RE: Horreum vellerum | Überdachter Woll- und Stoffmarkt | Aglaia kauft ein
"Das Amulett ist das Wichtigste daran. Meine Kette war aus Gold, sie ist von Wert. Ich will sie nicht zurück. Aber ich verdiene es wohl, dass du jedes Geschenk, das ich dir einst zukommen ließ, schmähst und dazu benutzt, mich zu beleidigen", sagte Saturninus ruhig, wobei seine Ruhe nicht der Gemütsruhe eines in sich ruhenden Mannes entsprang, sondern einer gedrückten Stimmung, als würde er vor einer Hinrichtung stehen. Heute war er selbst für seine Verhältnisse düsterer Laune.
"Deine Schroffheit ist angebracht, werte Liciniana Aglaia. Es muss in der Tat das sein, was ich verdiene. Und Prügel der Wachen obendrein. Oder Sex mit einem billigen Schankmädchen. Dabei habe ich nicht einmal Geld für schlechten Wein. Mein saudummer Sklave..", Saturninus warf dem unglücklichen Sidonius, der den Geldbeutel hatte aufbewahren sollen, einen dunklen Blick zu:
"...hat sich tatsächlich vor etwa einer Stunde beklauen lassen. Ich meinte auch nicht diese Art von Treffen, die einen Gönner verärgern könnte...", er blickte an Aglaia herunter: "Oder einen festen Freund, so matronenhaft wie du dich gibst. Vielleicht sogar einen Ehemann. Warum nicht; du warst schon immer eine Meisterin darin, vorzuspielen, was nicht die Wahrheit ist? Freundschaft und Liebe und Begehren. Die Welt ist unsere Bühne. Es geht nur darum, seine Rolle möglichst gut zu spielen, damit die blöde Masse applaudiert.
Apropos Applaus: Warst du nicht auch bei der Hinrichtung von Corvus? Londinium verdankt das Spektakel nämlich mir", er legte den Kopf schief, weil ein Auge mittlerweile ziemlich zugeschwollen war:
"Mir geht es nicht gut, werte Liciniana Aglaia", gestand er: "Nicht heute. Mir tut alles, alles so Leid"
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