"Liciniana Aglaia!", sagte Saturninus nur. Sie war es unverkennbar, wenn sie auch in Kleidung und Auftreten den Nimbus der Wohlanständigkeit trug und so tat, als hätte sie ihn nicht erkannt. Als wäre er nur ein Passant, der sie versehentlich fast gestoßen hätte. Er musterte sie mit seinen dunklen Augen. Sie ist wie eine
striga, dachte er, mein Blutgeruch hat sie vermutlich angezogen. Gleichzeitig fühlte er jedoch Nostalgie, Sehnsucht nach den alten Zeiten, als sie beide noch jünger und vielleicht auch glücklicher gewesen waren:
"Ich würde dich immer wieder erkennen, selbst in den Tiefen der Unterwelt, Aglaia. Bitte leugne es nicht weiter. Du brauchst dir jedoch bitte auch keine Sorgen zu machen. Es ist nur Zufall, dass du mir...sozusagen in die Arme gelaufen bist", vor Aglaias Leibwächter hatte Saturninus keine Angst. Er hatte sich heute schon einmal derb geprügelt, es käme ihm nicht auf ein zweites Mal an. Er selbst hatte außerdem vier Sklaven dabei.
"Du siehst... sehr schön und ...bürgerlich aus", fuhr der Furius fort:
"Wie geht es Dir und wie geht es deiner kleinen Tochter? Hat sie die Lunula noch, die ich ihr einst schenkte?", seine Sklaven bildeten nun eine Mauer gegen die Leute, die vorüber wollten, dennoch standen sie alle eindeutig im Weg der Kauflustigen:
"Könnten...wir vielleicht woanders hingehen, um ein wenig zu reden, Aglaia?", bat Saturninus, wobei er ihren Namen sanft betonte:
"Ich weiß, dass ich furchtbar zugerichtet bin. Verzeih bitte meinen Aufzug! Ich hatte noch keine Gelegenheit, mich frisch zu machen, was ich sonst nie versäumte, bevor ich dich früher aufgesucht habe"