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Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Damaris - 03-18-2025 Es herrschte emsige Geschäftigkeit im Inneren des *Aura Herbarum*, in dem Damaris an einem der Tische im hinteren Teil des Ladengeschäfts auf einem Hocker saß und gerade damit beschäftigt war, vereinzelte Tropfen eines Harzes in ein kleineres Gefäß umzufüllen. Während es ihrem Vater Menandros zufiel, die Kaufinteressenten zu bedienen. Viele, unterschiedliche Stimmen und Tonlagen prallten aufeinander. Währenddessen Menandros die Ruhe in Person war und einen jeden Kunden nach seinen Wünschen und Vorlieben bediente. Mal war es ein feines Duftwässerchen für die Dame. Dann wiederum ein Kräuterbusch für die Köchin des Hauses. All‘ diese Aktionen und Reaktionen fertigte der bereits ergraute Menandros mit einer Seelenruhe ab, die seinesgleichen wohl noch lange suchen wird. Nachdem der größtmögliche Ansturm vorüber war, wandte sich Menandros mit einem Lächeln an seine Tochter. “Damaris. Wärst du bitte so lieb und würdest mir etwas Wasser vom Brunnen holen?“ Zwar wusste der Ältere, dass es seiner Tochter schwer fiel mit ihrem verkürzten Bein längere Zeit zu laufen. Doch ebenso wusste Menandros, dass sich nicht weit ihres Geschäftes ein Brunnen befand. Somit musste sich seine Tochter nicht allzu sehr abmühen und quälen. Mit einem Lächeln verschloss Damaris in diesem Moment die Amphore und reichte diese ihrem Vater. “Winzige Tropfen Glücks.“ Der Bärtige streichelte seiner Tochter über die Wange und nahm ihr die winzig kleine Amphore aus den Fingern. “Winzige Tropfen Glücks.“ Sprach’s, hielt die Amphore gen einer der Fackeln, um die güldene Färbung des Öls genauer betrachten zu können. “Das sind meine Glückstropfen.“ Erklärte Damaris mit einem entschiedenen Klang in ihrer Stimme und verbarg jene Phiole unter ihrer Tunika, die sie in der Hüfte mit einem Gürtel an Ort und Stelle hielt. “Ich beeile mich und bin gleich wieder zurück.“ Versicherte Damaris. Ihrem Vater gab sie einen sanften Kuss auf die Wange, bevor sie nach einem hölzernen Eimer griff. Ihre Finger der anderen Hand umklammerten den Griff ihres Gehstocks. Und im nächsten Moment verließ Damaris das *Aura Herbarum*. Der Weg zum Brunnen war tatsächlich nicht weit, denn nicht unweit ihres Ladengeschäftes befand sich ein eben solcher. Schon von weitem konnte die junge Frau erkennen, wie sich einige Menschen um den Brunnen herum versammelt hatten und wohl darauf warteten, bis sie endlich an der Reihe waren, um Wasser aus den Tiefen des Brunnens heraus holen zu können. Artig reihte sich auch Damaris in die Reihe derjenigen ein, die darauf warteten sich Wasser aus dem Brunnen holen zu können. Schließlich war die junge Frau an der Reihe und hinkte an den Rand des Brunnens. Ihren Gehstock lehnte sie gegen die Brunneneinfassung. Ihren eigenen Eimer stellte sie an den Rand des Brunnen und ließ den hölzernen Eimer langsam in den Brunnenschacht hinab gleiten. Bis sie spürte wie der Eimer auf Widerstand traf und sie begann den nun gefüllten Eimer langsam empor zu ziehen. Das Seil schnitt dabei in ihre Hände und Damaris verzog kurzzeitig das Gesicht. Denn der Eimer war nun tatsächlich schwerer als gedacht. Und es gelang ihr nur mit einiger Mühe den Eimer über den Rand des Brunnens zu hieven. Dabei geriet sie leicht ins taumeln und musste sich am Brunnenrand abstützen, sonst wäre sie wohl gestürzt. Ungeduldig die Mienen der anderen Männer und Frauen, die sich ebenfalls am Brunnen Wasser holen wollten. Wieso brauchte das Mädchen denn nur so lange? “Ent..Entschuldigt.“ Gelang es Damaris über ihre Lippen hervor zu stoßen, nachdem sie es endlich geschafft hatte, den Eimer Wasser zu sich heran zu ziehen. Und dann beugte sich eine dunkelhaarige Gestalt über den Brunnen, so dass sich das Gesicht des offensichtlichen Römers in ihrem Eimer widerspiegelte und Damaris erschrocken die Luft einsog. Der Mann war verletzt. “Du bist verletzt.“ Wie geistreich Damaris. “Du brauchst einen Medicus. Oder einen Pharmacopolae.“ Kurzzeitig dachte sie dabei an ihren Vater. Ihr Vater könnte ihm bestimmt auch helfen. -reserviert- RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Tiberius Furius Saturninus - 03-19-2025 >>> Saturninus und seine Sklaven traten aus dem gegenüberliegenden Ausgang des Horreum Vellerum ins Freie. Auch wenn der Himmel bewölkt war, blendete Saturninus das graue, grelle Licht, und er beschattete seine Augen. Sein Mund war immer noch trocken, als hätte er einen Kanten altbackenes Brot hinunterwürgen müssen. Gegenüber lag ein öffentlicher Brunnen. Mehrere Frauen schöpften Wasser, gerade war eine junge Blondine am Zug. Saturninus ging an den Wartenden vorbei, und er wollte sie fragen, ob sie ihn trinken lassen würde, da spiegelte sich sein Gesicht im Wasser, und sie erschrak. “Du bist verletzt. Du brauchst einen Medicus. Oder einen Pharmacopolae" "Das ist nichts!", winkte Saturninus ab: "Ich bin nur durstig" Er musterte sie, als sie sprach. "Gib mir von deinem Wasser!", sagte er grober, als er es eigentlich beabsichtigte. Aber: Eine Griechin! Na fein. Auf Griechinnen war er gerade nicht allzu gut zu sprechen, was an der unerwarteten und unerfreulichen Begegnung mit Liciniana Aglaia lag, die fünf Minuten her war. RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Damaris - 03-19-2025 Das Gesicht des Mannes spiegelte sich im Wasser und Damaris konnte erkennen, dass sich Blutergüsse und blutige Schrammen auf seinem Gesicht abzeichneten. Dieser Herr war wohl in eine Schlägerei geraten, so wie er aussah, mutmaßte die junge Frau. Auch wenn sie sich niemals anmaßen würde darüber zu urteilen. So verharrte Damaris regungslos, etwas abwartend an Ort und Stelle und bemerkte, wie ihre Finger den Lederriemen des Eimers fester umklammerten. Ihr Vater wunderte sich bestimmt schon, wo sie so lange steckte. Denn der Brunnen befand sich tatsächlich fußläufig in unmittelbarer Nähe des *Aura Herbarum*. Als der Unbekannte abwinkte und meinte, dass seine Verletzungen nicht der Rede wert waren, schwieg Damaris. Ihr stand es definitiv nicht zu, darüber weiter zu urteilen. “Deine Verletzungen sehen so aus, als würden dich diese schmerzen.“ Sprach Damaris mit ihrer weichen Stimme, wobei man ihren fremdländischen Akzent deutlich in ihrer Stimme vernehmen konnte. Ihr Gegenüber schien eindeutig ein Römer zu sein, denn seine Stimme nahm einen unhörbar groberen Klang an und Damaris furchte ihre Stirn. “Du benötigst einen Medicus.“ Wiederholte die junge Frau erneut und deutete mit ihrem Kopf gen ihres Eimers, in dem das köstliche Nass schimmerte. Offensichtlich durfte sich der dunkelhaarige Römer tatsächlich von ihrem Wasser bedienen. “Du darfst dich an meinem Wasser bedienen. Dafür möchte ich, dass du mit deinen Verletzungen bei einem Medicus vorstellig wirst.“ Wiederholte Damaris mit einem nun festen Klang in ihrer Stimme. Wobei sie dem Römer für einen kurzen Augenblick gar furchtlos entgegen blickte. Angst hatte sie wahrlich nicht. RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Tiberius Furius Saturninus - 03-20-2025 "Ich benötige keinen Quacksalber! Und was stellst du mir Bedingungen, Mädchen?", sagte Saturninus. Er war gereizt, obwohl die junge Frau eher besorgt als herausfordernd klang: "Ich brauche nur Wasser!" Sie schaute ihm ruhig entgegen. Sie hatte keine Angst, obwohl er, wie hatte es Aglaia ausgedrückt? wie ein Raufbold aussah. Aber dann dachte Saturninus bei sich, dass er sie hatte auch nicht erschrecken wollen. Nur warum dachte jedes Weibsbild, dem er heute über den Weg lief, dass es ihm Vorschriften machen konnte? Er schüttelte leicht den Kopf. Er lächelte nicht, aber er sah die junge Frau auch nicht mehr so unfreundlich an: "Beginnen wir noch einmal von vorn", sagte er mit mehr Ruhe als er die ganze Zeit ausgestrahlt hatte. Der Schmerz um Corvus, der Schmerz um Aglaia ( die nicht tot war!) verschwamm zu einem Hintergrundrauschen. Er räusperte sich: " Salve! Wärst du so freundlich, meinem Sklaven das Wasser zu reichen? Wenn ich mich in den Schatten setzen und etwas trinken kann, geht es mir vermutlich gleich besser", er winkte Sidonius, damit der den Eimer in Empfang nahm. RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Damaris - 03-20-2025 Hatte sie Bedingungen gestellt? Sie hatte ihn doch nur darauf hingewiesen, dass es wohl ratsam wäre einen Medicus aufzusuchen. Mehr auch nicht. War dies in seinen Augen etwa schon eine Bedingung? Offensichtlich. “Entschuldigt. Meine Worte sollten keineswegs so rüberkommen, als wollte ich dir Bedingungen stellen.“ Oh nein. Definitiv nicht. Eine jede andere hätte nun wohl ihren Blick abgewandt. Sich vielleicht sogar vollständig herumgedreht. Doch nicht so Damaris. Ihr Blick blieb mit ruhiger Entschlossenheit auf dem Dunkelhaarigen ruhen. Betrachtete dessen Schrammen und Wunden und schnalzte dabei leise mit ihrer Zunge. Diese Wunden sollte er sich ansehen lassen. Auch wenn er wohl keine besonders gute Meinung von den hiesigen Ärzten hatte, denn er bezeichnete diese als Quacksalber. “Und einen Arzt.“ Jene Worte sprach Damaris mit äußerst leiser Stimme, so dass er ihre Worte mit Sicherheit nicht verstehen könnte. Etwas unschlüssig wirkte Damaris dann auch schon. Wie sollte sie hier nun weiter verfahren? Von ihrem Vater war ihr beigebracht bekommen, einen jeden Verletzten zu respektieren und sich um dessen Wunden zu kümmern. Mochte er noch so griesgrämig und brummig sein, wie es dieser Dunkelbeschopfte war. “Der Eimer steht doch direkt neben dir. Du brauchst nur…“ Da verstummte Damaris, biss sich auf ihre Unterlippe und atmete tief durch. Wieso war sie denn nun so biestig? Mit einem sanften Lächeln auf ihren Lippen griff sie nach einer hölzernen Kelle, die offensichtlich hier jemand vergessen hatte und schöpfte damit Wasser aus dem Eimer. Die Kelle reichte sie schließlich dem Sklaven, der diese an seinen Herrn weiter geben konnte. “Die Sonne wird immer unerträglicher. Ich getraue mich gar nicht zu fragen. Aber mein Vater könnte dir mit Sicherheit Linderung für deine Schrammen anbieten.“ Wagte es Damaris abermals einen Vorschlag über ihre Lippen dringen zu lassen. Ungeachtet der Tatsache, dass dieser Römer mit Vorschlägen von jungen Damen ganz und gar nicht zurecht kam. Aber Menandros, ihr Vater, wusste mit Sicherheit besser Bescheid, ob man diesen Herrn ohne Verarztung wieder nach Hause schicken konnte. RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Tiberius Furius Saturninus - 03-22-2025 Saturninus ließ sich die Schöpfkelle reichen und trank. Sein Kopf hämmerte, und er hätte sich gerne hingelegt. Er war sich nicht sicher, ob er es noch bis Nachhause schaffte. Er schaute wieder zu der blonden jungen Frau: "Und wer ist dein Vater, unbekannte Griechin?", fragte er: "Etwa ein Medicus? In diesem Fall nehme ich den Quacksalber zurück. Es gibt sehr gute griechische Ärzte. Falls es aber nur ein Trick ist, uns irgendwo hinzulocken und auszurauben, so lass dir gesagt sein: Ich habe kein Ass bei mir. Da waren andere Diebe bereits schneller" RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Damaris - 03-23-2025 Schweigend beobachtete Damaris, wie sich der Römer dann doch dazu durchrang und nach der Schöpfkelle griff, die ihm von seinem Sklaven gereicht wurde. Na immerhin würde er ihr nun nicht einfach so von der Brunneneinfassung plumpsen, weil die Sonne ihm die Sinne vernebelte. So die Gedanken der jungen Griechin, die diese jedoch für sich behielt. “Mein Vater Menandros ist ein Parfümeur.“ Erklärte Damaris und atmete im selben Moment tief durch. “Mein Vater besitzt auch Grundwissen der unterschiedlichsten Heilkräuter. Er könnte dir bestimmt helfen.“ Appellierte Damaris an den Römer und musterte diesen für einen kurzen Augenblick. Diebe hatten ihn ausgeraubt? Aber.. wieso? “Ich bin keine Diebin.“ Flüsterte Damaris nun mit vor Empörung ganz hell glänzenden Augen und hob wie zur Verteidigung ihre schmalen Hände empor. “Wenn ich eine Diebin wäre, dann hätte ich dir bestimmt nicht geholfen.“ Stellte sie mit ihren nächsten Worten klar und schüttelte kaum merklich ihren Kopf. “Du wurdest bei der Hinrichtung ausgeraubt?“ Eine reine Mutmaßung der jungen Frau, wobei sie den Furier weiterhin anblickte. “Der Weg wäre nicht weit. Stütze dich auf deinen Sklaven und ich zeige dir den Weg.“ Schlug Damaris mit ihrer ruhigen Stimme vor und wartete darauf, dass ihr der dunkelhaarige Römer folgen möge. Wenn nicht, dann würde sich Damaris eben herumdrehen, den Römer und seinen Sklaven verabschieden und zurück in das *Aura Herbarum*, zu ihrem Vater zu gehen. RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Tiberius Furius Saturninus - 03-25-2025 "Wenn du eine Diebin wärst, hättest du mir nicht geholfen? Du weißt wenig über Diebe, oder?", sagte Saturninus und berichtigte: "Ich wurde nicht ausgeraubt, sondern nur bestohlen", wieder galt ein reichlich finsterer Blick Sidonius, der den Geldbeutel hatte verwahren sollen. Aber der Gedanke an ein kühles Ladengeschäft, in dem ein Parfümhersteller eine ebenso kühlende Salbe auf Saturninus Beulen auftragen würde, war ein verlockender Gedanke: " Wenn es nicht weit ist...Wie heißt du eigentlich, Tochter von Menandros? ", fragte er, während er sich zwar nicht aufstützte, jedoch links und rechts von zwei Sklaven flankiert wurde. Die anderen beiden kamen hinterher. Sie folgten der jungen Frau. RE: Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne. - Damaris - 03-25-2025 >>> |