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RE: Mädchenzimmer (Cubiculum) Furia Saturnina
Es war erstaunlich, doch wirkte Furius Saturninus nicht im Ansatz so wütend, wie er es unter diesen Umständen beinahe erwartet hätte. Flavianus hatte ihn vor der Arroganz der Patrizier gewarnt und auch vor dessen Wut. Tatsächlich verengten seine Augen sich ein wenig, als der Furier seine Tochter als hysterisch darstellte. Er hatte womöglich nicht Unrecht, aber das Kind noch blamieren dabei? Immerhin wandte er sich wenigstens kurz an seinen Sohn, der förmlich nach der Aufmerksamkeit des Vaters zu lechzen schien.
"Es geht ihm soweit gut. Es war nur ein Spielunfall. Solche Dinge passieren." Vermutete er jedenfalls. Nicht, dass er in seiner Kindheit viel hatte spielen können... In Minenschächten wurde eher selten gelacht. Dennoch bekam er Mitleid mit dem Jungen. So waren die Römer eben. Nicht viel besser, selbst zu ihren eigenen Kindern. Als der Vater sich dann an ihn wandte bezüglich eines weiteren Problems nickte der junge Medicus bloß. Unter vier Augen. Sicher was mit der Potenz oder so. Wenn er in dieser Stadt mal herumerzählen würde, wie viele der patrizischen alten Säcke keinen mehr hochbekamen, ohohoho. Da wäre die Gerüchteküche aber am Brodeln.
"Schön, ich folge dir", sagte er bloß und nickte den beiden Kindern noch einmal freundlich zum Abschied zu. An Carus gewandt, sagte er außerdem noch: "Und sieh dich beim Spielen vor."
Er folgte dem Hausherrn hinaus und in einen anderen Raum. Na mal sehen, was jetzt kam. Er war auf alles gefasst. Meister Flavianus hatte Recht gehabt: Irgendwann überrascht einen nichts mehr.
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