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Aufbruch gen Norden - Eine Braut macht sich auf den Weg
05-06-2024, 05:05 PM,
Beitrag #8
RE: Aufbruch gen Norden - Eine Braut macht sich auf den Weg
Schweigend ließ Rhian ihren Blick zwischen dem Rothaarigen und dem Schwarzhaarigen hin- und her gleiten. Natürlich unterhielten sich die beiden über sie. Über wen sonst sollten sie sich unterhalten. Und das Gespräch der beiden klang nicht gerade freundlich. Sollte sie sich den beiden jungen Männern weiter nähern und sich bemerkbar machen? Kaum hatte Rhian diesen Gedanken zu Ende gedacht, erschien ein weiterer junger Mann, diesmal mit einem braunen Haarschopf und ... in römische Kleidung gewandet? Der Braunhaarige trug eine römische Tunika und sogar ein römischer Gürtel hielt eben jenes Kleidungsstück an Ort und Stelle. Wieso trug er denn eine Tunika? Vielleicht war er gar kein Kelte? Für einen kurzen Augenblick huschte Skepsis über das Gesicht des Mädchens. Bevor sie abermals tief durchatmete und sich auf ihre Unterlippe biss. Ob die Priesterinnen noch einmal nach ihr sehen würden? Würde sie mit ihrer Heirat sämtliche Bande an die Quelle in der Provinz Iscalis kappen? Hoffentlich nicht. Immerhin war sie noch immer mit der großen Göttin verbunden und trug ihr Zeichen. Der Sichelmond prangte deutlich zwischen ihren Augenbrauen und dennoch war sie keine geweihte Priesterin. Würde wohl niemals eine geweihte Priesterin werden. Ihre Zukunft würde vollkommen anders verlaufen, wie es sich das Mädchen vorgestellt hatte. Ehefrau und Mutter. Bei diesem Gedanken spürte Rhian wie sich eine Gänsehaut auf ihrem Körper ausbreitete. Der großen Göttin sei gedankt war es die Stimme des Braunhaarigen, die Rhian aus ihren Grübeleien riss. So dass sich ihr Blick vorsichtig in Richtung des jungen Mannes in der römischen Gewandung wandte. Als er sich vor ihr verbeugte, verneigte sich auch Rhian. Dies geschah unwillkürlich und so huschte ein leichtes Lächeln über ihre Lippen. Doch noch bevor sie Alun begrüßen konnte, mischte sich der großgewachsene Rotschopf ein und stellte sich als Louarn vor. Ihr Cousin. Vorsichtig wandte sich Rhian langsam in seine Richtung und blickte zu dem Großgewachsenen empor.

“Haia Louarn.“

Begrüßte Rhian ihren Verwandten und deutete auch vor ihm eine leichte Verbeugung an. Wobei sie im nächsten Moment an Louarn vorüberschielte, um Fintan in Augenschein zu nehmen. Wieso sah dieser denn so mürrisch aus? Lag dies an dem offensichtlichen Streit, den er mit Louarn gehabt hatte? Doch noch bevor sich Rhian weitere Gedanken darüber machen konnte, folgte sie Louarn auch schon in Richtung der Pferde. Bei den Vierbeinern angekommen leuchteten die Augen des Mädchens augenblicklich auf. Die braune Stute mit dem weißen Stern sah wirklich niedlich aus. Kaum bei den Tieren angekommen, streckte Rhian auch schon ihre Hände aus und ließ das Tier an sich schnuppern.

“Ein schönes Pferd. Hat es einen Namen? Ähm.. ja, ich kann reiten. Ich bin auf einem Maultier an die Quelle gekommen. Ich werde also nicht herunter fallen.“

Versuchte sich Rhian an einem kleinen Scherz, um zu verbergen, wie aufregt, nervös, ängstlich und traurig sie in einem war. Als Louarn ihre bevorstehende Hochzeit erwähnte, zuckte Rhian kaum merklich zusammen und richtete ihre Aufmerksamkeit erneut auf das Pferd. Zumindest so lange, bis Louarn seine Stimme erneut erhob und mit einem festen Klang seine Worte aussprach. So heftete sich Rhians Blick auf das Gesicht des Rotschopfs, wie er ihr direkt in die Augen blickte. Ein paar Regeln? Natürlich. Ohne Regeln würde die Reise in den Norden ohnehin nicht funktionieren. Und so spitzte Rhian ihre Ohren und lauschte der festen Stimme des Rothaarigen.

“Ich werde mich um mein Pferd kümmern Louarn. Darauf kannst du dich verlassen.“

Zärtlich streichelte Rhian dem Tier über den Hals, auch wenn sie ihre gesamte Aufmerksamkeit den Worten Louarns schenkte.

“Es wird uns noch eine Priesterin begleiten? Zu wievielt werden wir reisen?“

Erkundigte sich Rhian mit einem neugierigen Klang in ihrer Stimme. Wenn sie die Pferde betrachtete, die angebunden warteten, dann konnte sich Rhian ausrechnen, dass mindestens noch zwei weitere Personen an dieser Reise teilnahmen. Und die übrigen Pferde würden wohl als Packtiere fungieren.

“Glaubst du, dass uns auf der Reise in den Norden Ärger drohen könnte? Die ..Römer wissen doch nichts von meiner bevorstehenden ...Vermählung. Und .. Cathbad hat doch bestimmt Vorkehrungen getroffen?“

Jene Worte sprach Rhian mit einem leicht zittrigen Klang aus und nickte auch schon, als Louarn seine dritte Regel aussprach.

“Ja, ich habe dich verstanden Louarn und werde deinen Regeln nicht zuwiderhandeln. Ich habe nur ein bisschen Angst. Vor.. vor allem. Vor der Reise und.. und der bevorstehenden .. Hochzeit.“

Was auch kein Wunder war, wenn man bedachte, dass Rhian ihre wahre Persönlichkeit mit der Holzhammermethodik beigebracht bekommen hatte.

“Bis vor wenigen Tagen war ich eine Novizin der Göttin und nun soll ich Prinzessin und zukünftige Ehefrau werden.“
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