungewöhnlich hochgewachsen waren. Vermutlich stammte
Primus aus solch einem Verhältnis....
Saturninus nahm eine
tabula vom Beistelltisch, erhitzte seinen Siegelring kurz über der ihn am nächsten stehenden Öllampe und drückte das heiße Metall in das Wachs hinein.
Dann überreichte er das Täfelchen dem jungen Medicus. Dabei berührte er, halb absichtlich, halb aus Versehen, dessen Hände. Sie waren fest und kühl, erfrischend wie ein Bergbach, und Saturninus ertappte sich bei dem Gedanken, wie es wohl wäre, diese kundigen Hände auf seinem Leib zu spüren. Er räusperte sich:
"Trage hier die Geldsumme ein, die dir angemessen erscheint, Primus. Ich werde dir geben, was immer du verlangst. Mein Wort bei den göttlichen Laren der Furier darauf"