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RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Als die Tür aufging, war da Victor. Victor, der sich halbherzig seine Tunika (falschherum) angezogen hatte, als er aus dem Bett gestiegen war. Er hatte bereits geschlafen und von Pferden, großen Hügeln und weiten nebelverhangenen Wäldern geträumt, als ihn das Gepoche aus dem Bett geworfen hatte. Beinahe hatte er schon geglaubt, ein Feuer sei ausgebrochen. Doch nein. Es war nur die Kuh, die dort stand wie bestellt und nicht abgeholt. Er blinzelte ein paar Mal, wie um wach zu werden, doch hatte er noch Verstand genug, die Tür so zu halten, dass sich an ihm niemand durch den Spalt quetschen konnte.
"Was willst du denn?", fragte er, betont genervt von ihrem Auftritt vor seinem Zimmer. Sollte nicht auch seine biestige Schwester inzwischen schlafen? "Du siehst ja gar nicht mehr aus, als wärst du in einer Färberei ausgerutscht. Fast schon wie ein normaler Mensch und nicht wie eine Probebraut an Lughnasadh." Natürlich wusste er, dass diese ungebildete Kuh nicht wusste, was das für ein Fest war, doch hatte er sich gerade so zurückhalten können, nicht 'Vogelscheuche' zu sagen.
"Geh schlafen. Ich bin müde."
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