"Wenn dein Nicander ein Schauspieler ist, so weiß er vermutlich viele Verse auswendig", erwiderte Saturninus und lächelte, dann gab er seiner
ioculatrix einen ganz sachten Nasenstüber mit dem Zeigefinger:
"Oh...oh sie hat schon wieder Nicander gesagt!", gespielt verzweifelt schüttelte er den Kopf. Was das Mädchen ihm über Liebe sagte mit den zwei Seelen und so weiter war genau die Art von Schwärmerei, mit denen moderne Dichter die Köpfe junger Frauen vollstopften. Ob dieser Nicander für sie oft griechische Liebesgedichte deklamiert hatte?
"Zwei Seelen verbunden für ewig -
Philemon wurde in eine Eiche verwandelt, seine Frau Baucis wurde zur Linde.
Die Kronen der beiden Bäume verflechten sich im Winde......
So schön und so märchenhaft, kleine Cassia"
Die Sklavin biss sich auf die Unterlippe und oihre Finger malten Kreise auf ihrer rauchblauen Tunika. Sie schaute weg von ihm - sie lernte schnell.
Als Cassia Saturninus jedoch die Definition von dem gab, was für ihn Schönheit war, schüttelte dieser diesmal heftiger den Kopf:
"Nein, Cassia, diesmal hast du verloren. Ich habe nicht an Statuen gedacht. Ich habe gedacht, dass du schön bist und ob du das denn weißt. Du darfst mich ruhig anschauen. Weißt du also selbst, dass du sehr hübsch bist?"
Er fing ihren Blick mit seinen dunklen Augen, während er sich einen Dattelkern nahm. Jetzt stand es III zu III.