<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Forum - Provinz Britannia]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 12:18:41 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Auf verschlungenen Pfaden durch Britannien]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=981</link>
			<pubDate>Wed, 13 Aug 2025 13:15:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=12">Bran</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=981</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=965&amp;pid=14154#pid14154" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*<a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/vZ05J96j/Keltische-H-tte-nachts.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Keltische-H-tte-nachts.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (08-05-2025, 11:22 PM)</span>Fintan schrieb:  <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?pid=14144#pid14144" class="quick_jump"></a></cite><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">"Wenn ihr euch auf der Straße nach Norden wendet, kommt irgendwann ein großer Felsen, um den sie sich schlängelt", erklärte er. "Von dort geht ihr nach Osten, aber haltet euch nördlich des Abhangs. Irgendwann werdet ihr eine Hütte sehen. Sie sieht ein wenig aus wie ein Grashügel und gut versteckt, aber wenn ihr die Augen aufhaltet, fällt sie euch auf.....</span></blockquote><br />
Und wir wandten uns nach Norden. Die Abenddämmerung fiel rasch hinab wie eine dunkelblaue Decke. Ich war noch nie nachts draußen gewesen, und mein Mund wurde trocken vor Angst. Aber ich wollte Cassia Mut machen und sagte: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Wölfe greifen Menschen höchstens im Winter an, wenn sie nix Besseres kriegen können"</span><br />
Meine Stimme klang gepresst in meinen Ohren. Beruhigte man so Mädchen? Ich zweifelte daran. Ich drückte Cassis Hand. <br />
Vor uns tauchte der Felsen auf. Er wirkte wie ein Untier, zum Sprung geduckt. Die Straße machte einen Knick. Aber es war zu dunkel, um so etwas wie eine verborgene Hütte zu erkennen. Schon gar nicht, wenn sie sowieso wie ein Grashügel aussah. Hügel gab es eine ganze Menge.<br />
<br />
Ich schaute auf Cassis Lockenkopf: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Kannst du hier etwas erkennen, was wie ein Unterschlupf aussieht?"</span>, fragte ich sie leise. <br />
<br />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">* erstellt mit AI Image Generator</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=965&amp;pid=14154#pid14154" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*<a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/vZ05J96j/Keltische-H-tte-nachts.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Keltische-H-tte-nachts.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (08-05-2025, 11:22 PM)</span>Fintan schrieb:  <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?pid=14144#pid14144" class="quick_jump"></a></cite><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">"Wenn ihr euch auf der Straße nach Norden wendet, kommt irgendwann ein großer Felsen, um den sie sich schlängelt", erklärte er. "Von dort geht ihr nach Osten, aber haltet euch nördlich des Abhangs. Irgendwann werdet ihr eine Hütte sehen. Sie sieht ein wenig aus wie ein Grashügel und gut versteckt, aber wenn ihr die Augen aufhaltet, fällt sie euch auf.....</span></blockquote><br />
Und wir wandten uns nach Norden. Die Abenddämmerung fiel rasch hinab wie eine dunkelblaue Decke. Ich war noch nie nachts draußen gewesen, und mein Mund wurde trocken vor Angst. Aber ich wollte Cassia Mut machen und sagte: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Wölfe greifen Menschen höchstens im Winter an, wenn sie nix Besseres kriegen können"</span><br />
Meine Stimme klang gepresst in meinen Ohren. Beruhigte man so Mädchen? Ich zweifelte daran. Ich drückte Cassis Hand. <br />
Vor uns tauchte der Felsen auf. Er wirkte wie ein Untier, zum Sprung geduckt. Die Straße machte einen Knick. Aber es war zu dunkel, um so etwas wie eine verborgene Hütte zu erkennen. Schon gar nicht, wenn sie sowieso wie ein Grashügel aussah. Hügel gab es eine ganze Menge.<br />
<br />
Ich schaute auf Cassis Lockenkopf: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Kannst du hier etwas erkennen, was wie ein Unterschlupf aussieht?"</span>, fragte ich sie leise. <br />
<br />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">* erstellt mit AI Image Generator</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auf verschlungenen Pfaden durch Britannia]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=968</link>
			<pubDate>Fri, 27 Jun 2025 20:28:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=96">Cinead</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=968</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Lindenhain außerhalb von Iscalis</span></span></div>
<br />
Ein gutes Stück außerhalb von Iscalis gab es einen versteckten Lindenhain, der so gut wie allen Falken und jedem Druiden reglich bekannt war. Oft genug war es ein verborgener Rastplatz, der vor den gierigen Augen der Römer schützte und wo kein Kelte es wagen würde, dein Pferd oder deinen Besitz zu stehlen ohne den Zorn der Götter und der Erde zu riskieren. In den Ästen der Linden hingen druidische Schutzzauber, kunstvoll gewebte Bänder, Gebilde aus Zweigen und schillernden Metall- und Glasteilen. Zwischen einigen der alten Linden standen natürlich in die Landschaft eingelassene kniehohe und mossbewachsene Steine, die den Kundigen Wegweiser zum nächsten sicheren Platz waren und für die Hellfühligen waren sie eine Kreuzung der magischen Linien, die das Reisen auf dem Wind ermöglichten. <br />
<br />
Für Cinead, der weder auf dem Wind reiste noch mit Geistern oder Göttern sprach oder einen Sinn für das Geflecht der Götter und der Menschen hatte, war es einfach nur ein bequemer und sicherer Rastplatz. Er hatte sich ein kleines Feuerchen gemacht und zwei abgezogene Hasen waren auf Zweigen aufgespießt und brieten langsam vor sich hin am Rande des Lagerfeuers. Seine Bettrolle hatte Cinead bereits ausgerollt und lässig ausgestreckt lag er da und schnitzte an einem kleinen Wurfspeer. Ein leichter Wind sorgte für einen lauen Sommerabend, der die Schutzzauber und Opfergaben in den Ästen der Linden sanft zum Klimpern brachte ab und an. Cineads Pferd mampfte gemütlich an dem einen oder anderen Grasbüschel am Rand der Lichtung und später würde es noch ein bisschen Korn bekommen. So wartete er auf Fin und den hoffentlich mit ihm eintreffenden Getränken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Lindenhain außerhalb von Iscalis</span></span></div>
<br />
Ein gutes Stück außerhalb von Iscalis gab es einen versteckten Lindenhain, der so gut wie allen Falken und jedem Druiden reglich bekannt war. Oft genug war es ein verborgener Rastplatz, der vor den gierigen Augen der Römer schützte und wo kein Kelte es wagen würde, dein Pferd oder deinen Besitz zu stehlen ohne den Zorn der Götter und der Erde zu riskieren. In den Ästen der Linden hingen druidische Schutzzauber, kunstvoll gewebte Bänder, Gebilde aus Zweigen und schillernden Metall- und Glasteilen. Zwischen einigen der alten Linden standen natürlich in die Landschaft eingelassene kniehohe und mossbewachsene Steine, die den Kundigen Wegweiser zum nächsten sicheren Platz waren und für die Hellfühligen waren sie eine Kreuzung der magischen Linien, die das Reisen auf dem Wind ermöglichten. <br />
<br />
Für Cinead, der weder auf dem Wind reiste noch mit Geistern oder Göttern sprach oder einen Sinn für das Geflecht der Götter und der Menschen hatte, war es einfach nur ein bequemer und sicherer Rastplatz. Er hatte sich ein kleines Feuerchen gemacht und zwei abgezogene Hasen waren auf Zweigen aufgespießt und brieten langsam vor sich hin am Rande des Lagerfeuers. Seine Bettrolle hatte Cinead bereits ausgerollt und lässig ausgestreckt lag er da und schnitzte an einem kleinen Wurfspeer. Ein leichter Wind sorgte für einen lauen Sommerabend, der die Schutzzauber und Opfergaben in den Ästen der Linden sanft zum Klimpern brachte ab und an. Cineads Pferd mampfte gemütlich an dem einen oder anderen Grasbüschel am Rand der Lichtung und später würde es noch ein bisschen Korn bekommen. So wartete er auf Fin und den hoffentlich mit ihm eintreffenden Getränken.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Rat der Druiden] Wasser und Asche]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=872</link>
			<pubDate>Tue, 04 Feb 2025 15:33:44 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=45">Druide</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=872</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/9M7TQqQX/Druiden-v-ierusalime-carskie-grobnicy.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Druiden-v-ierusalime-carskie-grobnicy.jpg]" class="mycode_img" /></a>¹<br />
</div>
<br />
<br />
<br />
Der <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=184&amp;pid=9400#pid9400" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Rat der Druiden </a>war endgültig von der Insel  Mona vertrieben worden. Die Krieger Monas hatten sich dem Legatus Augusti Petilius Rufus ergeben müssen. Fünf Tagesreisen entfernt in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Novantum, </span>², wie es die Römer bezeichneten, an einem düsteren Kap umtost von den grauen Wogen der See, gerade jetzt im Winter, hatte er jedoch eine Zuflucht gefunden. Dort gab es einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Cairn</span>, einen Steinhügel, den das alte Volk errichtet hatte, Kammern und düstere Grabkammern und im Notfall auch ein Versteck für die Verfolgten. Kaum jemand verirrte sich dorthin, und wer es tat, wurde verwirrt von Stimmen in der Finsternis, Nebel und einem namenlosen Schrecken. Während Mona ein Ort der Gelehrsamkeit und Spiritualität gewesen war, bis Rom die Insel zerstörte, war <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Maol nan Gall</span>- der "kahle Hügel der Fremden" ein Ort des Kriegsrates und des Hasses. Bis Cathbad zu den Briganten aufgebrochen war, um erneut die Kriegsfackel entzünden, hatte er diesen Ort mit seinem Geist geprägt. Nun war er aber schon lange unterwegs, und seinen Platz hatte <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=254&amp;pid=2009#pid2009" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Meister Cartivel</a> eingenommen. Cartivel war selbst breitschultrig und groß wie ein Kriegsmann. In sein rotes Haar flochten sich erst wenige graue Strähnen. Er war jedoch weniger eisern als der alte Cathbad, eher auf Ausgleich bedacht. Aber er war einer der Jüngeren und hatte nicht viele Anhänger und da er Cathbads Stellvertreter war, hielt er sich an dessen Beispiel und dessen Taten.<br />
<br />
In einer sturmuntosten Nacht - es war gerade die Nacht, <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=124&amp;pid=12320#pid12320" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">in der Fintan in der Falkenhöhle einen Leichnam verscharrte</a>, träumte Cartivel einen beunruhigenden Traum.<br />
Er sah in diesem Traum einen Wald. Es war einer der hohen, großen Wälder in Albions Süden.  Und dort über dem Wald leuchtete eine Schwärze ohne Sterne, ohne Licht und ohne Leben. Dort kreisten <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sie</span> wie Stücke von Nichts, wie Leere, und wo sie kreischten und ihre Schwingen ausspannten, erloschen die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Silberlinien </span>der Welt selbst.  Etwas Böses heulte verzweifelt über den Verlust seines wertvollsten Werkzeugs. Sie hatten etwas verloren, was ihnen schon sehr lange gehört hatte. Sie forderten Rache von Land, Mensch und Tier.....<br />
<br />
Cartivel erwachte. Trotz der Kälte dampften seine Glieder vor Schweiß. Er erhob sich schwankend, immer noch unter dem Eindruck der grausigen Bilder. Dann rief er einen der jüngeren Schüler, legte ihm eine Hand über die Augen und ließ ihn schlafen. Er brauchte ein bisschen nur von dessen jugendlicher Kraft, als er nun Asche und Wasser beschwor. <br />
Er nahm mit einer Hand Asche und rührte sie in eine Schale Wasser. Sein Geist verband sich mit allem, was Wasser in Albion war, mit Quellen, mit Flüssen, mit Seen und selbst dem gezähmten Wasser der  Aquädukte. Doch auch Menschen und Tiere waren Wasser. Rasch floss sein suchender Geist dahin.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Meister Cathbad... ich erbitte deinen weisen Rat. Was geschieht gerade?"</span>, murmelte Cartivel und tupfte mit seinem knotigen Zeigefinger etwas Wasseraschegemisch  auf die Stirn des Jungen. Dieser öffnete die Augen. Seine Augen waren schwarz wie das Moor.<br />
<br />
<span style="font-family: Courier New;" class="mycode_font">"Er...ist...tot!"</span>, flüsterte er, und in seiner Stimme heulten die Boccanach mit dem Morgenwind: <span style="font-family: Courier New;" class="mycode_font">"Der Mörder jedoch...."</span>, der Junge verstummte, dann fiel er zu Boden.<br />
<br />
Cartivel fühlte an seinem Hals seinen Puls, der kräftig war, dann strich er ihm erneut über die Augen: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Schlafe jetzt tief und ohne böse Träume, ruhe dich ganz und gar  aus"</span>, murmelte er und trug den schlafenden Jungen eigenhändig auf sein Lager, wo er ihn zudeckte. Wenn er aufwachte, würde er sich an nichts mehr erinnern. <br />
<br />
Was Cartivel jedoch gesehen und gehört hatte, setzte ihn in Alarmbereitschaft. Meister Cathbad, der Erste im Rat, der Weiseste der Weisen, war entweder bereits gestorben oder doch in großer Gefahr. Und auch das Land selbst war es. <br />
<br />
Noch war Winter, der Seeweg war noch versperrt. Nur drei Reiter schickte Cartivel später aus, nach dem Verbleib seines Meisters zu fahnden: Einen in das Brigantenland, einen anderen nach Dubris, wo Cathbad das letzte Mal <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=844&amp;pid=12235#pid12235" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">ganz sicher gesehen worden war,</a> und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Cenmonoc</span>, den Stärksten und Kriegerischsten von ihnen nach Iscalis zu Cathbads Falken.<br />
<br />
Cenmonoc war auch derjenige, der Meister Cartivel versprach, falls jemand die frevelhafte Tat begangen hätte, dem Obersten des Druidenrates ein Leid anzutun, er nur mit dem Kopf des Mörders an seinem Sattel zurückkehren würde oder gar nicht mehr. <br />
<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">Sim off: ¹<a href="https://www.wikiart.org/en/vasily-vereshchagin/in-jerusalem-royal-tombs-1885" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Vasily Vereshchagin</a> by Wikiart, Public Domain ² heute: Mull of Galloway</span></span><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/9M7TQqQX/Druiden-v-ierusalime-carskie-grobnicy.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Druiden-v-ierusalime-carskie-grobnicy.jpg]" class="mycode_img" /></a>¹<br />
</div>
<br />
<br />
<br />
Der <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=184&amp;pid=9400#pid9400" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Rat der Druiden </a>war endgültig von der Insel  Mona vertrieben worden. Die Krieger Monas hatten sich dem Legatus Augusti Petilius Rufus ergeben müssen. Fünf Tagesreisen entfernt in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Novantum, </span>², wie es die Römer bezeichneten, an einem düsteren Kap umtost von den grauen Wogen der See, gerade jetzt im Winter, hatte er jedoch eine Zuflucht gefunden. Dort gab es einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Cairn</span>, einen Steinhügel, den das alte Volk errichtet hatte, Kammern und düstere Grabkammern und im Notfall auch ein Versteck für die Verfolgten. Kaum jemand verirrte sich dorthin, und wer es tat, wurde verwirrt von Stimmen in der Finsternis, Nebel und einem namenlosen Schrecken. Während Mona ein Ort der Gelehrsamkeit und Spiritualität gewesen war, bis Rom die Insel zerstörte, war <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Maol nan Gall</span>- der "kahle Hügel der Fremden" ein Ort des Kriegsrates und des Hasses. Bis Cathbad zu den Briganten aufgebrochen war, um erneut die Kriegsfackel entzünden, hatte er diesen Ort mit seinem Geist geprägt. Nun war er aber schon lange unterwegs, und seinen Platz hatte <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=254&amp;pid=2009#pid2009" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Meister Cartivel</a> eingenommen. Cartivel war selbst breitschultrig und groß wie ein Kriegsmann. In sein rotes Haar flochten sich erst wenige graue Strähnen. Er war jedoch weniger eisern als der alte Cathbad, eher auf Ausgleich bedacht. Aber er war einer der Jüngeren und hatte nicht viele Anhänger und da er Cathbads Stellvertreter war, hielt er sich an dessen Beispiel und dessen Taten.<br />
<br />
In einer sturmuntosten Nacht - es war gerade die Nacht, <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=124&amp;pid=12320#pid12320" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">in der Fintan in der Falkenhöhle einen Leichnam verscharrte</a>, träumte Cartivel einen beunruhigenden Traum.<br />
Er sah in diesem Traum einen Wald. Es war einer der hohen, großen Wälder in Albions Süden.  Und dort über dem Wald leuchtete eine Schwärze ohne Sterne, ohne Licht und ohne Leben. Dort kreisten <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sie</span> wie Stücke von Nichts, wie Leere, und wo sie kreischten und ihre Schwingen ausspannten, erloschen die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Silberlinien </span>der Welt selbst.  Etwas Böses heulte verzweifelt über den Verlust seines wertvollsten Werkzeugs. Sie hatten etwas verloren, was ihnen schon sehr lange gehört hatte. Sie forderten Rache von Land, Mensch und Tier.....<br />
<br />
Cartivel erwachte. Trotz der Kälte dampften seine Glieder vor Schweiß. Er erhob sich schwankend, immer noch unter dem Eindruck der grausigen Bilder. Dann rief er einen der jüngeren Schüler, legte ihm eine Hand über die Augen und ließ ihn schlafen. Er brauchte ein bisschen nur von dessen jugendlicher Kraft, als er nun Asche und Wasser beschwor. <br />
Er nahm mit einer Hand Asche und rührte sie in eine Schale Wasser. Sein Geist verband sich mit allem, was Wasser in Albion war, mit Quellen, mit Flüssen, mit Seen und selbst dem gezähmten Wasser der  Aquädukte. Doch auch Menschen und Tiere waren Wasser. Rasch floss sein suchender Geist dahin.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Meister Cathbad... ich erbitte deinen weisen Rat. Was geschieht gerade?"</span>, murmelte Cartivel und tupfte mit seinem knotigen Zeigefinger etwas Wasseraschegemisch  auf die Stirn des Jungen. Dieser öffnete die Augen. Seine Augen waren schwarz wie das Moor.<br />
<br />
<span style="font-family: Courier New;" class="mycode_font">"Er...ist...tot!"</span>, flüsterte er, und in seiner Stimme heulten die Boccanach mit dem Morgenwind: <span style="font-family: Courier New;" class="mycode_font">"Der Mörder jedoch...."</span>, der Junge verstummte, dann fiel er zu Boden.<br />
<br />
Cartivel fühlte an seinem Hals seinen Puls, der kräftig war, dann strich er ihm erneut über die Augen: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Schlafe jetzt tief und ohne böse Träume, ruhe dich ganz und gar  aus"</span>, murmelte er und trug den schlafenden Jungen eigenhändig auf sein Lager, wo er ihn zudeckte. Wenn er aufwachte, würde er sich an nichts mehr erinnern. <br />
<br />
Was Cartivel jedoch gesehen und gehört hatte, setzte ihn in Alarmbereitschaft. Meister Cathbad, der Erste im Rat, der Weiseste der Weisen, war entweder bereits gestorben oder doch in großer Gefahr. Und auch das Land selbst war es. <br />
<br />
Noch war Winter, der Seeweg war noch versperrt. Nur drei Reiter schickte Cartivel später aus, nach dem Verbleib seines Meisters zu fahnden: Einen in das Brigantenland, einen anderen nach Dubris, wo Cathbad das letzte Mal <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=844&amp;pid=12235#pid12235" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">ganz sicher gesehen worden war,</a> und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Cenmonoc</span>, den Stärksten und Kriegerischsten von ihnen nach Iscalis zu Cathbads Falken.<br />
<br />
Cenmonoc war auch derjenige, der Meister Cartivel versprach, falls jemand die frevelhafte Tat begangen hätte, dem Obersten des Druidenrates ein Leid anzutun, er nur mit dem Kopf des Mörders an seinem Sattel zurückkehren würde oder gar nicht mehr. <br />
<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">Sim off: ¹<a href="https://www.wikiart.org/en/vasily-vereshchagin/in-jerusalem-royal-tombs-1885" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Vasily Vereshchagin</a> by Wikiart, Public Domain ² heute: Mull of Galloway</span></span><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Einfach nur weg]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=851</link>
			<pubDate>Sun, 08 Dec 2024 19:47:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=68">Louarn</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=851</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=124&amp;pid=12311#pid12311" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
<br />
Ich rannte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weg.</span> Das war das gute an einer panikartigen Flucht, sie brauchte kein Ziel. Man lief einfach nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weg</span>. Das Ziel ergab sich dann von ganz allein.<br />
Draußen war alles immer noch von leichtem Nebel verschleiert und verbarg den Boden und schluckte die meisten Geräusche. Im Moment hätte ich aber nicht einmal bemerkt, wenn hier tanzende Feen gewesen wären. Ich vergaß auch mein Pferd, was irgendwo hätte sein müssen. Verdammt, ich hatte nicht einmal das Feuer in der höhle gelöscht, von neuem Holz ganz zu schweigen. Ich hatte gerade echt andere Sorgen. Oder nein: Ich hatte einen ausgewachsenen Panikanfall. Darum rannte ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weg</span>.<br />
<br />
<br />
Die Luft war kalt und schneidend und ich hatte das Gefühl, als würde meine Lunge nicht genug davon abbekommen. Ich japste also ungebührlich beim rennen und konnte vor Nebel und dem Brennen in meinen Augen nichts sehen. Es dauerte also nicht allzu lang, bis ich mich das erste Mal lang legte, weil ich über eine Wurzel gestolpert war. Beim zweiten Mal fiel ich in einen Brombeerbusch, der seine fiesen Stacheln durch mein Hemd in meine Arme bohrte. Dem Brennen in meinem Gesicht nach zu urteilen, hatte ich auch mindestens einen Kratzer im Gesicht auf der Stirn. Von da lief auch schon bald etwas Blut in mein Auge. Aber trotzdem rannte ich einfach immer weiter und wollte einfach nur weg von dem, was ich getan hatte.<br />
<br />
<br />
Ja, Cathbad hatte Calum töten wollen. Und alle, die Calum auch nur kannte. Sehr grausam. Er hatte uns alle töten wollen, jeden einzelnen von uns. Es war nicht meine Absicht gewesen, ihn zu töten, ich wollte nur meine Brüder beschützen. Und trotzdem sagte mir eine Stimme bei jedem hastigen Schritt immer nur eins: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Mörder! Mörder! Mörder!</span><br />
Ich hatte einen Druiden getötet. Wenn stimmte, was er sagte, sogar den höchsten Druiden der Insel. Was er sonst noch gewesen war, ein grausamer Foltermeister, ein schlechter Mensch, selbst Mörder und schlimmeres, das war egal. Sollte irgendjemand jemals herausfinden, was ich getan…<br />
Wieder wurde mein Fuß von einer Wurzel gefangen und ich stürzte. Ich kam hart auf und blieb diesmal nicht gleich liegen, sondern fiel weiter, drehte mich, fiel in raschelnde Blätter, weiter auf Steine und Himmel und Boden verschwammen miteinander.<br />
<br />
<br />
Am Fuß des Abhangs blieb ich ohnmächtig liegen.<br />
<br />
<br />
<span style="color: #c19e00;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">*reserviert*</span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=124&amp;pid=12311#pid12311" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
<br />
Ich rannte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weg.</span> Das war das gute an einer panikartigen Flucht, sie brauchte kein Ziel. Man lief einfach nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weg</span>. Das Ziel ergab sich dann von ganz allein.<br />
Draußen war alles immer noch von leichtem Nebel verschleiert und verbarg den Boden und schluckte die meisten Geräusche. Im Moment hätte ich aber nicht einmal bemerkt, wenn hier tanzende Feen gewesen wären. Ich vergaß auch mein Pferd, was irgendwo hätte sein müssen. Verdammt, ich hatte nicht einmal das Feuer in der höhle gelöscht, von neuem Holz ganz zu schweigen. Ich hatte gerade echt andere Sorgen. Oder nein: Ich hatte einen ausgewachsenen Panikanfall. Darum rannte ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weg</span>.<br />
<br />
<br />
Die Luft war kalt und schneidend und ich hatte das Gefühl, als würde meine Lunge nicht genug davon abbekommen. Ich japste also ungebührlich beim rennen und konnte vor Nebel und dem Brennen in meinen Augen nichts sehen. Es dauerte also nicht allzu lang, bis ich mich das erste Mal lang legte, weil ich über eine Wurzel gestolpert war. Beim zweiten Mal fiel ich in einen Brombeerbusch, der seine fiesen Stacheln durch mein Hemd in meine Arme bohrte. Dem Brennen in meinem Gesicht nach zu urteilen, hatte ich auch mindestens einen Kratzer im Gesicht auf der Stirn. Von da lief auch schon bald etwas Blut in mein Auge. Aber trotzdem rannte ich einfach immer weiter und wollte einfach nur weg von dem, was ich getan hatte.<br />
<br />
<br />
Ja, Cathbad hatte Calum töten wollen. Und alle, die Calum auch nur kannte. Sehr grausam. Er hatte uns alle töten wollen, jeden einzelnen von uns. Es war nicht meine Absicht gewesen, ihn zu töten, ich wollte nur meine Brüder beschützen. Und trotzdem sagte mir eine Stimme bei jedem hastigen Schritt immer nur eins: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Mörder! Mörder! Mörder!</span><br />
Ich hatte einen Druiden getötet. Wenn stimmte, was er sagte, sogar den höchsten Druiden der Insel. Was er sonst noch gewesen war, ein grausamer Foltermeister, ein schlechter Mensch, selbst Mörder und schlimmeres, das war egal. Sollte irgendjemand jemals herausfinden, was ich getan…<br />
Wieder wurde mein Fuß von einer Wurzel gefangen und ich stürzte. Ich kam hart auf und blieb diesmal nicht gleich liegen, sondern fiel weiter, drehte mich, fiel in raschelnde Blätter, weiter auf Steine und Himmel und Boden verschwammen miteinander.<br />
<br />
<br />
Am Fuß des Abhangs blieb ich ohnmächtig liegen.<br />
<br />
<br />
<span style="color: #c19e00;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">*reserviert*</span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Asche und Wasser]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=844</link>
			<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 11:56:17 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=132">Cathbad</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=844</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=709&amp;pid=12199#pid12199" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
Cathbad hatte, bevor sich der Ring der Eroberer um die Stadt schloss, Isurium verlassen. Er reiste wirklich nicht über Deva - da wurden die Römer erwartet - sondern er nahm die Westroute über den Abus mit einem schnellen Venetes- Schiff. Wie ein Paket reichte man ihn von einem Punkt zum anderen weiter. Cathbad fand nicht, dass man Rücksicht auf seine alten Knochen nahm. Er war recht verdrießlich. Der Winter kam mit langen Schritten.  Der einzige Gedanke, der den Druiden noch freute, war die Erinnerung an das<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=824&amp;pid=12027#pid12027" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> Opfer für Andraste</a>. Wie rasch er mit der Schnur noch gewesen war, fast hatte er sich wieder jung gefühlt. <br />
<br />
Cathbad war bei Dubris an Land gegangen. Mittlerweile hatte er beschlossen, sich nicht aller Falken zu entledigen, sondern zuerst die Nützlichkeit jedes Einzelnen zu prüfen. Hier gab sich Cathbad wie schon so oft einer Selbsttäuschung hin. Im tiefsten Inneren fürchtete er sich vor einer Konfrontation mit <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ciaran</span>, dessen Loyalität er nicht kannte. Vermutlich galt sie ohnehin nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Cinead</span>, aber bei Ciaran wusste man nie<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">In Dubris </span><br />
<br />
...das Mädchen, das bei Cathbad schlief, konnte ihren Widerwillen kaum verbergen, ängstlich schaute sie auf die rostbraunen Blutflecke, die am Umhang des Druiden getrocknet waren.....Wenn der Alte eine Reisepause einlegte, so benutzte er die Sklavinnen, die man ihm gab, um sich an ihren jungen Körpern zu wärmen, er rührte sie nicht an, doch hinterließ er sie immer kraftlos und geplagt von bösen Träumen....<br />
<br />
Cathbad erhob sich. Er nahm mit der Hand Asche und rührte sie in eine Schale Wasser. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wasser"</span>, beschwor er es, und sein Geist verband sich mit allem, was Wasser war, Quellen, Flüssen, Seen und auch dem gezähmten Strom in den Aquädukten. Doch auch in Menschen und Tieren war Wasser. Eigentlich hätte er jeden Falken sofort aufspüren müssen, er kannte sie gut, er hatte sie groß gezogen.<br />
Er stieß er zunächst auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Calum</span> und später auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Alun</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wo</span> waren sie und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wann waren sie</span>?<br />
Es schien Cathbad diesmal , als wären sie durch den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nebel </span>von ihm getrennt.  Tot waren sie aber nicht.....  So seltsam und widersprüchlich und so kräftezehrend.....lag es daran? Was nützte ein geschulter Geist, wenn der alte Leib nicht mehr wollte?<br />
<br />
Cathbad winkte die Sklavin zu sich und vergrub seinen Mund in der kleinen Kuhle zwischen Hals und Schulter. Dort atmete er von ihrer jugendlichen Kraft...<br />
Als es ihm wieder besser ging und dagegen das Mädchen zitterte und ein wenig klagte, rührte er noch einmal mit seinem knochigen Zeigefinger in der Schale das Wasser- Aschegemisch.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Louarn!</span> Louarn wenigstens schien unverwandelt, sein getreues Arbeitstier, der gute Junge Louarn. Cathbad grinste ein wenig, und die Haut spannte sich auf seinem Schädel.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"LOUARN, in 9 Tagen in der Falkenhöhle"</span>, flüsterte er: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">" Du Hüter deiner Brüder - was ist mit ihnen? Komm alleine"</span><br />
<br />
Louarn gehörte zu den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nützlichen. </span>- und es gab eine Prophezeiung, die dafür sorgte, dass er leben<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> musste.</span>  Doch etwas musste sich mit der Gemeinschaft der Falkenbrüder ereignet haben, und der Rotfuchs war der Richtige, Cathbad Bericht zu erstatten.<br />
<br />
Die Sklavin schaute den Druiden ängstlich an, als er so mit der Luft zu reden schien. Cathbad ging an ihr vorbei. Er wollte sie grob zurück aufs Bett stoßen, aber nicht einmal bei solch einem eingeschüchterten Geschöpf gelang ihm das heute.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=709&amp;pid=12199#pid12199" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
Cathbad hatte, bevor sich der Ring der Eroberer um die Stadt schloss, Isurium verlassen. Er reiste wirklich nicht über Deva - da wurden die Römer erwartet - sondern er nahm die Westroute über den Abus mit einem schnellen Venetes- Schiff. Wie ein Paket reichte man ihn von einem Punkt zum anderen weiter. Cathbad fand nicht, dass man Rücksicht auf seine alten Knochen nahm. Er war recht verdrießlich. Der Winter kam mit langen Schritten.  Der einzige Gedanke, der den Druiden noch freute, war die Erinnerung an das<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=824&amp;pid=12027#pid12027" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> Opfer für Andraste</a>. Wie rasch er mit der Schnur noch gewesen war, fast hatte er sich wieder jung gefühlt. <br />
<br />
Cathbad war bei Dubris an Land gegangen. Mittlerweile hatte er beschlossen, sich nicht aller Falken zu entledigen, sondern zuerst die Nützlichkeit jedes Einzelnen zu prüfen. Hier gab sich Cathbad wie schon so oft einer Selbsttäuschung hin. Im tiefsten Inneren fürchtete er sich vor einer Konfrontation mit <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ciaran</span>, dessen Loyalität er nicht kannte. Vermutlich galt sie ohnehin nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Cinead</span>, aber bei Ciaran wusste man nie<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">In Dubris </span><br />
<br />
...das Mädchen, das bei Cathbad schlief, konnte ihren Widerwillen kaum verbergen, ängstlich schaute sie auf die rostbraunen Blutflecke, die am Umhang des Druiden getrocknet waren.....Wenn der Alte eine Reisepause einlegte, so benutzte er die Sklavinnen, die man ihm gab, um sich an ihren jungen Körpern zu wärmen, er rührte sie nicht an, doch hinterließ er sie immer kraftlos und geplagt von bösen Träumen....<br />
<br />
Cathbad erhob sich. Er nahm mit der Hand Asche und rührte sie in eine Schale Wasser. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wasser"</span>, beschwor er es, und sein Geist verband sich mit allem, was Wasser war, Quellen, Flüssen, Seen und auch dem gezähmten Strom in den Aquädukten. Doch auch in Menschen und Tieren war Wasser. Eigentlich hätte er jeden Falken sofort aufspüren müssen, er kannte sie gut, er hatte sie groß gezogen.<br />
Er stieß er zunächst auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Calum</span> und später auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Alun</span>. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wo</span> waren sie und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wann waren sie</span>?<br />
Es schien Cathbad diesmal , als wären sie durch den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nebel </span>von ihm getrennt.  Tot waren sie aber nicht.....  So seltsam und widersprüchlich und so kräftezehrend.....lag es daran? Was nützte ein geschulter Geist, wenn der alte Leib nicht mehr wollte?<br />
<br />
Cathbad winkte die Sklavin zu sich und vergrub seinen Mund in der kleinen Kuhle zwischen Hals und Schulter. Dort atmete er von ihrer jugendlichen Kraft...<br />
Als es ihm wieder besser ging und dagegen das Mädchen zitterte und ein wenig klagte, rührte er noch einmal mit seinem knochigen Zeigefinger in der Schale das Wasser- Aschegemisch.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Louarn!</span> Louarn wenigstens schien unverwandelt, sein getreues Arbeitstier, der gute Junge Louarn. Cathbad grinste ein wenig, und die Haut spannte sich auf seinem Schädel.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"LOUARN, in 9 Tagen in der Falkenhöhle"</span>, flüsterte er: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">" Du Hüter deiner Brüder - was ist mit ihnen? Komm alleine"</span><br />
<br />
Louarn gehörte zu den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nützlichen. </span>- und es gab eine Prophezeiung, die dafür sorgte, dass er leben<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> musste.</span>  Doch etwas musste sich mit der Gemeinschaft der Falkenbrüder ereignet haben, und der Rotfuchs war der Richtige, Cathbad Bericht zu erstatten.<br />
<br />
Die Sklavin schaute den Druiden ängstlich an, als er so mit der Luft zu reden schien. Cathbad ging an ihr vorbei. Er wollte sie grob zurück aufs Bett stoßen, aber nicht einmal bei solch einem eingeschüchterten Geschöpf gelang ihm das heute.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Unten am Fluss]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=765</link>
			<pubDate>Tue, 27 Aug 2024 18:40:46 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=41">Furianus Frowin</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=765</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=762&amp;pid=11186#pid11186" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
Einige Minuten Weg durch Wiese und Wald und sie erreichten einen kleinen Trampelpfad, der zwischen Bäumen und Büschen durchführte. Frowin freute sich über den kühlen Schatten. Das Pferd band er in der Nähe an und das Flussrauschen konnte man auch hören. <br />
"Schön hier", sagte er und blickte durch das Dickicht zu einer kleinen Bucht direkt am Ufer. Es war herrlich hier. Und abgeschieden, was ihn natürlich freute. <br />
"Oder? Die Jüngeren kommen manchmal her, um zu schwimmen", sagte Cornelia, die je Frowin und Helios an eine Hand nahm. "Aber heute ist wohl keiner außer uns hier."<br />
"Schade."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=762&amp;pid=11186#pid11186" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
Einige Minuten Weg durch Wiese und Wald und sie erreichten einen kleinen Trampelpfad, der zwischen Bäumen und Büschen durchführte. Frowin freute sich über den kühlen Schatten. Das Pferd band er in der Nähe an und das Flussrauschen konnte man auch hören. <br />
"Schön hier", sagte er und blickte durch das Dickicht zu einer kleinen Bucht direkt am Ufer. Es war herrlich hier. Und abgeschieden, was ihn natürlich freute. <br />
"Oder? Die Jüngeren kommen manchmal her, um zu schwimmen", sagte Cornelia, die je Frowin und Helios an eine Hand nahm. "Aber heute ist wohl keiner außer uns hier."<br />
"Schade."]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Reise in den Norden - ADLERTOD]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=740</link>
			<pubDate>Sun, 04 Aug 2024 13:13:28 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=132">Cathbad</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=740</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/SszK6RyJ/SCHIFF1-ai.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: SCHIFF1-ai.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
<br />
Der Druide war die letzte Woche in der Mission unterwegs gewesen, die Römer abzulenken. Eine seiner Agentinnen hatte einen Minenaufstand angezettelt, dieser hatte das Auge des Statthalters eine kurze Weile nach Südwesten gelenkt. <br />
So war der junge Fuchs mit seiner Reisegesellschaft nicht behelligt worden. <br />
Cathbad selbst hatte sich dann in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Glevum </span>auf ein Schiff von Händlern aus Aremorica eingeschifft und war in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deva</span> weit im Norden an Land gegangen. Da das Schiff nach <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">venetischer Art¹ </span>gebaut worden war und der Wind günstig stand, hatte die Fahrt nur sechs Tage gedauert. Obwohl die Strecke von Deva aus über Land nach Meilen die kürzere war, würde ihre Bewältigung weit länger dauern als der Seeweg. <br />
Cathbad  würde die Hochzeit versäumen, die bedeutete ihm jedoch nichts. Wichtiger waren seine damit verbundenen Pläne.<br />
<br />
Doch nun war es kürzlich wie ein Beben durch das Netz, welches die Welt zusammenhielt, gegangen. Sachte nur, aber auch Raven hatte es damals in ihrer Priesterinnenvision geschaut, und Cathbad hatte die Zeichen gedeutet. Der Widersacher in Rom, Kaiser Vespasian, hatte seinen Weg in die Anderswelt angetreten. <br />
<br />
<span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der alte Adler war tot</span>. </span><br />
<br />
Doch kein Mord diesmal, kein Bürgerkrieg. Der Sohn folgte auf den Vater. <br />
Ändern würde sich in Britannien nicht viel.<br />
<br />
Aber die Herrschaft des neuen Adlers stand unter einem seltsam unglücklichen Stern. Flammen und Dunkelheit. Die Erde selbst wollte sich erheben. Der Rat der Druiden war zutiefst beunruhigt.<br />
<br />
Cathbad musste mit dem jungen Prinzen sprechen. Und auch mit seinen eigenen Falken -   mit dem, was von den Falken übrig geblieben war, seit Dunduvan den Tod gefunden hatte.<br />
<br />
&gt;&gt;&gt;<br />
<br />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">¹ Sim off: Caesar beschreibt die <a href="http://latein.cc/uebersetzung/de-bello-gallico-3.html#kapitel-13" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Schiffe der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Venetes</span></a>, Bild: erstellt mit Artbreeder</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/SszK6RyJ/SCHIFF1-ai.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: SCHIFF1-ai.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
<br />
Der Druide war die letzte Woche in der Mission unterwegs gewesen, die Römer abzulenken. Eine seiner Agentinnen hatte einen Minenaufstand angezettelt, dieser hatte das Auge des Statthalters eine kurze Weile nach Südwesten gelenkt. <br />
So war der junge Fuchs mit seiner Reisegesellschaft nicht behelligt worden. <br />
Cathbad selbst hatte sich dann in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Glevum </span>auf ein Schiff von Händlern aus Aremorica eingeschifft und war in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deva</span> weit im Norden an Land gegangen. Da das Schiff nach <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">venetischer Art¹ </span>gebaut worden war und der Wind günstig stand, hatte die Fahrt nur sechs Tage gedauert. Obwohl die Strecke von Deva aus über Land nach Meilen die kürzere war, würde ihre Bewältigung weit länger dauern als der Seeweg. <br />
Cathbad  würde die Hochzeit versäumen, die bedeutete ihm jedoch nichts. Wichtiger waren seine damit verbundenen Pläne.<br />
<br />
Doch nun war es kürzlich wie ein Beben durch das Netz, welches die Welt zusammenhielt, gegangen. Sachte nur, aber auch Raven hatte es damals in ihrer Priesterinnenvision geschaut, und Cathbad hatte die Zeichen gedeutet. Der Widersacher in Rom, Kaiser Vespasian, hatte seinen Weg in die Anderswelt angetreten. <br />
<br />
<span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der alte Adler war tot</span>. </span><br />
<br />
Doch kein Mord diesmal, kein Bürgerkrieg. Der Sohn folgte auf den Vater. <br />
Ändern würde sich in Britannien nicht viel.<br />
<br />
Aber die Herrschaft des neuen Adlers stand unter einem seltsam unglücklichen Stern. Flammen und Dunkelheit. Die Erde selbst wollte sich erheben. Der Rat der Druiden war zutiefst beunruhigt.<br />
<br />
Cathbad musste mit dem jungen Prinzen sprechen. Und auch mit seinen eigenen Falken -   mit dem, was von den Falken übrig geblieben war, seit Dunduvan den Tod gefunden hatte.<br />
<br />
&gt;&gt;&gt;<br />
<br />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">¹ Sim off: Caesar beschreibt die <a href="http://latein.cc/uebersetzung/de-bello-gallico-3.html#kapitel-13" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Schiffe der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Venetes</span></a>, Bild: erstellt mit Artbreeder</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Zwinschen Silurer- und Dobunniland] Mitgift für eine Prinzessin]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=711</link>
			<pubDate>Sun, 30 Jun 2024 12:18:59 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=61">Chronist</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=711</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/rpt77THZ/Keltische-Reiter4-1.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Keltische-Reiter4-1.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
Zehn Männer waren unterwegs. Sie waren unauffällig, sie benutzten römische Straßen, sobald es welche gab, sie waren Händler und führten baltischen Bernstein und Töpferware,  sowie Amphoren mit Öl auf einem Karren mit sich. Ihre Sicherheit mochte ihre hohe Anzahl rechtfertigen. Ihr Anführer hieß Searigis, fast alle waren sie Silurer. <br />
<br />
Nun hatten sie ihr Lager aufgeschlagen, denn es dämmerte. Zwei Männer hielten Wache. Die übrigen malten Korn, buken Fladen, holten Wasser, erleichterten sich, puhlten in ihren Zähnen und machten untereinander Witze.<br />
<br />
Ein großer, älterer Mann namens Pisso fischte sich ein Brot heran und biss hinein:<br />
" Heddwyn war überhaupt nicht erbaut darüber, dass eine Nichte aufgetaucht ist. Der hätte sie am liebsten in eine Gans verwandelt. Aber er ist viel zu schlau , um die alten Geschichten wieder aufzuwärmen, wie er König geworden ist", sagte Pisso gerade und zwinkerte.<br />
<br />
Searigis fand das nicht lustig: "Pass nur auf, wie du vom König sprichst!", sagte er, obwohl er wusste, dass das Pisso, der ein alter Haudegen war, nicht beindrucken würde:<br />
" Wir haben uns gefreut, dass Prinzessin Rhian noch lebt. Und ihr Onkel verheiratet sie an einen einflussreichen Mann, das ist doch nur recht"<br />
<br />
"Wäre besser, sie bliebe bei uns. Die Leute im Norden sind nicht wie wir. Das sind Wilde, die sich noch ihre Ärsche blau anmalen!", rief ein Mann hinüber, der die Pferde versorgt hatte und nun zum Essen kam.<br />
<br />
" Wir sollten diese Streitereien lassen. Genau das ist doch der Grund, warum uns jetzt die Römer bei den Eiern gepackt haben!", erwiderte Pisso und zwinkerte wieder. Vermutlich wollte er gar nicht zwinkern, sondern er hatte nur einen Tick.<br />
<br />
"Manchen kraulen sie die Eier sogar!", prustete ein Jüngerer los, das war Sualli, Searigis Sohn.<br />
Searigis deutete einen halben Schlag an, stimmte aber ins Gelächter mit ein. <br />
<br />
Dann ging das Gerede weiter um die Frauen der Einzelnen, die sie bald wieder sehen würden. Allmählich wurden alle einsilbiger. Sie waren schon lange unterwegs und müde.<br />
<br />
" Morgen abend dürften wir in... Cheddar sein. Meister Corio hat mir die Botschaft geschickt, dass wir mit einem gewissen Owain sprechen müssen", sagte Searigis später zu Pisso: <br />
" Das ist ein römischer Freigelassener. Er weiß, wo die... Mitgift für das Prinzesschen versteckt ist. Sich uns anschließen wollte er aber nicht, obwohl er ein Silurer wie wir ist"<br />
<br />
Pisso warf unwillkürlich einen Blick zur Seite. Ihre Mission war nicht ungefährlich: Einen Haufen Rüstzeug längs durch Britannien ins Brigantenland zu schaffen. Wenn die Römer sie erwischten, landeten sie alle am Kreuz. Daher hatten die Hochzeitsgesellschaft und die "Mitgift-der- Braut - Bringer" verschiedene Wege eingeschlagen, um in den Norden zu gelangen. Fast bedauerte Pisso es, dass sie nicht mehr Krieger waren. Die Balance zwischen Unauffälligkeit und Wehrhaftigkeit war nicht leicht zu wahren, allerdings hätten sie den Römern auch nichts entgegen zu setzen, wenn sie viele wären.<br />
<br />
Das Feuer brannte hinunter. Die erste Nachtwache wurde abgelöst, und der Mond ging unter....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/rpt77THZ/Keltische-Reiter4-1.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Keltische-Reiter4-1.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
Zehn Männer waren unterwegs. Sie waren unauffällig, sie benutzten römische Straßen, sobald es welche gab, sie waren Händler und führten baltischen Bernstein und Töpferware,  sowie Amphoren mit Öl auf einem Karren mit sich. Ihre Sicherheit mochte ihre hohe Anzahl rechtfertigen. Ihr Anführer hieß Searigis, fast alle waren sie Silurer. <br />
<br />
Nun hatten sie ihr Lager aufgeschlagen, denn es dämmerte. Zwei Männer hielten Wache. Die übrigen malten Korn, buken Fladen, holten Wasser, erleichterten sich, puhlten in ihren Zähnen und machten untereinander Witze.<br />
<br />
Ein großer, älterer Mann namens Pisso fischte sich ein Brot heran und biss hinein:<br />
" Heddwyn war überhaupt nicht erbaut darüber, dass eine Nichte aufgetaucht ist. Der hätte sie am liebsten in eine Gans verwandelt. Aber er ist viel zu schlau , um die alten Geschichten wieder aufzuwärmen, wie er König geworden ist", sagte Pisso gerade und zwinkerte.<br />
<br />
Searigis fand das nicht lustig: "Pass nur auf, wie du vom König sprichst!", sagte er, obwohl er wusste, dass das Pisso, der ein alter Haudegen war, nicht beindrucken würde:<br />
" Wir haben uns gefreut, dass Prinzessin Rhian noch lebt. Und ihr Onkel verheiratet sie an einen einflussreichen Mann, das ist doch nur recht"<br />
<br />
"Wäre besser, sie bliebe bei uns. Die Leute im Norden sind nicht wie wir. Das sind Wilde, die sich noch ihre Ärsche blau anmalen!", rief ein Mann hinüber, der die Pferde versorgt hatte und nun zum Essen kam.<br />
<br />
" Wir sollten diese Streitereien lassen. Genau das ist doch der Grund, warum uns jetzt die Römer bei den Eiern gepackt haben!", erwiderte Pisso und zwinkerte wieder. Vermutlich wollte er gar nicht zwinkern, sondern er hatte nur einen Tick.<br />
<br />
"Manchen kraulen sie die Eier sogar!", prustete ein Jüngerer los, das war Sualli, Searigis Sohn.<br />
Searigis deutete einen halben Schlag an, stimmte aber ins Gelächter mit ein. <br />
<br />
Dann ging das Gerede weiter um die Frauen der Einzelnen, die sie bald wieder sehen würden. Allmählich wurden alle einsilbiger. Sie waren schon lange unterwegs und müde.<br />
<br />
" Morgen abend dürften wir in... Cheddar sein. Meister Corio hat mir die Botschaft geschickt, dass wir mit einem gewissen Owain sprechen müssen", sagte Searigis später zu Pisso: <br />
" Das ist ein römischer Freigelassener. Er weiß, wo die... Mitgift für das Prinzesschen versteckt ist. Sich uns anschließen wollte er aber nicht, obwohl er ein Silurer wie wir ist"<br />
<br />
Pisso warf unwillkürlich einen Blick zur Seite. Ihre Mission war nicht ungefährlich: Einen Haufen Rüstzeug längs durch Britannien ins Brigantenland zu schaffen. Wenn die Römer sie erwischten, landeten sie alle am Kreuz. Daher hatten die Hochzeitsgesellschaft und die "Mitgift-der- Braut - Bringer" verschiedene Wege eingeschlagen, um in den Norden zu gelangen. Fast bedauerte Pisso es, dass sie nicht mehr Krieger waren. Die Balance zwischen Unauffälligkeit und Wehrhaftigkeit war nicht leicht zu wahren, allerdings hätten sie den Römern auch nichts entgegen zu setzen, wenn sie viele wären.<br />
<br />
Das Feuer brannte hinunter. Die erste Nachtwache wurde abgelöst, und der Mond ging unter....]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Reise nach Norden - Eine Braut auf dem Weg]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=697</link>
			<pubDate>Thu, 09 May 2024 18:17:02 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=68">Louarn</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=697</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=692&amp;pid=10330#pid10330" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt; &lt; &lt;</a><br />
<br />
<br />
Von der heiligen Quelle der Brigid aus ging es erst einmal nach Nordwesten durch den Wald. Unsere Pferde trotteten langsam hintereinander her, denn im Wald ging es ohnehin nicht anders. Hier waren keine breiten Straßen und geraden Wege, die zu der Quelle geführt hätten, sondern nur Bäume, Sträucher, Unterholz und dazwischen ein paar gnädige Wildwechsel. <br />
Bis zum Mittag waren wir also nicht wirklich schnell voran gekommen, ehe der Wald sich lichtete und der hügeligen Landschaft im westlichen Atrebatenland wich. Hier saßen wir zum ersten Mal ab und ließen die Pferde etwas grasen, während wir kurz rasteten und dann zu Fuß erst einmal ein gutes Stück gingen. Zum einen, um die Pferde zu schonen, zum anderen einfach auch, um unsere Gelenke ein wenig zu bewegen und nicht gänzlich durchgescheuert zu werden auf den Pferderücken. So würden wir es jeden Tag machen: einige Stunden reiten, einige Stunden laufen.<br />
<br />
<br />
Im Wald war meine Stimmung noch etwas angespannt. Ich rechnete zwar nicht wirklich mit einer Gefahr so dicht bei der Quelle, aber jeder Wald war immer gefährlich. Es musste nicht immer ein Räuber oder ein Bär oder Wölfe sein, die man nicht kommen sah. Es reichten auch schon Erdlöcher von Kaninchen, ein missgelaunter Dachs oder eine Wurzel, über die ein Pferd stolperte. Und vor allen Dingen wurde man im Wald zwar nicht gesehen, aber man selber sah natürlich genauso wenig und wurde daher immer und von allem überrascht. Anders gesagt: Für unsere Reise waren Wälder hinderlich.<br />
Hier aber, wo die Sonne über die grünen Hügel und hohen Wiesen schien und der Wind den Duft von Frühling mit sich trug, löste sich die Spannung bei mir und ich atmete ein wenig freier. Hier würden wir jeden Reiter und jede Patrouille schon auf eine halbe Meile Entfernung mindestens kommen sehen und es gäbe keine Überraschungen.<br />
Nach einer Weile, als ich das Gefühl hatte, dass dem einen oder anderen die Füße nun platt genug gelaufen waren, half ich den Damen auch wieder beim Aufsteigen und wir konnten weiter reiten. Hier draußen auf der Wiese sogar in einem leichten Trab, so dass wir schneller vorankamen. Ich wollte das gute Wetter nutzen, ein wenig Wegstrecke gut zu machen, ehe wir uns nach einem geeigneten Lagerplatz würden umsehen müssen, der etwas wind- und bestenfalls regengeschützt war.<br />
<br />
<br />
Ich nutzte die Gelegenheit, die Stimmung etwas aufzulockern und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gSW0X5p4ouE" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">sang ein kleines Lied.</a> Eigentlich war das ein Kinderlied, oder eines für Stunden, wo man schon ein bisschen was getrunken hatte. Der Text war eigentlich ganz einfach: <br />
Einer meiner Brüder schickte mir<br />
einen Ochsen, einen Stier, einen Wolf, einen Hund<br />
Ein Huf, ein Fuß, ein Wolf, ein Hund<br />
Ochse und Stier, Wolf und Hund<br />
schickte ein Bruder mir.<br />
<br />
<br />
Zwei meiner Brüder schickten mir<br />
zwei Ochsen, zwei Stiere…<br />
<br />
<br />
Und so weiter, immer mehr, und dann wieder rückwärts schnell heruntergezählt. Es war einfach ein lustiges, kleines Liedchen, keine schwere Liebesgeschichte oder tragischer Verlust, sondern einfach etwas, wo jeder mitsingen konnte, der das Lied irgendwann einmal schon gehört hatte. Und bei dem die Zeit etwas schneller verging.<br />
<br />
<br />
Als die Sonne noch eine Hand breit über dem Horizont war, machten wir uns auf die Suche nach einer guten Stelle zum Lagern. Schließlich entschieden wir uns für eine etwas felsigere Stelle, in der das Feuer keinen Buschbrand auslösen würde und nicht gleich meilenweit in die Nacht ausstrahlen würde.<br />
<br />
<br />
Wie ich Rhian angedroht hatte, als erstes wurden die Pferde versorgt. Ich ging also zu ihr und Anwen hinüber, um ihr zu helfen jetzt beim ersten Mal. In ein paar Tagen würde sie es alleine können müssen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hier, als erstes der Riemen, um das Gepäck zu lösen und dann der Riemen hier vom Sattel, um den abzunehmen“</span>, wies ich sie an, wie man das Pferd absattelte.<br />
Ich half Alun mit den Packpferden, die natürlich auch abgeladen werden mussten, und nahm ein paar der kleinen Säckchen zum füttern, um sie jeweils mit einem Scheffel Getreide für die Pferde zu füttern. Ich übergab einen Rhian, einen Anwen, und ging mit einem dann zu meinem Braunen hinüber, um auch ihn zu füttern und mit ein paar Büscheln trockenem Gras abzureiben. Dann nahm ich meinen Hufkratzer zur Hand, schaute kurz die Hufe des Braunen an, entfernte ein Steinchen, und ging dann zu Rhian, um ihr zu zeigen, wie sie das bei ihrem Pferd machen sollte, während die anderen sich hoffentlich, ohne dass ich was sagte, nützlich machten und etwas zu Essen fabrizierten – oder wenigstens die zwei Zelte aufstellten.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Weißt du, wie man einen Huf sauber macht?“</span> fragte ich erst einmal, bevor ich ihr einen Erklärvortrag hielt, den sie am Ende gar nicht bräuchte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=692&amp;pid=10330#pid10330" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt; &lt; &lt;</a><br />
<br />
<br />
Von der heiligen Quelle der Brigid aus ging es erst einmal nach Nordwesten durch den Wald. Unsere Pferde trotteten langsam hintereinander her, denn im Wald ging es ohnehin nicht anders. Hier waren keine breiten Straßen und geraden Wege, die zu der Quelle geführt hätten, sondern nur Bäume, Sträucher, Unterholz und dazwischen ein paar gnädige Wildwechsel. <br />
Bis zum Mittag waren wir also nicht wirklich schnell voran gekommen, ehe der Wald sich lichtete und der hügeligen Landschaft im westlichen Atrebatenland wich. Hier saßen wir zum ersten Mal ab und ließen die Pferde etwas grasen, während wir kurz rasteten und dann zu Fuß erst einmal ein gutes Stück gingen. Zum einen, um die Pferde zu schonen, zum anderen einfach auch, um unsere Gelenke ein wenig zu bewegen und nicht gänzlich durchgescheuert zu werden auf den Pferderücken. So würden wir es jeden Tag machen: einige Stunden reiten, einige Stunden laufen.<br />
<br />
<br />
Im Wald war meine Stimmung noch etwas angespannt. Ich rechnete zwar nicht wirklich mit einer Gefahr so dicht bei der Quelle, aber jeder Wald war immer gefährlich. Es musste nicht immer ein Räuber oder ein Bär oder Wölfe sein, die man nicht kommen sah. Es reichten auch schon Erdlöcher von Kaninchen, ein missgelaunter Dachs oder eine Wurzel, über die ein Pferd stolperte. Und vor allen Dingen wurde man im Wald zwar nicht gesehen, aber man selber sah natürlich genauso wenig und wurde daher immer und von allem überrascht. Anders gesagt: Für unsere Reise waren Wälder hinderlich.<br />
Hier aber, wo die Sonne über die grünen Hügel und hohen Wiesen schien und der Wind den Duft von Frühling mit sich trug, löste sich die Spannung bei mir und ich atmete ein wenig freier. Hier würden wir jeden Reiter und jede Patrouille schon auf eine halbe Meile Entfernung mindestens kommen sehen und es gäbe keine Überraschungen.<br />
Nach einer Weile, als ich das Gefühl hatte, dass dem einen oder anderen die Füße nun platt genug gelaufen waren, half ich den Damen auch wieder beim Aufsteigen und wir konnten weiter reiten. Hier draußen auf der Wiese sogar in einem leichten Trab, so dass wir schneller vorankamen. Ich wollte das gute Wetter nutzen, ein wenig Wegstrecke gut zu machen, ehe wir uns nach einem geeigneten Lagerplatz würden umsehen müssen, der etwas wind- und bestenfalls regengeschützt war.<br />
<br />
<br />
Ich nutzte die Gelegenheit, die Stimmung etwas aufzulockern und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gSW0X5p4ouE" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">sang ein kleines Lied.</a> Eigentlich war das ein Kinderlied, oder eines für Stunden, wo man schon ein bisschen was getrunken hatte. Der Text war eigentlich ganz einfach: <br />
Einer meiner Brüder schickte mir<br />
einen Ochsen, einen Stier, einen Wolf, einen Hund<br />
Ein Huf, ein Fuß, ein Wolf, ein Hund<br />
Ochse und Stier, Wolf und Hund<br />
schickte ein Bruder mir.<br />
<br />
<br />
Zwei meiner Brüder schickten mir<br />
zwei Ochsen, zwei Stiere…<br />
<br />
<br />
Und so weiter, immer mehr, und dann wieder rückwärts schnell heruntergezählt. Es war einfach ein lustiges, kleines Liedchen, keine schwere Liebesgeschichte oder tragischer Verlust, sondern einfach etwas, wo jeder mitsingen konnte, der das Lied irgendwann einmal schon gehört hatte. Und bei dem die Zeit etwas schneller verging.<br />
<br />
<br />
Als die Sonne noch eine Hand breit über dem Horizont war, machten wir uns auf die Suche nach einer guten Stelle zum Lagern. Schließlich entschieden wir uns für eine etwas felsigere Stelle, in der das Feuer keinen Buschbrand auslösen würde und nicht gleich meilenweit in die Nacht ausstrahlen würde.<br />
<br />
<br />
Wie ich Rhian angedroht hatte, als erstes wurden die Pferde versorgt. Ich ging also zu ihr und Anwen hinüber, um ihr zu helfen jetzt beim ersten Mal. In ein paar Tagen würde sie es alleine können müssen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hier, als erstes der Riemen, um das Gepäck zu lösen und dann der Riemen hier vom Sattel, um den abzunehmen“</span>, wies ich sie an, wie man das Pferd absattelte.<br />
Ich half Alun mit den Packpferden, die natürlich auch abgeladen werden mussten, und nahm ein paar der kleinen Säckchen zum füttern, um sie jeweils mit einem Scheffel Getreide für die Pferde zu füttern. Ich übergab einen Rhian, einen Anwen, und ging mit einem dann zu meinem Braunen hinüber, um auch ihn zu füttern und mit ein paar Büscheln trockenem Gras abzureiben. Dann nahm ich meinen Hufkratzer zur Hand, schaute kurz die Hufe des Braunen an, entfernte ein Steinchen, und ging dann zu Rhian, um ihr zu zeigen, wie sie das bei ihrem Pferd machen sollte, während die anderen sich hoffentlich, ohne dass ich was sagte, nützlich machten und etwas zu Essen fabrizierten – oder wenigstens die zwei Zelte aufstellten.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Weißt du, wie man einen Huf sauber macht?“</span> fragte ich erst einmal, bevor ich ihr einen Erklärvortrag hielt, den sie am Ende gar nicht bräuchte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein gemeinsamer Ausritt]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=693</link>
			<pubDate>Sun, 05 May 2024 07:51:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=79">Furiana Nivis</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=693</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://www.adlerchronik.de/showthread.php?tid=179&amp;pid=10283#pid10283" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
Mit diesem Ausritt schenkte mir Furius Saturnus die größte Freude, die er mir hätte bereiten können! Frowin, sein keltischer Wagenlenker, begleitete uns. Der junge Mann war anfangs etwas schüchtern gewesen, besonders als ich ihn in der Sprache meiner Heimat ansprach, die ihm fremd war und er kaum ein Wort verstanden hatte. Doch ich war zuversichtlich, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis er seine Zurückhaltung überwand und sich öffnete.<br />
Unser Pfad folgte zunächst der Römerstraße, einem Wegstück, das auch Saturnus’ Sänfte am Morgen beschritten hatte. Die Fortbewegung zu Pferde sagte mir weit mehr zu. Das rhythmische Klackern der Hufe auf dem Kopfsteinpflaster war eine Wohltat für die Ohren, im Vergleich zum schweren Atmen der bemitleidenswerten Sänftenträger. Doch auch die Straße war auf Dauer nicht sehr abwechslungsreich.<br />
Es war eine wahre Freude, als unsere Pferde schließlich einen schmalen Pfad einschlugen, der uns zunächst an dichtem Gestrüpp und vereinzelten Bäumen vorbeiführte. Bald darauf öffnete sich die Landschaft zu einem weiten Feld. Vor uns breiteten sich prächtige, saftige Wiesen aus, die sich über sanfte Hügel erstreckten und wie grüne Teppiche unter dem blauen Himmel lagen. Ein wenig fühlte ich mich an meine Heimat erinnert. Die Pferde schienen ebenso erfreut, endlich ihre volle Kraft entfalten zu können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://www.adlerchronik.de/showthread.php?tid=179&amp;pid=10283#pid10283" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
Mit diesem Ausritt schenkte mir Furius Saturnus die größte Freude, die er mir hätte bereiten können! Frowin, sein keltischer Wagenlenker, begleitete uns. Der junge Mann war anfangs etwas schüchtern gewesen, besonders als ich ihn in der Sprache meiner Heimat ansprach, die ihm fremd war und er kaum ein Wort verstanden hatte. Doch ich war zuversichtlich, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis er seine Zurückhaltung überwand und sich öffnete.<br />
Unser Pfad folgte zunächst der Römerstraße, einem Wegstück, das auch Saturnus’ Sänfte am Morgen beschritten hatte. Die Fortbewegung zu Pferde sagte mir weit mehr zu. Das rhythmische Klackern der Hufe auf dem Kopfsteinpflaster war eine Wohltat für die Ohren, im Vergleich zum schweren Atmen der bemitleidenswerten Sänftenträger. Doch auch die Straße war auf Dauer nicht sehr abwechslungsreich.<br />
Es war eine wahre Freude, als unsere Pferde schließlich einen schmalen Pfad einschlugen, der uns zunächst an dichtem Gestrüpp und vereinzelten Bäumen vorbeiführte. Bald darauf öffnete sich die Landschaft zu einem weiten Feld. Vor uns breiteten sich prächtige, saftige Wiesen aus, die sich über sanfte Hügel erstreckten und wie grüne Teppiche unter dem blauen Himmel lagen. Ein wenig fühlte ich mich an meine Heimat erinnert. Die Pferde schienen ebenso erfreut, endlich ihre volle Kraft entfalten zu können.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Furiermine Dumnonia] Unrecht Gut.....]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=688</link>
			<pubDate>Fri, 26 Apr 2024 11:20:47 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=132">Cathbad</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=688</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/HWhMqqtW/Britain-south-peoples-Ptolemy-1.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Britain-south-peoples-Ptolemy-1.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=684&amp;pid=10279#pid10279" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gnaeus Lucretius Flaccus,</span> der Eigentümer der lucretischen Zinn- und Bleimine, war ein harter Mann gewesen. Aber das hatte ihn nicht vor Cathbads Schergin bewahrt, die sich als Sklavin in sein Haus hatte verkaufen lassen. Die Keltin schlitzte ihm wie befohlen die Kehle auf und floh. Cathbad hatte daran gearbeitet, dass der Mord an dem Patrizier der Auftakt zu einer Rebellion auch der Minensklaven sein sollte, um die Römer von dem geplanten Brautzug der Rhian¹, der nichts weniger als ein Kriegsbündnis von Silurer und Briganten bedeutete, abzulenken.<br />
Es ging ihm nur um die Ablenkung. die Anzahl derer, die dabei ihr Leben lassen musste, spielte im Geiste des alten Druiden keine Rolle. Sie würden irgendwann wiedergeboren werden.<br />
<br />
Unerwartet waren dann Erben von Flaccus aufgetaucht: Furier aus Iscalis. Die nahmen die Minen in Besitz.² Sie schickten einen eigenen Verwalter, Aulus Furianus Klearistos, der sobald die Schiffahrtssaison begonnen hatte, aus Tusculum eintraf. <br />
<br />
Doch diese kleine Änderung der Verhältnisse änderte nichts an den kommenden Ereignissen.<br />
<br />
Furianus Klearistos war gewiss fähig. Aber er war mit den britannischen Verhältnissen unvertraut und geriet mitten in die Rebellion. Er erwartete, auf grausame Weise getötet zu werden, doch Cathbads Leute befahlen, ihn ruhig entkommen zu lassen.<br />
Er sollte die Römer alarmieren.<br />
<br />
Klearistos floh also nach Isca Dumnoniorum.  Von dort aus schickte man ein Hilfegesuch zur Legio II Augusta und auch ins ferne Londinium an den Legaten Augusti Petilius Rufus....<br />
<br />
Die Römer sollten mit dem drohenden Aufstand im Westen beschäftigt sein. Um so weniger würden sie ihr Augenmerk darauf richten, was zwischen Süden und Norden geschah...<br />
<br />
Bis dahin verlief alles nach Cathbads Plan. <br />
<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
Bildnachweis: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Britain.south.peoples.Ptolemy.jpg" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">myself</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">CC BY-SA 3.0</a> , via Wikimedia Commons<br />
¹ <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=674" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Die geplante Hochzeit der Rhian</a><br />
² <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=650" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Die furischen Erben</a><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/HWhMqqtW/Britain-south-peoples-Ptolemy-1.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Britain-south-peoples-Ptolemy-1.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=684&amp;pid=10279#pid10279" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gnaeus Lucretius Flaccus,</span> der Eigentümer der lucretischen Zinn- und Bleimine, war ein harter Mann gewesen. Aber das hatte ihn nicht vor Cathbads Schergin bewahrt, die sich als Sklavin in sein Haus hatte verkaufen lassen. Die Keltin schlitzte ihm wie befohlen die Kehle auf und floh. Cathbad hatte daran gearbeitet, dass der Mord an dem Patrizier der Auftakt zu einer Rebellion auch der Minensklaven sein sollte, um die Römer von dem geplanten Brautzug der Rhian¹, der nichts weniger als ein Kriegsbündnis von Silurer und Briganten bedeutete, abzulenken.<br />
Es ging ihm nur um die Ablenkung. die Anzahl derer, die dabei ihr Leben lassen musste, spielte im Geiste des alten Druiden keine Rolle. Sie würden irgendwann wiedergeboren werden.<br />
<br />
Unerwartet waren dann Erben von Flaccus aufgetaucht: Furier aus Iscalis. Die nahmen die Minen in Besitz.² Sie schickten einen eigenen Verwalter, Aulus Furianus Klearistos, der sobald die Schiffahrtssaison begonnen hatte, aus Tusculum eintraf. <br />
<br />
Doch diese kleine Änderung der Verhältnisse änderte nichts an den kommenden Ereignissen.<br />
<br />
Furianus Klearistos war gewiss fähig. Aber er war mit den britannischen Verhältnissen unvertraut und geriet mitten in die Rebellion. Er erwartete, auf grausame Weise getötet zu werden, doch Cathbads Leute befahlen, ihn ruhig entkommen zu lassen.<br />
Er sollte die Römer alarmieren.<br />
<br />
Klearistos floh also nach Isca Dumnoniorum.  Von dort aus schickte man ein Hilfegesuch zur Legio II Augusta und auch ins ferne Londinium an den Legaten Augusti Petilius Rufus....<br />
<br />
Die Römer sollten mit dem drohenden Aufstand im Westen beschäftigt sein. Um so weniger würden sie ihr Augenmerk darauf richten, was zwischen Süden und Norden geschah...<br />
<br />
Bis dahin verlief alles nach Cathbads Plan. <br />
<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
Bildnachweis: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Britain.south.peoples.Ptolemy.jpg" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">myself</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">CC BY-SA 3.0</a> , via Wikimedia Commons<br />
¹ <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=674" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Die geplante Hochzeit der Rhian</a><br />
² <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=650" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Die furischen Erben</a><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Region Dumnonia]Villa Rustica Lucretiana]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=650</link>
			<pubDate>Thu, 22 Feb 2024 14:19:15 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=22">Furia Serena</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=650</guid>
			<description><![CDATA[Eingebettet in die wilde Landschaft Dumnonias liegt die Villa Rustica Lucretiana, deren Bau von Aulus Lucretius Ursus vor etwa zwölf Jahren begonnen wurde und die mittlerweile so gut wie fertig war. Vor achtzehn Jahren wurde Furia Serena einst an diesem Fleck als Lucretia Serena geboren, auch wenn damals nur eine große Holzhütte an diesem Ort stand bevor der Bau der heutigen Villa begonnen wurde. <br />
<br />
Die Villa war zweistöckig und vollständig aus Stein gebaut, der eine rötlich erdige Farbe hatte. Das Dach war endlich fertig und auch um die Villa herum hatte sich einiges getan. Es gab Einzäunungen für Hühner und eine große Weide mit Schafen hinter dem Haus. Mehrere Wirtschaftsgebäude standen um das Haupthaus herum, die zur Aufbewahrung von Werkzeug und Saatgut diente sowie der Zubereitung von Käse und Butter und allerlei anderer Erzeugnisse des Gutes.<br />
<br />
Jetzt im Frühling sollte das Landgut eigentlich vor Geschäftigkeit nur so brummen, da so vieles zu erledigen war wie das Pflanzen und die Versorgung neuer Lämmer. Allerdings lag es so gut wie verlassen da und alles was man sah, waren ein oder zwei Gestalten, die ab und an über das verlassene Landgut streiften und den Hühnern und Schafen ein paar Körner zum Fressen gaben. Ansonsten herrschte Stille und Einsamkeit, die nur selten vom Blöken eines Schafes oder dem Krähen des Hahns durchbrochen wurde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Eingebettet in die wilde Landschaft Dumnonias liegt die Villa Rustica Lucretiana, deren Bau von Aulus Lucretius Ursus vor etwa zwölf Jahren begonnen wurde und die mittlerweile so gut wie fertig war. Vor achtzehn Jahren wurde Furia Serena einst an diesem Fleck als Lucretia Serena geboren, auch wenn damals nur eine große Holzhütte an diesem Ort stand bevor der Bau der heutigen Villa begonnen wurde. <br />
<br />
Die Villa war zweistöckig und vollständig aus Stein gebaut, der eine rötlich erdige Farbe hatte. Das Dach war endlich fertig und auch um die Villa herum hatte sich einiges getan. Es gab Einzäunungen für Hühner und eine große Weide mit Schafen hinter dem Haus. Mehrere Wirtschaftsgebäude standen um das Haupthaus herum, die zur Aufbewahrung von Werkzeug und Saatgut diente sowie der Zubereitung von Käse und Butter und allerlei anderer Erzeugnisse des Gutes.<br />
<br />
Jetzt im Frühling sollte das Landgut eigentlich vor Geschäftigkeit nur so brummen, da so vieles zu erledigen war wie das Pflanzen und die Versorgung neuer Lämmer. Allerdings lag es so gut wie verlassen da und alles was man sah, waren ein oder zwei Gestalten, die ab und an über das verlassene Landgut streiften und den Hühnern und Schafen ein paar Körner zum Fressen gaben. Ansonsten herrschte Stille und Einsamkeit, die nur selten vom Blöken eines Schafes oder dem Krähen des Hahns durchbrochen wurde.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Wälder um Iscalis] Nicht nur der Täter kehrt an den Ort des Verbrechens zurück]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=631</link>
			<pubDate>Mon, 29 Jan 2024 11:43:56 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=93">Titus Ovidius Decula</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=631</guid>
			<description><![CDATA[Mittlerweile wollte es Frühling werden. Doch der Frühling war nicht wie in Italia, wenn die Knospen aufbrachen und die Menschen zum Fest der Anna Perenna ins Freie zogen, um zu feiern. Hier war der Frühling eine blassblaue Illusion. Unter Invictus Hufen knirschte noch das Eis von zugefrorenen Pfützen. Nur die Sonne wärmte bereits. Aber immer wenn wir durch den Schatten ritten, wurde es düster wie in einer Katakombe.<br />
Meine Begleiter waren die Milites Quirinus, Gavius, Sentius und Pinarius. <br />
Ich hatte Quirinus aufgetragen, mir die verdorbensten und ruchlosesten Männer zu bringen, die er finden konnte. Ich konnte bei dieser Exkursion niemanden brauchen, der Angst vor Toten oder vor den Göttern hatte.<br />
Ich nahm an, dass der Mörder, den ich suchte, genauso wenig weder die Unsterblichen noch ihr Gericht fürchtete. Auch keine menschliche Gerechtigkeit.<br />
<br />
Alle vier gehörten sie zu den ehemaligen Freiwilligen der aufgelösten Vexillation T.<span style="text-decoration: line-through;" class="mycode_s">O</span>.D. Der Legat Augusti hatte mir untersagt, außerhalb der Castra Männer unter meinem Befehl zu führen. Er warf mir die beiden Wachvergehen vor. Nun, die Betroffenen waren dort, wo sie hingehörten: Im tiefsten Orcus. Mamercus war erspart worden, von seinen früheren Kameraden wie ein tollwütiger Hund totgeschlagen zu werden. Der Statthalter hatte ihm am Vorabend seiner Hinrichtung ein scharfes Messer überlassen. Wie gütig.<br />
<br />
Es war also ein privater Ausflug. Wir waren in Zivilkleidung, trugen nur unsere Militärgürtel und Waffen. <br />
<br />
Wir ritten den Weg entlang, den wir bei der Tribunenjagd genommen hatten. Höher und höher schraubte er sich. Bald mussten wir absteigen und die Pferde hintereinander führen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Mittlerweile wollte es Frühling werden. Doch der Frühling war nicht wie in Italia, wenn die Knospen aufbrachen und die Menschen zum Fest der Anna Perenna ins Freie zogen, um zu feiern. Hier war der Frühling eine blassblaue Illusion. Unter Invictus Hufen knirschte noch das Eis von zugefrorenen Pfützen. Nur die Sonne wärmte bereits. Aber immer wenn wir durch den Schatten ritten, wurde es düster wie in einer Katakombe.<br />
Meine Begleiter waren die Milites Quirinus, Gavius, Sentius und Pinarius. <br />
Ich hatte Quirinus aufgetragen, mir die verdorbensten und ruchlosesten Männer zu bringen, die er finden konnte. Ich konnte bei dieser Exkursion niemanden brauchen, der Angst vor Toten oder vor den Göttern hatte.<br />
Ich nahm an, dass der Mörder, den ich suchte, genauso wenig weder die Unsterblichen noch ihr Gericht fürchtete. Auch keine menschliche Gerechtigkeit.<br />
<br />
Alle vier gehörten sie zu den ehemaligen Freiwilligen der aufgelösten Vexillation T.<span style="text-decoration: line-through;" class="mycode_s">O</span>.D. Der Legat Augusti hatte mir untersagt, außerhalb der Castra Männer unter meinem Befehl zu führen. Er warf mir die beiden Wachvergehen vor. Nun, die Betroffenen waren dort, wo sie hingehörten: Im tiefsten Orcus. Mamercus war erspart worden, von seinen früheren Kameraden wie ein tollwütiger Hund totgeschlagen zu werden. Der Statthalter hatte ihm am Vorabend seiner Hinrichtung ein scharfes Messer überlassen. Wie gütig.<br />
<br />
Es war also ein privater Ausflug. Wir waren in Zivilkleidung, trugen nur unsere Militärgürtel und Waffen. <br />
<br />
Wir ritten den Weg entlang, den wir bei der Tribunenjagd genommen hatten. Höher und höher schraubte er sich. Bald mussten wir absteigen und die Pferde hintereinander führen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=627</link>
			<pubDate>Sun, 21 Jan 2024 00:19:55 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=121">Arianwen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=627</guid>
			<description><![CDATA[In einem kleinen Waldstück nahe Iscalis hatte sich eine kleine Stammesgruppe niedergelassen, der auch Arianwen angehörte. Hier befand sich ihre kleine heile Welt, in der die Römer noch (nicht) keinen Einfluss hatten.<br />
Und doch war jeder wie auch Arianwen nicht zufrieden mit der aktuellen Situation, die Römer hatten einen Grossteil Britanniens besetzt und sich zur Herren der Insel aufgeschwungen. Aber vor kurzem hatte die Gruppe eine Gerücht erreicht. Angeblich hatten einige ihrer aufrüherischen Stammesgenossen die Mine in die Luft gejagt. Man amüsierte sich über dieses Gerücht und hoffte doch dass es der Wahrheit entsprach.<br />
Man genoss die Zeit im Wald, abseits vom Trubel in Iscalis und der römischen Besatzungsmacht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[In einem kleinen Waldstück nahe Iscalis hatte sich eine kleine Stammesgruppe niedergelassen, der auch Arianwen angehörte. Hier befand sich ihre kleine heile Welt, in der die Römer noch (nicht) keinen Einfluss hatten.<br />
Und doch war jeder wie auch Arianwen nicht zufrieden mit der aktuellen Situation, die Römer hatten einen Grossteil Britanniens besetzt und sich zur Herren der Insel aufgeschwungen. Aber vor kurzem hatte die Gruppe eine Gerücht erreicht. Angeblich hatten einige ihrer aufrüherischen Stammesgenossen die Mine in die Luft gejagt. Man amüsierte sich über dieses Gerücht und hoffte doch dass es der Wahrheit entsprach.<br />
Man genoss die Zeit im Wald, abseits vom Trubel in Iscalis und der römischen Besatzungsmacht.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wenn nichts anderes übrig bleibt ...  - Flucht aus Cheddar]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=615</link>
			<pubDate>Thu, 28 Dec 2023 08:47:47 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=79">Furiana Nivis</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=615</guid>
			<description><![CDATA[In meinem Inneren tobte ein Sturm der Gefühle! Ich war hin- und hergerissen, nicht wissend, was tiefer schnitt: die schmerzliche Leere, die Louarn hinterlassen hatte, als er mich verlassen hatte, oder Ceridwens Verrat, der Dorfhexe, die mein wohlgehütetes Geheimnis preisgegeben hatte und mich nun zur Flucht zwang. <br />
<br />
Hastig und mit zitternden Händen packte ich einige nützliche Gegenstände zusammen. Neben einigen Kleidungsstücken, deren Duft mich noch an die guten Zeiten erinnerten, packte ich einen Sack Getreide und das übriggebliebene Brot ein, das ich früh am Morgen gebacken hatte. Ein Feuerschläger, durfte natürlich auch nicht fehlen, damit ich ein Feuer machen konnte und die Nacht nicht allzu kalt werden würde. Mindestens zwei Tage würde ich unterwegs sein, bis ich bei den Priesterinnen ankam. Da ich die Reise alleine antreten wollte, benötigte ich eine Waffe, um mich gegen die unberechenbaren Gefahren der Wildnis zu verteidigen. Zunächst fiel mir Louarns Messer ins Auge, das er mir einst gegeben hatte und das nun wie ein Dolch in meinem Herzen stach. Aber das konnte ich nicht mitnehmen! Stattdessen sammelte ich all meinen Schmuck, jenes kleine Überbleibsel aus meiner verlorenen Heimat, und ging damit zum Schmied. Dort tauschte ich den goldenen Armreif,  der einst ein Zeichen meines Standes gewesen war, gegen ein einfaches Messer und zehn Pfeilspitzen ein. Die Kette mit den bunten Glasperlen, ein Geschenk meiner Mutter, gab ich ihm im Austausch für einen Bogen, der in seiner Schmiede hing. Es war vielleicht nicht der beste Bogen, aber er sollte für meine Bedürfnisse ausreichen! Anschließend ging ich zur Wiese am Dorfrand, wo die Pferde friedlich grasten, ahnungslos von meinem bevorstehenden Abschied. Ich nahm mir eines der Pferde und versprach ihm, es freizulassen, sobald ich bei den Priesterinnen ankam. Ohne einen weiteren Blick zurück zu werfen, ritt ich davon, mein Herz schwer vor Trauer und Entschlossenheit.<br />
<br />
 Da ich den Weg zu den Priesterinnen schon einmal geritten war, versuchte ich mich an die richtige Route zu erinnern. Viele Monate waren vergangen, seit ich zusammen mit Louarn aus Iscalis geflohen war. Nun floh ich erneut - diesmal aus Cheddar und ganz alleine, nur begleitet von den Geistern meiner Vergangenheit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[In meinem Inneren tobte ein Sturm der Gefühle! Ich war hin- und hergerissen, nicht wissend, was tiefer schnitt: die schmerzliche Leere, die Louarn hinterlassen hatte, als er mich verlassen hatte, oder Ceridwens Verrat, der Dorfhexe, die mein wohlgehütetes Geheimnis preisgegeben hatte und mich nun zur Flucht zwang. <br />
<br />
Hastig und mit zitternden Händen packte ich einige nützliche Gegenstände zusammen. Neben einigen Kleidungsstücken, deren Duft mich noch an die guten Zeiten erinnerten, packte ich einen Sack Getreide und das übriggebliebene Brot ein, das ich früh am Morgen gebacken hatte. Ein Feuerschläger, durfte natürlich auch nicht fehlen, damit ich ein Feuer machen konnte und die Nacht nicht allzu kalt werden würde. Mindestens zwei Tage würde ich unterwegs sein, bis ich bei den Priesterinnen ankam. Da ich die Reise alleine antreten wollte, benötigte ich eine Waffe, um mich gegen die unberechenbaren Gefahren der Wildnis zu verteidigen. Zunächst fiel mir Louarns Messer ins Auge, das er mir einst gegeben hatte und das nun wie ein Dolch in meinem Herzen stach. Aber das konnte ich nicht mitnehmen! Stattdessen sammelte ich all meinen Schmuck, jenes kleine Überbleibsel aus meiner verlorenen Heimat, und ging damit zum Schmied. Dort tauschte ich den goldenen Armreif,  der einst ein Zeichen meines Standes gewesen war, gegen ein einfaches Messer und zehn Pfeilspitzen ein. Die Kette mit den bunten Glasperlen, ein Geschenk meiner Mutter, gab ich ihm im Austausch für einen Bogen, der in seiner Schmiede hing. Es war vielleicht nicht der beste Bogen, aber er sollte für meine Bedürfnisse ausreichen! Anschließend ging ich zur Wiese am Dorfrand, wo die Pferde friedlich grasten, ahnungslos von meinem bevorstehenden Abschied. Ich nahm mir eines der Pferde und versprach ihm, es freizulassen, sobald ich bei den Priesterinnen ankam. Ohne einen weiteren Blick zurück zu werfen, ritt ich davon, mein Herz schwer vor Trauer und Entschlossenheit.<br />
<br />
 Da ich den Weg zu den Priesterinnen schon einmal geritten war, versuchte ich mich an die richtige Route zu erinnern. Viele Monate waren vergangen, seit ich zusammen mit Louarn aus Iscalis geflohen war. Nun floh ich erneut - diesmal aus Cheddar und ganz alleine, nur begleitet von den Geistern meiner Vergangenheit.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>