>>>Saturninus trat ein, ohne anzuklopfen, nachdem Nefertem ihm Bescheid gesagt hatte, dass seine unbotmäßige Tochter einen Medicus hatte rufen lassen. Er trug nur eine leichte Tunika, allerdings aus feinster weicher Wolle mit dem Purpurstreifen, die den Patrizier auszeichnete, hielt sich gerade und hätte gut ausgesehen, hätte nicht eine Zornesfalte seine Nasenwurzel geziert.
Sein Blick heftete sich zuerst einmal auf Furia Saturnina, die nahe - für Saturninus viel zu nahe - neben dem Fremden stand und zu dem hochblinzelte. Der Fremde musste der Medicus sein. Er sah ..
.jung aus, intelligent, nicht griechisch, sondern eher keltisch oder germanisch. Seine Stimme hatte sachlich geklungen. Er schien der Tochter des Hauses nicht nahetreten zu wollen. Dennoch gab es nur eine Handbewegung von Saturninus:
"Saturnina, geh weg dort! Was fällt dir ein, ohne meine Anweisung, irgendwelche Fremden in unsere Villa zu holen? Ich werde dich daran erinnern müssen, wie sich eine junge unverheiratete Patrizierin zu benehmen hat"
Serena hatte Recht gehabt, was Furia Saturnina anging, hatte immer Recht gehabt. Sie hatte das Mädchen möglichst früh verheiraten wollen....
Carus hörte den Vater poltern, lief rot an und schaute zu Boden. Hatte er etwas falsch gemacht? Er oder
Nina? Wahrscheinlich eher er, denn er machte viel falsch, viel mehr als die Schwester. Die ließ es ihn auch spüren. Er war nicht so gut wie die anderen Jungen, das wusste er mittlerweile. Nur Victor war nett zu ihm; dann lachte Carus unbeschwert....
Saturninus verschränkte die Arme. Seine schwarzen Augen funkelten:
"Und mit wem habe ich das unerwartete Vergnügen?", fragte er Ronan direkt und ignorierte seine Tochter.