Furiana Saturnilla / Mebh
Furiana Tiberiella / Aislinn
Furianus Saturninus / Chonchobhair
Endlich ertönte das langersehnte Klopfgeräusch. Alle drei Kinder hatten gespannt darauf gewartet. Der kleine Chonchobhair hatte immer wieder seine beiden älteren Schwestern gefragt, wann Papa endlich komme. Die beiden Mädchen hatten ihn stets vertrösten müssen, obwohl sie selbst sehnsüchtig auf ihren Vater warteten.
Nachdem ich von der Arbeit nach Hause gekommen war, hatte ich mich etwas zurückgezogen. Ich genoss den Luxus, den meine Wohnung bot, und bereitete mir ein Bad. Entspannt lag ich in der Wanne und ließ meine Gedanken schweifen. Zu dem, was gewesen war, und zu dem, was noch kommen würde. Ebenso wie die Kinder freute ich mich auf die Besuche meines
mo rúnsearc, meines heimlichen Geliebten. So nannte ich ihn immer noch, denn auch wenn inzwischen viele Jahre vergangen waren, verband uns nach wie vor das Band der Liebe.
Das aufgeregte Stimmengewirr der Kinder riss mich schließlich aus meinen Gedanken. Ich lächelte unwillkürlich. Offenbar war er endlich angekommen.
Langsam stieg ich aus der Wanne, trocknete mich ab und schlüpfte in eines meiner römischen Gewänder. Während ich die Fibel an meiner Schulter befestigte und mein Haar hochsteckte, hörte ich, wie die Kinder durcheinanderredeten und lachten.
Mebh schob sich vor ihre beiden kleinen Geschwister, die ihre Freude kaum zügeln konnten.
"Ich öffne die Tür!", sagte sie entschlossen zu ihnen. Sie war die Älteste und glaubte offenbar, deshalb ein Vorrecht darauf zu haben, den Vater zuerst zu sehen. Die beiden Kleinen drängten sie jedoch ungeduldig dazu, endlich die Tür zu öffnen.
Vorsichtig öffnete Mebh die Tür einen Spalt breit. Hinter ihr drängten sich ihre beiden Geschwister und versuchten, als Erste bei ihrem Vater zu sein. Als Mebh ihn erkannte, zog sie die Tür weiter auf und ließ ihn eintreten.
"Papa! Papa ist da! Hurra, Papa ist da", rief Chonchobhair aufgeregt und streckte die kleinen Ärmchen nach ihm aus.
"Papa, Papa!", rief auch Aislinn voller Freude.
"Guten Abend, Papa!", begrüßte Mebh ihn.
Inzwischen war auch ich zur Tür getreten und wartete gespannt darauf, dass er eintrat.