RE: Leben auf der Baustelle
Ich freute mich sehr und war erleichtert, als Catia bekräftigte, dass sie gerne weiterhin hier arbeiten würde und sie uns erhalten bleiben würde. "Übernimm dich nur nicht, Catia...auch du musst ordentlich schlafen und es sind ja noch Rhea und ich da. Du musst nicht schon im Morgengrauen hier sein bevor wir alle wach sind. Wenn du kurz vor Mittag hier bist und dann nach dem Abendessen gehst, dann ist das gut genug. Dein Kerl wird ja auch noch Hunger haben und du wirst ihm etwas kochen müssen. Viel Lohn kann ich dir in den nächsten Wochen ohnehin nicht zahlen, aber du kannst dir gerne Gemüse aus dem Garten nehmen und wir backen einfach mehr Brot und kochen mehr Eintopf, damit es reicht." Ich überlegte laut vor mich hin und mit zusätzlichen Eiern von den Hühnern und mehr Milch von Kuh und Ziegen wäre auf jeden Fall genug da, damit Catia sich jeden Abend etwas mitnehmen konnte an der Stelle von monetärem Lohn im Moment. Und Eier und Brot konnte man auch gut gegen andere Sachen im Dorf tauschen.
Bei der Eröffnung, dass Louarn auch ein Huhn hatte, musste ich aber unwillkürlich lachen. Es kam so offen und fast schon stolz hervor, dass ich mir das Kichern einfach nicht verkneifen konnte. Sie schien sehr verliebt in diesen Louarn zu sein und ich fand das einfach so goldig. Hoffentlich war der Kerl aufrecht und behandelte Catia gut. Um sie nicht in Verlegenheit zu bringen, lenkte ich das Thema auf das Vieh. "Eine Ziege wäre super für extra Milch oder jetzte im Frühjahr gibt es bestimmt Ferkel, die wir mästen können bis zum Winter. Im Sommer und Herbst brauchen sie nicht viel Futter und wir können sie einfach Eicheln, Wurzeln und anderes Zeug im Wäldchen fressen lassen und dann haben wir von Mittwinter bis Frühjahr Fleisch." Schweine waren echt genügsam und man konnte sie mit Küchenabfällen, alten Rüben oder einfach Zeug aus dem Wald füttern und der Mist war gut als Dünger für das Küchenbeet.
Doch es war die Frage bezüglich Owain, die mich zu einem warmen Lächeln brachte. "Die Zwillinge waren gerade drei Monate alt, als ich ein Problem mit dem Waschkessel im Haushaltsraum hatte und deswegen die Schmiede aufsuchen musste. Und was soll ich sagen? Owain war einfach so umwerfend, freundlich, zuvorkommend und..." ein guter Liebhaber wollte ich sagen, aber ich entschied mich dann doch eher für "zärtlich" mit einem diebischen Grinsen und einem Zwinkern. "Ich habe mich eigentlich sehr schnell in Owain verliebt und er augenscheinlich sich auch in mich, weswegen wir im Herbst zu der heiligen Quelle gereist sind um unseren Eheschwur abzulegen vor der Göttin Brigid." Ich schaute Catia an, ob sie wohl auch von ihrem Treffen mit ihrem Herzblatt erzählen wollte.
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