RE: Officium des Hausherren
Leider hatte der keltische Fürst kein goldfelliges Pferd, er hörte, dass diese Tiere in der fernen Parthien gezüchtet werden, aber er hatte eine silberfellige Stute, die zwar scheu ist, aber seine Knechte meinten, sie stammt aufgrund ihrer Erscheinung von den Cefeledur ab. Dabei merkte Gerwina, dass Eisu ihr etwa verheimlicht, ließ ihn aber weiter reden ...
"Danke, werter Eisu Ap Comus, Argante ist ein schöner Name, wenn diese silberfellige Stute auch gutmütig und schnell wie der Wind ist, werde ich versuchen, die zu zähmen", Gerwina nickte, "Aber bevor ich es tue, möchte ich doch wissen, wer oder was sind "Cefeledur" und über welche Gerüchte geht es?" dabei schaute sie ihn mit ihren großen dunkelgrünen Augen an, öffnete dann ihren Fächer und wedelte damit hin und her.
Inzwischen hat der Meister Cuno angefangen zu singen und Eisu übersetzte sein Britonisch, aber so fein, dass es sich wie ein zweistimmiges Lied anhörte und klang sehr harmonisch. Gerwina mochte die sanfte Melodie und die wehmütige Dichtung. Während sie das Lied hörte, merkte sie, wie müde sie war. Es war sehr viel an diesem Tag passiert. Zuerst die lange Reise, dann das so herbei gewünschtes Wiedersehen mit ihrem Fürsten, der sie so charmant und liebenswürdig empfangen hat und ihr ein schönes Geschenk machte und sie immer so lieb anlächelte.
Das melancholische Lied war zu Ende. "Ich danke euch beiden für diese so gefühlvolle Darstellung, ich kenne auch diese Wesen "Selkies" aus Erzählungen, die als Robben an den Strand kommen, sich in Menschen verwandeln und ihr Fell verstecken...", Gerwina machte eine kleine Pause und fuhr dann fort: "Aber jetzt möchte ich mich verabschieden, es ist schon sehr spät... ", sie stand auf, "Mein Fürst, ich bedanke mich für den schönen Abend und das gute Essen".
![[Bild: 3_15_08_22_9_37_19.png]](https://adlerchronik.de/gallery/3_15_08_22_9_37_19.png)
Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
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