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Villa Rustika Salvius_ Weide
02-14-2024, 05:09 PM,
Beitrag #11
RE: Villa Rustika Salvius_ Weide
Schweigend ließ Oskar seinen Blick über die Wiese gleiten, um nicht mit dem musternden Blick seines Dominus zu kollidieren. Als dann die Stimme seines Herrn erklang, wandte sich Oskar doch dem Dunkelhaarigen zu und lauschte dessen Worte. Für ihn als Wagenlenker sollte einzig und alleine Ruhm und Ehre wichtig sein? Das die Römer nach immer mehr Rum und somit auch Ehre strebten war dem Germanen bekannt. Und dennoch verstand er es nicht so wirklich.

“Ich würde dir und den deinen niemals Schande bereiten Herr. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass ich jederzeit ersetzbar bin, wenn ich meine Leistung in der Arena nicht zeige.“

Zwar musste Oskar bei dem letzten Satz hart schlucken. Jedoch hielt er dem Blick seines Herrn Stand und wagte es noch nicht einmal zu blinzeln.

“Ich bin ein guter Fahrer Dominus! Das hast du beim letzten Rennen doch selbst gesehen.“

Jene Worte sprach der Blondschopf mit einer gewissen Schärfe in seiner Stimme aus. Denn als schlechter Fahrer wollte sich Oskar nun wahrlich nicht bezeichnen lassen. Und der Salvier wusste doch ganz genau was er an seinem Wagenlenker hatte. Als sich der nun mehr strenge Blick seines Dominus auf dem Sklaven niederlegte, straffte sich Oskars Statur merklich und sein Blick mutete wachsam an.

“Ich werde mich bei jedem Rennen anstrengen, damit ich als erster über die Ziellinie fahre Dominus. Darauf kannst du dich verlassen. Ich werde dich nicht enttäuschen.“

Gelang es Oskar mit nun gepresster Stimme über seine Lippen hervor zu stoßen. Wobei ihm das Herz viel zu hastig in der Brust pochte. Natürlich wusste er das er ersetzbar war. Ein jeder war ersetzbar. Dies jedoch in aller Deutlichkeit über die Lippen seines Dominus zu hören, verstörte Oskar innerlich.
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Vor 8 Stunden,
Beitrag #12
RE: Villa Rustika Salvius_ Weide
 Falcos Rückkehr
 
 
Falco stand an der Koppel und ließ den Blick über seine kleine Herde schweifen. Die einjährige Stute entwickelte sich vielversprechend, und auch die diesjährigen Fohlen waren allesamt fit und gesund.
Er drehte sich um, lehnte sich gegen den Zaun, legte den Kopf in den Nacken und blickte in den herbstlichen Himmel. Für diese Jahreszeit war es noch immer ungewöhnlich warm und mild. 
Das Wetter hatte ihm auch eine ruhige Überfahrt beschert. Noch vor zwei Wochen hatte er befürchtet, bis zum kommenden Frühjahr warten zu müssen, ehe er nach Britannia übersetzen konnte. Doch die günstigen Bedingungen hatten angehalten, sodass der Kapitän ihn schließlich beruhigt hatte und er nun schon wieder zurück war.

Als er vor über einem Jahr zu einer kurzen Stippvisite nach Hispania aufgebrochen war, hatte er nicht damit gerechnet, dass sein Aufenthalt so viel länger dauern würde als geplant.
Zunächst war alles nach Plan verlaufen: ein paar Besuche bei Handelspartnern, anschließend noch ein kurzer Abstecher zu seiner Mutter und seiner Schwester, bevor er sich wieder um seine eigenen Geschäfte kümmern wollte.
Wahlen standen bevor, die Rennsaison war in vollem Gange, und vielleicht würde er sogar eine neue Liebe finden. Doch die Götter hatten andere Pläne mit ihm.
 
Kaum war er zu Hause angekommen, brachen ganz in der Nähe verheerende Brände aus. Noch nie hatte es die Gegend so schlimm getroffen. Ganze Wälder gingen in Flammen auf, Dörfer wurden zerstört und Menschen verloren ihr Leben. Auch sein eigener Grundbesitz wurde schwer verwüstet.
Eine seiner Mühlen fing Feuer, und die dort gelagerten Ölfässer nährten die Flammen, bis das Feuer zu einem Inferno anschwoll. Alle Bemühungen, es einzudämmen, waren vergeblich. Fast die gesamte Ernte des vergangenen Jahres wurde vernichtet.
Der Mann seiner Schwester erlitt schwere Verbrennungen und starb qualvoll. Auch unter den Sklaven und Arbeitern gab es mehrere Todesopfer. Falco selbst zog sich eine schwere Rauchvergiftung zu, die ihn lange Zeit reiseunfähig machte.
 
Falco atmete die klare, frische Luft tief ein. Noch immer spürte er gelegentlich ein Engegefühl in der Brust und den plötzlichen Drang zu husten. Doch hier draußen, bei seinen Pferden und inmitten der weiten Landschaft, fühlte er sich wohl.
Er war gespannt, wie der Winter werden würde. Nebel und Regen hatten ihn schon früher bedrückt, als seine Lunge noch gesund gewesen war. Doch in Milreu hatte er es einfach nicht länger ausgehalten. Sein Bruder Capito minor hatte alles im Griff, und auch Bambi war da, um zu helfen. Man brauchte ihn nicht.
Es wurde Zeit, sich wieder um sein eigenes Geschäft und seine Freunde zu kümmern.
Gleich morgen wollte er in die Stadt gehen und nach seinem Handelshaus sehen. Er war sich sicher, dass auch dort alles gut lief. Auf Acantus konnte er sich verlassen.

Private Räume
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]

Honoratior von Iscalis
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