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		<title><![CDATA[Forum - Forum von Londinium]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 21:35:22 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht der Sterne.]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=924</link>
			<pubDate>Tue, 18 Mar 2025 20:33:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=162">Damaris</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=924</guid>
			<description><![CDATA[Es herrschte emsige Geschäftigkeit im Inneren des *Aura Herbarum*, in dem Damaris an einem der Tische im hinteren Teil des Ladengeschäfts auf einem Hocker saß und gerade damit beschäftigt war, vereinzelte Tropfen eines Harzes in ein kleineres Gefäß umzufüllen. Während es ihrem Vater Menandros zufiel, die Kaufinteressenten zu bedienen. Viele, unterschiedliche Stimmen und Tonlagen prallten aufeinander. Währenddessen Menandros die Ruhe in Person war und einen jeden Kunden nach seinen Wünschen und Vorlieben bediente. Mal war es ein feines Duftwässerchen für die Dame. Dann wiederum ein Kräuterbusch für die Köchin des Hauses. All‘ diese Aktionen und Reaktionen fertigte der bereits ergraute Menandros mit einer Seelenruhe ab, die seinesgleichen wohl noch lange suchen wird. Nachdem der größtmögliche Ansturm vorüber war, wandte sich Menandros mit einem Lächeln an seine Tochter. <span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Damaris. Wärst du bitte so lieb und würdest mir etwas Wasser vom Brunnen holen?“</span> Zwar wusste der Ältere, dass es seiner Tochter schwer fiel mit ihrem verkürzten Bein längere Zeit zu laufen. Doch ebenso wusste Menandros, dass sich nicht weit ihres Geschäftes ein Brunnen befand. Somit musste sich seine Tochter nicht allzu sehr abmühen und quälen.<br />
<br />
Mit einem Lächeln verschloss Damaris in diesem Moment die Amphore und reichte diese ihrem Vater. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Winzige Tropfen Glücks.“</span> Der Bärtige streichelte seiner Tochter über die Wange und nahm ihr die winzig kleine Amphore aus den Fingern. <span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Winzige Tropfen Glücks.“</span> Sprach’s, hielt die Amphore gen einer der Fackeln, um die güldene Färbung des Öls genauer betrachten zu können. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Das sind meine Glückstropfen.“</span> Erklärte Damaris mit einem entschiedenen Klang in ihrer Stimme und verbarg jene Phiole unter ihrer Tunika, die sie in der Hüfte mit einem Gürtel an Ort und Stelle hielt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich beeile mich und bin gleich wieder zurück.“</span> Versicherte Damaris. Ihrem Vater gab sie einen sanften Kuss auf die Wange, bevor sie nach einem hölzernen Eimer griff. Ihre Finger der anderen Hand umklammerten den Griff ihres Gehstocks. Und im nächsten Moment verließ Damaris das *Aura Herbarum*.<br />
<br />
Der Weg zum Brunnen war tatsächlich nicht weit, denn nicht unweit ihres Ladengeschäftes befand sich ein eben solcher. Schon von weitem konnte die junge Frau erkennen, wie sich einige Menschen um den Brunnen herum versammelt hatten und wohl darauf warteten, bis sie endlich an der Reihe waren, um Wasser aus den Tiefen des Brunnens heraus holen zu können. Artig reihte sich auch Damaris in die Reihe derjenigen ein, die darauf warteten sich Wasser aus dem Brunnen holen zu können. Schließlich war die junge Frau an der Reihe und hinkte an den Rand des Brunnens. Ihren Gehstock lehnte sie gegen die Brunneneinfassung. Ihren eigenen Eimer stellte sie an den Rand des Brunnen und ließ den hölzernen Eimer langsam in den Brunnenschacht hinab gleiten. Bis sie spürte wie der Eimer auf Widerstand traf und sie begann den nun gefüllten Eimer langsam empor zu ziehen. Das Seil schnitt dabei in ihre Hände und Damaris verzog kurzzeitig das Gesicht. Denn der Eimer war nun tatsächlich schwerer als gedacht. Und es gelang ihr nur mit einiger Mühe den Eimer über den Rand des Brunnens zu hieven. Dabei geriet sie leicht ins taumeln und musste sich am Brunnenrand abstützen, sonst wäre sie wohl gestürzt. Ungeduldig die Mienen der anderen Männer und Frauen, die sich ebenfalls am Brunnen Wasser holen wollten. Wieso brauchte das Mädchen denn nur so lange? <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ent..Entschuldigt.“</span> Gelang es Damaris über ihre Lippen hervor zu stoßen, nachdem sie es endlich geschafft hatte, den Eimer Wasser zu sich heran zu ziehen. Und dann beugte sich eine dunkelhaarige Gestalt über den Brunnen, so dass sich das Gesicht des offensichtlichen Römers in ihrem Eimer widerspiegelte und Damaris erschrocken die Luft einsog. Der Mann war verletzt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Du bist verletzt.“</span> <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wie geistreich Damaris.</span> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Du brauchst einen Medicus. Oder einen Pharmacopolae.“</span> Kurzzeitig dachte sie dabei an ihren Vater. Ihr Vater könnte ihm bestimmt auch helfen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">-reserviert-</span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es herrschte emsige Geschäftigkeit im Inneren des *Aura Herbarum*, in dem Damaris an einem der Tische im hinteren Teil des Ladengeschäfts auf einem Hocker saß und gerade damit beschäftigt war, vereinzelte Tropfen eines Harzes in ein kleineres Gefäß umzufüllen. Während es ihrem Vater Menandros zufiel, die Kaufinteressenten zu bedienen. Viele, unterschiedliche Stimmen und Tonlagen prallten aufeinander. Währenddessen Menandros die Ruhe in Person war und einen jeden Kunden nach seinen Wünschen und Vorlieben bediente. Mal war es ein feines Duftwässerchen für die Dame. Dann wiederum ein Kräuterbusch für die Köchin des Hauses. All‘ diese Aktionen und Reaktionen fertigte der bereits ergraute Menandros mit einer Seelenruhe ab, die seinesgleichen wohl noch lange suchen wird. Nachdem der größtmögliche Ansturm vorüber war, wandte sich Menandros mit einem Lächeln an seine Tochter. <span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Damaris. Wärst du bitte so lieb und würdest mir etwas Wasser vom Brunnen holen?“</span> Zwar wusste der Ältere, dass es seiner Tochter schwer fiel mit ihrem verkürzten Bein längere Zeit zu laufen. Doch ebenso wusste Menandros, dass sich nicht weit ihres Geschäftes ein Brunnen befand. Somit musste sich seine Tochter nicht allzu sehr abmühen und quälen.<br />
<br />
Mit einem Lächeln verschloss Damaris in diesem Moment die Amphore und reichte diese ihrem Vater. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Winzige Tropfen Glücks.“</span> Der Bärtige streichelte seiner Tochter über die Wange und nahm ihr die winzig kleine Amphore aus den Fingern. <span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Winzige Tropfen Glücks.“</span> Sprach’s, hielt die Amphore gen einer der Fackeln, um die güldene Färbung des Öls genauer betrachten zu können. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Das sind meine Glückstropfen.“</span> Erklärte Damaris mit einem entschiedenen Klang in ihrer Stimme und verbarg jene Phiole unter ihrer Tunika, die sie in der Hüfte mit einem Gürtel an Ort und Stelle hielt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich beeile mich und bin gleich wieder zurück.“</span> Versicherte Damaris. Ihrem Vater gab sie einen sanften Kuss auf die Wange, bevor sie nach einem hölzernen Eimer griff. Ihre Finger der anderen Hand umklammerten den Griff ihres Gehstocks. Und im nächsten Moment verließ Damaris das *Aura Herbarum*.<br />
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Der Weg zum Brunnen war tatsächlich nicht weit, denn nicht unweit ihres Ladengeschäftes befand sich ein eben solcher. Schon von weitem konnte die junge Frau erkennen, wie sich einige Menschen um den Brunnen herum versammelt hatten und wohl darauf warteten, bis sie endlich an der Reihe waren, um Wasser aus den Tiefen des Brunnens heraus holen zu können. Artig reihte sich auch Damaris in die Reihe derjenigen ein, die darauf warteten sich Wasser aus dem Brunnen holen zu können. Schließlich war die junge Frau an der Reihe und hinkte an den Rand des Brunnens. Ihren Gehstock lehnte sie gegen die Brunneneinfassung. Ihren eigenen Eimer stellte sie an den Rand des Brunnen und ließ den hölzernen Eimer langsam in den Brunnenschacht hinab gleiten. Bis sie spürte wie der Eimer auf Widerstand traf und sie begann den nun gefüllten Eimer langsam empor zu ziehen. Das Seil schnitt dabei in ihre Hände und Damaris verzog kurzzeitig das Gesicht. Denn der Eimer war nun tatsächlich schwerer als gedacht. Und es gelang ihr nur mit einiger Mühe den Eimer über den Rand des Brunnens zu hieven. Dabei geriet sie leicht ins taumeln und musste sich am Brunnenrand abstützen, sonst wäre sie wohl gestürzt. Ungeduldig die Mienen der anderen Männer und Frauen, die sich ebenfalls am Brunnen Wasser holen wollten. Wieso brauchte das Mädchen denn nur so lange? <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ent..Entschuldigt.“</span> Gelang es Damaris über ihre Lippen hervor zu stoßen, nachdem sie es endlich geschafft hatte, den Eimer Wasser zu sich heran zu ziehen. Und dann beugte sich eine dunkelhaarige Gestalt über den Brunnen, so dass sich das Gesicht des offensichtlichen Römers in ihrem Eimer widerspiegelte und Damaris erschrocken die Luft einsog. Der Mann war verletzt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Du bist verletzt.“</span> <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wie geistreich Damaris.</span> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Du brauchst einen Medicus. Oder einen Pharmacopolae.“</span> Kurzzeitig dachte sie dabei an ihren Vater. Ihr Vater könnte ihm bestimmt auch helfen.<br />
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<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">-reserviert-</span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[*Aura Herbarum* | Parfümstand auf dem Forum]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=910</link>
			<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 16:50:22 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=162">Damaris</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=910</guid>
			<description><![CDATA[Wie an jedem Tag war Damaris bereits vor dem Morgengrauen auf den Beinen und bereitete in der Küche alles für das morgendliche Frühstück zu. Ein Frühstück das jeden Morgen gleich aussah. Es gab Getreidebrei mit einigen Kräutern oder Früchten, wenn man denn welche erstand. Damaris war keine besonders herausragende Köchin, aber ihr Vater hatte sich noch nie über ihre Kochkünste beschwert. Und Damaris war sehr froh darüber. Sie bewohnte mit ihrem Vater eine der Insuale und teilte sich mit ihm dort einen großzügig geschnittenen Raum. Jener Raum war abgetrennt durch einen Vorhang, in dem sich ihre beiden Schlafmatten befanden. So hatte zumindest ein jeder von ihnen etwas Privatsphäre. Ebenso gab es einen hölzernen Tisch, mit zwei wackeligen Stühlen und einer äußerst kleinen Kochnische. Ein nur notdürftig an der Wand befestigtes Regal befand sich über der Kochnische. Für ihren Vater war dies ausreichend, während sich Damaris nach ihrer griechischen Heimat sehnte. Eine Heimat die sie wohl niemals wieder sehen würde. Denn sie wusste auch, dass ihr Vater in Londinium eindeutig das bessere Geschäft machte.<br />
<br />
Sanft das Lächeln, als sie spürte wie ihr Vater durch ihre Strähnen strich und sie direkt zu ihm blickte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Heute wird ein guter Tag, das spüre ich.“</span> Flüsterte Damaris, gab ihrem Vater einen Kuss auf die Wange und nahm ihre Schüssel an sich, welche sie säuberte. Um diese anschließend in das Regal zu stellen. Ebenso verfuhr sie mit der Schüssel ihres Vaters, der seinen Getreidebrei bereits gelöffelt hatte. <span style="color: #0074d9;" class="mycode_color">“Hast du von der Hinrichtung gehört?“</span> Wollte ihr Vater wissen und Damaris nickte. Ihr Vater hatte ihr verboten bei diesem Spektakel anwesend zu sein, er selbst hielt sich von solcherlei Dingen ebenso fern. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ein schrecklicher Tod.“</span> Sprach Damaris mit leiser Stimme und ihr Vater nickte daraufhin. Im nächsten Moment zog Damaris die Türe ins Schloss, hielt sich an ihrem Gehstock fest und presste ihre Lippen fest aufeinander. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Heute ist es wieder besonders schlimm.“</span> Sprach sie auf den fragenden Blick ihres Vaters. Es gab gute und weniger gute Tage und heute war einer dieser weniger guten Tag. Denn bis dato hatte sie kein Heilkraut. Kein Wässerchen gefunden, welches die Schmerzen in ihrem verkürzten, verkrüppelten linken Bein lindern konnte.<br />
<br />
Am Forum angekommen herrschte dort bereits reger Betrieb und Damaris musste aufpassen, dass sie nicht aus Versehen von einem Pferdefuhrwerk über den Haufen gefahren wurde. Denn so geschwind wie ein Mensch ohne Behinderung war sie nun einmal nicht. Schon bereiteten sich Vater und Tochter auf einen neuen lukrativen Tag vor und eröffneten ihr Ladengeschäft, dass den klangvollen Namen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‚Aura Herbarum‘</span> trug. Und während sich ihr Vater in den hinteren Teil zurück zog und sich dort einer neuesten Kreation widmete, war Damaris sozusagen das Aushängeschild des Geschäftes.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wie an jedem Tag war Damaris bereits vor dem Morgengrauen auf den Beinen und bereitete in der Küche alles für das morgendliche Frühstück zu. Ein Frühstück das jeden Morgen gleich aussah. Es gab Getreidebrei mit einigen Kräutern oder Früchten, wenn man denn welche erstand. Damaris war keine besonders herausragende Köchin, aber ihr Vater hatte sich noch nie über ihre Kochkünste beschwert. Und Damaris war sehr froh darüber. Sie bewohnte mit ihrem Vater eine der Insuale und teilte sich mit ihm dort einen großzügig geschnittenen Raum. Jener Raum war abgetrennt durch einen Vorhang, in dem sich ihre beiden Schlafmatten befanden. So hatte zumindest ein jeder von ihnen etwas Privatsphäre. Ebenso gab es einen hölzernen Tisch, mit zwei wackeligen Stühlen und einer äußerst kleinen Kochnische. Ein nur notdürftig an der Wand befestigtes Regal befand sich über der Kochnische. Für ihren Vater war dies ausreichend, während sich Damaris nach ihrer griechischen Heimat sehnte. Eine Heimat die sie wohl niemals wieder sehen würde. Denn sie wusste auch, dass ihr Vater in Londinium eindeutig das bessere Geschäft machte.<br />
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Sanft das Lächeln, als sie spürte wie ihr Vater durch ihre Strähnen strich und sie direkt zu ihm blickte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Heute wird ein guter Tag, das spüre ich.“</span> Flüsterte Damaris, gab ihrem Vater einen Kuss auf die Wange und nahm ihre Schüssel an sich, welche sie säuberte. Um diese anschließend in das Regal zu stellen. Ebenso verfuhr sie mit der Schüssel ihres Vaters, der seinen Getreidebrei bereits gelöffelt hatte. <span style="color: #0074d9;" class="mycode_color">“Hast du von der Hinrichtung gehört?“</span> Wollte ihr Vater wissen und Damaris nickte. Ihr Vater hatte ihr verboten bei diesem Spektakel anwesend zu sein, er selbst hielt sich von solcherlei Dingen ebenso fern. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ein schrecklicher Tod.“</span> Sprach Damaris mit leiser Stimme und ihr Vater nickte daraufhin. Im nächsten Moment zog Damaris die Türe ins Schloss, hielt sich an ihrem Gehstock fest und presste ihre Lippen fest aufeinander. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Heute ist es wieder besonders schlimm.“</span> Sprach sie auf den fragenden Blick ihres Vaters. Es gab gute und weniger gute Tage und heute war einer dieser weniger guten Tag. Denn bis dato hatte sie kein Heilkraut. Kein Wässerchen gefunden, welches die Schmerzen in ihrem verkürzten, verkrüppelten linken Bein lindern konnte.<br />
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Am Forum angekommen herrschte dort bereits reger Betrieb und Damaris musste aufpassen, dass sie nicht aus Versehen von einem Pferdefuhrwerk über den Haufen gefahren wurde. Denn so geschwind wie ein Mensch ohne Behinderung war sie nun einmal nicht. Schon bereiteten sich Vater und Tochter auf einen neuen lukrativen Tag vor und eröffneten ihr Ladengeschäft, dass den klangvollen Namen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‚Aura Herbarum‘</span> trug. Und während sich ihr Vater in den hinteren Teil zurück zog und sich dort einer neuesten Kreation widmete, war Damaris sozusagen das Aushängeschild des Geschäftes.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Horreum vellerum | Überdachter Woll- und Stoffmarkt | Aglaia kauft ein]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=893</link>
			<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 19:27:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=72">Liciniana Aglaia</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=893</guid>
			<description><![CDATA[Mein Leben hatte sich wirklich sehr verändert, seitdem ich mich nicht mehr auf Druck meiner Mutter verkaufen musste und der Makel der Infamie dank einer netten, kleinen Bestechung und entsprechend neuen Urkunden von mir gewaschen war. Ich musste nicht mehr auf jeder Party sein und überall lachend zu schlechten Witzen einen reichen Gönner anlocken. Nein, ich hatte jetzt sehr viel Freizeit, für Thermen, Theater – gut, die hatte ich auch als Hetäre sehr regelmäßig besucht – und dafür, einfach nur in Ruhe zuhause zu sein.<br />
Nur eine Ausnahme gab es in meinem Leben, und die hieß Marcus Pompeius Flavus. Er war Witwer, sehr wohlhabend und ein wahres Goldstück von Mensch, wenn man es erst einmal geschafft hatte, an seiner harten Schale vorbeizukommen. Eben jene hatte er sich zugelegt, nachdem er als Jugendlicher noch einen Angriff auf sich und seine Bruder überlebt und eine ziemlich auffällige Narbe von dem Kampf mitten im Gesicht davongetragen hatte. Die meisten Frauen sahen ihn deshalb entweder mit Schrecken oder voller Mitleid an, was er beides nicht ausstehen konnte. Bei Männern ebensowenig. Aber wo sein hartes Aussehen ihn zwang, hatte er sich die Rolle des harten, kalten Mannes auch angewöhnt. Und es hatte ihn sehr verwirrt, als ich ihn auf einer kleinen, eher privaten Feier getroffen und schlicht ganz normal behandelt hatte wie jeden anderen auch. Gut, vielleicht etwas freundlicher, etwas flirtender, aber ansonsten ganz so, als wäre er keineswegs entstellt und als würde ich den finsteren Blick nicht bemerken.<br />
Und so hatte er angefangen, meine Gesellschaft zu suchen, sich mit mir zu unterhalten, zu lachen, einfach spazieren zu gehen und mir nach und nach sein wahres Gesicht zu zeigen. Er erzählte mir seine Lebensgeschichte, von der Scheidung seiner ersten Frau und dem Tod der zweiten, und ich erzählte ihm meine – zugegebenermaßen erfundene – Geschichte, nach welcher auch ich Witwe war, allein mit meiner kleinen Tochter, nach einer Ehe, die voller Liebe begonnen und sich dann zu einem Gefängnis entwickelt hatte. Der Teil war sogar durchaus wahr und musste von mir nicht gespielt werden. Nun, ich ließ das Dasein als Hetäre weg, und meine Mutter war in meiner Geschichte ebenfalls tot und nur ein böser Geist, der Druck auf mich ausgeübt hatte während meiner gesamten Jugend.<br />
<br />
<br />
Und wie ich es <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=789&amp;pid=11529#pid11529" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Kiki prophezeit hatte</a>, hatte er mir schließlich einen Antrag gemacht. Mehr noch, er würde meine Tochter adoptieren, da sie ja nur ein Mädchen war und weder dem vorhandenen Sohn, noch eventuell folgenden Söhnen das Erbe streitig machen würde. Und ich hatte ja gesagt. Freudig sogar. Nun, vielleicht im Inneren ein wenig wehmütig, und vielleicht auch ein wenig beschämt über mich selbst, einen solch guten Mann zu betrügen, aber dennoch mit einem guten Gefühl, dass mein Leben jetzt besser sein würde, als je zuvor.<br />
<br />
<br />
Deshalb war ich auch entgegen meiner sonst sehr ruhigen Gewohnheiten heute auch außer Haus, begleitet von meinem Leibwächter, die Palla gegen die Kälte züchtig hochgezogen, einen warmen Pelz darunter noch zusätzlich über die Schultern geschlungen – ein Geschenk von Marcus – und auf der Suche nach einem passenden Flammeum. Da es für uns beide nicht die erste Ehe war, war ein Großteil der Bräuche ohnehin nicht wichtig für uns und würde übergangen werden. Ich musste keiner Amme entrissen werden und würde sicher nicht schreien und weinen, wenn ich einen so guten Fang machte. Aber ein Flammeum würde ich anziehen, und dafür brauchte ich ein fein gewebtes.<br />
Der Statthalter hatte irgendeinen jungen Kerl zum Tode verurteilt, weshalb die Straßen hier auch von dem üblichen Gesindel etwas befreit waren, das sich vermutlich gerade noch mit dem Blut und dem Zerstückeln der Leiche vergnügte. Dinge, die ich wahrlich nicht mit anzusehen gedachte. Ich nutzte die Zeit lieber, um einzukaufen und wandte mich so dem nächsten, besseren Horreum mit Stoffmarkt zu.<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="color: #c19e00;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">*reserviert</span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Mein Leben hatte sich wirklich sehr verändert, seitdem ich mich nicht mehr auf Druck meiner Mutter verkaufen musste und der Makel der Infamie dank einer netten, kleinen Bestechung und entsprechend neuen Urkunden von mir gewaschen war. Ich musste nicht mehr auf jeder Party sein und überall lachend zu schlechten Witzen einen reichen Gönner anlocken. Nein, ich hatte jetzt sehr viel Freizeit, für Thermen, Theater – gut, die hatte ich auch als Hetäre sehr regelmäßig besucht – und dafür, einfach nur in Ruhe zuhause zu sein.<br />
Nur eine Ausnahme gab es in meinem Leben, und die hieß Marcus Pompeius Flavus. Er war Witwer, sehr wohlhabend und ein wahres Goldstück von Mensch, wenn man es erst einmal geschafft hatte, an seiner harten Schale vorbeizukommen. Eben jene hatte er sich zugelegt, nachdem er als Jugendlicher noch einen Angriff auf sich und seine Bruder überlebt und eine ziemlich auffällige Narbe von dem Kampf mitten im Gesicht davongetragen hatte. Die meisten Frauen sahen ihn deshalb entweder mit Schrecken oder voller Mitleid an, was er beides nicht ausstehen konnte. Bei Männern ebensowenig. Aber wo sein hartes Aussehen ihn zwang, hatte er sich die Rolle des harten, kalten Mannes auch angewöhnt. Und es hatte ihn sehr verwirrt, als ich ihn auf einer kleinen, eher privaten Feier getroffen und schlicht ganz normal behandelt hatte wie jeden anderen auch. Gut, vielleicht etwas freundlicher, etwas flirtender, aber ansonsten ganz so, als wäre er keineswegs entstellt und als würde ich den finsteren Blick nicht bemerken.<br />
Und so hatte er angefangen, meine Gesellschaft zu suchen, sich mit mir zu unterhalten, zu lachen, einfach spazieren zu gehen und mir nach und nach sein wahres Gesicht zu zeigen. Er erzählte mir seine Lebensgeschichte, von der Scheidung seiner ersten Frau und dem Tod der zweiten, und ich erzählte ihm meine – zugegebenermaßen erfundene – Geschichte, nach welcher auch ich Witwe war, allein mit meiner kleinen Tochter, nach einer Ehe, die voller Liebe begonnen und sich dann zu einem Gefängnis entwickelt hatte. Der Teil war sogar durchaus wahr und musste von mir nicht gespielt werden. Nun, ich ließ das Dasein als Hetäre weg, und meine Mutter war in meiner Geschichte ebenfalls tot und nur ein böser Geist, der Druck auf mich ausgeübt hatte während meiner gesamten Jugend.<br />
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<br />
Und wie ich es <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=789&amp;pid=11529#pid11529" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Kiki prophezeit hatte</a>, hatte er mir schließlich einen Antrag gemacht. Mehr noch, er würde meine Tochter adoptieren, da sie ja nur ein Mädchen war und weder dem vorhandenen Sohn, noch eventuell folgenden Söhnen das Erbe streitig machen würde. Und ich hatte ja gesagt. Freudig sogar. Nun, vielleicht im Inneren ein wenig wehmütig, und vielleicht auch ein wenig beschämt über mich selbst, einen solch guten Mann zu betrügen, aber dennoch mit einem guten Gefühl, dass mein Leben jetzt besser sein würde, als je zuvor.<br />
<br />
<br />
Deshalb war ich auch entgegen meiner sonst sehr ruhigen Gewohnheiten heute auch außer Haus, begleitet von meinem Leibwächter, die Palla gegen die Kälte züchtig hochgezogen, einen warmen Pelz darunter noch zusätzlich über die Schultern geschlungen – ein Geschenk von Marcus – und auf der Suche nach einem passenden Flammeum. Da es für uns beide nicht die erste Ehe war, war ein Großteil der Bräuche ohnehin nicht wichtig für uns und würde übergangen werden. Ich musste keiner Amme entrissen werden und würde sicher nicht schreien und weinen, wenn ich einen so guten Fang machte. Aber ein Flammeum würde ich anziehen, und dafür brauchte ich ein fein gewebtes.<br />
Der Statthalter hatte irgendeinen jungen Kerl zum Tode verurteilt, weshalb die Straßen hier auch von dem üblichen Gesindel etwas befreit waren, das sich vermutlich gerade noch mit dem Blut und dem Zerstückeln der Leiche vergnügte. Dinge, die ich wahrlich nicht mit anzusehen gedachte. Ich nutzte die Zeit lieber, um einzukaufen und wandte mich so dem nächsten, besseren Horreum mit Stoffmarkt zu.<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="color: #c19e00;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">*reserviert</span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Markt beim Forum] Gwen und der Klang fallender Münzen]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=885</link>
			<pubDate>Sun, 23 Feb 2025 17:03:57 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=160">Gwen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=885</guid>
			<description><![CDATA[Zwischen den Ständen, wo Händler ihre Waren lautstark anpriesen und Kunden feilschten, bewegte sich eine Gestalt lautlos durch das Gewimmel.<br />
Ihr Mantel war alt und schäbig, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, sodass nur ein paar rotblonde Haarsträhnen hervorlugten. Ihre löchrige Tunika hing lose an ihrem Körper – sie hatte schon weitaus bessere Tage gesehen. Doch genau das machte sie unsichtbar. Niemand schaute zweimal hin, wenn eine Bettlerin durch die Menge schlich – und genau das war ihr Vorteil.<br />
Ihr Blick glitt über die Stände. Der Markt bot alles, was das Herz begehrte und der Geldbeutel hergab: Feine Köstlichkeiten aus fremden Ländern, Datteln aus Arabia, duftende Gewürze, die an diesem feuchtkalten Tag einen Hauch von Orient nach Londinium brachten.<br />
<br />
Ein Mann schob sich an ihr vorbei, den Blick auf ein Stück Stoff gerichtet, das eine Händlerin ihm hinhielt. Eine gute Gelegenheit! Ablenkung war ihr Verbündeter.<br />
Gwen ließ die Finger unter den Mantel gleiten, tastete nach der versteckten Messerklinge, die sie bei sich trug. Nicht, um jemanden anzugreifen – nur für den Fall. Das Messer war scharf genug, um Seile zu durchtrennen, Stoff aufzuschlitzen oder einen prall gefüllten Geldbeutel abzutrennen, wenn die Gelegenheit günstig war.<br />
<br />
Ein Lufthauch trug den Duft einer Garküche zu ihr, der ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ und ihren Magen zum Knurren brachte. Es war schon einige Zeit vergangen, seit sie das letzte Mal etwas gegessen hatte. Die Stimmen der Passanten mischten sich mit dem Klappern von Krügen und dem Rufen der Marktschreier. Dann bot sich tatsächlich eine Gelegenheit!<br />
Ein Junge, kaum älter als zwölf, stieß gegen einen der Stände, eine Handvoll Walnüsse fiel zu Boden. Der Händler fluchte, drehte sich um. Gwen glitt vorwärts. Ein schneller Griff nach einer Feige – und dann ein leises Schnippen der Klinge. Der Lederriemen eines Beutels gab nach. Die Münzen darin klimperten kaum, als sie ihn in den Falten ihres Mantels verschwinden ließ.<br />
Ein Herzschlag später war sie fort, auf dem Weg in eine Seitengasse, bevor jemand sie bemerkte. Heute würde sie nicht hungern. Und vielleicht reichte es diesmal sogar für mehr als nur das.<br />
<br />
In der engen, schattigen Seitengasse verlangsamte Gwen ihre Schritte. Hier war sie vor neugierigen Blicken sicher, doch das bedeutete nicht, dass sie allein war. Londinium war voller Menschen, die sich lieber abseits der belebten Straßen bewegten. Manche waren harmlos, doch anderen wollte man lieber nicht allein begegnen.<br />
Sie lehnte sich an eine raue Steinwand und öffnete den Beutel. Münzen klimperten leise in ihrer Handfläche. Es waren nicht viele, aber genug für ein paar anständige Mahlzeiten oder eine neue, einfache Tunika. Sie musste vorsichtig sein, wo sie das Geld ausgab – zu auffällige Einkäufe weckten nur unliebsame Fragen.<br />
<br />
Ein Geräusch ließ sie innehalten. Schritte! Sie waren gedämpft, aber gezielt. Jemand folgte ihr. Gwen drückte sich tiefer in den Schatten und spähte vorsichtig um eine Ecke.<br />
Ein Mann stand dort, vielleicht drei Schritte entfernt. Groß und hager, mit strähnigem blondem Haar und einem berechnenden Blick. Er trug eine wollene Hose und eine Tunika. Definitiv kein Römer. Seine Hände steckten in den Falten seines Mantels. Gwen wusste genau, dass er dort eine Waffe haben konnte.<br />
<br />
<span style="color: #00369B;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Nicht schlecht"</span></span>, sagte er mit einem schiefen Lächeln. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Schnelle Finger, saubere Arbeit. Aber du hast einen Fehler gemacht."</span></span><br />
<br />
Gwen verharrte und überlegte angespannt, was sie tun sollte. Kein panisches Davonlaufen, keine überstürzte Bewegung. Sie kannte Männer wie ihn. Das waren Straßenratten, die von Angst lebten und sie für sich nutzten. Aber Gwen hatte keine Angst. So leicht würde sie ihre Beute nicht wieder hergeben.<br />
<br />
<span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ach ja?"</span></span> fragte sie ruhig.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Ja."</span></span> Sein Lächeln wurde breiter. <span style="color: #00369b;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Du hast meine Beute gestohlen."</span></span><br />
<br />
Gwen spannte sich an. Also gehörte der Beutel ihm? Oder wollte er sie nur einschüchtern, um selbst an das Geld zu kommen?<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Dann solltest du besser aufpassen"</span></span>, entgegnete sie leichthin.<br />
<br />
Sein Blick verengte sich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Vielleicht bringe ich dir das besser selbst bei."</span></span><br />
Seine Hand zuckte – vielleicht zog er nach einem Messer, vielleicht wollte er sie  aber auch nur einschüchtern. Doch Gwen war schneller. Sie machte einen Schritt zurück, die Klinge verborgen in ihrer Hand – bereit, falls er sich ihr weiter näherte. Die Frage war nur: Wollte sie wirklich kämpfen? Oder gab es einen besseren Weg, um unbeschadet aus dieser Situation herauszukommen?<br />
<br />
Gwen wich noch einen Schritt zurück, aber nur so weit, dass sie die Mauer noch im Rücken hatte. Flucht war nicht ihre erste Wahl. Der Mann musterte sie abschätzend, sein Mund verzog sich zu einem dünnen Grinsen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Kluges Mädchen"</span></span>, sagte er und hob leicht die Hände, als wolle er zeigen, dass er keine Gefahr darstellte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Du bist schnell und vorsichtig. Das gefällt mir."</span></span><br />
<br />
Sie  entgegnete nichts, hielt aber den Griff ihres Messers fest in der Hand. Vertrauen war in den Straßen Londiniums eine Ware, die sich niemand leichtfertig leisten konnte.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Ich bin Drystan"</span></span>, fuhr er fort. <span style="color: #00369b;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Und du hast gerade meinen Beutel gestohlen. Oder besser gesagt … den Beutel, den ich mir nehmen wollte, bevor du schneller warst." </span></span>Für ihn war es ein Test gewesen. Er hatte sie beobachtet. Vielleicht von Anfang an.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Dann warst du nicht schnell genug"</span></span>, entgegnete Gwen kühl.<br />
<br />
Drystan lachte leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Das stimmt wohl."</span></span> Er lehnte sich lässig gegen die gegenüberliegende Wand der Gasse. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Weißt du, wir könnten uns gegenseitig das Leben schwer machen. Oder aber wir könnten es uns leichter machen."</span></span><br />
<br />
Gwen musterte ihn. Er war mager, aber kein Bettler. Seine Kleidung war abgetragen, aber nicht wertlos. Vor allem aber hatte er eine Gelassenheit an sich, die nur jemand besaß, der sich in den dunklen Ecken dieser Stadt auskannte – und überlebte.<br />
<span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wie meinst du das?"</span></span> fragte sie schließlich.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Du bist flink, hast scharfe Augen und eine ruhige Hand. Aber du bist allein."</span></span> Er machte eine bedeutungsschwere Pause. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Und allein kommt man hier nicht weit."</span></span><br />
<br />
Sie wusste, dass er recht hatte. Jeder Tag war ein Kampf. Und wenn sie Pech hatte, wurde sie erwischt. Dann war sie auf sich gestellt. Die Römer fackelten nicht lange mit jemandem wie ihr. Man würde sie ans nächste Kreuz schlagen. Keine angenehmen Zukunftsaussichten.<br />
<br />
Drystan schob sich von der Wand weg. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Ich kenne die Straßen. Die Leute. Die besten Wege, um unterzutauchen. Und ich könnte jemanden gebrauchen, der so schnell mit den Fingern ist wie du."</span></span><br />
<br />
Gwen hielt den Blick auf ihn gerichtet, doch ihre Gedanken waren woanders. Es gab Gründe, warum sie allein arbeitete. Gründe, über die sie niemals sprach.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Nein."</span></span> Ihre Stimme war ruhig, aber entschieden.<br />
<br />
Drystan blinzelte überrascht.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color"> "Nein?"</span></span><br />
<br />
<span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich arbeite allein." </span></span>antwortete sie.<br />
<br />
Sein Blick wurde prüfend, als versuche er, durch ihre Fassade hindurchzusehen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Bist du sicher? Allein ist es riskant."</span></span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Dann ist es eben riskant."</span></span> Sie richtete sich auf und zog den Mantel enger um sich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Aber ich lasse mich nicht auf Dinge ein, die mir irgendwann den Strick um den Hals legen könnten."</span></span><br />
<br />
Einen Moment lang herrschte Stille zwischen ihnen. Dann zuckte Drystan mit den Schultern und ließ sein schiefes Grinsen wieder aufblitzen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color"> "Wie du willst."</span></span><br />
<br />
Sie nickte ihm knapp zu, bevor sie sich in Bewegung setzte. Weg aus der Gasse, weg von ihm. Sie hatte es überlebt. All die Jahre, seit ihr altes Leben eine plötzlche Wendung erfahren hatte. Und sie würde es auch weiterhin tun. Ohne Drystan oder irgendjemand anderen...<br />
Niemand durfte erfahren, wer sie wirklich war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Zwischen den Ständen, wo Händler ihre Waren lautstark anpriesen und Kunden feilschten, bewegte sich eine Gestalt lautlos durch das Gewimmel.<br />
Ihr Mantel war alt und schäbig, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, sodass nur ein paar rotblonde Haarsträhnen hervorlugten. Ihre löchrige Tunika hing lose an ihrem Körper – sie hatte schon weitaus bessere Tage gesehen. Doch genau das machte sie unsichtbar. Niemand schaute zweimal hin, wenn eine Bettlerin durch die Menge schlich – und genau das war ihr Vorteil.<br />
Ihr Blick glitt über die Stände. Der Markt bot alles, was das Herz begehrte und der Geldbeutel hergab: Feine Köstlichkeiten aus fremden Ländern, Datteln aus Arabia, duftende Gewürze, die an diesem feuchtkalten Tag einen Hauch von Orient nach Londinium brachten.<br />
<br />
Ein Mann schob sich an ihr vorbei, den Blick auf ein Stück Stoff gerichtet, das eine Händlerin ihm hinhielt. Eine gute Gelegenheit! Ablenkung war ihr Verbündeter.<br />
Gwen ließ die Finger unter den Mantel gleiten, tastete nach der versteckten Messerklinge, die sie bei sich trug. Nicht, um jemanden anzugreifen – nur für den Fall. Das Messer war scharf genug, um Seile zu durchtrennen, Stoff aufzuschlitzen oder einen prall gefüllten Geldbeutel abzutrennen, wenn die Gelegenheit günstig war.<br />
<br />
Ein Lufthauch trug den Duft einer Garküche zu ihr, der ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ und ihren Magen zum Knurren brachte. Es war schon einige Zeit vergangen, seit sie das letzte Mal etwas gegessen hatte. Die Stimmen der Passanten mischten sich mit dem Klappern von Krügen und dem Rufen der Marktschreier. Dann bot sich tatsächlich eine Gelegenheit!<br />
Ein Junge, kaum älter als zwölf, stieß gegen einen der Stände, eine Handvoll Walnüsse fiel zu Boden. Der Händler fluchte, drehte sich um. Gwen glitt vorwärts. Ein schneller Griff nach einer Feige – und dann ein leises Schnippen der Klinge. Der Lederriemen eines Beutels gab nach. Die Münzen darin klimperten kaum, als sie ihn in den Falten ihres Mantels verschwinden ließ.<br />
Ein Herzschlag später war sie fort, auf dem Weg in eine Seitengasse, bevor jemand sie bemerkte. Heute würde sie nicht hungern. Und vielleicht reichte es diesmal sogar für mehr als nur das.<br />
<br />
In der engen, schattigen Seitengasse verlangsamte Gwen ihre Schritte. Hier war sie vor neugierigen Blicken sicher, doch das bedeutete nicht, dass sie allein war. Londinium war voller Menschen, die sich lieber abseits der belebten Straßen bewegten. Manche waren harmlos, doch anderen wollte man lieber nicht allein begegnen.<br />
Sie lehnte sich an eine raue Steinwand und öffnete den Beutel. Münzen klimperten leise in ihrer Handfläche. Es waren nicht viele, aber genug für ein paar anständige Mahlzeiten oder eine neue, einfache Tunika. Sie musste vorsichtig sein, wo sie das Geld ausgab – zu auffällige Einkäufe weckten nur unliebsame Fragen.<br />
<br />
Ein Geräusch ließ sie innehalten. Schritte! Sie waren gedämpft, aber gezielt. Jemand folgte ihr. Gwen drückte sich tiefer in den Schatten und spähte vorsichtig um eine Ecke.<br />
Ein Mann stand dort, vielleicht drei Schritte entfernt. Groß und hager, mit strähnigem blondem Haar und einem berechnenden Blick. Er trug eine wollene Hose und eine Tunika. Definitiv kein Römer. Seine Hände steckten in den Falten seines Mantels. Gwen wusste genau, dass er dort eine Waffe haben konnte.<br />
<br />
<span style="color: #00369B;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Nicht schlecht"</span></span>, sagte er mit einem schiefen Lächeln. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Schnelle Finger, saubere Arbeit. Aber du hast einen Fehler gemacht."</span></span><br />
<br />
Gwen verharrte und überlegte angespannt, was sie tun sollte. Kein panisches Davonlaufen, keine überstürzte Bewegung. Sie kannte Männer wie ihn. Das waren Straßenratten, die von Angst lebten und sie für sich nutzten. Aber Gwen hatte keine Angst. So leicht würde sie ihre Beute nicht wieder hergeben.<br />
<br />
<span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ach ja?"</span></span> fragte sie ruhig.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Ja."</span></span> Sein Lächeln wurde breiter. <span style="color: #00369b;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Du hast meine Beute gestohlen."</span></span><br />
<br />
Gwen spannte sich an. Also gehörte der Beutel ihm? Oder wollte er sie nur einschüchtern, um selbst an das Geld zu kommen?<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Dann solltest du besser aufpassen"</span></span>, entgegnete sie leichthin.<br />
<br />
Sein Blick verengte sich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Vielleicht bringe ich dir das besser selbst bei."</span></span><br />
Seine Hand zuckte – vielleicht zog er nach einem Messer, vielleicht wollte er sie  aber auch nur einschüchtern. Doch Gwen war schneller. Sie machte einen Schritt zurück, die Klinge verborgen in ihrer Hand – bereit, falls er sich ihr weiter näherte. Die Frage war nur: Wollte sie wirklich kämpfen? Oder gab es einen besseren Weg, um unbeschadet aus dieser Situation herauszukommen?<br />
<br />
Gwen wich noch einen Schritt zurück, aber nur so weit, dass sie die Mauer noch im Rücken hatte. Flucht war nicht ihre erste Wahl. Der Mann musterte sie abschätzend, sein Mund verzog sich zu einem dünnen Grinsen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Kluges Mädchen"</span></span>, sagte er und hob leicht die Hände, als wolle er zeigen, dass er keine Gefahr darstellte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Du bist schnell und vorsichtig. Das gefällt mir."</span></span><br />
<br />
Sie  entgegnete nichts, hielt aber den Griff ihres Messers fest in der Hand. Vertrauen war in den Straßen Londiniums eine Ware, die sich niemand leichtfertig leisten konnte.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Ich bin Drystan"</span></span>, fuhr er fort. <span style="color: #00369b;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Und du hast gerade meinen Beutel gestohlen. Oder besser gesagt … den Beutel, den ich mir nehmen wollte, bevor du schneller warst." </span></span>Für ihn war es ein Test gewesen. Er hatte sie beobachtet. Vielleicht von Anfang an.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Dann warst du nicht schnell genug"</span></span>, entgegnete Gwen kühl.<br />
<br />
Drystan lachte leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Das stimmt wohl."</span></span> Er lehnte sich lässig gegen die gegenüberliegende Wand der Gasse. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Weißt du, wir könnten uns gegenseitig das Leben schwer machen. Oder aber wir könnten es uns leichter machen."</span></span><br />
<br />
Gwen musterte ihn. Er war mager, aber kein Bettler. Seine Kleidung war abgetragen, aber nicht wertlos. Vor allem aber hatte er eine Gelassenheit an sich, die nur jemand besaß, der sich in den dunklen Ecken dieser Stadt auskannte – und überlebte.<br />
<span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wie meinst du das?"</span></span> fragte sie schließlich.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Du bist flink, hast scharfe Augen und eine ruhige Hand. Aber du bist allein."</span></span> Er machte eine bedeutungsschwere Pause. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Und allein kommt man hier nicht weit."</span></span><br />
<br />
Sie wusste, dass er recht hatte. Jeder Tag war ein Kampf. Und wenn sie Pech hatte, wurde sie erwischt. Dann war sie auf sich gestellt. Die Römer fackelten nicht lange mit jemandem wie ihr. Man würde sie ans nächste Kreuz schlagen. Keine angenehmen Zukunftsaussichten.<br />
<br />
Drystan schob sich von der Wand weg. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Ich kenne die Straßen. Die Leute. Die besten Wege, um unterzutauchen. Und ich könnte jemanden gebrauchen, der so schnell mit den Fingern ist wie du."</span></span><br />
<br />
Gwen hielt den Blick auf ihn gerichtet, doch ihre Gedanken waren woanders. Es gab Gründe, warum sie allein arbeitete. Gründe, über die sie niemals sprach.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Nein."</span></span> Ihre Stimme war ruhig, aber entschieden.<br />
<br />
Drystan blinzelte überrascht.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color"> "Nein?"</span></span><br />
<br />
<span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich arbeite allein." </span></span>antwortete sie.<br />
<br />
Sein Blick wurde prüfend, als versuche er, durch ihre Fassade hindurchzusehen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color">"Bist du sicher? Allein ist es riskant."</span></span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Dann ist es eben riskant."</span></span> Sie richtete sich auf und zog den Mantel enger um sich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"Aber ich lasse mich nicht auf Dinge ein, die mir irgendwann den Strick um den Hals legen könnten."</span></span><br />
<br />
Einen Moment lang herrschte Stille zwischen ihnen. Dann zuckte Drystan mit den Schultern und ließ sein schiefes Grinsen wieder aufblitzen.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #00369b;" class="mycode_color"> "Wie du willst."</span></span><br />
<br />
Sie nickte ihm knapp zu, bevor sie sich in Bewegung setzte. Weg aus der Gasse, weg von ihm. Sie hatte es überlebt. All die Jahre, seit ihr altes Leben eine plötzlche Wendung erfahren hatte. Und sie würde es auch weiterhin tun. Ohne Drystan oder irgendjemand anderen...<br />
Niemand durfte erfahren, wer sie wirklich war.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Nähe Forum] Paradiesvögel und Sperlinge]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=794</link>
			<pubDate>Sun, 29 Sep 2024 15:35:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=7">Claudia Sabina</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=794</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/SNPy6bsN/Londinium-Einkaufen.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Londinium-Einkaufen.jpg]" class="mycode_img" /><br />
</a></div>
Wie in vielen Städten kaufte man die Dinge des täglichen Lebens in seiner Straße oder auf Märkten, aber die Dinge des gehobenen Bedarfes: Schmuck, Geldwechsel, modische Kleidung und Luxussklaven, in der Nähe des Forums. Im Gegensatz zum Fischhändler beleidigte die Luxusschneiderin auch die Nasen nicht. Es gab eine ganze Straße voller Auslagen von Modisten, und der passende Schmuck, und die passenden Perücken und Haarteile und auch zierliche Schühchen in allen Farben, darunter auch solche mit Absätzen, wie Schauspieler sie trugen. Hier drängte sich die Damenwelt, begleitet von Sklavinnen und Sklaven, aber auch Müßiggänger, die den Mädchen hinterhersahen.  Meine Rosula und Gimio ( so hieß der Sklave von dem Paar, die Bassa uns überlassen hatte. Er war Kelte und sprach genauso wenig Griechisch wie Rosula) trotteten hinter uns her. Unwillkürlich fasste ich nach Kikis Hand. <br />
<br />
Wie lange war es her, dass ich in größeren Städten als in dem beschaulichen Iscalis herumgelaufen war? Ich war wirklich eine Landpomeranze geworden, dass mich die Menge einschüchterte. Zu allem Überfluss mussten wir auch zu Fuß gehen, weil Sänften im Zentrum nicht erlaubt waren.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Wo fangen wir hier denn an, o meine Abitra Elegantiarum? </span>, fragte ich Kiki.<br />
<br />
Der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Arbiter Elegantarium</span> war eine Art inoffizielles Hofamt an Neros Hof gewesen, der Schiedsrichter des feinen Geschmacks: Er sagte den Höflingen, was gerade<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> in</span> war und was keinesfalls mehr akzeptabel. Kiki mit ihrem verfeinerten Hetärengeschmack war nun meine von mir ernannte Gesellschafterin und  Stylingberaterin und sollte mir helfen, den neuen Stil zu finden, der zu meinem neuen Leben passte. (Und der Petilius Rufus beeindruckte, natürlich)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/SNPy6bsN/Londinium-Einkaufen.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Londinium-Einkaufen.jpg]" class="mycode_img" /><br />
</a></div>
Wie in vielen Städten kaufte man die Dinge des täglichen Lebens in seiner Straße oder auf Märkten, aber die Dinge des gehobenen Bedarfes: Schmuck, Geldwechsel, modische Kleidung und Luxussklaven, in der Nähe des Forums. Im Gegensatz zum Fischhändler beleidigte die Luxusschneiderin auch die Nasen nicht. Es gab eine ganze Straße voller Auslagen von Modisten, und der passende Schmuck, und die passenden Perücken und Haarteile und auch zierliche Schühchen in allen Farben, darunter auch solche mit Absätzen, wie Schauspieler sie trugen. Hier drängte sich die Damenwelt, begleitet von Sklavinnen und Sklaven, aber auch Müßiggänger, die den Mädchen hinterhersahen.  Meine Rosula und Gimio ( so hieß der Sklave von dem Paar, die Bassa uns überlassen hatte. Er war Kelte und sprach genauso wenig Griechisch wie Rosula) trotteten hinter uns her. Unwillkürlich fasste ich nach Kikis Hand. <br />
<br />
Wie lange war es her, dass ich in größeren Städten als in dem beschaulichen Iscalis herumgelaufen war? Ich war wirklich eine Landpomeranze geworden, dass mich die Menge einschüchterte. Zu allem Überfluss mussten wir auch zu Fuß gehen, weil Sänften im Zentrum nicht erlaubt waren.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Wo fangen wir hier denn an, o meine Abitra Elegantiarum? </span>, fragte ich Kiki.<br />
<br />
Der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Arbiter Elegantarium</span> war eine Art inoffizielles Hofamt an Neros Hof gewesen, der Schiedsrichter des feinen Geschmacks: Er sagte den Höflingen, was gerade<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> in</span> war und was keinesfalls mehr akzeptabel. Kiki mit ihrem verfeinerten Hetärengeschmack war nun meine von mir ernannte Gesellschafterin und  Stylingberaterin und sollte mir helfen, den neuen Stil zu finden, der zu meinem neuen Leben passte. (Und der Petilius Rufus beeindruckte, natürlich)]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Geldverleih Titus Aconius Postumus]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=664</link>
			<pubDate>Fri, 08 Mar 2024 16:32:09 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=70">Marcus Mucius Primus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=664</guid>
			<description><![CDATA[<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula1.png);">Geldverleih des Titus Aconius Postumus</td></tr></table>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://s20.directupload.net/images/user/240308/k4qop9yg.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: k4qop9yg.jpg]" class="mycode_img" /></div>
<br />
Unter dem Portikus des Forums nahe der südöstlichen Ecke hatte der Geldverleiher Aconius sein Geschäft eingerichtet. Es war nur der öffentliche, kleine Ableger seines eigentlichen Hauses, in dem auch alles wertvolle gesichert wie in einer Castra verwahrt wurde. Dennoch standen auch hier immer mindestens vier große, breite Männer, denen man die Berufsbezeichnung Schläger nur allzu deutlich ansah, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen.<br />
Aconius Postumus selbst hingegen war eher unscheinbar. Ein Mann um die vierzig, der langsam aber sicher eine Glatze entwickelte, mit zu dünnen Armen und einem kleinen Wohlstandsbauch und einem eher nichtssagenden Gesicht, das von einer Knollennase dominiert wurde. Kurzum, nichts an dem Mann wirkte auch nur im Ansatz gefährlich.<br />
<br />
Wie alle Geldverleiher handelte Aconius Postumus hauptsächlich mit Wechseln, die er hier gegen Gebühr für sich einlöste und die Schuld dann beim Absender einforderte, allerdings konnte man bei ihm auch Geld für spätere Verwendung hinterlegen, welches er fleißig nutzte, um es zwischenzeitlich gewinnbringend zu verleihen. Natürlich meistens zum höchstmöglichen, gesetzlich gerade noch zusätzlichen Zinssatz und unter der Androhung schwerster Gewalt, falls jemand auf die Idee kommen sollte, sich mit dem Geld aus dem Staub machen zu wollen. Es war bislang noch nie vorgekommen, dass es einem tatsächlich einmal gelungen wäre.<br />
<br />
Was vermutlich an dem nicht bekannten, zweiten Standbein von Titus Aconius Postumus liegen dürfte. Denn unbemerkt von allen war er einer der Personen, die stets guten Kontakt zu den Prätorianern pflegten und ihnen da Informationen zukommen ließ und weiterleitete. Das alles natürlich immer anonym, damit niemand versehentlich Informationen ausplaudern konnte. Aconius Postumus fragte nicht nach, wenn er eine Nachricht weiterleiten sollte mit seinen Geldboten und Handelsschiffen, die ohnehin überall unterwegs waren, und dafür sorgten die Prätorianer dafür, dass er in Ruhe seinen Geschäften nachgehen konnte und er notfalls sehr schnell informiert wurde, wo denn einer seiner Kunden hinverschwunden war, wenn er ihn betrügen wollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula1.png);">Geldverleih des Titus Aconius Postumus</td></tr></table>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://s20.directupload.net/images/user/240308/k4qop9yg.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: k4qop9yg.jpg]" class="mycode_img" /></div>
<br />
Unter dem Portikus des Forums nahe der südöstlichen Ecke hatte der Geldverleiher Aconius sein Geschäft eingerichtet. Es war nur der öffentliche, kleine Ableger seines eigentlichen Hauses, in dem auch alles wertvolle gesichert wie in einer Castra verwahrt wurde. Dennoch standen auch hier immer mindestens vier große, breite Männer, denen man die Berufsbezeichnung Schläger nur allzu deutlich ansah, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen.<br />
Aconius Postumus selbst hingegen war eher unscheinbar. Ein Mann um die vierzig, der langsam aber sicher eine Glatze entwickelte, mit zu dünnen Armen und einem kleinen Wohlstandsbauch und einem eher nichtssagenden Gesicht, das von einer Knollennase dominiert wurde. Kurzum, nichts an dem Mann wirkte auch nur im Ansatz gefährlich.<br />
<br />
Wie alle Geldverleiher handelte Aconius Postumus hauptsächlich mit Wechseln, die er hier gegen Gebühr für sich einlöste und die Schuld dann beim Absender einforderte, allerdings konnte man bei ihm auch Geld für spätere Verwendung hinterlegen, welches er fleißig nutzte, um es zwischenzeitlich gewinnbringend zu verleihen. Natürlich meistens zum höchstmöglichen, gesetzlich gerade noch zusätzlichen Zinssatz und unter der Androhung schwerster Gewalt, falls jemand auf die Idee kommen sollte, sich mit dem Geld aus dem Staub machen zu wollen. Es war bislang noch nie vorgekommen, dass es einem tatsächlich einmal gelungen wäre.<br />
<br />
Was vermutlich an dem nicht bekannten, zweiten Standbein von Titus Aconius Postumus liegen dürfte. Denn unbemerkt von allen war er einer der Personen, die stets guten Kontakt zu den Prätorianern pflegten und ihnen da Informationen zukommen ließ und weiterleitete. Das alles natürlich immer anonym, damit niemand versehentlich Informationen ausplaudern konnte. Aconius Postumus fragte nicht nach, wenn er eine Nachricht weiterleiten sollte mit seinen Geldboten und Handelsschiffen, die ohnehin überall unterwegs waren, und dafür sorgten die Prätorianer dafür, dass er in Ruhe seinen Geschäften nachgehen konnte und er notfalls sehr schnell informiert wurde, wo denn einer seiner Kunden hinverschwunden war, wenn er ihn betrügen wollte.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>