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RE: Contubernium Felicis, dritte Centurie, Cohors II
Irgendwie hatte Verus den Eindruck, dass er sich zu sehr um seine Mitkameraden Sorgen machte. Seine eigenen Sorgen stellte er dabei hinten an. Die Sorgen seiner Kameraden ging ihm dabei über alles. Und so war es nicht verwunderlich, dass er blinzelnd seine Augen öffnete, als er eine Bewegung wahrnahm und den Asinius erkennen konnte. Augenblicklich richtete sich der Rotschopf auf und heftete seinen, wenngleich verschlafenen Blick auf den ungefähr Gleichaltrigen. Um diesen zu fragen, ob er nicht schlafen konnte. Dabei hielt Verus seine Stimme gesenkt. Damit er den anderen im Bunde nicht auch noch weckte. Sowie die übrigen Soldaten, deren lautes Schnarchen jedoch verkündete, dass diese nicht so leicht aus ihrem Schlaf zu reißen waren. Oder vielleicht doch und sie taten nur so als würden sie schlafen? Ein vorsichtiger Blick in Richtung der anderen und Verus reckte sich sogar etwas, um einen besseren Blick erhaschen zu können. Hm. Nein, lieber nicht zu offensichtlich starren. Und so wandte sich Verus Kopf abrupt zur Seite. Fort von den Älteren. Stattdessen konzentrierte er sich kurz auf den Asinius. Um im nächsten Moment bei der leisen Stimme des Aelius zusammen zu zucken. Waren sie wirklich so laut? Nein, sie hatten doch geflüstert, oder? “Entschuldigung.“ Murmelte Verus mit leiser Stimme. Warf den beiden Mitkameraden einen entschuldigenden Blick zu. Und schlüpfte wieder unter die Decke. Um wenigstens noch etwas Restwärme zu erhaschen. Denn bald war die Nacht rum, dies erkannte er an dem helleren Schimmer im inneren der Baracke. Aber wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf. Nur ein paar. Es mussten auch nicht viel sein. Mit diesem Gedanken im Kopf fielen Verus alsbald seine Augen zu und er schlief ein. Traumlos mutete sein Schlaf an. Zumindest bis zu dem Moment, als ohrenbetäubender Krach in seinen Traum drang. Und dazu noch herrische Stimmen. So dass Verus augenblicklich aufschreckte. Blinzelnd versuchte sich zu orientieren und sich einmal durch seine roten Locken strich. Um diese wenigstens halbwegs zu glätten. Um nicht ganz so weibisch zu wirken, wie es bereits hinter vorgehaltener Hand gewispert wurde. Sehr gemein. Kontra hatte Verus jedoch auch noch nicht gegeben. Auch wenn er sich dieses Geschwätz eigentlich gar nicht bieten lassen sollte. Doch dazu würde er sich später weitere Gedanken machen. Jetzt erst einmal zerrte er die Decke von seinem Körper und angelte verschlafen und beinahe noch blind nach seinen Stiefeln. Irgendwo hier hatte er sie doch ausgezogen. Wo also waren sie abgeblieben? Nach einigen tastenden Versuchen später hatte er seine Stiefel endlich gefunden und schlüpfte hinein. Seinen Helm griff er beim vorbeilaufen und stülpte sich diesen einfach über seine roten Locken. Während ihm noch immer der Lärm und der Schlag des Rebstockstabs in den Ohren nachhallte und er den Eindruck hatte sein Trommelfell müsste platzen. Doch schließlich reihte er sich neben den anderen verschlafenen Tirones ein. Und versuchte blinzelnd seine Augen offen zu halten.
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