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		<title><![CDATA[Forum - Londinium]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 02:05:02 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[[Iscalis nach Londinium II]  Der Umzug]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=961</link>
			<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 10:46:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=3">Tiberius Furius Saturninus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=961</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/CKmKcnZb/Umzug-nach-Londinium.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Umzug-nach-Londinium.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
<br />
</div>
CXLVI anstrengende römische Meilen lagen vor Saturninus und dem Treck, der die Amtsvorgänge der Provinzialverwaltung nach Londinium transportieren sollte, <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=50&amp;pid=13948#pid13948" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">wie es angeordnet worden war.</a> Wenn auch der Großteil der Reise auf der Römerstraße von Iscalis Richtung Calleva durch das Gebiet der befriedeten Atrebaten führte,  würden die fünf großen und vollbeladenen Ochsenkarren nicht schneller als dreißig Meilen am Tag zurücklegen können, und auch das nur, wenn ihnen nicht Regenfälle oder schlammige Wege dazwischen kamen. Ersatzochsen, die dauch eingesetzt wurden, wenn ein Karren sich festfahren sollte, wurden mitgeführt. Sie waren ausdauernder als Pferde und brauchten weniger Pausen, doch fressen und ausruhen mussten auch sie. Außerdem gab es berittene Amtsdiener und Wachen, die martialisch genug auftraten, um Räuber abzuschrecken. Denn was gut auszurechnen war: Natürlich würde auch der Staatstresor in die Londinier Kasse übergehen, und um den zu beschützen (Saturninus machte sich da keine Illusionen, wem der Schutz galt), hatte man auch einen auxillare Schwadron aus dem Legionslager dabei, etwa 28 Mann und ihre Pferde. Es war also ein umfassender Zug, der sich über eine halbe Meile dahinzog.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/CKmKcnZb/Umzug-nach-Londinium.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Umzug-nach-Londinium.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
<br />
</div>
CXLVI anstrengende römische Meilen lagen vor Saturninus und dem Treck, der die Amtsvorgänge der Provinzialverwaltung nach Londinium transportieren sollte, <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=50&amp;pid=13948#pid13948" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">wie es angeordnet worden war.</a> Wenn auch der Großteil der Reise auf der Römerstraße von Iscalis Richtung Calleva durch das Gebiet der befriedeten Atrebaten führte,  würden die fünf großen und vollbeladenen Ochsenkarren nicht schneller als dreißig Meilen am Tag zurücklegen können, und auch das nur, wenn ihnen nicht Regenfälle oder schlammige Wege dazwischen kamen. Ersatzochsen, die dauch eingesetzt wurden, wenn ein Karren sich festfahren sollte, wurden mitgeführt. Sie waren ausdauernder als Pferde und brauchten weniger Pausen, doch fressen und ausruhen mussten auch sie. Außerdem gab es berittene Amtsdiener und Wachen, die martialisch genug auftraten, um Räuber abzuschrecken. Denn was gut auszurechnen war: Natürlich würde auch der Staatstresor in die Londinier Kasse übergehen, und um den zu beschützen (Saturninus machte sich da keine Illusionen, wem der Schutz galt), hatte man auch einen auxillare Schwadron aus dem Legionslager dabei, etwa 28 Mann und ihre Pferde. Es war also ein umfassender Zug, der sich über eine halbe Meile dahinzog.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auf nach Londinium! - Bei den Göttern ...]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=948</link>
			<pubDate>Sun, 20 Apr 2025 21:20:30 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=165">Cloelia Bestia</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=948</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Prolog</span><br />
<br />
Alexandria hatte sie nie geliebt. Nicht so, wie andere Römerinnen davon schwärmten. Für sie war es zu laut, zu voll, zu griechisch. Die Bibliothek mochte beeindrucken, gewiss, doch wer wollte schon unentwegt von nach Oregano duftenden Philosophen belagert werden, die einem das Ohr mit Syllogismen abkauten?<br />
<br />
Ihr Gatte, Haterius, ein Mann mit beeindruckendem Vermögen und zunehmend beeindruckenderem Bauchumfang, hatte darauf bestanden, dass sie allein nach Londinium reiste, um ihre Tochter Sabina zu besuchen. Er selbst, so erklärte er, müsse <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'die Geschäfte ordnen'</span> und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'den beiden Jungen Stabilität geben'</span>. In Wahrheit jedoch wollte er sich wohl kaum von der wohltemperierten Therme und dem täglichen Becher Wein trennen und vor allem nicht von der Bequemlichkeit, mit zwei kleinen Söhnen in der römischen Villa zu verweilen. Es störte ihn offenbar nicht, dass seine Gattin ihn außerhalb des Ehebetts mied. Er zahlte für alles, ohne mit der Wimper zu zucken, aus Bequemlichkeit oder, vielleicht, aus einer gewissen schwärmerischen Hoffnung, sie würde doch wieder in sein Bett zurückkehren.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sabina.</span> Das war eine andere Geschichte. Ihr Kind, ihr Blut, gewiss. Doch sie war stets ein wenig zu naiv gewesen, um ihren wahren Wert zu erkennen, und zu hilflos, um sich ohne Anleitung in der Welt zurechtzufinden. Vielleicht hatte sie längst jede Eleganz abgelegt und versteckte ihre Überforderung nun hinter provinzieller Geschäftigkeit. Vielleicht war das der wahre Grund der Reise. Die quälende Gewissheit, dass familiäre Pflichten einen selbst an das Ende der Welt verfolgen konnten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Reise nach Londinium</span><br />
<br />
Die Reise begann standesgemäß auf einem Handelsschiff. Nicht etwa mit dem gewöhnlichen Volk, sondern mit eigenem Bad, eigenem Koch und einem Vorrat an Datteln, Feigen und duftenden Ölen. Ihre Leibsklavin Livia ölte ihr morgens die Arme mit Safran ein und las ihr währenddessen aus Ovid vor, während das leise Klatschen der Wellen gegen den Schiffsrumpf wie entfernte Applausgeräusche wirkte.<br />
<br />
Bis Massilia verlief alles angenehm. Dort ließ sie sich eine Tunika aus gallischem Leinen schneidern, überraschend weich, wenn auch nach barbarischen Vorstellungen geschnitten. In Lugdunum wurde sie von einem örtlichen Scriba empfangen, der ihr eine Brosche aus Zinn schenkte. Zinn! Sie lachte so schallend, dass sogar die Legionäre die Köpfe wandten.<br />
<br />
Doch nichts hatte sie auf Britannia vorbereiten können. Der Himmel hing wie eine nasse Decke über dem Meer, das aussah wie ein aufgewühlter Schlammkessel. Selbst die Möwen schienen zu frieren. In Rutupiae setzte sie den ersten Fuß auf britannischen Boden und versank mit dem Absatz sofort im Matsch. Die Einheimischen starrten sie an, als wäre sie Minerva persönlich, wohl, weil sie nicht nach Hammel roch und keine groben Wollfetzen trug. Man reichte ihr heißes Wasser, das nach verbrannter Rinde schmeckte, und bot ihr eine Creme aus Schafsfett und Brennnesseln an. Der lokale Inbegriff von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'Luxus'</span>.<br />
<br />
Die Straße nach Londinium war kaum mehr als ein steiniger Kompromiss. Sie reiste in einer geschlossenen Kutsche, um ihr Haar vor der allgegenwärtigen Feuchtigkeit zu schützen. Draußen ritten acht junge Männer nebenher, ihre Eskorte, mit bewundernden Blicken, wie man sie eben jemandem schenkt, der aussieht wie eine Göttin aus Marmor, die durch einen Schweinestall gefahren wird.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Londinium. Endlich.</span><br />
<br />
Die Kutsche rumpelte über das unverschämteste Pflaster, das je als<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> 'Straße'</span> bezeichnet worden war, und hielt mit einem seufzenden Schnauben der Pferde vor dem Stadttor oder dem, was als solches durchging. Zwei grob gemauerte Türme, deren Anblick Mitleid weckte. So also empfing Londinium seine Gäste. Sie überlegte, ob sie lachen oder weinen sollte, und entschied sich für ein überhebliches Naserümpfen. Es war neutral und dennoch beleidigend.<br />
<br />
Ein stämmiger Legionär trat an die Kutsche, musterte sie zweifelnd, salutierte dann aber doch, wohl mehr aus Reflex als aus echtem Respekt. Sie erwiderte den Gruß nicht. Sie war nicht hier, um Disziplin zu loben. <br />
<br />
Livia stieg zuerst aus, mit einem Tuch vor der Nase.<span style="color: #1e92f7;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Es riecht nach nassem Fell, Herrin"</span></span>, sagte sie, was der Wahrheit erschreckend nahekam. Kaum hatte sie selbst den Fuß auf den Boden gesetzt, versank der Absatz erneut im allgegenwärtigen Matsch, einem Grau, so philosophisch in seiner Trostlosigkeit, dass man darin fast eine Idee hätte erkennen können. Um sie herum. Geklapper, Gestank, fremde Laute. Ein Marktschreier pries <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"frisch gepökelte Dachsrippen"</span></span> an, eine alte Frau hielt ihnen ein Bündel Kräuter entgegen und versprach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #e82a1f;" class="mycode_color">"Herzkraft gegen den Winter"</span></span>. Sie lächelte dünn. Offenbar musste man hier seinen Ekel essen, um zu überleben.<br />
<br />
Ihre Eskorte bildete einen Kreis um sie, als man sie durch die Straßen trug, wie eine Göttin auf einem Opferzug. Nur dass in diesem Fall das Opfer wohl sie selbst war. Und die Götter, so schien es, hatten Britannia längst verlassen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Londinium. </span>Hier würde sie sterben. Oder schlimmer noch sich daran gewöhnen. Und das, dachte sie, wäre der eigentliche Untergang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Prolog</span><br />
<br />
Alexandria hatte sie nie geliebt. Nicht so, wie andere Römerinnen davon schwärmten. Für sie war es zu laut, zu voll, zu griechisch. Die Bibliothek mochte beeindrucken, gewiss, doch wer wollte schon unentwegt von nach Oregano duftenden Philosophen belagert werden, die einem das Ohr mit Syllogismen abkauten?<br />
<br />
Ihr Gatte, Haterius, ein Mann mit beeindruckendem Vermögen und zunehmend beeindruckenderem Bauchumfang, hatte darauf bestanden, dass sie allein nach Londinium reiste, um ihre Tochter Sabina zu besuchen. Er selbst, so erklärte er, müsse <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'die Geschäfte ordnen'</span> und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'den beiden Jungen Stabilität geben'</span>. In Wahrheit jedoch wollte er sich wohl kaum von der wohltemperierten Therme und dem täglichen Becher Wein trennen und vor allem nicht von der Bequemlichkeit, mit zwei kleinen Söhnen in der römischen Villa zu verweilen. Es störte ihn offenbar nicht, dass seine Gattin ihn außerhalb des Ehebetts mied. Er zahlte für alles, ohne mit der Wimper zu zucken, aus Bequemlichkeit oder, vielleicht, aus einer gewissen schwärmerischen Hoffnung, sie würde doch wieder in sein Bett zurückkehren.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sabina.</span> Das war eine andere Geschichte. Ihr Kind, ihr Blut, gewiss. Doch sie war stets ein wenig zu naiv gewesen, um ihren wahren Wert zu erkennen, und zu hilflos, um sich ohne Anleitung in der Welt zurechtzufinden. Vielleicht hatte sie längst jede Eleganz abgelegt und versteckte ihre Überforderung nun hinter provinzieller Geschäftigkeit. Vielleicht war das der wahre Grund der Reise. Die quälende Gewissheit, dass familiäre Pflichten einen selbst an das Ende der Welt verfolgen konnten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Reise nach Londinium</span><br />
<br />
Die Reise begann standesgemäß auf einem Handelsschiff. Nicht etwa mit dem gewöhnlichen Volk, sondern mit eigenem Bad, eigenem Koch und einem Vorrat an Datteln, Feigen und duftenden Ölen. Ihre Leibsklavin Livia ölte ihr morgens die Arme mit Safran ein und las ihr währenddessen aus Ovid vor, während das leise Klatschen der Wellen gegen den Schiffsrumpf wie entfernte Applausgeräusche wirkte.<br />
<br />
Bis Massilia verlief alles angenehm. Dort ließ sie sich eine Tunika aus gallischem Leinen schneidern, überraschend weich, wenn auch nach barbarischen Vorstellungen geschnitten. In Lugdunum wurde sie von einem örtlichen Scriba empfangen, der ihr eine Brosche aus Zinn schenkte. Zinn! Sie lachte so schallend, dass sogar die Legionäre die Köpfe wandten.<br />
<br />
Doch nichts hatte sie auf Britannia vorbereiten können. Der Himmel hing wie eine nasse Decke über dem Meer, das aussah wie ein aufgewühlter Schlammkessel. Selbst die Möwen schienen zu frieren. In Rutupiae setzte sie den ersten Fuß auf britannischen Boden und versank mit dem Absatz sofort im Matsch. Die Einheimischen starrten sie an, als wäre sie Minerva persönlich, wohl, weil sie nicht nach Hammel roch und keine groben Wollfetzen trug. Man reichte ihr heißes Wasser, das nach verbrannter Rinde schmeckte, und bot ihr eine Creme aus Schafsfett und Brennnesseln an. Der lokale Inbegriff von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">'Luxus'</span>.<br />
<br />
Die Straße nach Londinium war kaum mehr als ein steiniger Kompromiss. Sie reiste in einer geschlossenen Kutsche, um ihr Haar vor der allgegenwärtigen Feuchtigkeit zu schützen. Draußen ritten acht junge Männer nebenher, ihre Eskorte, mit bewundernden Blicken, wie man sie eben jemandem schenkt, der aussieht wie eine Göttin aus Marmor, die durch einen Schweinestall gefahren wird.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Londinium. Endlich.</span><br />
<br />
Die Kutsche rumpelte über das unverschämteste Pflaster, das je als<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> 'Straße'</span> bezeichnet worden war, und hielt mit einem seufzenden Schnauben der Pferde vor dem Stadttor oder dem, was als solches durchging. Zwei grob gemauerte Türme, deren Anblick Mitleid weckte. So also empfing Londinium seine Gäste. Sie überlegte, ob sie lachen oder weinen sollte, und entschied sich für ein überhebliches Naserümpfen. Es war neutral und dennoch beleidigend.<br />
<br />
Ein stämmiger Legionär trat an die Kutsche, musterte sie zweifelnd, salutierte dann aber doch, wohl mehr aus Reflex als aus echtem Respekt. Sie erwiderte den Gruß nicht. Sie war nicht hier, um Disziplin zu loben. <br />
<br />
Livia stieg zuerst aus, mit einem Tuch vor der Nase.<span style="color: #1e92f7;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Es riecht nach nassem Fell, Herrin"</span></span>, sagte sie, was der Wahrheit erschreckend nahekam. Kaum hatte sie selbst den Fuß auf den Boden gesetzt, versank der Absatz erneut im allgegenwärtigen Matsch, einem Grau, so philosophisch in seiner Trostlosigkeit, dass man darin fast eine Idee hätte erkennen können. Um sie herum. Geklapper, Gestank, fremde Laute. Ein Marktschreier pries <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"frisch gepökelte Dachsrippen"</span></span> an, eine alte Frau hielt ihnen ein Bündel Kräuter entgegen und versprach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #e82a1f;" class="mycode_color">"Herzkraft gegen den Winter"</span></span>. Sie lächelte dünn. Offenbar musste man hier seinen Ekel essen, um zu überleben.<br />
<br />
Ihre Eskorte bildete einen Kreis um sie, als man sie durch die Straßen trug, wie eine Göttin auf einem Opferzug. Nur dass in diesem Fall das Opfer wohl sie selbst war. Und die Götter, so schien es, hatten Britannia längst verlassen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Londinium. </span>Hier würde sie sterben. Oder schlimmer noch sich daran gewöhnen. Und das, dachte sie, wäre der eigentliche Untergang.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Irrungen, Wirrungen - Verloren in Londinium]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=928</link>
			<pubDate>Sun, 23 Mar 2025 14:59:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=91">Licinianus Owain</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=928</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=871&amp;pid=13443#pid13443" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
<br />
Ich wusste nicht mehr, wo ich war.<br />
Nachdem ich Aglaia stehen gelassen hatte, war ich einfach losgelaufen. Nur weg! Weg von ihr, weg von ihrem Gift, weg von meinem eigenen Zorn. Und weg von meinem Kind, das ich wohl nie wiedersehen würde.<br />
<br />
Die Straßen von Londinium verschwammen zu einem endlosen Labyrinth aus engen Gassen, rutschigem Pflaster und gesichtslosen Fremden. Ich hatte längst die Orientierung verloren, aber das war mir egal. Ich lief weiter, gehetzt von Wut, von Enttäuschung, von einer Leere, die mich von innen heraus auffraß.<br />
Mein Atem ging schwer. Meine Hände zitterten noch immer vor unbändigem Zorn, der einfach nicht abklingen wollte. Ihre Worte hatten sich in meine Gedanken gebrannt, wiederholten sich immer und immer wieder. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du bist nicht ihr Vater. </span>Wie konnte sie das sagen? Wie konnte sie mit solch kalter Gewissheit sprechen, als wäre ich nichts weiter als ein unbedeutendes Stäubchen in ihrem Leben, das sie nach Belieben fortblasen konnte?<br />
Ich blieb stehen, drehte mich um – und erkannte nichts. Die Straße, die Häuser, alles war mir fremd. Ein dumpfes Gefühl von Unbehagen machte sich breit. Ich versuchte, irgendeinen Anhaltspunkt zu finden, doch es war sinnlos. Also lief ich weiter. Bog in eine Gasse ab, dann in die nächste. Die Stadt um mich herum wurde zu einer grauen, formlosen Masse.<br />
Die Menschen, an denen ich vorbeiging, warfen mir Blicke zu – misstrauische, neugierige, einige belustigt. Wahrscheinlich sah ich aus wie ein Mann, der nicht wusste, wohin mit sich. Und genau das war ich.<br />
Ich hätte stehen bleiben sollen. Einen Moment nachdenken, mich sammeln. Aber der Sturm in mir ließ es nicht zu.<br />
Irgendwann fand ich mich auf einer belebteren Straße wieder. Ich hätte jemanden nach dem Weg fragen können. Doch ich tat es nicht. Ich wollte nicht stehen bleiben, konnte nicht. Mein Herz schlug hart gegen meine Rippen, nicht aus Angst, sondern weil mir bewusst wurde, dass ich in dieser Stadt verloren war.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deirdre.</span><br />
Ich musste zu ihr. Jetzt. Sofort. Sie war mein einziger Halt, mein Anker, mein Fels in der Brandung. Doch sie war so weit weg!<br />
Ich lehnte mich schwer gegen eine Hauswand, schloss die Augen. Aber selbst dort fand ich keine Ruhe. Ich sah nur ihr Gesicht. Kalt. Unnachgiebig.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ich hätte mich lieber in den Bleiminen zu Tode geschuftet, als dich jemals zu treffen.</span> Das waren meine Worte gewesen. Ich hatte sie gesagt. Ich hatte sie gemeint – oder nicht? Ich wusste es nicht mehr. Mein Inneres war ein einziges Chaos aus Wut und Schmerz.<br />
Ich fuhr mir mit den Händen übers Gesicht, versuchte, tief durchzuatmen. Doch es half nichts. Die Enge der Stadt drückte mich nieder, die endlosen Straßen verschlangen mich. Und die Worte hallten weiter in meinem Kopf wider.<br />
Als ich weiterging, stieß ich mit einer Bettlerin zusammen, die in Lumpen gehüllt war. Ich hatte sie zu spät gesehen. Sie murmelte etwas, vielleicht einen Fluch, doch ich blieb nicht stehen. Ich lief weiter. Ich flüchtete.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=871&amp;pid=13443#pid13443" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
<br />
Ich wusste nicht mehr, wo ich war.<br />
Nachdem ich Aglaia stehen gelassen hatte, war ich einfach losgelaufen. Nur weg! Weg von ihr, weg von ihrem Gift, weg von meinem eigenen Zorn. Und weg von meinem Kind, das ich wohl nie wiedersehen würde.<br />
<br />
Die Straßen von Londinium verschwammen zu einem endlosen Labyrinth aus engen Gassen, rutschigem Pflaster und gesichtslosen Fremden. Ich hatte längst die Orientierung verloren, aber das war mir egal. Ich lief weiter, gehetzt von Wut, von Enttäuschung, von einer Leere, die mich von innen heraus auffraß.<br />
Mein Atem ging schwer. Meine Hände zitterten noch immer vor unbändigem Zorn, der einfach nicht abklingen wollte. Ihre Worte hatten sich in meine Gedanken gebrannt, wiederholten sich immer und immer wieder. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du bist nicht ihr Vater. </span>Wie konnte sie das sagen? Wie konnte sie mit solch kalter Gewissheit sprechen, als wäre ich nichts weiter als ein unbedeutendes Stäubchen in ihrem Leben, das sie nach Belieben fortblasen konnte?<br />
Ich blieb stehen, drehte mich um – und erkannte nichts. Die Straße, die Häuser, alles war mir fremd. Ein dumpfes Gefühl von Unbehagen machte sich breit. Ich versuchte, irgendeinen Anhaltspunkt zu finden, doch es war sinnlos. Also lief ich weiter. Bog in eine Gasse ab, dann in die nächste. Die Stadt um mich herum wurde zu einer grauen, formlosen Masse.<br />
Die Menschen, an denen ich vorbeiging, warfen mir Blicke zu – misstrauische, neugierige, einige belustigt. Wahrscheinlich sah ich aus wie ein Mann, der nicht wusste, wohin mit sich. Und genau das war ich.<br />
Ich hätte stehen bleiben sollen. Einen Moment nachdenken, mich sammeln. Aber der Sturm in mir ließ es nicht zu.<br />
Irgendwann fand ich mich auf einer belebteren Straße wieder. Ich hätte jemanden nach dem Weg fragen können. Doch ich tat es nicht. Ich wollte nicht stehen bleiben, konnte nicht. Mein Herz schlug hart gegen meine Rippen, nicht aus Angst, sondern weil mir bewusst wurde, dass ich in dieser Stadt verloren war.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deirdre.</span><br />
Ich musste zu ihr. Jetzt. Sofort. Sie war mein einziger Halt, mein Anker, mein Fels in der Brandung. Doch sie war so weit weg!<br />
Ich lehnte mich schwer gegen eine Hauswand, schloss die Augen. Aber selbst dort fand ich keine Ruhe. Ich sah nur ihr Gesicht. Kalt. Unnachgiebig.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ich hätte mich lieber in den Bleiminen zu Tode geschuftet, als dich jemals zu treffen.</span> Das waren meine Worte gewesen. Ich hatte sie gesagt. Ich hatte sie gemeint – oder nicht? Ich wusste es nicht mehr. Mein Inneres war ein einziges Chaos aus Wut und Schmerz.<br />
Ich fuhr mir mit den Händen übers Gesicht, versuchte, tief durchzuatmen. Doch es half nichts. Die Enge der Stadt drückte mich nieder, die endlosen Straßen verschlangen mich. Und die Worte hallten weiter in meinem Kopf wider.<br />
Als ich weiterging, stieß ich mit einer Bettlerin zusammen, die in Lumpen gehüllt war. Ich hatte sie zu spät gesehen. Sie murmelte etwas, vielleicht einen Fluch, doch ich blieb nicht stehen. Ich lief weiter. Ich flüchtete.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Londinium]  Eine öffentliche Hinrichtung]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=887</link>
			<pubDate>Mon, 24 Feb 2025 13:04:43 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=61">Chronist</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=887</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=511&amp;pid=13031#pid13031" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/NGytc73w/Hinrichtung-1.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Hinrichtung-1.jpg]" class="mycode_img" /></a>*<br />
</div>
<br />
<br />
So war das gerechte Urteil des LAPP ergangen und wurde in allen vier Himmelsrichtungen mit einem Horn verkündet, um die Einwohner von Londinium herbeizurufen:<br />
<br />
Der Angeklagte, der Britannier Alun, der sich als römischer Bürger Lucius Tarutius Corvus ausgegeben hatte, sollte nackt ausgezogen an eine Furca gebunden werden und so durch die Straßen getrieben werden bis zur Hinrichtungststätte vor der Stadt. Auf dem Weg mochte jeder ihn mit so viel Schimpf und Unrat bewerfen, wie er wollte. An der Hinrichtungsstätte angekommen sollte er an den Schandpfahl gebunden und ausgepeitscht werden. Schlussendlich sollte er in den Dreck gestoßen werden, wo der Henker ihm mit einem Beil den Kopf abschlagen würde.  Der Kopf sollte aufgespießt vor den Toren als Warnung dienen, bis die Krähen sich an ihm gütlich getan hatten, und dann ohne Zeremonie an einem ruhmlosen Ort verscharrt werden. <br />
<br />
Die ersten Zuschauer waren draußen vor der Basilica und verkündeten: " “Der Legat hat einen zum Tode verurteilt! Ein Betrüger wird geköpft!“<br />
<br />
Viele Menschen kamen herbei gelaufen, säumten die Straßen, und Durchgänge, die sich bis zur Hinrichtungsstätte erstreckten, die sich außerhalb der Stadtmauern befand.<br />
<br />
Es gab viele verschiedene Gesichter in der Menge, schadenfrohe, gehässige, aber unter einigen  Frauen auch mitleidige, denn der Delinquent war jung und schön und hatte auch nicht die Haltung eines gewöhnlichen Verbrechers.<br />
"Was hat der junge Kerl denn getan?" , fragten sie.<br />
" Er ist ein Betrüger!" "Ein Hochstapler"  "Er hat sich dreist als Römer ausgegeben!" <br />
<br />
Doch Mitleid bewegte die wenigsten der Anwesenden. Der Gerechtigkeit wurde genüge getan, und wenn der Statthalter jemanden köpfen ließ, so hatte er es gewiss verdient. Verbrechen lohnte sich nicht, und die ganze Welt sollte das an jenem abschreckenden Beispiel erfahren, dass Rom streng war und immer gerecht. <br />
<br />
Viele Londinier, die den Weg zur Hinrichtungsstrecke säumten,  hatten Dreck und Unrat mitgebracht und begannen, den Mann, der an eine Y- förmige Furca gebunden und dieses Schandmal schleppen musste, zu beschimpfen und zu bewerfen:<br />
<br />
"Schweinehund!" " Hadesfutter!" " Das geschieht dir recht, Verbrecher!" "Friss Abfall!" <br />
<br />
Stolperte der Delinquent, so halfen ihn die Legionäre grob wieder auf die Beine (schon zuvor hatten sie ihren "Spaß" mit ihm  gehabt)Sie hielten allerdings auch brave Bürger, die vor lauter Leidenschaft  zu den Härten des Gesetzes ergriffen, handgreiflich werden wollten, davon ab, ihren Gefangenen schon vor seiner Hinrichtung allzu schwer zu verletzen. <br />
<br />
Der Weg wurde dem jungen Alun gewiss lange, sehr lange.....<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">*Bildnachweis: <span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Decapitaci%C3%B3n_de_San_Pablo_-_Simonet_-_1887.jpg?uselang=es" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Enrique Simonet</a>, Public domain, undefined</span></span><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=511&amp;pid=13031#pid13031" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/NGytc73w/Hinrichtung-1.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Hinrichtung-1.jpg]" class="mycode_img" /></a>*<br />
</div>
<br />
<br />
So war das gerechte Urteil des LAPP ergangen und wurde in allen vier Himmelsrichtungen mit einem Horn verkündet, um die Einwohner von Londinium herbeizurufen:<br />
<br />
Der Angeklagte, der Britannier Alun, der sich als römischer Bürger Lucius Tarutius Corvus ausgegeben hatte, sollte nackt ausgezogen an eine Furca gebunden werden und so durch die Straßen getrieben werden bis zur Hinrichtungststätte vor der Stadt. Auf dem Weg mochte jeder ihn mit so viel Schimpf und Unrat bewerfen, wie er wollte. An der Hinrichtungsstätte angekommen sollte er an den Schandpfahl gebunden und ausgepeitscht werden. Schlussendlich sollte er in den Dreck gestoßen werden, wo der Henker ihm mit einem Beil den Kopf abschlagen würde.  Der Kopf sollte aufgespießt vor den Toren als Warnung dienen, bis die Krähen sich an ihm gütlich getan hatten, und dann ohne Zeremonie an einem ruhmlosen Ort verscharrt werden. <br />
<br />
Die ersten Zuschauer waren draußen vor der Basilica und verkündeten: " “Der Legat hat einen zum Tode verurteilt! Ein Betrüger wird geköpft!“<br />
<br />
Viele Menschen kamen herbei gelaufen, säumten die Straßen, und Durchgänge, die sich bis zur Hinrichtungsstätte erstreckten, die sich außerhalb der Stadtmauern befand.<br />
<br />
Es gab viele verschiedene Gesichter in der Menge, schadenfrohe, gehässige, aber unter einigen  Frauen auch mitleidige, denn der Delinquent war jung und schön und hatte auch nicht die Haltung eines gewöhnlichen Verbrechers.<br />
"Was hat der junge Kerl denn getan?" , fragten sie.<br />
" Er ist ein Betrüger!" "Ein Hochstapler"  "Er hat sich dreist als Römer ausgegeben!" <br />
<br />
Doch Mitleid bewegte die wenigsten der Anwesenden. Der Gerechtigkeit wurde genüge getan, und wenn der Statthalter jemanden köpfen ließ, so hatte er es gewiss verdient. Verbrechen lohnte sich nicht, und die ganze Welt sollte das an jenem abschreckenden Beispiel erfahren, dass Rom streng war und immer gerecht. <br />
<br />
Viele Londinier, die den Weg zur Hinrichtungsstrecke säumten,  hatten Dreck und Unrat mitgebracht und begannen, den Mann, der an eine Y- förmige Furca gebunden und dieses Schandmal schleppen musste, zu beschimpfen und zu bewerfen:<br />
<br />
"Schweinehund!" " Hadesfutter!" " Das geschieht dir recht, Verbrecher!" "Friss Abfall!" <br />
<br />
Stolperte der Delinquent, so halfen ihn die Legionäre grob wieder auf die Beine (schon zuvor hatten sie ihren "Spaß" mit ihm  gehabt)Sie hielten allerdings auch brave Bürger, die vor lauter Leidenschaft  zu den Härten des Gesetzes ergriffen, handgreiflich werden wollten, davon ab, ihren Gefangenen schon vor seiner Hinrichtung allzu schwer zu verletzen. <br />
<br />
Der Weg wurde dem jungen Alun gewiss lange, sehr lange.....<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">*Bildnachweis: <span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Decapitaci%C3%B3n_de_San_Pablo_-_Simonet_-_1887.jpg?uselang=es" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Enrique Simonet</a>, Public domain, undefined</span></span><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auf nach Londinium! - Narcissus und Owains Reise]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=871</link>
			<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 22:51:26 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=91">Licinianus Owain</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=871</guid>
			<description><![CDATA[Die Reise nach Londinium zog sich über mehrere Tage, verlief aber besser, als ich erwartet hatte. Das Wetter war gnädig, und die Wege waren trotz der Jahreszeit in passablem Zustand. Ich hatte befürchtet, dass Narcissus die Strapazen des Ritts nicht gut verkraften würde – schließlich war er es gewohnt, bequem in einem Reisewagen zu reisen. Doch zu meiner Überraschung hielt er sich gut. Natürlich ließ er hin und wieder eine Bemerkung über die Härte des Sattels oder die Eintönigkeit der Landschaft fallen, aber es war weit weniger Gejammer, als ich angenommen hatte. Tatsächlich schien er die Reise sogar gelegentlich zu genießen. Vielleicht lag es daran, dass er nach langer Zeit wieder unterwegs war – oder einfach daran, dass er eine angenehme Gesellschaft abgab.<br />
Wir übernachteten in kleinen Herbergen oder, wenn sich keine fand, unter freiem Himmel. Narcissus nahm das mit einer Gelassenheit hin, die mich überraschte. Seine lockeren Bemerkungen halfen mir jedenfalls, meine eigenen Gedanken im Zaum zu halten.<br />
<br />
Dennoch, die Tage auf der Straße gaben mir viel zu viel Zeit zum Nachdenken. Ich ritt mit lockeren Zügeln, ließ mein Pferd seinen eigenen Rhythmus finden, während meine Gedanken immer wieder um dasselbe kreisten. Würden wir Aglaia überhaupt finden? Londinium war groß. Vielleicht irrten wir tagelang durch die Stadt, fragten uns durch und fanden am Ende nichts als vage Hinweise und ausweichende Antworten.<br />
Und selbst wenn wir sie fanden – was dann? Ich hatte keine Vorstellung davon, wie sie auf mich reagieren würde. War sie noch wütend auf mich? Würde sie mich überhaupt sehen wollen? Unser letztes Aufeinandertreffen war voller Vorwürfe gewesen, voller Worte, die wir beide nicht mehr zurücknehmen konnten. Vielleicht war ich für sie längst vergessen, ein abgeschlossenes Kapitel, mit dem sie nie wieder etwas zu tun haben wollte.<br />
Doch egal, was sie empfand – ich musste ihr mitteilen, was ich zu sagen hatte. Und ich musste meine Tochter sehen. Ich wusste nicht einmal, welchen Namen Aglaia ihr gegeben hatte oder ob sie ihr je von mir erzählt hatte. War ich für das Kind ein Unbekannter? Ein Schatten aus der Vergangenheit, über den man schwieg?<br />
<br />
Ich merkte, wie sich meine Finger unbewusst um die Zügel verkrampften, und zwang mich, sie zu lockern. Es hatte keinen Sinn, sich jetzt in Gedanken zu verlieren. Bald würde ich meine Antworten bekommen – ob sie mir gefielen oder nicht.<br />
Als schließlich Londinium in Sicht kam, wuchs die Unruhe in mir. Hier kannte ich mich nicht aus, hier war Narcissus in seinem Element. Ich würde mich auf ihn verlassen müssen – auf seine Kontakte, auf sein Wissen über die Stadt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Reise nach Londinium zog sich über mehrere Tage, verlief aber besser, als ich erwartet hatte. Das Wetter war gnädig, und die Wege waren trotz der Jahreszeit in passablem Zustand. Ich hatte befürchtet, dass Narcissus die Strapazen des Ritts nicht gut verkraften würde – schließlich war er es gewohnt, bequem in einem Reisewagen zu reisen. Doch zu meiner Überraschung hielt er sich gut. Natürlich ließ er hin und wieder eine Bemerkung über die Härte des Sattels oder die Eintönigkeit der Landschaft fallen, aber es war weit weniger Gejammer, als ich angenommen hatte. Tatsächlich schien er die Reise sogar gelegentlich zu genießen. Vielleicht lag es daran, dass er nach langer Zeit wieder unterwegs war – oder einfach daran, dass er eine angenehme Gesellschaft abgab.<br />
Wir übernachteten in kleinen Herbergen oder, wenn sich keine fand, unter freiem Himmel. Narcissus nahm das mit einer Gelassenheit hin, die mich überraschte. Seine lockeren Bemerkungen halfen mir jedenfalls, meine eigenen Gedanken im Zaum zu halten.<br />
<br />
Dennoch, die Tage auf der Straße gaben mir viel zu viel Zeit zum Nachdenken. Ich ritt mit lockeren Zügeln, ließ mein Pferd seinen eigenen Rhythmus finden, während meine Gedanken immer wieder um dasselbe kreisten. Würden wir Aglaia überhaupt finden? Londinium war groß. Vielleicht irrten wir tagelang durch die Stadt, fragten uns durch und fanden am Ende nichts als vage Hinweise und ausweichende Antworten.<br />
Und selbst wenn wir sie fanden – was dann? Ich hatte keine Vorstellung davon, wie sie auf mich reagieren würde. War sie noch wütend auf mich? Würde sie mich überhaupt sehen wollen? Unser letztes Aufeinandertreffen war voller Vorwürfe gewesen, voller Worte, die wir beide nicht mehr zurücknehmen konnten. Vielleicht war ich für sie längst vergessen, ein abgeschlossenes Kapitel, mit dem sie nie wieder etwas zu tun haben wollte.<br />
Doch egal, was sie empfand – ich musste ihr mitteilen, was ich zu sagen hatte. Und ich musste meine Tochter sehen. Ich wusste nicht einmal, welchen Namen Aglaia ihr gegeben hatte oder ob sie ihr je von mir erzählt hatte. War ich für das Kind ein Unbekannter? Ein Schatten aus der Vergangenheit, über den man schwieg?<br />
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Ich merkte, wie sich meine Finger unbewusst um die Zügel verkrampften, und zwang mich, sie zu lockern. Es hatte keinen Sinn, sich jetzt in Gedanken zu verlieren. Bald würde ich meine Antworten bekommen – ob sie mir gefielen oder nicht.<br />
Als schließlich Londinium in Sicht kam, wuchs die Unruhe in mir. Hier kannte ich mich nicht aus, hier war Narcissus in seinem Element. Ich würde mich auf ihn verlassen müssen – auf seine Kontakte, auf sein Wissen über die Stadt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Iscalis nach Londinium] Der Gefangene des Winters]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=857</link>
			<pubDate>Tue, 07 Jan 2025 14:48:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=3">Tiberius Furius Saturninus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=857</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/262h4fjN/Gefangenetransport.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Gefangenetransport.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
*<br />
<br />
<br />
Eine Reise über hundertsechsundvierzig römische Meilen war es nach Londinium, wenn man sich in Spinis oder Calleva ausruhen und Vorräte auffrischen musste. Der Gefangene war in einem Käfig auf einem Ochsenkarren untergebracht, Proviant und Tierfutter und sonstige Habe fuhren auf einem zweiten mit.  Die vier Ochsen waren stark und gutmütig, und da  der Konvoi mit dem Aufbruch gewartet hatten, bis es tüchtig kalt und der Boden gefroren war, kamen sie auch voran, ohne irgendwo im britannischen  Schlamm stecken zu bleiben. Aber wie es diese Tiere zu sein pflegten - sie waren langsam. Und die Esel passten sich ihnen an. Die Reisezeit würde mindestens vierzehn Tage betragen.  Der Tross wurde von zehn Amtsmänner zu Pferd, die teilweise bewaffnet waren und der gleichen Anzahl kräftiger Furiersklaven, die Knüppel dabei hatten, komplettiert, sowie fünf Ersatzpferde, die sich abwechseln mussten.  Princeps Officii Furius Saturninus, dessen Laune ebenso frostig war wie das Wetter und der alles aus seinem Privatsäckel bezahlte,  führte sie an. Dabei hatten sie Glück, dass gerade trockene Kälte vorherrschte. Würde es Niederschlag geben, würde es gleich anfangen, zu schneien und sie gar nicht mehr vorwärtskommen. <br />
Valentinus lenkte sein Pferd neben Saturninus. Der überflog noch einmal den Brief, der ihm Pertax geschrieben hatte:<br />
<br />
<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula1.png);">
Princeps Praetorii Lucius Petilinius Pertax sendet Grüße<br />
<br />
Wie du sicher weißt, sind Gerichtstermine rar und ich kann nicht nach Belieben solche vergeben. Der nächste freie Termin, den ich für dich reservieren konnte, ist zwei Tage vor den Agonalium des Ianus im Januar. Ich habe es so arrangiert, dass du deinen Fall am frühen Morgen dem Statthalter vorlegen kannst, woraufhin er entscheiden wird, ob eine Verhandlung stattfinden wird. Falls er es so entscheidet, werde ich versuchen, einen Termin hierfür noch vor den Paganalia zu finden.<br />
Lucius Petilius Rufus hasst es, wenn er bereits bei einer ersten Anhörung mit Anträgen oder gar Zeugen überhäuft wird, also halte deinen Fall kompakt. Sollte es zu einer Verhandlung vor der Provinzialversammlung kommen, kannst du ausschweifend werden, aber nicht vor dem Statthalter.<br />
<br />
Ich hoffe, der Bote wird nicht zu sehr durch das Wetter behindert, so dass du noch genügend Zeit für deine Anreise hast.<br />
<br />
Vale <br />
<br />
Lucius Petilinius Pertax.<br />
<br />
P.S. Deine Cousine übersendet ebenfalls Grüße<br />
<br />
</td></tr></table>
<br />
Der Brief war nicht gerade überschwenglich. Bassa schrieb ihm ja auch in ihrer sorgfältigen Kinderschrift. Sie schien sehr zufrieden zu sein. Pertax sollte es auch sein, sie war schließlich eine Furia und das war mehr, als er erhoffen konnte. Sie war zwar dumm wie Brot, aber sie würde ihm gesunde Kinder schenken, und das war doch die Hauptsache. Nach den Kindern konnte er sich wieder scheiden lassen; auf jeden Fall wäre Saturninus dann noch über Pertax Kinder mit ihm verbunden. Auf den Gedanken, dass er Bassa zur Bluttransfusion herumreichte wie ein willenloses Wesen, kam Saturninus gar nicht. Sein Mündel war ihm gleich, solange es ihm keine Schande machte.<br />
<br />
Zumindest gab Pertax gute Hinweise, wie er, Saturninus,  die Geduld des Legaten Augusti beim ersten reservierten Gerichtstermin nicht überstrapazierte. Petilius Rufus würde entscheiden, ob die Volksversammlung Gericht über den Angeklagten hielt und dann nur noch das Todesurteil unterschreiben. Daher hatte Saturninus  erst einmal nur <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=59&amp;pid=11639#pid11639" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Valentinus und die  beglaubigten Abschriften aus Calleva</a> mitgenommen, die bewiesen, dass dieser Tarutius Corvus nicht der echte Tarutius Corvus war. <br />
Aber auch Saturninus ging ein Risiko ein. Gesetzt den Fall, dass der Statthalter zu einer ganz anderen Schlussfolgerung käme, könnte Corvus ihn widerrum wegen widerrechtlichem Festsetzen und Folter eines römischen Bürgers verklagen. Daher musste sich der Ankläger seiner Sache gewiss und die Angelegenheit ihm auch wichtig genug sein. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Kann es sein, dass der Name Tarutius Corvus Unglück bringt?</span></span>", fragte der Furius halblaut, sprach aber mehr zu sich selbst als zu jemandem anderem. Der erste dieses Namens war ein Toter, und derjenige, der ihn gestohlen hatte,  würde es vielleicht auch bald sein.  <br />
Der Furius  begegnete Valentinus Blick unter der weit ins Gesicht vorgeschobenen Kapuze. Der junge Mann zitterte vor Kälte, aber hob die Dokumentenmappe, die ihm anvertraut war, ein Stück, als wolle er damit eine Antwort geben. <br />
Saturninus lenkte wie die vergangenen Tage so oft sein Pferd an den vergitterten Wagen und warf einen Blick auf seinen Gefangenen. Ihm musste kalt sein. Er sollte nicht erfrieren, er sollte leben! Sonst wäre das hier alles umsonst. Das römische Recht verurteilte keine Toten. <br />
<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">* erstellt mit perchance.org/ai-text-to-image-generator</span></span><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/262h4fjN/Gefangenetransport.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Gefangenetransport.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
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Eine Reise über hundertsechsundvierzig römische Meilen war es nach Londinium, wenn man sich in Spinis oder Calleva ausruhen und Vorräte auffrischen musste. Der Gefangene war in einem Käfig auf einem Ochsenkarren untergebracht, Proviant und Tierfutter und sonstige Habe fuhren auf einem zweiten mit.  Die vier Ochsen waren stark und gutmütig, und da  der Konvoi mit dem Aufbruch gewartet hatten, bis es tüchtig kalt und der Boden gefroren war, kamen sie auch voran, ohne irgendwo im britannischen  Schlamm stecken zu bleiben. Aber wie es diese Tiere zu sein pflegten - sie waren langsam. Und die Esel passten sich ihnen an. Die Reisezeit würde mindestens vierzehn Tage betragen.  Der Tross wurde von zehn Amtsmänner zu Pferd, die teilweise bewaffnet waren und der gleichen Anzahl kräftiger Furiersklaven, die Knüppel dabei hatten, komplettiert, sowie fünf Ersatzpferde, die sich abwechseln mussten.  Princeps Officii Furius Saturninus, dessen Laune ebenso frostig war wie das Wetter und der alles aus seinem Privatsäckel bezahlte,  führte sie an. Dabei hatten sie Glück, dass gerade trockene Kälte vorherrschte. Würde es Niederschlag geben, würde es gleich anfangen, zu schneien und sie gar nicht mehr vorwärtskommen. <br />
Valentinus lenkte sein Pferd neben Saturninus. Der überflog noch einmal den Brief, der ihm Pertax geschrieben hatte:<br />
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<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Tabula1.png);">
Princeps Praetorii Lucius Petilinius Pertax sendet Grüße<br />
<br />
Wie du sicher weißt, sind Gerichtstermine rar und ich kann nicht nach Belieben solche vergeben. Der nächste freie Termin, den ich für dich reservieren konnte, ist zwei Tage vor den Agonalium des Ianus im Januar. Ich habe es so arrangiert, dass du deinen Fall am frühen Morgen dem Statthalter vorlegen kannst, woraufhin er entscheiden wird, ob eine Verhandlung stattfinden wird. Falls er es so entscheidet, werde ich versuchen, einen Termin hierfür noch vor den Paganalia zu finden.<br />
Lucius Petilius Rufus hasst es, wenn er bereits bei einer ersten Anhörung mit Anträgen oder gar Zeugen überhäuft wird, also halte deinen Fall kompakt. Sollte es zu einer Verhandlung vor der Provinzialversammlung kommen, kannst du ausschweifend werden, aber nicht vor dem Statthalter.<br />
<br />
Ich hoffe, der Bote wird nicht zu sehr durch das Wetter behindert, so dass du noch genügend Zeit für deine Anreise hast.<br />
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Vale <br />
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Lucius Petilinius Pertax.<br />
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P.S. Deine Cousine übersendet ebenfalls Grüße<br />
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Der Brief war nicht gerade überschwenglich. Bassa schrieb ihm ja auch in ihrer sorgfältigen Kinderschrift. Sie schien sehr zufrieden zu sein. Pertax sollte es auch sein, sie war schließlich eine Furia und das war mehr, als er erhoffen konnte. Sie war zwar dumm wie Brot, aber sie würde ihm gesunde Kinder schenken, und das war doch die Hauptsache. Nach den Kindern konnte er sich wieder scheiden lassen; auf jeden Fall wäre Saturninus dann noch über Pertax Kinder mit ihm verbunden. Auf den Gedanken, dass er Bassa zur Bluttransfusion herumreichte wie ein willenloses Wesen, kam Saturninus gar nicht. Sein Mündel war ihm gleich, solange es ihm keine Schande machte.<br />
<br />
Zumindest gab Pertax gute Hinweise, wie er, Saturninus,  die Geduld des Legaten Augusti beim ersten reservierten Gerichtstermin nicht überstrapazierte. Petilius Rufus würde entscheiden, ob die Volksversammlung Gericht über den Angeklagten hielt und dann nur noch das Todesurteil unterschreiben. Daher hatte Saturninus  erst einmal nur <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=59&amp;pid=11639#pid11639" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Valentinus und die  beglaubigten Abschriften aus Calleva</a> mitgenommen, die bewiesen, dass dieser Tarutius Corvus nicht der echte Tarutius Corvus war. <br />
Aber auch Saturninus ging ein Risiko ein. Gesetzt den Fall, dass der Statthalter zu einer ganz anderen Schlussfolgerung käme, könnte Corvus ihn widerrum wegen widerrechtlichem Festsetzen und Folter eines römischen Bürgers verklagen. Daher musste sich der Ankläger seiner Sache gewiss und die Angelegenheit ihm auch wichtig genug sein. <br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Kann es sein, dass der Name Tarutius Corvus Unglück bringt?</span></span>", fragte der Furius halblaut, sprach aber mehr zu sich selbst als zu jemandem anderem. Der erste dieses Namens war ein Toter, und derjenige, der ihn gestohlen hatte,  würde es vielleicht auch bald sein.  <br />
Der Furius  begegnete Valentinus Blick unter der weit ins Gesicht vorgeschobenen Kapuze. Der junge Mann zitterte vor Kälte, aber hob die Dokumentenmappe, die ihm anvertraut war, ein Stück, als wolle er damit eine Antwort geben. <br />
Saturninus lenkte wie die vergangenen Tage so oft sein Pferd an den vergitterten Wagen und warf einen Blick auf seinen Gefangenen. Ihm musste kalt sein. Er sollte nicht erfrieren, er sollte leben! Sonst wäre das hier alles umsonst. Das römische Recht verurteilte keine Toten. <br />
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<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">* erstellt mit perchance.org/ai-text-to-image-generator</span></span><br />
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