RE: [Im ganzen Haus] Io Saturnalia!
Saturninus lachte, als Serena Carus als spartanischen Krieger bezeichnete:
" Tapfere Soldaten braucht das Vaterland sehr. Es hat lange keinen bedeutenden furischen Heerführer mehr gegeben" , sagte er. Ihre Worte zerstreuten seine Bedenken wie Spreu im Wind. Sie war eine Frau und kannte sich gewiss besser mit kleinen Kindern aus als er selbst. Er beugte sich vor und küsste ihre Hand, die ihm eine Erfrischung reichte. Aber er war zu Scherzen aufgelegt:
"Gut, dann wird Saturnina die Rednerin unserer Familie! Temperament genug hat sie ja!", beschloss er. Es waren Saturnalia und "verkehrte Welt", da konnte man sich solch einen Unsinn schon einmal erlauben:
"Macht sie denn Fortschritte im Weben und Spinnen?"
Nun legte Serena ihre kleine Hand auf die seine und verschränkte ihre Finger. Die Sklaven waren jubelnd abgezogen. Saturninus gönnte ihnen die Freude, sie hatten das Jahr getreu gedient.
"Es ist gut, dass wir diesen Moment teilen, geliebter Gatte. Ich habe auch ein Geschenk für dich, mein Gemahl. Ich bin zweifellos erneut gesegnet und habe ein weiteres Kind von dir empfangen. Ich hoffe, dass du dich über diese Nachricht freust.", sprach in diesem Moment seine Frau und schaute ihn erwartungsvoll an.
Saturninus erster Gedanke war aber tatsächlich: Nun wird es nichts mit dem ehelichen Vergnügen heute Nacht! Der Familienfluch hing ihm nach, aber auch sein Zartgefühl: Serena war nie sehr begeistert von ihren ehelichen Pflichten, und nun war sie erneut schwanger und musste sich schonen, da konnte sich ein Ehemann nicht auf sie stürzen wie ein Barbar....
Ihm kam, dass sie ihn immer noch anschaute:
" Meine Gemahlin, ich freue mich sehr", erwiderte er daher etwas gezwungen:
"Ich wünsche mir schon einen Bruder für Carus, der nicht viel jünger ist als er. Edler Wettstreit um unsere Liebe ist ihrer Entwicklung zweifelsohne nur förderlich. Ich selbst hatte leider keinen Bruder, daher wählten meine Eltern den Nachbarssohn zu meinem Ansporn aus" ... was später zu Abneigung zwischen dem jungen Furier und seinem gleichaltrigen iulischen Konkurrenten geführt hatte, aber bei zwei wirklichen Brüdern würde das gewiss nicht der Fall sein:
"Doch ein Bruder ist etwas viel Besseres! Aber sage, Serena, kommt diese Schwangerschaft nicht zu schnell nach der letzten? Du wirst dich sehr schonen müssen! Ich dulde nicht, dass du noch einen Finger rührst! Auch keine wilden Saturnalienspäße, denn du könntest dich stoßen oder stürzen! Am besten teile ich dir Cassia als Laufmädchen zu, sie soll für dich jeden Gang machen!"
Nun war Saturninus besorgt. Serena war mittlerweile eine erfahrene Mutter, aber er wollte sie keinesfalls in Gefahr bringen. Er beugte sich über ihre Hand und küsste sie. Noch ein Sohn! Ja, er wollte gerne noch einen Sohn. Aber auch ein Mädchen würde er behalten. Sie konnten sich die Kinderschar durchaus leisten.
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