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RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
"Brigantia war wirklich immer sehr ordentlich", stimmte Saturninus zu und so etwas wie ein versonnenes Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. Unwillkürlich hatte er Deirdres ersten Sklavennamen gebraucht.Er hatte lange gebraucht, bis er gelernt hatte, wie man ihren eigenen Namen aussprach: Dier- dra, kurz und hell wie ein Vogelruf. Sie war seine Cubicularia gewesen und eine hingebungsvolle Geliebte:
"Aber hier im Haus gibt es Sklaven, und wenn du selbst aufräumst, so meinen sie, dass sie es dir nicht gut genug machen, verstehst du. Auch Sklaven haben ihren Ehrgeiz, ihre Arbeit lobenswert zu verrichten"
Zumindest unsere Haussklaven, dachte Saturninus.
" Deine Lehrer haben mir das Gegenteil berichtet", widersprach er, als Victor ihm entgegnete, dass er nicht gut lernte:
"Du hast seit deiner Ankunft große Fortschritte und mich damit stolz gemacht"
Der Furius rieb sein Kinn:
"Du trägst meinen Namen, aber bist kein Patrizier. Den Rang habe ich auf Grund deiner keltischen Mutter leider nicht durchbekommen. Das heißt, eine gehobene Ämterlaufbahn kommt für dich nicht in Frage und auch kein Offiziersrang bei der Armee. Du könntest Unteroffizier werden in der Legion, wenn du möchtest, sogar Centurio. Oder ein tüchtiger Verwalter, denn ein Bergwerk und ein Landgut sind in unserem Besitz. Oder du trittst als Schreiber in Staatsdienste. Auch ein Kaufmann wäre als Karriere für dich drin. Der Name Furius würde dir Türen öffnen.
Ein Zimmermann wäre daher zu gering, meine ich. Wenn du aber unbedingt willst, kaufen wir für dich eine Holzverarbeitungsmanufaktur, dann wärst du der Chef vieler Zimmerleute"
Erwartungsvoll schaute Furius Saturninus seinen Sohn an.
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