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Vater, warum hasst du mich so?
Vor 2 Stunden,
Beitrag #1
Vater, warum hasst du mich so?
Name: Tiberius Furius Victor / Aidan

Alter: 13 Jahre

Herkunft: Der Vater ein Römer. Die Mutter eine Keltin. Aufgewachsen unter seinesgleichen, den Wilden, war der Vater des kleinen Victor in seinem Leben stets ein Fremder. Ein willkommener Besucher, der Geschenke brachte, tolle Geschichten und der nett zu ihm war. Es gab eine Zeit, da hatte der Junge es kaum erwarten können, dass sein Vater zu Besuch kam. 
Die übrige Zeit verübte er mit seinen Brüdern Heldentaten in den Bergen und im Wald. Sie erschlugen Ungeheuer und Monster und kämpften gegen die römischen Legionen, die ihre Lebensweise bedrohten. Große Helden waren sie, allesamt. Es war eine glückliche Zeit. Obgleich Victor - damals noch Aidan genannt - für alle stets ein 'halber Römer' war, hatte er nie fortgehen wollen. 
Aber die Zeiten änderten sich. Und die liebevollen Blicke seines Vaters, wenn er zu Besuch kam, wurden... anders. Abschätzender. Anspruchsvoller. Unwilliger. Es gab Diskussionen mit seiner Mutter, wenn sie glaubten, die Jungen seien aus dem Haus. Und irgendwann... Irgendwann nahm sein Vater ihn der Mutter weg. Oh, Aidan schrie Zeter und Mordio. Er hatte seinen Vater schon häufig in Iscalis besucht, sich über dessen großes Haus gewundert, über die vielen Leute, die dort wohnten und, egal ob Mann oder Frau, alle Röcke trugen. Wie albern! Aber plötzlich durfte er nicht mehr nach Hause gehen. Man sagte ihm, er heiße Tiberius Furius Victor. So hatte ihn der Papa schon immer genannt, aber Aidan mochte den Namen überhaupt nicht. Und er mochte das alles nicht!

Heute ist es wie früher - nur umgekehrt. War er früher ein halber Römer, war er nun ein halber Kelte. Er bemerkte die Blicke durchaus, wenngleich er nichts darüber sagte. Und er bemerkte auch, dass er... anders behandelt wurde als Papas andere Kinder. Er wurde viel gefordert, sollte Römisch (oder 'Lah-teinn') lesen und schreiben lernen und rechnen und alles, was man hier wohl so brauchte. Und es war so langweilig. Aber trotzdem war etwas... anders. Schließlich kam er zu dem Schluss, dass sein Vater ihn einfach nicht so sehr mochte wie die anderen beiden. Saturnina war eine Dummkuh! Die mochte er nicht ansatzweise so sehr wie seine Brüder. Und Carus? Sein jüngerer Halbbruder? Mit dem hatte Aidan irgendwie... Mitleid... Denn er spürte, dass sein Vater auch ihn irgendwie seltsam ansah...

Charakter: Entgegen dem, was diese albernen Römer über die Kelten glauben, ist Victor ein überaus schlaues Kind. Schlau, aber vielleicht manchmal zu klug für sein eigenes Wohl. Er kämpft nämlich gern. Ob mit den Fäusten oder mit Worten, er überlässt das letzte Wort nicht gern anderen und kann gar nicht mit solchen Argumenten umgehen, dass Kinder nichts zu sagen haben. Schon einige der Bekannten seines Vaters lobten ihn, in ihm stecke entweder ein Philosoph, ein gewitzter Politiker oder ein mächtiger Krieger. Hah, alles drei war er doch! Doch ihr Lob, es bedeutete ihm nichts. Nicht wirklich. Seinem Vater schien es nämlich immer noch nicht zu reichen. 
Freilich versuchte Aidan häufig, sich dieses Lobs zu entledigen und der ungewollten Aufmerksamkeit. Er fand den Unterricht öde und langweilig und mogelte sich gern darum herum. Manchmal spielte er den Leuten vor, er könne nicht lesen und schreiben, denn der Unterricht falle ihm schwer. Dabei kannte er die Lektionen doch längst. 
Aufgewachsen mit seinen wilden Brüdern, kann Aidan rauflustig sein und ist lebhaft. Lebhafter als die Sklaven des furischen Haushalts es manchmal gerne hätten. Und dann wäre da noch seine ziemliche Abneigung gegen Römer. Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass seine Mutter, der Vater seiner Brüder und andere seine Meinung sehr ins Negative verkehrt haben. Er mochte ihre Stadt nicht, dieses große ungemütliche Haus und diese furchtbaren Röcke. Wieso trugen die keine Hosen wie normale Leute? 
Doch am schlimmsten war sein Vater. Natürlich liebte er den Papa. Ein Junge kann eben nicht anders. Doch warum liebte der ihn nicht mehr? Wieso wollte er alles ändern? Seinen Namen und wie er sprach? Seinen Glauben, die Haare oder sein Gebahren? War er denn nicht genug?
Anders sah es mit seinen Geschwistern aus. Carus liebte den älteren Bruder wohl sehr und war sehr anhänglich. Aidan fand den kleinen Halbbruder etwas komisch, aber immerhin wollte der ihn hier haben. Seine Schwester hingegen war eine doofe Ziege, die sich immerzu einmischte. Nein, mit Saturnina kam er gar nicht zurecht! Waren alle Mädchen so doof?

Ja, man kann wohl sagen, dass Victor seinem Vater viel Kummer macht. Und Stolz. Und Ärger. Hach, es ist kompliziert.
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