<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Forum - Ad Flumen Thamesis: Hafen und Thermen]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 00:13:48 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Endlich angekommen - oder fast]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=919</link>
			<pubDate>Wed, 12 Mar 2025 19:30:31 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=163">Lucius Petilius Vindex</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=919</guid>
			<description><![CDATA[Ich stand auf Deck unseres Handelsschiffes, während wir den Fluss Tamesis hinauffuhren. Als wir vor ein paar Tagen noch das Mare Britannicum an seiner engsten Stelle – dem Fretum Gallicum – überquert hatten, hatte ich mich mit einem Eimer in meinem Raum verkriechen müssen und mir wohl alles aus dem Leib gekotzt, was jemals darin gewesen war. Auf dem Meer war mir zwar immer schwummerig, aber so schlimm war es noch nie gewesen. Vermutlich hätten wir doch besser eine Woche länger auf besseres Wetter warten sollen, ehe wir die Überfahrt wagten. Denn auch, wenn der Feiertag der Isis schon vorbei war und damit die Schiffe wieder segelten, war das Mare Nostrum sehr viel friedvoller als dieses barbarische Meer im Norden mit seinen hohen, dunklen Wellen, dem Regen und dem Geschaukel. Und auch, wenn aus mir wohl nie ein Seemann werden würde, hier auf dem Fluss ging es wieder so weit, dass ich mich an Deck trauen konnte und der herannahenden Stadt entgegenblicken konnte, ohne mich lächerlich zu machen.<br />
<br />
<br />
Schließlich erreichten wir den äußeren Bereich Londiniums und die Hafenanlagen. Da die Kette im Fluss gespannt war, die Schiffe am Passieren hinderte und so die Stadt schützte, mussten wir warten, bis der zuständige Beamte am Hafen zu uns zur Inspektion kam, damit der Kapitän ihm erklären konnte, dass wir weiter zum Statthalterpalast mussten.<br />
Ich lehnte an der Reling unseres Schiffes und schaute dem Treiben auf dem Hafen zu, während der Kapitän und der Hafenbeamte sich stritten. Anscheinend war es über seiner Gehaltsklasse, über das Absenken der Kette zu bestimmen, aber der Kapitän wollte nicht schon hier mein ganzes Zeug ausladen. Ich schaute auf den Hafensteg, wie dort Schiffe beladen und entladen wurden, wie verschiedene Träger die Sachen in verschiedene Lagerhäuser trugen und Tagelöhner lauthals ihre Dienste anboten, wann immer ein Schiff anlegte und Passagiere herauskamen. Denn die Hafenarbeiter luden die Sachen nur am Hafen ab. Wie das Zeug dann in die Stadt kam, das war dem Besitzer überlassen. Oder anders gesagt: Ein gutes Geschäft für Tagelöhner, solange sie nur Muskeln hatten und etwas schleppen konnten.<br />
<br />
<br />
Heute war ein schöner, sonniger Tag, und es war gerade einmal Mittag. Ich blickte nach links, wo sich sehr deutlich der Statthalterpalast über den Klippen zum Ufer abzeichnete. Es ging da ein gutes Stück nach oben von hier aus. Aber durch die Stadt hindurch würde man den Anstieg wohl kaum bemerken. Vermutlich war auch schon ein Bote unterwegs zum Palast, um meinem Vater zu sagen, dass jemand, der behauptete, ich zu sein, am Hafen eingetroffen war. Wie lange es wohl brauchte, bis der Bote zu ihm vorgelassen wurde, bis dann Rückmeldung kam, bis meine Mutter alles für einen Empfang mit großem Tamtam vorbereitet hatte und wir endlich weitersegeln durften, nur damit ich dann eine Treppe hinaufsteigen durfte und oben vermutlich erstmal unmännlich schnaufen musste? Ich war jetzt zwar fit, aber nach so einer langen Reise und dem ganzen Gekotze auf See musste auch ich mir eingestehen, wahrscheinlich etwas wackeliger zu sein, als ich wollte.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich gehe hier an Land!“</span> beschloss ich also laut und trat an die Planke, auf der vorhin der Beamte an Bord gelassen worden war.<br />
<br />
<br />
Was selbigen und den Kapitän beide in Aufregung versetzte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“<span style="color: #e8c500;" class="mycode_color">Aber es ist schon ein Bote unterwegs!“</span></span> und <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Werter Tribun! Du willst doch nicht alleine durch die Stadt laufen? Wenn du nur etwas warten willst, dann können wir dich und deine ganzen Habseligkeiten direkt am Steg des Statthalters abladen!“</span></span> <br />
Aber mir dauerte das zu lange, und ich war schon so lange auf diesem Schiff und davor auf Reisen, dass ich einfach nur raus wollte. Vielleicht noch in ein Badehaus, bevor ich meiner Mutter unter die Nase trat. Denn nach einer Reise roch hier niemand mehr nach Veilchen. Deshalb gebot ich geübt mit einer erhobenen Hand Einhalt. Was bei Legionären funktionierte, funktionierte erfreulicherweise auch bei Kapitänen und Hafenbeamten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich habe mich entschieden. Ich gehe von Bord. Und ladet hier auch gleich mein Pferd aus, der Aufgang am Statthalterpalast ist ungeeignet für Saltator. Meine Sklaven sollen ihn zum Palast führen.“</span><br />
Das Verladen meines Hengstes hatte schon Stunden gedauert. Ich glaubte nicht, dass das Ausladen schneller ginge. Und so sehr ich das fuchsfarbene Tier auch gern hatte, ich wollte nicht so lange warten, bis das erledigt war. Ich wollte endlich wieder festen Boden unter den Füßen spüren. Weshalb ich nun auch schnell auf den Steg trat und zum Pier hinunterschritt, ehe mich noch jemand aufzuhalten versuchte.<br />
<br />
<br />
Unten angekommen musste ich erst einen kurzen Moment stehen bleiben, in welchem ich so tat, als würde ich mir einen Überblick verschaffen. Aber eigentlich schwankte der Boden gerade unter mir, obwohl ich wusste, dass er fest war, und ich wollte nicht wie ein Betrunkener den Pier entlang torkeln, bis sich das gelegt hätte. So atmete ich also einen Moment die nicht gerade frische Hafenluft ein und wartete, dass sich das Gefühl legte, ehe ich losging, mir meinen eigenen Weg zum Statthalterpalast zu suchen. Und davor vielleicht ein Badehaus. Oder ein wenig Spaß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich stand auf Deck unseres Handelsschiffes, während wir den Fluss Tamesis hinauffuhren. Als wir vor ein paar Tagen noch das Mare Britannicum an seiner engsten Stelle – dem Fretum Gallicum – überquert hatten, hatte ich mich mit einem Eimer in meinem Raum verkriechen müssen und mir wohl alles aus dem Leib gekotzt, was jemals darin gewesen war. Auf dem Meer war mir zwar immer schwummerig, aber so schlimm war es noch nie gewesen. Vermutlich hätten wir doch besser eine Woche länger auf besseres Wetter warten sollen, ehe wir die Überfahrt wagten. Denn auch, wenn der Feiertag der Isis schon vorbei war und damit die Schiffe wieder segelten, war das Mare Nostrum sehr viel friedvoller als dieses barbarische Meer im Norden mit seinen hohen, dunklen Wellen, dem Regen und dem Geschaukel. Und auch, wenn aus mir wohl nie ein Seemann werden würde, hier auf dem Fluss ging es wieder so weit, dass ich mich an Deck trauen konnte und der herannahenden Stadt entgegenblicken konnte, ohne mich lächerlich zu machen.<br />
<br />
<br />
Schließlich erreichten wir den äußeren Bereich Londiniums und die Hafenanlagen. Da die Kette im Fluss gespannt war, die Schiffe am Passieren hinderte und so die Stadt schützte, mussten wir warten, bis der zuständige Beamte am Hafen zu uns zur Inspektion kam, damit der Kapitän ihm erklären konnte, dass wir weiter zum Statthalterpalast mussten.<br />
Ich lehnte an der Reling unseres Schiffes und schaute dem Treiben auf dem Hafen zu, während der Kapitän und der Hafenbeamte sich stritten. Anscheinend war es über seiner Gehaltsklasse, über das Absenken der Kette zu bestimmen, aber der Kapitän wollte nicht schon hier mein ganzes Zeug ausladen. Ich schaute auf den Hafensteg, wie dort Schiffe beladen und entladen wurden, wie verschiedene Träger die Sachen in verschiedene Lagerhäuser trugen und Tagelöhner lauthals ihre Dienste anboten, wann immer ein Schiff anlegte und Passagiere herauskamen. Denn die Hafenarbeiter luden die Sachen nur am Hafen ab. Wie das Zeug dann in die Stadt kam, das war dem Besitzer überlassen. Oder anders gesagt: Ein gutes Geschäft für Tagelöhner, solange sie nur Muskeln hatten und etwas schleppen konnten.<br />
<br />
<br />
Heute war ein schöner, sonniger Tag, und es war gerade einmal Mittag. Ich blickte nach links, wo sich sehr deutlich der Statthalterpalast über den Klippen zum Ufer abzeichnete. Es ging da ein gutes Stück nach oben von hier aus. Aber durch die Stadt hindurch würde man den Anstieg wohl kaum bemerken. Vermutlich war auch schon ein Bote unterwegs zum Palast, um meinem Vater zu sagen, dass jemand, der behauptete, ich zu sein, am Hafen eingetroffen war. Wie lange es wohl brauchte, bis der Bote zu ihm vorgelassen wurde, bis dann Rückmeldung kam, bis meine Mutter alles für einen Empfang mit großem Tamtam vorbereitet hatte und wir endlich weitersegeln durften, nur damit ich dann eine Treppe hinaufsteigen durfte und oben vermutlich erstmal unmännlich schnaufen musste? Ich war jetzt zwar fit, aber nach so einer langen Reise und dem ganzen Gekotze auf See musste auch ich mir eingestehen, wahrscheinlich etwas wackeliger zu sein, als ich wollte.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich gehe hier an Land!“</span> beschloss ich also laut und trat an die Planke, auf der vorhin der Beamte an Bord gelassen worden war.<br />
<br />
<br />
Was selbigen und den Kapitän beide in Aufregung versetzte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“<span style="color: #e8c500;" class="mycode_color">Aber es ist schon ein Bote unterwegs!“</span></span> und <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Werter Tribun! Du willst doch nicht alleine durch die Stadt laufen? Wenn du nur etwas warten willst, dann können wir dich und deine ganzen Habseligkeiten direkt am Steg des Statthalters abladen!“</span></span> <br />
Aber mir dauerte das zu lange, und ich war schon so lange auf diesem Schiff und davor auf Reisen, dass ich einfach nur raus wollte. Vielleicht noch in ein Badehaus, bevor ich meiner Mutter unter die Nase trat. Denn nach einer Reise roch hier niemand mehr nach Veilchen. Deshalb gebot ich geübt mit einer erhobenen Hand Einhalt. Was bei Legionären funktionierte, funktionierte erfreulicherweise auch bei Kapitänen und Hafenbeamten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich habe mich entschieden. Ich gehe von Bord. Und ladet hier auch gleich mein Pferd aus, der Aufgang am Statthalterpalast ist ungeeignet für Saltator. Meine Sklaven sollen ihn zum Palast führen.“</span><br />
Das Verladen meines Hengstes hatte schon Stunden gedauert. Ich glaubte nicht, dass das Ausladen schneller ginge. Und so sehr ich das fuchsfarbene Tier auch gern hatte, ich wollte nicht so lange warten, bis das erledigt war. Ich wollte endlich wieder festen Boden unter den Füßen spüren. Weshalb ich nun auch schnell auf den Steg trat und zum Pier hinunterschritt, ehe mich noch jemand aufzuhalten versuchte.<br />
<br />
<br />
Unten angekommen musste ich erst einen kurzen Moment stehen bleiben, in welchem ich so tat, als würde ich mir einen Überblick verschaffen. Aber eigentlich schwankte der Boden gerade unter mir, obwohl ich wusste, dass er fest war, und ich wollte nicht wie ein Betrunkener den Pier entlang torkeln, bis sich das gelegt hätte. So atmete ich also einen Moment die nicht gerade frische Hafenluft ein und wartete, dass sich das Gefühl legte, ehe ich losging, mir meinen eigenen Weg zum Statthalterpalast zu suchen. Und davor vielleicht ein Badehaus. Oder ein wenig Spaß.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Beim Sklavenhändler - die neue Nutrix]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=715</link>
			<pubDate>Sun, 07 Jul 2024 16:26:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=3">Tiberius Furius Saturninus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=715</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=714&amp;pid=10699#pid10699" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Phaedra </span><br />
<br />
<a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/L58GVnrw/Phaedra-Nutrix.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Phaedra-Nutrix.png]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
An einem dieser Tage besorgte Saturninus auch die Nutrix für seinen neugeborenen Sohn Carus, wie ihn <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=475&amp;pid=10475#pid10475" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Serena gebeten</a> hatte. Er fand auf dem Sklavenmarkt eine üppige junge Griechin namens <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Phaedra</span>, deren Kind bei der Geburt gestorben war und sie beinahe auch. Als Saturninus ihr auf Griechisch einige Fragen stellte, antwortete sie jedoch: "Ich habe ein sterbliches Kind geboren, und ich bin selbst sterblich. Oder bist du anderer Meinung, kyrios?"<br />
Saturninus erstaunte dieser Stoizismus, den er bei anderen Ammen nie so erlebt hatte:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Ich suche eine Nutrix für meinen kleinen Sohn Aulus Furius Carus. Sie soll Attisch sprechen wie Du und ihn gut nähren. Ich werde allerdings niemanden gegen seinen Willen mit dieser Pflicht betrauen, dann magst du besser einem anderen Herren dienen. Willst du meinen Sohn mit deiner Muttermilch stillen, da dein eigenes Kind sie nicht mehr braucht?"</span></span>, fragte Saturninus nüchterner, als er es gewöhnlich gewesen wäre.<br />
Die Sklavin hatte etwas entschieden Kühles, was ihre üppigen, freundlichen Formen Lügen strafte.<br />
Der Furius beschloss, mit ihr zu sprechen wie mit einem Mann. <br />
<br />
Zu seiner Überraschung lächelte Phaedra ihn jedoch an: "Du hast einen kleinen Buben? Ich möchte ihn gerne umsorgen, und ich werde dir gut dienen, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">kyrios,</span> und deiner <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">kyria</span> auch"<br />
<br />
Saturninus kaufte die Frau für ein Vermögen. Er rechtfertigte es mit dem vornehmen Attisch, das sie sprach und ihrer Bildung. Nur das Beste war für <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aulus Furius Carus</span> gut genug!<br />
<br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=721&amp;pid=10790#pid10790" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=714&amp;pid=10699#pid10699" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Phaedra </span><br />
<br />
<a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/L58GVnrw/Phaedra-Nutrix.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Phaedra-Nutrix.png]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
An einem dieser Tage besorgte Saturninus auch die Nutrix für seinen neugeborenen Sohn Carus, wie ihn <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=475&amp;pid=10475#pid10475" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Serena gebeten</a> hatte. Er fand auf dem Sklavenmarkt eine üppige junge Griechin namens <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Phaedra</span>, deren Kind bei der Geburt gestorben war und sie beinahe auch. Als Saturninus ihr auf Griechisch einige Fragen stellte, antwortete sie jedoch: "Ich habe ein sterbliches Kind geboren, und ich bin selbst sterblich. Oder bist du anderer Meinung, kyrios?"<br />
Saturninus erstaunte dieser Stoizismus, den er bei anderen Ammen nie so erlebt hatte:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Ich suche eine Nutrix für meinen kleinen Sohn Aulus Furius Carus. Sie soll Attisch sprechen wie Du und ihn gut nähren. Ich werde allerdings niemanden gegen seinen Willen mit dieser Pflicht betrauen, dann magst du besser einem anderen Herren dienen. Willst du meinen Sohn mit deiner Muttermilch stillen, da dein eigenes Kind sie nicht mehr braucht?"</span></span>, fragte Saturninus nüchterner, als er es gewöhnlich gewesen wäre.<br />
Die Sklavin hatte etwas entschieden Kühles, was ihre üppigen, freundlichen Formen Lügen strafte.<br />
Der Furius beschloss, mit ihr zu sprechen wie mit einem Mann. <br />
<br />
Zu seiner Überraschung lächelte Phaedra ihn jedoch an: "Du hast einen kleinen Buben? Ich möchte ihn gerne umsorgen, und ich werde dir gut dienen, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">kyrios,</span> und deiner <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">kyria</span> auch"<br />
<br />
Saturninus kaufte die Frau für ein Vermögen. Er rechtfertigte es mit dem vornehmen Attisch, das sie sprach und ihrer Bildung. Nur das Beste war für <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aulus Furius Carus</span> gut genug!<br />
<br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=721&amp;pid=10790#pid10790" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Eine fremde Heimat - Ankunft]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=570</link>
			<pubDate>Tue, 07 Nov 2023 19:55:41 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=112">Lucius Sabinius Belenus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=570</guid>
			<description><![CDATA[Lucius war nervös, als er das Schiff verließ, das ihn von Gallia nach Britannien gebracht hatte. Hinter ihm lag eine lange Reise. Viele Wochen war er unterwegs gewesen, seit er das Haus seines Onkels in Ostia verlassen hatte. Viele Jahre hatte er bei seinen Verwandten gelebt. Er war dort aufgewachsen, nachdem ihn sein Vater, ein römischer Centurio mit gerade einmal sechs Jahren von seiner Mutter getrennt hatte, um aus ihm einen echten Römer zu machen. <br />
An seinen Vater konnte er sich kaum noch erinnern. Er hatte ihn nur ein paar Mal gesehen. In seiner Erinnerung gab es kein greifbares Gesicht, an das er sich hätte klammern können. Lediglich der Hinweis seines Onkels, er würde seinem Vater ähnlich sehen, gaben diesem Fremden ein Gesicht – sein eigenes Gesicht!<br />
Anders verhielt es sich da mit seiner Mutter. Sie war in seiner Erinnerung all die Jahre immer präsent geblieben. Auch wenn sein Onkel sich viel Mühe gegeben hatte, um alles, was an sie erinnerte, aus Lucius‘ Umgebung zu verbannen. Was damals genau geschehen war, hatte er nie verstanden. Er war damals einfach noch zu klein gewesen, um alles begreifen zu können. Die Fragen, warum sein Vater ihn von seiner Mutter weggebracht hatte und weshalb er nicht bei seinem Vater aufwachsen konnte, hatte er nie ganz ergründen können. Auch sein Onkel hatte sich darüber jahrelang ausgeschwiegen. Bis zu jenem Tag, an dem ein Brief aus Britannien eingetroffen war, der Onkel Quintus vom Tod seines Bruders unterrichtet hatte. Danach hatte er Lucius zu sich gerufen und hatte ihm von seinem Vater erzählt. Da hatte er erfahren, dass er der Sohn einer Barbarin gewesen war, in die sich sein Vater verliebt hatte. Doch sein Vater habe Verantwortung gegenüber seinem Sohn gezeigt, hatte Onkel Quintus gesagt. Er hatte ihn damals als seinen eigenen Sohn anerkannt, bevor er ihn dann nach Ostia zu seinem Bruder geschickt hatte. Lucius hatte an diesem Tag auch erfahren, dass er zwei Geschwister im fernen Britannia hatte. Einen älteren Bruder und eine etwas jüngere Schwester.<br />
<br />
Die erste Zeit, nachdem er seine Heimat verlassen hatte, war schwer für ihn gewesen. Er hatte damals kaum Latein gesprochen und auch die römische Lebensweise war ihm fremd gewesen. Ebenso der Argwohn, der ihm in den ersten Wochen entgegengebracht worden war. Doch sein Onkel Quintus hatte ihn damals wie einen Sohn aufgenommen und hatte ihm, wie auch seinen eigenen Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht.<br />
Auf seiner langen Reise hatte er sich oft vorgestellt, wie es sein würde, in das Land seiner Kindheit zurückzukehren, aber die Realität war anders. Er sah sich um und erkannte nichts wieder. Der Hafen von Londinium war voller Menschen, Lärm und Gestank. Er sah römische Soldaten, die für Ordnung sorgten, aber auch viele Einheimische, die ihm irgendwie fremd und vielleicht sogar ein wenig feindselig erschienen. Dann waren da noch diese <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=561&amp;pid=7890#pid7890" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">beiden Straßenkünstler</a> – einen jungen Mann und ein Mädchen, denen er eine Weile seine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, damit er noch ein etwas Zeit herausschlagen konnte, bevor er sich in diese neue alte Welt stürzte, in der er sich wie ein Fremder fühlte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Lucius war nervös, als er das Schiff verließ, das ihn von Gallia nach Britannien gebracht hatte. Hinter ihm lag eine lange Reise. Viele Wochen war er unterwegs gewesen, seit er das Haus seines Onkels in Ostia verlassen hatte. Viele Jahre hatte er bei seinen Verwandten gelebt. Er war dort aufgewachsen, nachdem ihn sein Vater, ein römischer Centurio mit gerade einmal sechs Jahren von seiner Mutter getrennt hatte, um aus ihm einen echten Römer zu machen. <br />
An seinen Vater konnte er sich kaum noch erinnern. Er hatte ihn nur ein paar Mal gesehen. In seiner Erinnerung gab es kein greifbares Gesicht, an das er sich hätte klammern können. Lediglich der Hinweis seines Onkels, er würde seinem Vater ähnlich sehen, gaben diesem Fremden ein Gesicht – sein eigenes Gesicht!<br />
Anders verhielt es sich da mit seiner Mutter. Sie war in seiner Erinnerung all die Jahre immer präsent geblieben. Auch wenn sein Onkel sich viel Mühe gegeben hatte, um alles, was an sie erinnerte, aus Lucius‘ Umgebung zu verbannen. Was damals genau geschehen war, hatte er nie verstanden. Er war damals einfach noch zu klein gewesen, um alles begreifen zu können. Die Fragen, warum sein Vater ihn von seiner Mutter weggebracht hatte und weshalb er nicht bei seinem Vater aufwachsen konnte, hatte er nie ganz ergründen können. Auch sein Onkel hatte sich darüber jahrelang ausgeschwiegen. Bis zu jenem Tag, an dem ein Brief aus Britannien eingetroffen war, der Onkel Quintus vom Tod seines Bruders unterrichtet hatte. Danach hatte er Lucius zu sich gerufen und hatte ihm von seinem Vater erzählt. Da hatte er erfahren, dass er der Sohn einer Barbarin gewesen war, in die sich sein Vater verliebt hatte. Doch sein Vater habe Verantwortung gegenüber seinem Sohn gezeigt, hatte Onkel Quintus gesagt. Er hatte ihn damals als seinen eigenen Sohn anerkannt, bevor er ihn dann nach Ostia zu seinem Bruder geschickt hatte. Lucius hatte an diesem Tag auch erfahren, dass er zwei Geschwister im fernen Britannia hatte. Einen älteren Bruder und eine etwas jüngere Schwester.<br />
<br />
Die erste Zeit, nachdem er seine Heimat verlassen hatte, war schwer für ihn gewesen. Er hatte damals kaum Latein gesprochen und auch die römische Lebensweise war ihm fremd gewesen. Ebenso der Argwohn, der ihm in den ersten Wochen entgegengebracht worden war. Doch sein Onkel Quintus hatte ihn damals wie einen Sohn aufgenommen und hatte ihm, wie auch seinen eigenen Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht.<br />
Auf seiner langen Reise hatte er sich oft vorgestellt, wie es sein würde, in das Land seiner Kindheit zurückzukehren, aber die Realität war anders. Er sah sich um und erkannte nichts wieder. Der Hafen von Londinium war voller Menschen, Lärm und Gestank. Er sah römische Soldaten, die für Ordnung sorgten, aber auch viele Einheimische, die ihm irgendwie fremd und vielleicht sogar ein wenig feindselig erschienen. Dann waren da noch diese <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=561&amp;pid=7890#pid7890" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">beiden Straßenkünstler</a> – einen jungen Mann und ein Mädchen, denen er eine Weile seine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, damit er noch ein etwas Zeit herausschlagen konnte, bevor er sich in diese neue alte Welt stürzte, in der er sich wie ein Fremder fühlte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Ankunft der Straßenkünstler.]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=561</link>
			<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 12:57:22 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=117">Cassia</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=561</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">~ I</span></span><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font">m Labyrinth von Tag und Traum hat jeder Zauber seinen Raum ~</span></span></span></div>
<br />
Was war Cassia froh, als das schlingern und stampfen des Schiffes ein Ende gefunden hatte und das Schiff nun ruhig im Hafen Londiniums lag. Die Überfahrt war die reinste Katastrophe gewesen. Zumindest wenn man Cassia danach befragen würde. Denn dem Mädchen wurde beim ersten Wellengang übel, so dass sie sich über die Rehling beugen musste, um ihren Mageninhalt in das Meer hinaus zu katapultieren. Mit einem äußerst bleichen Gesicht und grün um die Nase ließ sich das Mädchen von einem der Matrosen auf eine Kiste drücken, während der bärtige Kerl grinsend seinen Blick über Cassia gleiten ließ. Die Fünfzehnjährige streckte dem Kerl lediglich ihre Zunge heraus, drehte sich abrupt herum und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. Mit einer steilen Falte zwischen ihren Augenbrauen ließ Cassia ihren Blick über das Deck gleiten, als sie ihren noch immer wackeligen Beinen so weit vertraute, dass sie nicht gleich stürzen würde. Wobei sie immer ein besonders wachsames Auge auf ihre nähere Umgebung hatte. Schließlich wusste sie, wie unberechenbar die römischen Soldaten sein konnten.<br />
<br />
Bei dem Gedanken an ihre Begegnung mit dem römischen Soldaten spürte Cassia wie sich eine Gänsehaut auf ihren Armen ausbreitete. Denn nur diesem Soldat war es zu verdanken, dass Nicander und sie ihre Heimat in Antiochia verlassen mussten. Nachdem Cassia tief durchgeatmet hatte, ließ sie ihren Blick über das Oberdeck gleiten, um nach Nicander Ausschau zu halten. Unter keinen Umständen wollte sie, dass der Ältere ohne sie von Bord ging. Schließlich entdeckte die Braunhaarige ihren Herrn und beeilte sich, um an seine Seite zu gelangen. Am liebsten hätte Cassia nach Nicanders Hand gegriffen. Diese Reaktion verbiss sie sich jedoch und ließ ihren Blick stattdessen über die Rehling gleiten. Hinaus auf das offene Meer. Dieser Landstrich unterschied sich doch sehr stark von ihrer Heimat in Antiochia. So viel grüner und wenn Cassia in den Himmel blickte, dann hatte sie den Eindruck, als könnte es jeden Augenblick zu regnen beginnen. Denn die Wolken hingen äußerst tief.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #ff4136;" class="mycode_color">“Geht es dir gut Herr?“</span></span><br />
<br />
Wollte Cassia mit ihrer angenehm weichen Stimme von dem Älteren wissen und blickte zu Nicander empor. Das Bündel ihres Herrn, sowie ihr eigenes hielt das Mädchen eng an ihren Körper gepresst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">~ I</span></span><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font">m Labyrinth von Tag und Traum hat jeder Zauber seinen Raum ~</span></span></span></div>
<br />
Was war Cassia froh, als das schlingern und stampfen des Schiffes ein Ende gefunden hatte und das Schiff nun ruhig im Hafen Londiniums lag. Die Überfahrt war die reinste Katastrophe gewesen. Zumindest wenn man Cassia danach befragen würde. Denn dem Mädchen wurde beim ersten Wellengang übel, so dass sie sich über die Rehling beugen musste, um ihren Mageninhalt in das Meer hinaus zu katapultieren. Mit einem äußerst bleichen Gesicht und grün um die Nase ließ sich das Mädchen von einem der Matrosen auf eine Kiste drücken, während der bärtige Kerl grinsend seinen Blick über Cassia gleiten ließ. Die Fünfzehnjährige streckte dem Kerl lediglich ihre Zunge heraus, drehte sich abrupt herum und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. Mit einer steilen Falte zwischen ihren Augenbrauen ließ Cassia ihren Blick über das Deck gleiten, als sie ihren noch immer wackeligen Beinen so weit vertraute, dass sie nicht gleich stürzen würde. Wobei sie immer ein besonders wachsames Auge auf ihre nähere Umgebung hatte. Schließlich wusste sie, wie unberechenbar die römischen Soldaten sein konnten.<br />
<br />
Bei dem Gedanken an ihre Begegnung mit dem römischen Soldaten spürte Cassia wie sich eine Gänsehaut auf ihren Armen ausbreitete. Denn nur diesem Soldat war es zu verdanken, dass Nicander und sie ihre Heimat in Antiochia verlassen mussten. Nachdem Cassia tief durchgeatmet hatte, ließ sie ihren Blick über das Oberdeck gleiten, um nach Nicander Ausschau zu halten. Unter keinen Umständen wollte sie, dass der Ältere ohne sie von Bord ging. Schließlich entdeckte die Braunhaarige ihren Herrn und beeilte sich, um an seine Seite zu gelangen. Am liebsten hätte Cassia nach Nicanders Hand gegriffen. Diese Reaktion verbiss sie sich jedoch und ließ ihren Blick stattdessen über die Rehling gleiten. Hinaus auf das offene Meer. Dieser Landstrich unterschied sich doch sehr stark von ihrer Heimat in Antiochia. So viel grüner und wenn Cassia in den Himmel blickte, dann hatte sie den Eindruck, als könnte es jeden Augenblick zu regnen beginnen. Denn die Wolken hingen äußerst tief.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #ff4136;" class="mycode_color">“Geht es dir gut Herr?“</span></span><br />
<br />
Wollte Cassia mit ihrer angenehm weichen Stimme von dem Älteren wissen und blickte zu Nicander empor. Das Bündel ihres Herrn, sowie ihr eigenes hielt das Mädchen eng an ihren Körper gepresst.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>