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Der verlorene Sohn kehrt zurück
03-26-2025, 01:32 PM,
Beitrag #1
Der verlorene Sohn kehrt zurück
Der Soldat geleitete mich durch die riesige Basilika nach links durch eine bewachte Tür in einen offenen Hof, den das Wort Atrium nicht wirklich gut beschrieb. Hier blieb er neben mir stehen als stumme Warnung, keine ruckartigen Bewegungen zu machen, bis sich schräg gegenüber unter den überdachten Säulen eine weitere Tür öffnete und meine Mutter herausschritt, gefolgt von einigen Sklaven.
Als sie mich sah, konnte ich direkt erkennen, wie ihr Gesicht sich aufhellte, auch wenn sie sich gerade noch nichts anmerken lassen wollte.


[Bild: baku93gz.jpg]
Du kannst jetzt gehen“, fuchtelte sie den Legionär neben mir mit einer Handbewegung an und wartete, bis sich dieser entfernt hatte und die Sklaven auch einen gebührlichen Abstand hatten. Erst dann wurde sie emotional, kam auf mich zugelaufen und umarmte mich erst einmal herrlich, wobei sie mir ungefähr ein dutzend Küsse auf die Wangen gab.
“Mama… Mama! Hey, du kannst aufhören“ beschwerte ich mich leicht, was sie dazu brachte, mir noch einen dicken schmatz zu geben und mich dann anzustrahlen.
“Luci, lass dich anschauen! Du warst so lange weg! Ich hab dich jetzt drei Jahre nicht gesehen!“ jammerte sie halb und sah mich ganz genau an. “Viel zu essen geben sie euch bei den Legionen in Germanien ja nicht. Du bist so dünn geworden!“
“Ich hatte immer genug zu essen, Mama, und ich bin sicherlich nicht zu dünn!“ Eigentlich hatte ich gerade eine Körperform, die mir sehr zusagte. Wenn ich sie anspannte, sah man meine Bauchmuskeln. Aber meine Mutter stand mehr so auf den Typ Gladiator mit Speck auf den Rippen.
“Achwas. Und warum kommst du wie ein Bittsteller durch das Tor? Ich hatte alles für dich vorbereitet im Hof, mit Ehrengarde und dein Vater wollte sich auch Zeit nehmen, um dich richtig zu begrüßen!“
“Wo steckt er denn?“
, fragte ich, da ich wirklich gern auch ihn wiedergesehen hätte.

“Hach, ewige Politik“, winkte meine Mutter unwirsch. “Du kennst das doch. Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit. Er arbeitet so viel, dass er nicht einmal mehr eine Geliebte hat, weil er so wenig Zeit hat.“  Auf meinen fragenden Blick jauchzte sie nur: “Ja, wirklich! Er fängt morgens mit der Arbeit an und fällt Abends müde ins Bett. Ich sag dir, die Barbaren hier sind ein anstrengender Menschenschlag, und die hiesigen Römer sind nur einen Hauch besser. Würde es nicht so viel Prestige bringen, ich würde ihn bitten, seinem Vetter Cerialis zu schreiben, dass jemand anderes die Provinz hier übernehmen soll und wir zurück nach Rom kommen.“
[Bild: 15_09_03_25_12_53_13.png]
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Der verlorene Sohn kehrt zurück - von Lucius Petilius Vindex - 03-26-2025, 01:32 PM

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