|
06-20-2026, 04:44 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 360
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
Gartenpavillon
![[Bild: Pavillon-Foto.jpg]](https://i.ibb.co/xKRx7GBS/Pavillon-Foto.jpg) *
Während meiner Schwangerschaft bin ich viel spazieren gegangen und habe mich auf "Claras Bank" in einer gemütlichen Ecke im Garten unter einer alten, mächtigen Rotbuche, ausgeruht. Der Baum bot mit seiner dichten Krone nicht nur Schatten, sondern auch Schutz vor leichten Regenschauern. Und so kam mir die Idee, hier einen Pavillon zu errichten, als idealen Ort für unsere Familie, um die warmen Tage zu genießen.
Nun, einen Monat nach der Geburt unseres Sohnes Iliborn, konnte ich meinen Traum verwirklichen. Dafür benötigte ich unseren Baumeister Sionn, der sein handwerkliches Können bereits unter Beweis gestellt hatte, indem er sämtliche Reparaturen an unserer alten Villa Rustica Gabiniana zu unserer Zufriedenheit ausgeführt hatte.
Ich traf Sionn im Garten, führte ihn zu "Claras Bank" und erzählte ihm von meinem Vorhaben. Die Luft war erfüllt vom Duft blühender Sträucher und dem leisen Rauschen der Blätter, als ich ihm ein sorgfältig gezeichnetes Pergament reichte. "Sionn, ich möchte dich bitten, unter dieser Rotbuche diesen Pavillon zu bauen", sagte ich und sah den Meister an, der mit großem Interesse die Skizze studierte und seine Herrin dann begeistert anlächelte... "Das ist großartig, Herrin. Ich werde den Pavillon mit feinem Holz aus dem umliegenden Wald bauen und durch elegante Säulen soll er gestützt sein."
Der Bau des Pavillons wurde vom Baumeister mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail durchgeführt. Der Knecht Durs und die Kelten, die auf dem Hof arbeiteten, halfen mit einfachen Werkzeugen, mit Hämmern und Schnitzmessern, um die Balken passgenau zu bearbeiten. Und Fenia achtete darauf, dass die Leute ihre Mahlzeiten rechtzeitig bekamen.
Oft kam ich mit unseren Kindern Quiwon und Stellula, um die Bauarbeiten zu beobachten. Sie sahen voller Neugier dem Fortschritt zu und versuchten, auch zu helfen, wo sie nur konnten. Auch Onkel Gerfridu kam ab und zu vorbei und gab ein paar Ratschläge …
Nach einigen Tagen standen die Säulen fest im Boden verankert, und das Dach nahm allmählich Gestalt an. Abschließend wurden die eleganten Korbsitzmöbel und der Teppich gebracht, um dem Pavillon eine gemütliche Atmosphäre zu verleihen. Ich war begeistert von dem Ergebnis und schaute mich nach Friudel um. Der Pavillon strahlte eine angenehme Schlichtheit aus, die zugleich elegant und einladend wirkte.
Der Baumeister Sionn wurde von mir reichlich belohnt, denn sein handwerkliches Talent übertraf alle meine Vorstellungen.
*Das Bild ist mit KI erstellt
|
|
|
|
06-23-2026, 06:23 PM,
|
|
|
|
RE: Gartenpavillon
Wie fast täglich hörte ich Hammerschläge und Rufe durch das Ulmenwäldchen hallen. Irgendein Projekt hatte Fridila dort, und Gerfridu und Quiwon waren wohl eingeweiht; ich aber hatte von meinem Sohn untersagt bekommen, mich auch nur zu nähern.
"Sonst ist es doch keine Überraschung mehr", meinte er.
Es verging eine ganze Weile.
Ich hatte mit den jüngeren Kindern: Stellula, Klein Iulius und Nana im Balneum Schwimmen geübt und Niko hatte mir geholfen. Alle Kinder auf dem Gabinierhof sollten schwimmen lernen, auch die Mädchen. Zu meiner Überraschung schwamm Niko sehr gut, das war nicht selbstverständlich.
Nun hatte Briona Stellula, die wie ein kleiner Fisch zappelte, abgetrocknet und ihre Zöpfchen neu geflochten. Niko kümmerte sich um Iulius, und Nana wartete geduldig, bis sie an der Reihe war.
Quiwon holte mich ab: "Jetzt darfst du alles sehen", sagte er zufrieden und schob kurz seine Hand in meine, aber wirklich nur einen Moment lang. Er wollte groß sein, aber anhänglich war er doch.
Dann lief er mir vorneweg und rief: "Mama! Hier bringe ich den Vater!" Er führte mich bis zu der ehemaligen Lieblingsbank meiner Schwester Clara unter der mächtigen Rotbuche. Aber da stand nicht nur mehr eine einzelne, schlichte Bank, sondern ein ganzer eleganter und gemütlicher Pavillon, als wären wir in einem römischen Garten einer Villa und nicht in Britannien.
Der Pavillon bestand aus Marmorsäulen und einer Holzkonstruktion als Dach. Auf dem Boden lag ein gewebter Teppich für die Füße, und Korbmöbel und weiche Kissen luden zum Verweilen ein.
Stella lächelte mich gespannt an.
Ich war sprachlos: "Wie hast du....", fragte ich, war in einigen Schritten bei meiner Frau und drehte sie einmal um ihre Achse:
"Welch ein schöner Ort, liebste Fridila!"
|
|
|
|
07-04-2026, 01:57 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 360
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Gartenpavillon
Während Sonnwin sich um seine Pferde kümmerte und den Kindern im Balneum schwimmen beigebracht hatte, hat unser Baumeister Sionn mit seinen Helfern den Pavillon fertiggestellt. Umso größer war Friudels Überraschung, als er kam und sah...
Quiwon, der seinen Papa zum Pavillon begleitete, rief mir begeistert zu, dass er mir seinen Vater brachte, und lief gleich wieder weg. Die Kinder hatten nach dem Baden den Pavillon bereits erobert. Sie rannten wild durcheinander, lachten laut und warfen sich gegenseitig die Kissen zu.
Mein Friudel, der vor lauter Aufregung kaum sprechen konnte, kam auf mich zu und drehte mich mal um meine Achse. Ich lachte vergnügt und küsste ihn auf die Wange, als er mich wieder auf den Boden stellte.
"Ach, mein Liebster, solange ich nach der Geburt im Bett lag, hatte ich diese Idee mit dem Pavillon. Der Sommer in diesem Jahr ist sehr warm und ich wollte einen besonderen Ort schaffen, an dem wir unbeschwerte Stunden im Garten verbringen konnten, und wir wollten unser Projekt geheim halten, um dich zu überraschen!" Ich blickte zum Pavillon, wo inzwischen eine ausgelassene Kissenschlacht entbrannte und dann schaute ich meinen Friudel an: "Sionn, unser Baumeister, ist ja bekannt für seine handwerklichen Fähigkeiten und hat dieses Gartenhaus mit großer Hingabe und Präzision errichtet. Woher er die Säulen hatte, weiß ich nicht, bin aber sehr mit seiner Arbeit zufrieden." Ich schmunzelte und da fiel mir noch etwas ein: "Rango hat erzählt, dass ein Fohlen geboren wurde, ist das wahr?"
|
|
|
|
07-12-2026, 03:44 PM,
|
|
|
|
RE: Gartenpavillon
"Das Fohlen ist ein Mädchen, und es hat eine weiße Stirnblesse in Form eines Sternchen. Durs ist gerade bei ihr und Eleyne. Ich würde ich sie gerne nach hiesiger Sprache Sterenna nennen, falls dir nicht ein schönerer Namen einfällt, Fridila". sagte ich. Sterenna bedeutete auf Britonisch Sternchen.
"Bei so tüchtigen Eltern" - damit meinte ich Marix und Eleyne - "...wird das Fohlen auch eine tüchtige Stute werden. Stellula ist ganz begeistert, weil sie ja auch ein Sternchen ist. Sie will unbedingt, dass das neue Pferdchen ihr und Iulius gehört. Ja,auch Iulius. Unser Töchterchen ist ihrem kleinen Spielkameraden gegenüber sehr großzügig"
Das war bei Pferden zumindest so, dass sie bei guten Eltern auch wohl gerieten. Bei Menschen war das nicht immer der Fall. Doch auch unsere Kinder waren gut geraten: Sie waren brav und kümmerten sich um andere.
"Sionn hat wirklich gute Arbeit geleistet", lobte ich den furischen Baumeister und musste schmunzeln, als Stella mir gestand, dass sie nicht wisse, woher er die Säulen für den Pavillon genommen hatte:
"Ich hoffe sehr, dass er sie nicht bei Saturninus ... ähm...entwendet hat", neckte ich meine Fridila:
"Dein Cousin wird auftauchen und sie wutschnaubend zurück verlangen!", ich saß nun unter dem Dach, hatte meinen Arm um mene Frau gelegt und schaute nach oben. Es war ein ruhiger, harmonischer Ort:
"Wir sollten ein kleines Einweihungspicknick geben", sagte ich versonnen: "Nichts Großartiges, ein hübsches Gartenfest. Wir hatten schon länger keine Festlichkeiten mehr, und Irma beklagt sich schon, dass sie nur alltägliche Speisen kochen darf. Was meinst du dazu?"
Im Geiste ging ich bereits eine Gästeliste durch:
"Deine Verwandtschaft sollten wir einladen. Und Gadrianus und Senia vom Furierhof, die haben wir lange nicht mehr gesehen, mit ihrer Jungenschar", und ich dachte selbstverständlich an meinen Oheim:
"Es wäre zu schön, wenn deine Freundin Viola kommen könnte, doch sie ist gewiss wieder in Rom, nicht wahr, und die Reise ist zu weit. Aber es wäre für einen gewissen Onkel eine solche Überraschung"
Gerfridu würde vor unverhofftem Glück aus allen Wolken fallen, das wusste ich. Dennoch war ich mir noch unsicher, ob ich diese unstandesgemäße Liebe fördern oder lieber langsam versickern lassen sollte. Gerfridu und die patrizische Sergia waren beide gute Menschen, klar und rein in ihren Absichten, aber es lag eine große Verwantwortung darin, falls die Frau mit ihrer Gens brechen müsste, um ihrer Liebe zu folgen. In diesem Fall freilich würde sie zu Gerfridus Sippe gehören, und selbst meine Mutter, Gerlinda, würde sie mit dem Ger in der Hand gegen jeden Römer verteidigen, der auch nur ein beleidigendes Wort äußern würde.
Ich küsste Stellas Haar und fuhr fort: "Da wir als die Hausherren Rango und Niko verheiraten, könnten wir auch gleich an diesem Tag eine kleine Zeremonie für die Beiden abhalten. Oder besser zu einer anderen Gelegenheit. Was denkst du darüber, liebste Fridila?"
|
|
|
|
07-14-2026, 03:20 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 360
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Gartenpavillon
Inzwischen kam Sylvana vorbei und beendete die Kissenschlacht. Die Kinder hatten alle Kissen auf ihre Plätze zurückgelegt und folgten Sylvana in die Küche, um ihre Mahlzeiten einzunehmen und sich danach im Haus auszuruhen.
Nachdem die Kinder den Garten verlassen hatten, herrschte auf einmal eine angenehme Ruhe. Die Sonne strahlte am wolkenlosen Himmel, während eine sanfte Brise die warme Luft erfrischte. Der Pavillon wirkte elegant und einladend, wir gingen hinein und ließen uns auf einer Kline nieder. Sonnwin legte seinen Arm um mich und ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter. Mein Gatte erzählte mir von einem Fohlen, einem weiblichen Tier mit einem weißen Stern auf der Stirn, das er "Sterenna"nannte, also noch ein Sternchen.
"Das ist ja wunderbar, mein Herz, der Name passt gut zu uns beiden Sternchen, jetzt werden wir drei!" Ich lachte vergnügt und gab ihm einen Kuss. Mein Friudel betrieb die Pferdezucht und musste die jungen Tiere eigentlich verkaufen, denn es war wichtig, den Betrieb aufrechtzuerhalten. "Am besten verkaufst du mir dieses Fohlen und ich werde es Stellula schenken. Und so bleibt alles in der Familie! Was sagst du dazu, meine Sonne?"
Mein Gemahl lobte unseren Baumeister und äußerte die Hoffnung, dass er die Säulen nicht bei meinem Cousin und unserem Nachbarn entwendet hatte, denn dieser könnte erscheinen, um sie zurückzufordern. Diese Bemerkung machte Sonnwin natürlich im Spaß, woraufhin ich ihn sanft in die Seite kniff und schmunzelte ...
Dann hat er den Vorschlag gemacht, ein Einweihungspicknick zu organisieren, da wir schon lange kein Fest mehr hatten. Es könnte ein schönes Gartenfest mit festlichem Essen werden.
"Das würde mir auch sehr gefallen und ich freue mich schon darauf, mein Liebster, ich habe bereits meine Nichte Saturnina, die kleine Tochter von Tiberius, eingeladen, und die Gadrianus mit Senia samt Kindern sind uns auch willkommen!" Ich dachte kurz nach und fügte hinzu: "Aber Viola wird wohl nicht so schnell kommen, ich hoffe allerdings, dass sie uns später besucht. Frage doch deinen Onkel, was sie ihm geschrieben hatte...".
Friudel küsste mein Haar und sagte, dass wir dann gleich für Rango und Niko an dem Tag eine Zeremonie veranstalten könnten, und fragte, was ich dazu meinte.
"Ja, das können wir während des Gartenfestes machen. Ich werde Fenia bitten, mit den beiden nach Iscalis zu fahren, und ihr etwas Geld geben, damit Rango und Niko sich neue Kleider kaufen und was sie so alles für ihre Hochzeit brauchen." Dann küsste ich meinen geliebten Mann und strich sanft über seine goldenen Haare.
|
|
|
|
07-22-2026, 08:56 PM,
|
|
|
|
RE: Gartenpavillon
"Du bist sehr gütig, weißt du das, meine Fridila", sagte ich und küsste die Hand meiner Frau, als sie davon sprach, den beiden jungen Unfreien neue Kleider für ihre "Hochzeitszeremonie"zu schenken:
"Die beste Herrin, optima domina"
Träge summten Bienen aus unseren Bienenstöcken und suchten den würzigen Klee. Es war warm, jedoch ein linder Luftzug bewegte die Blätter der Bäume.
"Und für Stellula jetzt schon ein eigenes Fohlen? Ist sie dafür nicht ein bisschen klein?"fuhr ich fort. Ich bangte um mein Töchterchen, obgleich sie sehr geschickt und im Schwimmen die Beste aller kleinen Kinder war. Aber es war wohl so, dass man sich um Töchter mehr sorgte als um Söhne. Stellula war so zart und lieblich wie ihre Frau Mama:
"Mit wie vielen Jahren hast du mit dem Reiten angefangen, liebste Fridila?"
Ich genoss das Liegen auf der Kline, ich wurde ganz träge. Leise sprach ich weiter:
"Eigentlich müssen wir die ganze Familie Furia einladen, so gehört sich das, auch wenn dein Cousin vermutlich absagt.
Schade, dass Viola nicht kommen kann. Schön wäre es auch, Clara und Eisu einmal wiederzusehen. Wir haben länger nichts von ihnen gehört"
Ich machte mir keine wirklichen Sorgen; schlechte Nachrichten verbreiteten sich für gewöhnlich wie ein Lauffeuer, und es hatte keine schlechten Nachrichten über das Comux- Gut gegeben.
So nahm ich an, dass mein Schwesterherz ganz und gar damit beschäftigt war, die Lady über so viele fremden Menschen zu sein. Außerdem fühlte ich, dass sie wohlauf war. Dennoch hätte ich meine liebe tapfere Gerwina gerne einmal wieder brüderlich umarmt:
"Aber nein, die Comuxleute herzubitten, das bräuchte eine Vorlaufzeit, und das wäre auch kein kleines Fest mehr. Eisu ist ja von Adel und reist mit Kriegern und Gefolge an..."
Ich holte mir ein Kissen: "Sollen wir nach Fenia rufen? ", ich machte eine weite Handbewegung:
"Oh, selbstverständlich habe ich schon das Fest im Kopf" Leise sang ich, während ich mit den Fingerspitzen auf das Holz der Kline klopfte. Während ich sang, schien der Alltag ganz und gar zu verblassen:
"Seht, wie der Pavillon im Garten thront,
mit römischem Geschick und weißem Marmor erbaut.
Umringt von wildem Wein und grünem Eichenlaub.
Die Wände glänzen sanft im Sonnenlicht,
das durch das dichte Blätterdach jetzt bricht.
Riecht ihr den Honigmet, der golden fließt?
Seht, wie der Diener kühlen Wein eingießt!
Auf hölzernen Platten, von Fenia gewählt,
liegt feinstes Gebäck, von Irma bestellt.
Süße Feigen aus dem Süden, saftig und rot
frisch gebackenes, duftendes Fladenbrot.
Geräuchertes Fleisch aus den Nordwäldern her,
ein Festmahl der Götter, kein Teller bleibt leer.
Hört ihr das Lachen? Es schallt durch das Gras!
Die Kinder vom Gutshof haben viel Spaß!
Sie spielen mit Kätzchen, sie rennen im Kreis,
gewinnen beim Verstecken den süßesten Preis.
Ihre Wangen sind rot, ihre Augen sind hell,
die Stunden des Glücks verfliegen zu schnell.
Und Rango und Niko schmieden ihr Band
und geben ihr Wort sich als Unterpfand
Da sitzen sie dann unsre Freunde im Kreis,
die Edlen in Tunika, geschmückt und frisiert,
die Leute in Leinen so sauber wie schlicht,
doch Freude liegt über jedwedem Gesicht.
Wir teilen das Brot, wir teilen das Lied,
und freuen uns an dem, was im Grünen geschieht
und über allem die sanfte, gütige Hand
der schönsten Herrin vom Gabinierland "
Der letzte Ton verklang, doch das Gefühl von Wärme, dem Duft von Obst und dem fernen Lachen von Kindern blieb noch einen Moment lang greifbar....
|
|
|
|
07-25-2026, 02:43 PM,
|
|
|
Furia Stella
Patrizierin
   
|
Beiträge: 360
Themen: 11
Registriert seit: Jul 2022
|
|
|
RE: Gartenpavillon
Die frische Brise wehte sanft durch die hohen Baumkronen, die ihre Blätter leicht rauschen ließen. Wir saßen gemütlich zusammen in unserem schmucken Pavillon und genossen die friedliche und entspannte Atmosphäre. Sonnwin lobte mich, weil ich unserem Brautpaar für ihre Hochzeit die entsprechende Kleidung besorgte, und nannte mich „optima domina“. Dabei küsste er meine Hand. "Das ist doch selbstverständlich, mein Herz", und ich lächelte meinen Friudel zärtlich an.
Dann ging es um das Fohlen und Stellula. Mein Gemahl stellte die Fragen, ob unsere Tochter dafür nicht zu klein sei und wann ich mit dem Reiten angefangen habe. "Ich möchte nur, dass Stellula und das Fohlen sich anfreunden und das kleine Tier sie als seine Herrin akzeptiert." Für einen Augenblick wurde ich nachdenklich und fuhr dann fort:
"Es ist natürlich nicht üblich, dass eine Römerin auf einem Pferd ritt, aber ich habe auf dem Anwesen meines Vaters in den Albaner Bergen noch als Kind von einem Lehrer reiten gelernt. Damals war ich acht oder zehn Jahre alt." Es war eine schöne Zeit, an die ich mich oft und gerne erinnerte.
Inzwischen war mein Friudel fast eingeschlafen, sprach dann aber über meinen Cousin und meinte, wir sollten seine ganze Familie einladen. Und es wäre schade, dass Sergia nicht kommen könnte, aber es wäre schön, wenn seine Schwester Clara mit ihrem Fürsten bei uns erscheinen werden ... Aber weil der Fürst mit einer großen Gefolgschaft reist, wäre das alles zu viel.
"Wir feiern ein kleines Fest und es wird reichen, wenn meine Nichte Furia Saturnina, die Familie repräsentiert. Wenn wir das große Apfelfest nach der Ernte feiern werden, können wir die ganze Familie einladen. Vielleicht wird dann auch Viola zu Besuch kommen und auch Clara mit ihrem Eisu Ap Comux mit seiner ganzen Entourage!"
Jetzt wollte mein Friudel nach Fenia rufen und sagte dann, er hätte schon das Fest in seinem Kopf. Und mit einem Klopfen auf das Holz sang mein Skalde sein Lied, wie er sich unser Fest vorstellte … Mit Begeisterung hörte ich ihm zu und war von seinem Lied tief beeindruckt und hingerissen. "Ja, mein liebster Skalde, so wird es sein".
|
|
|
|