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04-11-2026, 06:07 PM,
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Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
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[Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
| Die Halle, in der der der Hausherr residiert. Dieser Teil des Anwesens ist nach römischer Weise aus Stein gebaut, andere Gebäude jedoch aus Holz |
Bildnachweis: erstellt mit perchange AI Generator
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04-11-2026, 06:58 PM,
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Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
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Obwohl es noch heller Tag war, brannte ein Feuer in der Mitte des Raumes.
Meonre, die im Ruf einer Formorihexe stand, die sich aber hatte seit Lady Gerwinas Ankunft nichts zu Schulden kommen lassen, legte mit ihren gelblichen Händen den schweren Mantel mit den komplizierten Webmustern um Eisus Schultern und steckte gekonnt die Fibel über der Schulter fest, obwohl der Dobunnerfürst fast zwei Köpfe größer war als die Dienerin. . Eisu Ap Comux Hals wurde bereits von einem goldenen Wendelring, dessen offene Enden in stilisierten Pferdeköpfen endeten, geziert und sein Haar von einem schmalen Reif zurückgehalten. Sein Oberkörper unter dem Mantel war nackt, und seine Tätowierungen schienen ein Eigenleben zu führen und sich zu bewegen, wenn der Feuerschein auf sie fiel.
Am Kopfende der beiden großen Tafeln, die sich mittlerweile vor Schüsseln und Teller mit Köstlichkeiten fast bogen, standen die beiden erhöhten Sessel der Herren des Comuxhofes. Ein dritter Sessel war herbeigeschafft und zu Rechten von Eisus Sitz aufgestellt worden. Das Tongeschirr aus dem fernen Griechenland, das mit Gold geflickt worden war (was Lady Gerwina damals sehr amüsiert hatte) war den hochrangigen Gästen vorbehalten.
Die Comuxleute fanden sich allmählich ein. Sie trugen ihre besten Gewänder. Für viele war der hohe Überraschungsbesuch eine willkommene Abwechslung, sie wunderten sich nur, dass der Prinz sich nicht drei Tage zuvor angekündigt hatte, wie es Brauch war.
Meonre beugte sich vor: "Es gäbe Mittel", summte sie. Aber Comux winkte ab: "Nein, Meonre, keine deiner Schlichen. Heute nicht. Prinz Inam ist der Sohn von König Catti und dazu noch mein Cousin. Wir sind ein Blut" Er fasste die Frau näher ins Auge:
"Eine falsche Geste von dir, Meonre, und du wirst für immer in den Norden verbannt", flüsterte er nachdrücklich.
Meonre verneigte sich geschmeidig: "Nein, nein, auf keinen Fall", antwortete sie: "Ich will hier bleiben, bei dir und der guten Lady"
"Dann benimm dich entsprechend"
Nessi hat ihre Unarten abgelegt, doch was mit Meonre geschehen soll, das muss ich mit Gerwina noch bereden, dachte Eisu. Er hatte die beiden Sklavinnen aus dem Alten Volk von seinem Vater übernommen. Sie waren nützlich und lästig zugleich. Meonre jedoch mit ihren dunklen Künsten war vielleicht nicht nur lästig.
"Ich schwöre es beim tödlichen Auge von Balor. Ich werde das Bad der Gäste überwachen und dafür sorgen, dass es ihnen an nichts fehlt und dass sie gut entspannen", kicherte die Dienerin.
Geschickt schlängelte sich Meonre durch die Menge und war verschwunden.
Nach dem langen Ritt hatte die Dobunni- Kriegerschar die Möglichkeiten zum Bad (auch wenn es eine Therme nach römischem Vorbild war) und das Anlegen frischer Kleidung nur zu gerne wahrgenommen. Das gab den Dienern und Dienerinnen auf dem Comuxhof genügend Zeit, Festmahl und Räume herzurichten.
Meister Cuno hatte begonnen, seine Harfe zu spielen. Er spielte weder heitere noch traurige Weisen, sondern Musik, die das Herz besänftigte und eine gelöste Stimmung schaffte.
So war die Stimmung auch eher heiter und aufgeregt, nicht bedrückt, als Eisu auf seine Gemahlin und seine Gäste wartete. ...
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04-13-2026, 01:56 PM,
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Gabinia Clara
genannt Gerwina
   
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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
(04-11-2026, 06:21 PM)Eisu Ap Comux schrieb: Dann beugte Eisu sich vor und gab Clara einen Kuss auf die Wange: "Wir sehen uns in der Halle, meine teure Gemahlin"
Im diesem Moment waren sie beide ganz und gar die Herren des Comuxhofes.
Es dauerte eine Weile, bis Gerwina mit ihrer Kleidung und Frisur zufrieden war. Für diesen Empfang wurde sie von ihrer Dienerin Grunja mit großer Sorgfalt und Hingabe vorbereitet. Gabinia entschied sich, eine römische Aufmachung zu wählen, um bei dem Prinzen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Über einer weißen Tunika trug sie eine Stola aus dunkelgrüner, fließender Seide, mit feinen Goldfäden durchzogen, die in kunstvollen Mustern gestickt waren. Das festliche Gewand wurde auf den Schultern mit zwei kostbaren Spangen befestigt und mit einem Gürtel unter Gerwinas Brust fixiert, der feine Stoff fiel stufenweise zu Boden, wobei der ihren leicht gewölbten Bauch verdeckte. Grunja frisierte Gerwinas langen Haare zu einer kunstvollen Hochsteckfrisur, die dann mit einem Diadem geschmückt wurde. Am Hals trug sie einen Anhänger mit einem Smaragd, der ihre Augen erstrahlen ließ.
Und so betrat die Herrin des Hauses in dieser Aufmachung die Halle, wo bereits mehrere Comux-Leute in ihrer festlichen Kleidung Platz nahmen, und sie nickte ihnen fröhlich zu. In der Mitte des Raumes brannte ein Feuer und Meister Cuno spielte liebliche Musik. Gerwina erblickte ihren geliebten Ehemann, der in einem Mantel mit keltischen Mustern und mit einer Fibel über seiner Schulter befestigt war, bereits auf sie und die Gäste wartete. Er sah atemberaubend attraktiv aus mit seinem goldenen Schmuck und seinen magischen Tätowierungen an dem nackten Oberkörper. Gabinia ging auf ihn zu, dabei klimperten melodisch mehrere Armreifen an ihren Handgelenken, die im Licht des Feuers funkelten. In einer Hand trug sie ihren Fächer und in der anderen den goldenen Löffel, ein Geschenk ihres Fürsten.
"Mein Gemahl, die Tafel sieht sehr appetitlich aus, ich habe einen großen Hunger." Sie lächelte Eisu Ap Comux geheimnisvoll an und berührte dabei leicht ihren versteckten Bauch....
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
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04-23-2026, 02:00 PM,
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Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
Eisus Frau sah mit ihrem Schmuck und der Hochsteckfrisur noch größer und edler aus als sonst, wie eine Königin aus einer Legende. Als sie eintrat, richteten sich alle Blicke auf sie .Einen Moment herrschte ehrfurchtsvolles Schweigen, dann aber lächelten ihr die meisten Frauen zu. Lady Gerwina war sehr beliebt. Eisu wusste, dass Clara unter ihrem Herzen ihr erstes gemeinsames Kind trug, und das machte sie in seinen Augen noch lieblicher. Die Mütter waren der Göttin Brigid heilig.
Der Smaragd reflektierte Claras Meeresaugen. Eisu nahm ihre Hand:
"Tausendmal willkommen, mha run", flüsterte er, dann sah er zum Tor.
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04-23-2026, 03:24 PM,
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Dobunni
NSC

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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
Der Comuxhof war reich; seine Bewohner lebten in Wohlstand. Sie waren nie im Krieg mit Rom gewesen, und seitdem Rom die Herrschaft übernommen hatte, auch nicht mehr mit den Nachbarn. Inam bemerkte, dass selbst Knechte ordentlicher gekleidet und besser genährt waren als er.
Und dann die Herrschaften: Eisu, sein Cousin, Sohn des Comux und seine Lady, die Römerin Gabinia Clara. Er hatte etwas Römisches erwartet, aber obwohl die Frau an Eisus Seite Tunika und Stola, die Kleidung der ehrbaren Matrona trug, war sie es auch wieder nicht. Von den Augen und dem Haar her hätte sie eine Keltin sein können. Sie hatte Meeresaugen. Und verflixt, dachte Inam, mein Cousin, der alte Schwerenöter, hat sich die schönste Frau geangelt, die ich seit langem gesehen habe.
Er konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.
"Danke, dass du mich empfängst, Cousin!", dröhnte er: "Das ist in diesen Tagen nicht mehr selbstverständlich. Viele ziehen es vor, mich gar nicht mehr zu kennen"
Er ging nach vorne, bis er bei den Comuxherren war und streckte die Arme aus, um Eisus Unterarm zu umfassen:
"Mein lieber Eisu, du siehst prächtig aus. Es tut mir Leid, dass ich deiner Hochzeit nicht beiwohnen konnte. Aber mein Vater lag im Sterben. Um so mehr freue ich mich, deine Lady jetzt kennen zu lernen"
Er hatte bisher Britonisch gesprochen, wechselte jedoch ins Lateinische, weil er nicht wusste, wie weit die Römerin der hiesigen Sprache mächtig war. Normalerweise lernten Römer keine Fremdsprachen, wenn alle genauso gut Latein lernen konnten.
"Bitte stelle mich vor, lieber Cousin"
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Volk der Dobunni
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04-25-2026, 01:21 PM,
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Gabinia Clara
genannt Gerwina
   
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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
(04-23-2026, 02:00 PM)Eisu Ap Comux schrieb: Eisu nahm ihre Hand:
"Tausendmal willkommen, mha run", flüsterte er, dann sah er zum Tor.
Während Gerwina den reich gedeckten Tisch mit großem Interesse begutachtete, nahm Eisu ihre Hand und hieß sie "Tausendmal willkommen". Sie lächelte ihn liebevoll an und drückte fest seine Hand, "Wir werden den Prinzen freundlich empfangen, mein liebster Eisu, so wie die Sitte es verlangt, aber gleichwohl müssen wir auf alles gefasst sein."
Kaum hatte sie das ausgesprochen, als Prinz Inam die große Halle betrat und auf die Eheleute zuging. Gerwina musterte den unangemeldeten Gast mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht. Der junge Prinz war schlank und eher schlicht gekleidet, doch trotz seiner schlichten Erscheinung strahlte er eine beeindruckende Stärke und Entschlossenheit aus. Er bedankte sich für den Empfang und beklagte sich, dass es heutzutage nicht ganz selbstverständlich ist. Das könnte Gerwina nun zu gut verstehen.
Der Prinz machte seinem Cousin Eisu einige nette Komplimente und bedauerte, dass er aufgrund der Krankheit seines Vaters nicht zu dessen Hochzeit erscheinen konnte. Jetzt freute er sich aber, seine Lady kennenzulernen, und richtete seinen Blick auf Gerwina, einen Tick zu lange, wie sie fand, und grinste ...
Dass er mal Britonisch, mal Latein sprach, amüsierte sie, und mit einem kleinen Lächeln wartete sie darauf, dass Eisu die beiden einander vorstellte.
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
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04-27-2026, 02:42 PM,
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Eisu Ap Comux
"Tib. Claudius Dobunnus Minor"
  
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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
Das Inams Blick aber eine Spur zu lange auf Gabinia Claras Gesicht und Gestalt verweilte, entging Eisu nicht. Daher wählte er eine formelle Vorstellung.
"Inam Ap Catti, ich stelle Dir meine Lady vor. Sie ist eine römische Bürgerin aus dem Geschlecht der Gabinier und heißt Clara. Sie ist Lady Gerwina von den Chatten, aus der Sippe der Hüter der Heiligen Pferde, Sonnmars Tochter und Gerlindas, der Frau, die im Rat des Stammes sprechen darf, Tochter", sprach er fest und ergriff Claras Hand.
Bei den Kelten war die Ahnenreihe sehr wichtig, und Eisu kannte die Familiengeschichte seiner Ehefrau. Sie war eine römische Dame und eine edle Germanin, und keine Dienerin oder Sklavin, die man in sein Bett befehlen konnte. Nicht einmal ein Prinz hatte das Recht dazu. Nach der neuen Sitte, die die Römer mitgenbracht hatten, musste Inam nun die Gattin und Hausherrin respektieren.
Nach den alten Sitten war Clara aber frei darin, über sich selbst zu verfügen. Eisus Augen verdunkelten sich. Er hätte nicht geglaubt, dass er eifersüchtig sein konnte, aber das war er. Er merkte, dass ihm die neue Sitte, die die Treue beinhaltete, entschieden besser gefiel. Ich bin schon ein Römer, dachte er. Er wollte nicht teilen. Er wollte Lady Gerwina für sich, und er hatte auch ihr gelobt, niemals eine zweite Frau zu nehmen:
"Meine Lady, ich präsentiere dir Prinz Inam Ap Catti, ältester Sohn unseres Königs Catti, der leider im letzten Jahr verstorben ist. Wir sind Verwandte, unsere Großmütter waren nämlich Schwestern, und wie du weißt, ist mein Vater der Wagenlenker des Königs gewesen, wandte sich Eisu an Clara.
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04-27-2026, 03:07 PM,
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Dobunni
NSC

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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
Prinz Inam war nicht entgangen, dass Eisus Vorstellung seiner Person eher frostig ausgefallen war. Der Comuxsohn hatte eher ihren gleichen Rang betont als ihre Freundschsft. Imam selbst ließ sich von der Aufzählung von Lady Gerwinas Ahnen durch Eisu zwar beeindrucken, aber nicht einschüchtern.
Er lächelte, wobei er all seine prachtweißen Zähne zeigte:
"Oh, eine Germanin also. Das erklärt vieles. Man sagt, Germanen und Kelten sind Vettern gewesen in alter Zeit. Wir verehren telweise noch die gleichen Götter. Ich schätze sie als tapfere Krieger. Es freut mich sehr, Lady Gerwina. Der Ruf deiner Lieblichkeit eilte dir voraus und hat nicht gelogen. Ich gestehe, dass ich sehr neugierig war, wen Eisu da gefunden hat"
er streckte Clara seine Rechte entgegen:
"Seine vorige Braut ist ihm nämlich davon gelaufen", sagte er in scherzendem Tonfall und wieder auf Britonisch. Es war ein etwas derber Scherz.
Eisu war mit einer jungen Frau namens Damona seit Kindertagen verlobt gewesen. Er hatte sich die Braut nicht ausgesucht, nahm aber seine Pflichten ihr gegenüber ernst. Sie liebte einen anderen, und als Eisu davon erfuhr, gab er die Frau sofort frei. Es war keine schöne Erinnerung für Eisu, obwohl Clara die Geschichte kannte.
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Volk der Dobunni
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Gabinia Clara
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RE: [Frühling 834] Große Halle - Prinz Inam von den Dobunni
Eisu Ap Comux stellte seine Lady dem Prinzen vor und begann dabei, ihre Ahnen aufzuzählen. Er sprach mit stolzer Stimme von ihren germanischen Vorfahren und über ihre Mutter Gerlinda, die im Rat des Stammes sprechen durfte. Gerwina stand neben ihrem Fürsten, der ihre Hand hielt, mit erhobenem Haupt und leuchtenden Augen. Besonders stolz war sie auf ihre Mutter, die Kriegerin, die in ihrer Jugend Wotans Schildmaid gewesen war.
Der Prinz begrüßte Gerwina mit blumigen Worten und Komplimenten und streckte ihr seine Rechte entgegen. Für einen Moment war sie verwirrt: Sollte sie ihm wirklich ihre Hand reichen, was gegen jede Etikette verstieß, oder war dies nur eine höfliche Geste, die bei den Kelten womöglich üblich war? Gabinia hatte aber keine Zeit zum Nachdenken und sie wollte den jungen Prinzen nicht kränken oder ablehnen. Sie neigte höflich den Kopf und mit einem charmanten Lächeln, das ihre schönen Zähne zeigte, tippte sie leicht mit ihrem Fächer an seine Hand.
Dann wandte Eisu sich seiner Frau zu und stellte ihr den Prinzen formell vor. Gerwina bemerkte, wie sich sein Blick verdunkelte. Etwas beunruhigte ihren Gemahl, doch sie würde ihn später danach fragen. Jetzt widmete sie sich aber ihrem Gast.
"Edler Prinz Inam Ap Catti, es ist mir eine Freude, dich kennenzulernen. Ich habe viel über dich gehört." Dabei räusperte sich Gerwina kurz und fuhr mit ihrer sanften Stimme fort: "Lass mich dir mein Beileid wegen des Verlustes deines Vaters aussprechen, ich hätte ihn auch gerne kennengelernt." Im Raum wurde es für einen Moment still, man hörte nur das Knistern des Feuers aus der Mitte der Halle.
Inzwischen machte der Prinz, sichtlich gut gelaunt, einen Scherz auf Britonisch darüber, dass die frühere Verlobte ihres Fürsten Eisu ihm davongelaufen war, was ohnehin bekannt war, und niemand im Raum lachte darüber.
Gerwina empfand dies als äußerst unverschämt und respektlos dem Herrn des Hauses gegenüber. Ihr Blick wanderte entgeistert zu Inam, während sie ihren Fächer öffnete, um sich etwas Abkühlung zu verschaffen. Um die peinliche Situation zu entschärfen, holte sie dann ihren goldenen Löffel aus ihrer Börse und fragte ihren Gemahl auf Britonisch:
"Wollen wir uns alle zu Tisch setzen, mein Fürst?"
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [ Sonnmar] (NSC)
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