RE: [Im ganzen Haus] Io Saturnalia!
Ich genoss diese Momente, die nur uns beiden gehörten während die Sklaven mit sich selbst und dem Feiern beschäftigt waren. Und vor allem an Saturnalia konnte man spaßen mit so Sachen wie, dass Saturnina eine Rednerin werden würde. Wo gab es denn so etwas! Ich musste lachen bei diesen Worten und an einem anderen Tag hätte ich wahrscheinlich nicht einmal geschmunzelt, aber es war ja verkehrte Welt. "Bisher sind ihre Bemühungen von wenig Erfolg gekrönt, weswegen ich im kommenden Jahr mehr mit ihr üben werde." Das Kind war einfach so wild und ungebremst - das genaue Gegenteil von Carus.
Ich konnte das Flackern von Enttäuschung in den Augen kurz aufblitzen sehen, ehe es Freude wich. Erleichtert atmete ich auf. "Ich wünsche mir auch sehr einen Bruder für Carus. Du hast recht, dass Wettstreit gesund ist und die Ambition fördert." Vor allem würde es mehrere Söhne motivieren, dass sie ihr Bestes geben um würdige Römer zu werden und stattliche Nachfolger für ihren Vater. "Und ich hoffe sehr, dass ich Rom noch viele starke Söhne schenken kann" setzte ich noch ein wenig leiser hinzu. Natürlich war es teuer viele Kinder ordentlich zu erziehen, aber schon Kaiser Augustus mahnte echte Römer zu Kinderreichtum an und ich wollte diese Pflicht gerne erfüllen.
Bei seinen Bedenken musste ich allerdings nur ein wenig schmunzeln. "Du musst dir keinerlei Sorgen um mich machen, liebster Gatte. Schau dir einige von den Sklavinnen oder armen Frauen an...zwei Kinder in einem Jahr bekommen sie und stehen kurz danach schon wieder schwanger auf dem Feld. Es geht mir gut und ich hatte mich nach Carus' Geburt gut ausgeruht, sei versichert." Carus war mittlerweile ja auch schon fast ein dreiviertel Jahr alt und wuchs und gedieh prächtig. In ein paar Monaten würde er krabbeln, stehen und laufen lernen und uns bald die Ohren voll plappern, so wie Saturnina es getan hatte.
Für Saturnalia hatte ich ohnehin keine großen Pläne. "Ich bleibe ohnehin in der Villa und sehe nach den Kindern. Phoebe wird mir mit Saturnina und Carus helfen und so wie ich Phaedra kenne, wird sie nichts von Carus' Seite trennen können. Ich bin also gut versorgt und werde mich schonen, versprochen!" Es war immerhin Tradition, dass ich mich an diesen Tagen selbst um sie kümmerte, wie ich es auch schon die Jahre zuvor getan hatte. "Wirst du das öffentliche Fest in der Stadt besuchen, mein Gemahl?" Ich ging davon aus, dass mein Gatte ausgehen würde um zu feiern, während ich zu Hause die Stellung hielt bei den Kindern.
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