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RE: Contubernium Felicis, dritte Centurie, Cohors II
Der mürrische Marcus Aelius Varro hatte geschlummert wie ein Stein. Was für ein Tag es gewesen war. Er hatte jetzt einen völlig neuen Respekt für Bäcker gefunden, denn das stundenlange Mahlen ging verflucht nochmal in die Arme. So hatte er sich das hier nicht vorgestellt. Doch die älteren Legionäre, die keine Rekruten mehr waren, hatten es angeordnet. Und so hatten sie sich der langen und stumpfsinnigen Arbeit gewidmet, nach welcher sie auf ihre Lager gefallen waren wie Kartoffelsäcke. Er begann schon, daran zu zweifeln, ob er hier wirklich richtig war. Doch nun war er da, viele Kilometer weit weg von Zuhause, mitten in dieser Einöde. Zuhause gab es nichts für ihn, daher musste er nun mit dem auskommen, was er hatte. Und das war... nicht viel.
Die Kammer teilte er sich mit zwei anderen Jungen: Lucius Asinius Nero, der den ganzen Tag davon erzählt hatte, dass seine Eltern Bäcker waren, und Aulus Caecilius Verus, der ein Gesicht wie ein Mädchen und einen Stock im Arsch hatte. Fast süß, eigentlich. Noch konnte er mit beiden recht wenig anfangen. Natürlich war sein eigener Vater Verwalter der Getreidespeicher in seiner Heimat gewesen, doch verband ihn daher mit Nero trotzdem nichts. Leider würden sie einander irgendwann ihre Leben anvertrauen müssen, also wollte er sich gut stellen mit den Jungs. Vielleicht half es, hier mal guten Wein reinzubringen, wenn er dazu kam. Er hatte auf dem Weg durch die Stadt die Gelegenheit genutzt, und sich bei einigen ortsansässigen Händlern bekannt gemacht, sie nach ihrem Bestand gefragt, solche Sachen. Er hatte nämlich nicht vor, nur stumpf zu exerzieren. Er wollte hier etwas erreichen und allen zeigen, was er konnte.
Für jetzt jedoch... war er müde. Todmüde...
Aber natürlich mussten diese beiden Ochsen jetzt noch tratschen. Varro, der davon aufwachte, knurrte mürrisch.
"Was?", schnappte er raunend, "Wenn ihr reden wollt, geht raus. Morgen wird's garantiert genauso anstrengend..."
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