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RE: Contubernium Felicis, dritte Centurie, Cohors II
Seitdem der Brief zur Musterung bei seinem Vater eingetrudelt war, hatte Verus die Tage regelrecht gezählt. War er stolz darauf, einberufen zu werden? Ja, das war er. Er wollte den Namen seiner Gens Ehre erweisen. Auch wenn die Untersuchung durch den Medicus in Verus Augen sichtlich entwürdigend war, hatte er doch seine Zähne zusammen gebissen. Und wurde schließlich für tauglich befunden. Zusammen mit zwei anderen jungen Rekruten bezog er ein gemeinsames Schlafabteil. Wenn man es so nennen mochte. Die anderen beiden Jungen waren einmal Lucius Asinius Nero und einmal Marcus Aelius Varro. Beide ungefähr in seinem Alter und Verus hoffte, dass man mit den beiden auskommen konnte. Nichts war nämlich schlimmer, als mit Jungen das Zimmer teilen zu müssen, mit denen man nicht auskam. Nicht auszudenken. Da war es nicht verwunderlich, dass Verus mit gemischten Gefühlen und gar schlotternden Knien die Kammer bezog. Zumindest waren die Strohsäcke frisch und stanken nicht. Oder waren mit Ungeziefer durchsetzt. Kaum hatte Verus seine wenigen Habseligkeiten in seiner Truhe verstaut, hieß es auch schon Schlafenszeit. Morgen mussten sie alle frisch und ausgeruht sein. Auch wenn sich Verus gerne mit den anderen beiden unterhalten hätte. So schlief er doch augenblicklich ein, kaum dass sein Kopf das Kissen berührt hatte. Am nächsten Morgen krochen sie gemeinsam bereits beim ersten Hahnenschrei, so sagte man doch, aus den Federn. Haha. Wobei, wohl eher aus den Strohhalmen. Doch wenn sie nun gedacht hatte, am ersten Tag ihrer Ausbildung zu einem römischen Soldaten gleich das Gladius schwingen zu dürfen, so hatten sich die neuen Tirones getäuscht. Es ging zum Brot mahlen. Ja richtig. Zum Brot mahlen. Und während Verus neugierig darauf war. So wirkte Nero enttäuscht. Was man an seinem Gesicht auch deutlich anmerkte. Der Mühlstein wurde gewetzt. Die Handmühle wurde gedreht. Und Verus verlor sich in Tagträumereien. Um sich nach getaner Arbeit müde auf seinen Strohsack zu legen. So dass er trotz des lauten Schnarchens der anderen alsbald einschlief. Genauer gesagt am Rande des Wachseins dämmerte, als die Stimme des Lockenkopfs an sein Gehör drang. Und Verus sich augenblicklich, wenngleich verschlafen aufrichtete. “Was ist los Nero? Kannst du nicht schlafen?“ Wisperte der Rothaarige in Richtung des anderen.
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