Saturnina kannte ihre Cassia gut. Zwar hatte sich die Sklavin das Gesicht gewaschen und ihre Haare durchgekämmt, aber ihr Gesicht war gerötet.
Die junge Domina zwinkerte ihr zu: "Hast du gerade geschlafen undSchönes geträumt? Von Braaaani?"
Sie wusste, dass Cassia den Claudiersklaven liebte und da der Vater dagegen war, machte es Saturnina besonderen Spaß, Cassia damit aufzuziehen. Sie befahl ihr dann, Phaedra zu holen.
Phaedra kam und führte Carus, der nun still war, aber ziemlich blass, herein. Sie verbeugte sich schweigend, sie sprach nie viel. Saturninas Blick entging jedoch nicht, dass ihre Tunika mit Blut beschmiert war. Carus hatte sich vielleicht schlimmer verletzt als es den Anschein hatte, oder die Wunde war zwar nicht so schlimm, blutete jedoch stark. Beide, Sklavin und Bruder, standen ergeben in ihr Schicksal, vor der jungen Furia. Oder, wie Saturnina bei sich dachte, weder
Trauerkloß noch
Schwachkopf kriegen den Mund auf. Doch man erwartete eine Entscheidung.
"Ein Medicus sollte sich das besser ansehen", bestimmte Saturnina: " Cassia, geh
zur Praxis von Pytheas und frag, ob er Zeit hat oder zumindest einen Gehilfen vorbeischicken kann. Er soll die Konsultation auf die Rechnung unseres Hauses schreiben"
Es fiel Saturnina gar nicht ein, zuerst den Vater zu fragen.