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09-29-2026, 09:35 PM,
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Vater-Sohn Bonding-Experience
Victor konnte es kaum erwarten. Der Wind pfiff dem jungen Furier durch das Haar. Er wehte stark, doch nicht unangenehm, und brachte das hohe Gras der Hügel dazu, sich in Wellen zu beugen wie ein grünes Meer. Er liebte es hier. Die weite Freiheit, die nahen Wälder und weit und breit keine Stadt. Seine keltische Seite sehnte sich nach dem Grünen und dies hier war die reinste Wohltat. Und dann auch noch die vielen Pferde auf dem Landgut.
Sein Vater hatte erwähnt, dass Frowin dort sein würde. Er wusste, dass der Kelte ein bedeutender Fahrer und auch noch der Trainer der Blauen war, die sein Vater sponserte und anfeuerte. Er war sogar schon in großen Städten angetreten! Auf dem Landgut wohnte er eigentlich nicht, doch hin und wieder führte er wohl einige seiner vielversprechenden Jungtalente her, um die furischen Pferde kennenzulernen und mit ihnen zu üben. Diesmal folgte er wohl einer Einladung seines Vaters.
Doch so sehr er den lustigen Rothaarigen mochte, so freute sich Victor vor allem darauf, hier Zeit mit seinem Vater verbringen zu dürfen. Er hatte sich an den Worten seiner Mutter ein Beispiel genommen und viel gelernt und auch Sport getrieben, um seinem Vater Freude zu machen. Dass Carus nicht dabei war, war zwar etwas schade, gleichzeitig freute es Victor aber auch, mal der Einzige zu sein.
"Schau, gleich sind wir da!", rief er und deutete auf das Dach des Landguts, das hinter dem Hügel hervorlugte.
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Vor 9 Stunden,
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Furius Saturninus spürte die Kraft des britannischen Windes, doch seine Haltung blieb aufrecht. Unter ihm schnaubte Mandan unruhig. Der mächtige Hengst, eine seltene Kreuzung aus robusten hiesigen Stuten und einem feurigen persischen Urvater, machte seinem Namen alle Ehre: Der ewig Unverträgliche. Nur Saturninus' erfahrene, feste Hand am Zügel hielt das Tier im Zaum.
Saturninus spürte, wie die vier ledernen Hörnchen seines Sattels seine Hüften und Schenkel fest umschlossen. Mit einer minimalen, harten Bewegung seiner linken Hand straffte er die Zügel. Das schwere eiserne Kandarengebiss drückte im Maul des Hengstes gegen die Laden. Mandan warf den Kopf hoch, das bronzene Geschirr an seiner Brust klimperte leise, doch der Druck des Metalls zwangen dem Unverträglichen augenblicklich den Willen seines Herren auf.
Ein paar Schritte hinter ihm ritt Victor. Saturninus wartete, bis Victor aufgeschlossen hatte. Die Pferde standen Kopf an Kopf. Während er seinen Sohn beobachtete, entgingen dem Furius die feinen Veränderungen nicht. In der Villa wirkte der Junge oft mürrisch und linkisch, wie eingezwängt in eine Welt, die nicht die seine war. Doch hier, im Sattel, war Victor sichtlich glücklich, den engen Mauern entronnen zu sein. Er schien vollkommen in seinem Element.
"Schau, gleich sind wir da!", rief er und deutete auf das Dach des Landguts, das hinter dem Hügel hervorlugte.
Beim Anblick des Jungen erwachte eine fast zärtliche Regung in Saturninus' Brust. Er freute sich insgeheim an Victors Anmut und dessen unverfälschter Begeisterung. Der Junge sah ihm bemerkenswert ähnlich – die gleichen Gesichtszüge, die gleiche Statur, die er selbst als Halbwüchsiger gehabt hatte. Nur das dunkle Haar wies einen deutlichen, roten Schimmer auf, den er von seiner Mutter geerbt hatte.
Gedanken an die gute Deirdre stiegen in Saturninus auf. Er hatte Victors Mutter immer aufrichtig gern gehabt.
Deirdre war ein wenig wie Britannia, schön, geheimnisvoll und sehr keltisch- überschwänglich, gewesen; die Erinnerung zauberte stets ein Lächeln auf Saturninus Gesicht. Nur Victor sollte nicht so sein wie Deirdre, sondern römisch.
Saturninus blickte über die grünen Hügel des furischen Landgutes, bevor er das Wort an seinen Sohn richtete. Er sprach bewusst noch nicht über Gefühle, die zwischen ihnen standen. Stattdessen kleidete er seine Zärtlichkeit in ein fast nüchternes Lob:
"Du sitzt fest im Sattel, Victor. Die Britannier haben ein Gespür für diese Tiere, und es scheint, als hättest du dieses Blut in dir. Es ist mir eine Freude, dir beim Reiten zuzusehen“
Eine feine, ihm fast selbst fremde Sentimentalität schwang in seiner Stimme mit, als er anfügte:
"Wie geht es eigentlich deiner Mutter? Und deinen jüngeren Geschwistern? Du hast sie kürzlich besucht, nicht wahr? Es müssten mittlerweile ganz schön viele Geschwister sein: Gibt es nicht ein fuchshaariges Zwillingspaar und dazu noch weitere Kinder von ihrem Mann Licinianus?“
Sich nach Deirdre zu erkundigen, war unverfängliches Gelände. Saturninus war überhaupt nicht gut mit Kindern. Seine eigenen, legitimen Kinder wurden von seiner Frau und extra dafür erworbenen Sklaven erzogen, so wie er selbst einst auch nur die Strenge griechischer Erzieher kennengelernt hatte. Er, Furius Saturninus, prüfte nur die Lernfortschritte (Carus) oder verhängte die Strafen (Saturnina). Am nachsichtigsten war er noch mit den Sklavenkindern; es war einfach, den kleinern Sklaven seines Hauses eine Freude zu machen. Aber mit Victor, da fühlte sich Saturninus oft überfragt, als verlange man immerzu etwas von ihm, von dem er keine Ahnung hatte.
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Vor 8 Stunden,
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Victor kam mit seinem Tier ausgezeichnet zurecht. Ein gutmütiges Pferd, genau richtig für einen Jungen in seinem Alter. Voller Bewunderung beobachtete er, wie sein Vater den Hengst im Griff hatte und fragte sich insgeheim, ob er dazu schon imstande wäre. So recht traute er sich da noch nicht. Doch versuchen wollte er es irgendwann noch.
Natürlich freute es ihn, als sein Vater ihn für seine Reitkünste lobte. Das Lächeln des Jungen wurde breiter.
"Ich hab auch fleißig geübt!", verkündete er stolz, obwohl er sonst immer bestritt, sich bei etwas Mühe gegeben zu haben. Doch seine Mutter hatte einige Dinge in die rechte Perspektive gerückt und so wollte er seinem Vater gern eine Freude machen. "Und es war schön bei Mutter und ihrer Familie. Ich muss der Junge mit den meisten Brüdern auf der ganzen Welt sein." Während er das sagte, lachte er. Es war gesellig im Haus seiner Mutter und ihres Mannes, und das mochte er.
"Ihnen allen geht es gut. Und Mutter sagt, ich soll dir ein guter Sohn sein und immer recht viel lernen." Er vermisste sie jetzt schon. Doch leider waren seine Eltern nicht verheiratet. Wieder so ein römisches Ding. Doch sie hatte schon recht. Sein Vater hatte ihr vieles geschenkt. Und ihm natürlich auch. Das war schon gut so.
Gemeinsam hielten sie auf den Hof zu, wo ihnen bereits ein bekannter feuerroter Haarschopf entgegenleuchtete.
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Vor 8 Stunden,
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Furianus Frowin
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Beiträge: 280
Themen: 3
Registriert seit: Oct 2022
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RE: Vater-Sohn Bonding-Experience
Furianus Frowin hatte soeben die letzten Arbeiten beendet. Wann immer er hier war, kümmerte er sich selbst um die Ausbesserung von Zäunen oder dem Dach. Dabei zur Hand gingen ihm die Jungs, die er dann und wann mit sich brachte, damit sie sich mit den preisgekrönten Tieren der Furier vertraut machen konnten. So auch dieses Mal. Heute begleitete ihn lediglich ein sehr hoffnungsvoller Kandidat. Perikles war Grieche und genauso alt wie er es damals gewesen war. Frowin war überaus froh, den Jungen erstanden zu haben, denn auf den Pferden bewegte er sich wie der Zephyr persönlich.
Noch ein weiterer Junge stromerte hier herum, der jedoch nicht zum Rennstall gehörte - noch nicht. Sein Sohn Conor war nämlich ebenso ein kleiner Wildfang auf dem Pferd und hatte reiten noch vor dem Laufen gelernt. Diesen trug er auf seinen Schultern, als er die Tiere mit ihren Reitern näherkommen sah und kam ihnen langsam entgegen.
"Heda! Willkommen!", rief er den beiden Herren zu. Furius Saturninus, seinem ehemaligen Dominus und dessen halb keltischer Sohn Victor, den er noch als Baby gekannt hatte. Frowin selbst war inzwischen selbst das Bild eines Kerls geworden. Größer und breiter, und das auf gute Weise, dachte er immerzu zufrieden.
Nun wo er Saturninus ankommen sah, freute er sich, dass sie sämtliche Ausbesserungen vollendet und die Zimmer vorbereitet hatten, sodass es keine Beschwerden geben würde.
"Furius Saturninus, es freut mich, dich wiederzusehen! Und Victor, du bist ja groß geworden! Darf ich vorstellen? Dieser kleine Wirbelwind ist Conor."
Er hob den Jungen mit beiden Händen von seinen Schultern und auch dieser stellte sich breit lächelnd vor. Furchtlos, wie sein Vater und so überhaupt nicht schüchtern.
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