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		<title><![CDATA[Forum - Domus Plautia]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 17:28:10 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Cubiculum C. Plautius Leander | KEINE Satyriasis]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=921</link>
			<pubDate>Thu, 13 Mar 2025 12:01:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=116">Nicander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=921</guid>
			<description><![CDATA[<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (03-11-2025, 03:35 PM)</span>Caius Plautius Leander schrieb:  <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?pid=13304#pid13304" class="quick_jump"></a></cite><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">Während er darauf wartete, dass sie sich erleichterte, zog er in diesem unbeobachteten Moment Nicander auch an sich und griff zielstrebig nach dessen Männlichkeit, um ihn ein wenig zu reizen.<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Geh gleich in mein Zimmer, und gib Innogen bescheid, auch zu kommen. Wenn ihr wollt, könnt ihr schon einmal anfangen, ich komme dann dazu, sobald Orestilla schläft“</span></span>, raunte er ihm leise zu und ließ ihn wieder los, ehe Orestilla zurück kam und etwas bemerken konnte, um sie in ihr Zimmer zu begleiten und sich dort ein wenig mit ihr ins Bett zu legen, bis ihre Atemzüge regelmäßiger und ruhiger würden und sie schlief, so dass er sich wegschleichen konnte.</span></span></blockquote><br />
Der Griff des Dominus war ein Versprechen gewesen, dass mich eilen ließ wie den linden Zephyr, seine Anweisung zu erfüllen. Allein bei Innogen war mir etwas scheu zu Mute, denn wie gesagt, der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">familia </span>blieb nie irgend etwas verborgen, was unter dem Dach einer <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">domus</span> geschah. <br />
Der Gedanke, wie es ihr erginge, kühlte ein wenig meine Glut. War sie bedrückt? Bangte sie um ihre Stellung? Sie war nie unerbietig gegenüber der liebsten Domina gewesen, doch die grünäugige Eifersucht, wenn sie ihr Haupt erhebt, lässt Dinge sehen, die nicht da sind. Aber nein, ich fand Innogen guten Mutes. Der Herr war ihr in Freundschaft verbunden; weshalb sollte es die Freundschaft schmälern, wenn er mit seiner Ehefrau schlief und seine Erben zeugte? "Ich wäre die lausigste Matrona auf der ganzen Welt", gestand sie mir, und als sie erfuhr, um was es ging, so eilte sie mir voraus in das Refugium des Herren.<br />
Dort umarmte ich sie und küsste sie sanft. "Hast du denn noch Augen für andere, wo du doch nur unsere Herrin siehst?", neckte sie mich.<br />
<span style="color: #C3FFFF;" class="mycode_color">"Mein Herz ist so groß, dass ihr alle darin Platz findet"</span>, erklärte ich mit großartiger Geste. Diesmal warf sie keinen Putzlappen nach mir, aber "Verrückter Kerl" nannte sie mich trotzdem.<br />
So wie der Herr gebieterisch und intensiv war, so war ich eher spielerisch und sanft. Dabei beschrieb ich in blumigen Worten jeden Part ihres wunderschönen Körpers, und danach widmete ich mich ihm mit  Lippen und Händen. Ich wusste schon, dass Innogen es lieber heftig mochte, aber es gefiel ihr auch wie jeder Frau, wenn ich mich zärtlich allein auf sie konzentrierte und ihr das Gefühl gab, gerade der Mittelpunkt meiner Welt zu sein.<br />
So waren wir schon sehr vergnügt, ohne dass wir dem Dominus, auf den wir warteten, etwas vorweg genommen hätten...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (03-11-2025, 03:35 PM)</span>Caius Plautius Leander schrieb:  <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?pid=13304#pid13304" class="quick_jump"></a></cite><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">Während er darauf wartete, dass sie sich erleichterte, zog er in diesem unbeobachteten Moment Nicander auch an sich und griff zielstrebig nach dessen Männlichkeit, um ihn ein wenig zu reizen.<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Geh gleich in mein Zimmer, und gib Innogen bescheid, auch zu kommen. Wenn ihr wollt, könnt ihr schon einmal anfangen, ich komme dann dazu, sobald Orestilla schläft“</span></span>, raunte er ihm leise zu und ließ ihn wieder los, ehe Orestilla zurück kam und etwas bemerken konnte, um sie in ihr Zimmer zu begleiten und sich dort ein wenig mit ihr ins Bett zu legen, bis ihre Atemzüge regelmäßiger und ruhiger würden und sie schlief, so dass er sich wegschleichen konnte.</span></span></blockquote><br />
Der Griff des Dominus war ein Versprechen gewesen, dass mich eilen ließ wie den linden Zephyr, seine Anweisung zu erfüllen. Allein bei Innogen war mir etwas scheu zu Mute, denn wie gesagt, der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">familia </span>blieb nie irgend etwas verborgen, was unter dem Dach einer <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">domus</span> geschah. <br />
Der Gedanke, wie es ihr erginge, kühlte ein wenig meine Glut. War sie bedrückt? Bangte sie um ihre Stellung? Sie war nie unerbietig gegenüber der liebsten Domina gewesen, doch die grünäugige Eifersucht, wenn sie ihr Haupt erhebt, lässt Dinge sehen, die nicht da sind. Aber nein, ich fand Innogen guten Mutes. Der Herr war ihr in Freundschaft verbunden; weshalb sollte es die Freundschaft schmälern, wenn er mit seiner Ehefrau schlief und seine Erben zeugte? "Ich wäre die lausigste Matrona auf der ganzen Welt", gestand sie mir, und als sie erfuhr, um was es ging, so eilte sie mir voraus in das Refugium des Herren.<br />
Dort umarmte ich sie und küsste sie sanft. "Hast du denn noch Augen für andere, wo du doch nur unsere Herrin siehst?", neckte sie mich.<br />
<span style="color: #C3FFFF;" class="mycode_color">"Mein Herz ist so groß, dass ihr alle darin Platz findet"</span>, erklärte ich mit großartiger Geste. Diesmal warf sie keinen Putzlappen nach mir, aber "Verrückter Kerl" nannte sie mich trotzdem.<br />
So wie der Herr gebieterisch und intensiv war, so war ich eher spielerisch und sanft. Dabei beschrieb ich in blumigen Worten jeden Part ihres wunderschönen Körpers, und danach widmete ich mich ihm mit  Lippen und Händen. Ich wusste schon, dass Innogen es lieber heftig mochte, aber es gefiel ihr auch wie jeder Frau, wenn ich mich zärtlich allein auf sie konzentrierte und ihr das Gefühl gab, gerade der Mittelpunkt meiner Welt zu sein.<br />
So waren wir schon sehr vergnügt, ohne dass wir dem Dominus, auf den wir warteten, etwas vorweg genommen hätten...]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bibliothek | Der neue beste Freund der Hausherrin]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=896</link>
			<pubDate>Sat, 01 Mar 2025 18:13:46 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=896</guid>
			<description><![CDATA[Nach dem unerwarteten Aufschub aufgrund der Beerdigung, versuchte Leander, dennoch im Zeitplan für seine Reise nach Londinium zu bleiben, so gut es ging. Dennoch hatte er die gemietete Kutsche für eine Woche später umdisponieren müssen, was sich natürlich auf den Preis auswirkte, weshalb Leanders Laune ein wenig angeschlagen war. Er hasste Geldverschwendung, auch wenn er jetzt genug davon hatte. Zudem den Teil, den er von Seneca erhalten hatte. Hierfür musste er auch nach Londinium, um die ganzen Papiere und vor allen Dingen das Testament beglaubigen zu lassen, die anfälligen Steuern zu bezahlen und um bei verschiedenen Banken Wechsel auszustellen, so dass Senecas Töchter ihren Teil der Barwerte in Rom, Baiae und Ostia einlösen konnten. Zum Glück war das bei den festen Erbwerten wie Grundstücken und Sklaven etwas einfacher, da die Urkunden dieselben blieben und nicht zwangsläufig umgeschrieben werden mussten.<br />
<br />
<br />
Ebenfalls später als geplant war Leander nun auch zu seinem ehemaligen Arbeitskollegen gekommen, der den Hund glücklicherweise nicht anderweitig vergeben hatte und großes Verständnis für die Verspätung zeigte, da ihm die gründe ja bekannt waren. Senecas Tod hatte sich ja doch herumgesprochen.<br />
<br />
<br />
Und so kam Leander nach einem ziemlich langen Tag voller Vorbereitungen nun doch am späten Nachmittag in der Begleitung eines schwarzweißen Welpen nach Hause. Den größten Teil des Weges hatte er ihn tragen müssen, da die kurzen Beine die lange strecke nicht zu bewältigen schienen. Da der Hund aber praktisch nichts wog und nur etwas mehr als eine Hand voll maß, war das kein Problem.<br />
Zuhause angekommen setzte Leander ihn wieder ab und lockte ihn an der dünnen, feinen Leine mit sich. Da es der gemütlichste Raum im Haus war, ging er in die Bibliothek mit ihm und ließ nach seiner Ehefrau schicken, ihn doch bitte dort zu treffen. Sicher würde sie sich über die Einhaltung des Versprechens freuen, und so hatte sie zumindest Gesellschaft, während er weg war und würde diese Nachricht hoffentlich ohne zu viel kindischen Trotz akzeptieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach dem unerwarteten Aufschub aufgrund der Beerdigung, versuchte Leander, dennoch im Zeitplan für seine Reise nach Londinium zu bleiben, so gut es ging. Dennoch hatte er die gemietete Kutsche für eine Woche später umdisponieren müssen, was sich natürlich auf den Preis auswirkte, weshalb Leanders Laune ein wenig angeschlagen war. Er hasste Geldverschwendung, auch wenn er jetzt genug davon hatte. Zudem den Teil, den er von Seneca erhalten hatte. Hierfür musste er auch nach Londinium, um die ganzen Papiere und vor allen Dingen das Testament beglaubigen zu lassen, die anfälligen Steuern zu bezahlen und um bei verschiedenen Banken Wechsel auszustellen, so dass Senecas Töchter ihren Teil der Barwerte in Rom, Baiae und Ostia einlösen konnten. Zum Glück war das bei den festen Erbwerten wie Grundstücken und Sklaven etwas einfacher, da die Urkunden dieselben blieben und nicht zwangsläufig umgeschrieben werden mussten.<br />
<br />
<br />
Ebenfalls später als geplant war Leander nun auch zu seinem ehemaligen Arbeitskollegen gekommen, der den Hund glücklicherweise nicht anderweitig vergeben hatte und großes Verständnis für die Verspätung zeigte, da ihm die gründe ja bekannt waren. Senecas Tod hatte sich ja doch herumgesprochen.<br />
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Und so kam Leander nach einem ziemlich langen Tag voller Vorbereitungen nun doch am späten Nachmittag in der Begleitung eines schwarzweißen Welpen nach Hause. Den größten Teil des Weges hatte er ihn tragen müssen, da die kurzen Beine die lange strecke nicht zu bewältigen schienen. Da der Hund aber praktisch nichts wog und nur etwas mehr als eine Hand voll maß, war das kein Problem.<br />
Zuhause angekommen setzte Leander ihn wieder ab und lockte ihn an der dünnen, feinen Leine mit sich. Da es der gemütlichste Raum im Haus war, ging er in die Bibliothek mit ihm und ließ nach seiner Ehefrau schicken, ihn doch bitte dort zu treffen. Sicher würde sie sich über die Einhaltung des Versprechens freuen, und so hatte sie zumindest Gesellschaft, während er weg war und würde diese Nachricht hoffentlich ohne zu viel kindischen Trotz akzeptieren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bibliothek | Letzte Erinnerungen]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=892</link>
			<pubDate>Wed, 26 Feb 2025 15:35:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=80">Caius Plautius Seneca</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=892</guid>
			<description><![CDATA[Die Tage waren kalt und trüb. Immer war Seneca zu kalt und zu dunkel, und in den Momenten, in denen er sich erinnerte, wie man sprach, beschwerte er sich darüber. Ansonsten saß er in der Bibliothek, schaute auf die vielen Schriftrollen dort, die ihm irgendwie Trost spendeten und mit einer stillen Sehnsucht erfüllten. Aber er wusste nicht mehr, wieso. Es war irgendetwas wichtiges, daran erinnerte er sich manchmal, aber was es war, das war weg. Wie das meiste einfach nicht mehr da war.<br />
Ab und zu kamen Bilder, Namen und andere Erinnerungen, meist ungebeten. Manchmal weinte er, ohne sich daran zu erinnern, was er soeben noch gedacht und was ihn mit diesem Schmerz erfüllt hatte. Und manchmal ärgerte er sich einfach nur über alles, verfluchte die Götter, verfluchte das Haus, verfluchte sich selbst für seine Schwäche.<br />
<br />
<br />
An diesem Tag saß er ruhig da und besah sich die Schriftrollen. Er hatte ein Buch schreiben wollen, erinnerte er sich. Aber worüber, wusste er nicht mehr. Aber ohnehin, es blieb keine Zeit mehr. Mors Letus wartete schon in der Ecke, stumm die Flügel gefaltet, als Schatten. Nein, es blieb keine Zeit mehr.<br />
Seneca holte tief Luft und dachte über sein Leben nach. Über das, an was er sich davon erinnerte. Neben ihm saß ein Mädchen, eine Sklaven. Das Ziel all seiner Schmähungen und der Lichtblick jedes Tages, wenn sie ihm zu Hilfe kam, ihn tröstete und ihn zudeckte. Er wusste ihren Namen nicht mehr, sofern er ihn je gewusst hatte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich bin müde“</span>, sagte er nur, und sofort half sie ihm geduldig und langsam, aus dem Korbsessel aufzustehen und die paar Schritte auf die sehr bequeme Liege zu machen. Sie half ihm dabei, die Beine auf die Liege zu bekommen, und deckte ihn sanft zu. Sie war ein gutes Mädchen. Zumindest heute. Zum letzten Mal heute. Vielleicht.<br />
Er legte seinen Kopf auf die Kissen und dachte noch einmal nach, ob er etwas vergessen hatte.<br />
Kurz schreckte er auf und sah das Mädchen mit großen Augen an. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Sag meiner Tertia, dass mir das mit ihrem Baby leid tut. Ich weiß, das nützt jetzt auch nichts mehr, aber es ging nicht anders. Und ich hoffe, dass sie mir das verzeiht.“</span> Es war ihm wichtig, und die Sklavin nickte freundlich, als sie noch einmal die Decke gerade zog.<br />
<br />
Gut, Seneca war beruhigt und nahm noch einen bewussten, tiefen Atemzug, ehe er die Augen schloss und schließlich einschlief.<br />
<br />
<br />
<br />
Und nicht mehr erwachte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Tage waren kalt und trüb. Immer war Seneca zu kalt und zu dunkel, und in den Momenten, in denen er sich erinnerte, wie man sprach, beschwerte er sich darüber. Ansonsten saß er in der Bibliothek, schaute auf die vielen Schriftrollen dort, die ihm irgendwie Trost spendeten und mit einer stillen Sehnsucht erfüllten. Aber er wusste nicht mehr, wieso. Es war irgendetwas wichtiges, daran erinnerte er sich manchmal, aber was es war, das war weg. Wie das meiste einfach nicht mehr da war.<br />
Ab und zu kamen Bilder, Namen und andere Erinnerungen, meist ungebeten. Manchmal weinte er, ohne sich daran zu erinnern, was er soeben noch gedacht und was ihn mit diesem Schmerz erfüllt hatte. Und manchmal ärgerte er sich einfach nur über alles, verfluchte die Götter, verfluchte das Haus, verfluchte sich selbst für seine Schwäche.<br />
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<br />
An diesem Tag saß er ruhig da und besah sich die Schriftrollen. Er hatte ein Buch schreiben wollen, erinnerte er sich. Aber worüber, wusste er nicht mehr. Aber ohnehin, es blieb keine Zeit mehr. Mors Letus wartete schon in der Ecke, stumm die Flügel gefaltet, als Schatten. Nein, es blieb keine Zeit mehr.<br />
Seneca holte tief Luft und dachte über sein Leben nach. Über das, an was er sich davon erinnerte. Neben ihm saß ein Mädchen, eine Sklaven. Das Ziel all seiner Schmähungen und der Lichtblick jedes Tages, wenn sie ihm zu Hilfe kam, ihn tröstete und ihn zudeckte. Er wusste ihren Namen nicht mehr, sofern er ihn je gewusst hatte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich bin müde“</span>, sagte er nur, und sofort half sie ihm geduldig und langsam, aus dem Korbsessel aufzustehen und die paar Schritte auf die sehr bequeme Liege zu machen. Sie half ihm dabei, die Beine auf die Liege zu bekommen, und deckte ihn sanft zu. Sie war ein gutes Mädchen. Zumindest heute. Zum letzten Mal heute. Vielleicht.<br />
Er legte seinen Kopf auf die Kissen und dachte noch einmal nach, ob er etwas vergessen hatte.<br />
Kurz schreckte er auf und sah das Mädchen mit großen Augen an. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Sag meiner Tertia, dass mir das mit ihrem Baby leid tut. Ich weiß, das nützt jetzt auch nichts mehr, aber es ging nicht anders. Und ich hoffe, dass sie mir das verzeiht.“</span> Es war ihm wichtig, und die Sklavin nickte freundlich, als sie noch einmal die Decke gerade zog.<br />
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Gut, Seneca war beruhigt und nahm noch einen bewussten, tiefen Atemzug, ehe er die Augen schloss und schließlich einschlief.<br />
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<br />
Und nicht mehr erwachte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Tablinum | Post von Claudia Sabina]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=883</link>
			<pubDate>Sat, 22 Feb 2025 12:28:18 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=883</guid>
			<description><![CDATA[Leander bereitete langsam seine Abreise nach Londinium vor. Er musste noch seine Stelle bei der Stadt kündigen, was er in den nächsten Tagen zu tun gedachte, und hier alles soweit regeln, dass seine Abwesenheit keine Probleme bereitete. Dazu gehörte die Budgetierung des Haushaltsgeldes für die Zeit seiner Abwesenheit, was er mit der Köchin und Phineas bereits abgesprochen hatte, und auch die Abarbeitung sämtlicher Post für Seneca, damit alle, die ihm schrieben, über seinen Gesundheitszustand informiert waren.<br />
<br />
<br />
In diesem Berg der täglichen Arbeit kam ihm dann auch ein Brief unter, der direkt an ihn gerichtet war, von Claudia Sabina. Leander erinnerte sich daran, dass die junge Frau ihn wegen ihrer Scheidung gefragt hatte, wie sie am besten vorgehen solle. Inzwischen war die Scheidung, soweit er wusste, abgeschlossen, und vielleicht wollte sie ihm danken. Also öffnete er ohne Hintergedanken die Wachstafel und fing an zu lesen. Die herrliche Unwissenheit machte rätselndem Erstaunen Platz und der Frage, womit Claudia Sabina den Statthalter bestochen hatte. Und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wieso</span> sie ihn bestochen hatte. Aber dass sie ihn bestochen haben musste, damit diese absolut untypische tutela zustande gekommen war, das stand völlig außer Zweifel.<br />
<br />
<br />
Leander schrieb also eine Antwort und setzte einen weiteren Punkt auf seine Liste der Dinge, die vor seiner Abreise zu regeln waren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Leander bereitete langsam seine Abreise nach Londinium vor. Er musste noch seine Stelle bei der Stadt kündigen, was er in den nächsten Tagen zu tun gedachte, und hier alles soweit regeln, dass seine Abwesenheit keine Probleme bereitete. Dazu gehörte die Budgetierung des Haushaltsgeldes für die Zeit seiner Abwesenheit, was er mit der Köchin und Phineas bereits abgesprochen hatte, und auch die Abarbeitung sämtlicher Post für Seneca, damit alle, die ihm schrieben, über seinen Gesundheitszustand informiert waren.<br />
<br />
<br />
In diesem Berg der täglichen Arbeit kam ihm dann auch ein Brief unter, der direkt an ihn gerichtet war, von Claudia Sabina. Leander erinnerte sich daran, dass die junge Frau ihn wegen ihrer Scheidung gefragt hatte, wie sie am besten vorgehen solle. Inzwischen war die Scheidung, soweit er wusste, abgeschlossen, und vielleicht wollte sie ihm danken. Also öffnete er ohne Hintergedanken die Wachstafel und fing an zu lesen. Die herrliche Unwissenheit machte rätselndem Erstaunen Platz und der Frage, womit Claudia Sabina den Statthalter bestochen hatte. Und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wieso</span> sie ihn bestochen hatte. Aber dass sie ihn bestochen haben musste, damit diese absolut untypische tutela zustande gekommen war, das stand völlig außer Zweifel.<br />
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<br />
Leander schrieb also eine Antwort und setzte einen weiteren Punkt auf seine Liste der Dinge, die vor seiner Abreise zu regeln waren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Officium | Glück, Kummer und Gleichmut]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=875</link>
			<pubDate>Tue, 11 Feb 2025 16:05:13 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=116">Nicander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=875</guid>
			<description><![CDATA[Die Misere war da, und je mehr Zeit verstrich, desto mehr spürte ich, dass mein Schicksal meinen Händen entglitt wie sich eine Nymphe einem liebestollen Satyr entzog. Hätte ich es nur dabei belassen, einen tumben Sklaven zu spielen? Hätte ich es dabei belassen, einen Liebhaber zu <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">spielen?</span> Aber das hier war kein Schauspiel, und Orestilla war keine Schauspielerin. Ich hatte mich verliebt, und was noch schlimmer war, die Herrin liebte mich vermutlich wider.  Oh schändlicher trickreicher Amor! Denn ich war nichts. Ich hatte nichts. <br />
<br />
Mein Auftrag war es, im ganzen Haus Flecken auf dem Marmor mit einer Paste aus Wasser und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nitrum</span> zu reinigen. Das war keine schwierige Arbeit, doch sie musste getan werden, damit die Domus Plautia in Glanz erstrahle. Leider würde sie nur meine Hände, nicht jedoch meinen armen Kopf beschäftigen. In dem spukte die Norbana umher. <br />
Doch wenn ich früher bei der Arbeit gesungen hatte, so blieb ich jetzt still und stumm wie ein Bewohner von Poseidons Reich. Still wie ein Fisch zu sein passte auch viel besser in diese prachtvolle Domus mit ihren vom Liebeswahn unglücklichen Bewohnern.<br />
An die Tür des Officiums klopfte ich, denn vielleicht war der Dominus beschäftigt und wünschte, ich solle später wieder kommen....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Misere war da, und je mehr Zeit verstrich, desto mehr spürte ich, dass mein Schicksal meinen Händen entglitt wie sich eine Nymphe einem liebestollen Satyr entzog. Hätte ich es nur dabei belassen, einen tumben Sklaven zu spielen? Hätte ich es dabei belassen, einen Liebhaber zu <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">spielen?</span> Aber das hier war kein Schauspiel, und Orestilla war keine Schauspielerin. Ich hatte mich verliebt, und was noch schlimmer war, die Herrin liebte mich vermutlich wider.  Oh schändlicher trickreicher Amor! Denn ich war nichts. Ich hatte nichts. <br />
<br />
Mein Auftrag war es, im ganzen Haus Flecken auf dem Marmor mit einer Paste aus Wasser und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nitrum</span> zu reinigen. Das war keine schwierige Arbeit, doch sie musste getan werden, damit die Domus Plautia in Glanz erstrahle. Leider würde sie nur meine Hände, nicht jedoch meinen armen Kopf beschäftigen. In dem spukte die Norbana umher. <br />
Doch wenn ich früher bei der Arbeit gesungen hatte, so blieb ich jetzt still und stumm wie ein Bewohner von Poseidons Reich. Still wie ein Fisch zu sein passte auch viel besser in diese prachtvolle Domus mit ihren vom Liebeswahn unglücklichen Bewohnern.<br />
An die Tür des Officiums klopfte ich, denn vielleicht war der Dominus beschäftigt und wünschte, ich solle später wieder kommen....]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cubiculum | Regeln einer (glücklichen) Ehe]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=867</link>
			<pubDate>Thu, 23 Jan 2025 15:10:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=867</guid>
			<description><![CDATA[Nach einem durchschnittlich arbeitsintensiven Tag war Leander wieder nach Hause gekommen. Dort von der eigenen Ehefrau begrüßt zu werden war beinahe verstörender als das Verhalten von Plautius Seneca beim Abendessen, der zunehmend geistige Fähigkeiten vermissen ließ und Orestilla beständig mit einer seiner Töchter zu verwechseln pflegte, wenn er sie denn überhaupt einmal bemerkte. Glücklicherweise schlief er während der Cena ein und wurde von den nun zahlreichen Sklaven in sein Cubiculum gebracht. Leander rechnete nicht damit, dass Seneca noch sehr lange leben würde.<br />
<br />
<br />
Leander war nicht geübt darin, die Verhaltensweisen seiner Ehefrau zu lesen, aber auf ihn wirkte sie diesen Abend sehr nervös und angespannt. Er rechnete fast wieder mit einem Versuch ihrerseits, sich ihm aufzudrängen. Nicht, weil sie ihre Leidenschaft entdeckt hätte oder ihn auf einmal attraktiv finden würde, sondern einfach nur, weil sie dachte, dass es sich so gehörte. Nach dem Gespräch am Morgen mit Nicander hoffte Leander, dass der Sklave erscheinen würde, ehe dieser für alle peinliche Moment kommen würde.<br />
Um dem Ganzen etwas Vorschub zu leisten, wandte sich Leander schon beim Betreten des Schlafzimmers an seine Ehefrau, sobald die Sklaven, die die Lampen anzündeten und bei Bedarf beim Ausziehen oder Ablegen von Haarnadeln behilflich waren, gegangen waren. Er selbst war noch voll bekleidet, da er nicht gedachte, heute Nacht hier zu verbringen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bevor du zu Bett gehst, Orestilla, möchte ich mich mit dir noch über ein mir sehr wichtiges Thema unterhalten. Ich habe deinen Sklaven Nicander dazugebeten, denn es betrifft auch ihn.“</span> Den restlichen Abend hatten sie nur höflich miteinander geredet, so dass Leander hoffte, dass sie merkte, dass ihm dieses Gespräch wirklich sehr wichtig war und er es ernst meinte. Er konnte nur hoffen, dass sie den Inhalt erfassen würde und vielleicht mit der Zeit so einen Teil ihrer Unsicherheit verlor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach einem durchschnittlich arbeitsintensiven Tag war Leander wieder nach Hause gekommen. Dort von der eigenen Ehefrau begrüßt zu werden war beinahe verstörender als das Verhalten von Plautius Seneca beim Abendessen, der zunehmend geistige Fähigkeiten vermissen ließ und Orestilla beständig mit einer seiner Töchter zu verwechseln pflegte, wenn er sie denn überhaupt einmal bemerkte. Glücklicherweise schlief er während der Cena ein und wurde von den nun zahlreichen Sklaven in sein Cubiculum gebracht. Leander rechnete nicht damit, dass Seneca noch sehr lange leben würde.<br />
<br />
<br />
Leander war nicht geübt darin, die Verhaltensweisen seiner Ehefrau zu lesen, aber auf ihn wirkte sie diesen Abend sehr nervös und angespannt. Er rechnete fast wieder mit einem Versuch ihrerseits, sich ihm aufzudrängen. Nicht, weil sie ihre Leidenschaft entdeckt hätte oder ihn auf einmal attraktiv finden würde, sondern einfach nur, weil sie dachte, dass es sich so gehörte. Nach dem Gespräch am Morgen mit Nicander hoffte Leander, dass der Sklave erscheinen würde, ehe dieser für alle peinliche Moment kommen würde.<br />
Um dem Ganzen etwas Vorschub zu leisten, wandte sich Leander schon beim Betreten des Schlafzimmers an seine Ehefrau, sobald die Sklaven, die die Lampen anzündeten und bei Bedarf beim Ausziehen oder Ablegen von Haarnadeln behilflich waren, gegangen waren. Er selbst war noch voll bekleidet, da er nicht gedachte, heute Nacht hier zu verbringen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bevor du zu Bett gehst, Orestilla, möchte ich mich mit dir noch über ein mir sehr wichtiges Thema unterhalten. Ich habe deinen Sklaven Nicander dazugebeten, denn es betrifft auch ihn.“</span> Den restlichen Abend hatten sie nur höflich miteinander geredet, so dass Leander hoffte, dass sie merkte, dass ihm dieses Gespräch wirklich sehr wichtig war und er es ernst meinte. Er konnte nur hoffen, dass sie den Inhalt erfassen würde und vielleicht mit der Zeit so einen Teil ihrer Unsicherheit verlor.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Tablinum | Zwischen Gestern und Morgen - Nicander und NO]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=858</link>
			<pubDate>Wed, 08 Jan 2025 22:31:02 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=120">Norbana Orestilla</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=858</guid>
			<description><![CDATA[Als Leander gegangen war, durchzog mich ein seltsames Gefühl. Ich war jetzt die Herrin dieses Hauses, doch diese Wahrheit fühlte sich noch fremd und unwirklich an. Alles schien neu und ungewohnt, als hätte ich einen Platz eingenommen, der noch nicht ganz der meine war. Dennoch lastete die Verantwortung nun auf meinen Schultern, spürbar und unausweichlich.<br />
<br />
Um meine Gedanken zu ordnen, beschloss ich, mich umzusehen. Die Domus Plautia war kein prunkvolles Haus, aber ihre Schlichtheit strahlte einen gewissen Charme aus. Ich trat ins Atrium hinaus, wo das Licht durch die Öffnung in der Decke fiel und sich im klaren Wasser des Impluviums spiegelte. Es war ein beruhigender Anblick, doch meine innere Unruhe blieb.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Nicander?"</span> rief ich leise, während ich weiterging. Ich wusste, dass er irgendwo hier sein musste. Seine Gabe, meine Laune zu heben, auch ohne Worte, war unvergleichlich. Sein Talent, mit Worten und Gesten Geschichten zu erschaffen, hatte mich vom ersten Moment an fasziniert, seit er an meiner Seite war. Vielleicht würde er es schaffen, die Schwere dieses Tages zu vertreiben.<br />
Meine Schritte hallten auf den Steinfliesen wider, als ich in den Hof trat. Im Garten blieb ich stehen. Wie Leander gesagt hatte, war es ein einfacher Gemüsegarten. In den Beeten ragten hier und da die trockenen Stängel der letzten Ernte hervor, kahl und schutzlos gegen den Winter. Ich strich mit den Fingern über einen der kahlen Äste, die aus der Erde ragten, und begann, mir vorzustellen, wie dieser Ort im Frühling aussehen könnte. Blumen – ja, Blumen würden ihm Leben einhauchen. Narzissen und Veilchen kamen mir in den Sinn, ihre Farben, die sich gegen das Grau der Steinwände abheben würden.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Nicander?"</span> rief ich erneut, diesmal ein wenig lauter. Doch auch hier war er nicht zu finden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wo steckst du nur?"</span> murmelte ich leise vor mich hin.<br />
<br />
Auf dem Weg zurück ins Haus begegnete mir schließlich ein Sklave. „Bitte suche Nicander für mich“, bat ich ihn. Dankbar für seine Hilfe, öffnete ich die Tür zum Tablinum. Der Raum wirkte still und fast ehrfurchtsvoll. Alles war ordentlich aufgereiht, und ich zögerte, etwas zu berühren. Vorsichtig setzte ich mich auf einen Stuhl und wartete. Vielleicht würde Nicander bald kommen und mir die Ablenkung schenken, die ich so dringend brauchte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Als Leander gegangen war, durchzog mich ein seltsames Gefühl. Ich war jetzt die Herrin dieses Hauses, doch diese Wahrheit fühlte sich noch fremd und unwirklich an. Alles schien neu und ungewohnt, als hätte ich einen Platz eingenommen, der noch nicht ganz der meine war. Dennoch lastete die Verantwortung nun auf meinen Schultern, spürbar und unausweichlich.<br />
<br />
Um meine Gedanken zu ordnen, beschloss ich, mich umzusehen. Die Domus Plautia war kein prunkvolles Haus, aber ihre Schlichtheit strahlte einen gewissen Charme aus. Ich trat ins Atrium hinaus, wo das Licht durch die Öffnung in der Decke fiel und sich im klaren Wasser des Impluviums spiegelte. Es war ein beruhigender Anblick, doch meine innere Unruhe blieb.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Nicander?"</span> rief ich leise, während ich weiterging. Ich wusste, dass er irgendwo hier sein musste. Seine Gabe, meine Laune zu heben, auch ohne Worte, war unvergleichlich. Sein Talent, mit Worten und Gesten Geschichten zu erschaffen, hatte mich vom ersten Moment an fasziniert, seit er an meiner Seite war. Vielleicht würde er es schaffen, die Schwere dieses Tages zu vertreiben.<br />
Meine Schritte hallten auf den Steinfliesen wider, als ich in den Hof trat. Im Garten blieb ich stehen. Wie Leander gesagt hatte, war es ein einfacher Gemüsegarten. In den Beeten ragten hier und da die trockenen Stängel der letzten Ernte hervor, kahl und schutzlos gegen den Winter. Ich strich mit den Fingern über einen der kahlen Äste, die aus der Erde ragten, und begann, mir vorzustellen, wie dieser Ort im Frühling aussehen könnte. Blumen – ja, Blumen würden ihm Leben einhauchen. Narzissen und Veilchen kamen mir in den Sinn, ihre Farben, die sich gegen das Grau der Steinwände abheben würden.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Nicander?"</span> rief ich erneut, diesmal ein wenig lauter. Doch auch hier war er nicht zu finden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wo steckst du nur?"</span> murmelte ich leise vor mich hin.<br />
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Auf dem Weg zurück ins Haus begegnete mir schließlich ein Sklave. „Bitte suche Nicander für mich“, bat ich ihn. Dankbar für seine Hilfe, öffnete ich die Tür zum Tablinum. Der Raum wirkte still und fast ehrfurchtsvoll. Alles war ordentlich aufgereiht, und ich zögerte, etwas zu berühren. Vorsichtig setzte ich mich auf einen Stuhl und wartete. Vielleicht würde Nicander bald kommen und mir die Ablenkung schenken, die ich so dringend brauchte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Officium] Gedanken nach der Hochzeit]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=855</link>
			<pubDate>Sat, 04 Jan 2025 18:31:51 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=855</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Sie ist ein Kind!“</span><br />
<br />
<br />
Innogen lehnte sich lässig zurück auf dem Schreibtisch und beobachtete Leander, wie dieser noch immer reichlich aufgebracht durch das kleine Officium stapfte. Er hatte seine Frustration schon an ihr abgearbeitet. Zwei Mal. Weshalb sein Anblick jetzt, nackt und leicht verschwitzt, durchaus sehr ansprechend war. Aber das sollte sie jetzt besser nicht erwähnen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“Nunja, sie ist eben auch sehr jung.“</span></span> Auch das war wohl nicht die Antwort, die er hören wollte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Jung, verwöhnt und voller romantischer Flausen im Kopf. Sie wollte ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kätzchen</span> zum Spielen haben. Sie hat absolut keine Vorstellung davon, wie viel irgendetwas kostet und kann mit Geld nicht umgehen.“</span> Innogen hatte nicht gewusst, mit wie viel Abwertung man ein einzelnes Wort belegen konnte, bis jetzt. Sie zog die Augenbrauen hoch. Leander hielt in seiner Wanderung kurz inne und sah Innogen an. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Erinnere mich daran, mit der Köchin zu sprechen, dass das Budget für die Einkäufe weiterhin mit mir zu klären ist. Ich möchte keine Probleme bei der Vorratshaltung.“</span><br />
Innogen seufzte leicht und setzte sich wieder aufrechter hin. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“In Ordnung. Aber was willst du jetzt tun? Dich wieder scheiden, oder?“</span></span><br />
Leander kam sehr schnell zu ihr und stützte sich so links und rechts von ihr ab, dass sie wieder leicht mit dem Oberkörper zurück musste. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Lass die Spielchen, Innogen. Du weißt, dass ich nicht so eine Art von Mann bin, der ein Kind wieder auf die Straße setzt, nur weil es ein Kind ist. Und du weißt auch, was das hier ist und was es nicht ist.“</span> Er blickte sie noch einen langen Augenblick lang intensiv forschend an, bis sie den Blick senkte und eine Entschuldigung murmelte.<br />
<br />
<br />
Weil er ihr gerade so nah war und noch immer aufgebracht und sie noch nach Schweiß und Sex roch, regte sich in ihm wieder das Verlangen, also hob er ihren Kopf leicht mit den Fingern an und küsste sie einmal fragend und zurückhaltend. Als sie darauf dann sehr schnell einging und ihre Beine auch wieder um ihn schlang, folgte eine weitere Runde, diesmal nicht mehr ganz so hart und dominant wie die beiden Runden zuvor, aber immer noch fordernd genug, damit sie beide Erlösung fanden.<br />
<br />
<br />
Danach war Leander aber wirklich müde und der Zorn für den Moment verraucht.<br />
Er ließ sich in einen Korbsessel fallen und dampfte etwas aus, während Innogen wackelig wieder auf die Beine zu kommen versuchte und sich am Schreibtisch wieder hochzog, um sich dort auf die Kante zu setzen. Ihre Knie waren etwas wundgescheuert und empfindlich.<br />
<span style="color: #c19e00;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Und was willst du tun?“</span> </span>fragte Innogen dennoch noch einmal, ohne irgendwelche Vorschläge zu machen. <br />
Leander fuhr sich mit der Hand einmal übers Gesicht, und das nicht nur, um den Schweiß wegzuwischen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich weiß es nicht. Sie will <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Romantik</span> und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verführung</span>...“</span><br />
Innogen saß inzwischen wieder und schüttelte lächelnd den Kopf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“Und was ist daran so schwer? Dann raspele ein bisschen Süßholz und verführe sie eben. Wir beide wissen, dass du auch zärtlich sein kannst.“</span></span><br />
Leander seufzte tief und frustriert und schüttelte den Kopf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nein. Das hier ist mein Zuhause, und wenn ich an einem Ort mich nicht verstellen möchte, sondern einmal ich selbst sein, dann in meiner Ehe. Und wenn das nicht möglich ist, will ich wenigstens nicht der Arsch sein, der eine Jungfrau benutzt und verführt. Auch wenn sie nicht weiß, was sie will oder nicht will und nicht in der Lage ist, Grenzen zu ziehen oder zu respektieren. Wenigstens ihre erste Erfahrung sollte nicht auf einer Lüge basieren. Wenn sie sich später einfach nur der Pflicht hingeben möchte, weil sie weiß, was auf sie zukommt und wie es ist, dann ist das eine Sache. Oder aus tatsächlicher Lust, was ich bevorzugen würde. Aber ich habe kein Interesse daran, derjenige zu sein, der sie dazu bringt und überredet.“</span> So eine Art von Mensch war Leander einfach nicht und wollte er auch nicht sein.<br />
Er stand auf, um sich etwas zu trinken einzuschenken. Nach den schweißtreibenden Aktionen der letzten Stunden brauchte er etwas Flüssigkeit. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich werde mit ihr verheiratet bleiben, solange sich nichts anderes ergibt. Hier hat sie ein gutes und sicheres Zuhause, und ich denke das ist ein gerechter Handel für uns beide. Und vielleicht wird sie in dieser Zeit ja auch erwachsen oder entdeckt ihre eigene Leidenschaft oder… keine Ahnung, steht vielleicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> auf mich und tut nicht nur so, weil sich das so gehört.“</span> Er trank in gierigen Zügen und setzte den Becher schließlich wieder ab. Das ganze Thema war fürchterlich frustrierend.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Fürs Erste muss ich nur eine Lösung für die Schlafsituation finden Ich habe keine Lust, dich immer hier auf dem harten Boden zu nehmen. Bis Seneca gestorben ist, muss da eine bessere Lösung her. Vielleicht müssen wir die Zimmer noch einmal umdisponieren.“</span><br />
<br />
<br />
Dies klang nach einem Plan und war etwas, worauf Leander konstruktive Energien lenken konnte. Er suchte seine Tunika, um sich wieder anzuziehen und gab Innogen damit zu verstehen, dass sie beide für jetzt erst einmal fertig waren. Also zog auch sie sich an, hob noch schnell die Wachstafeln und Papiere auf, die durch ihre Aktionen auf dem Boden gelandet waren, und ging dann wieder, um den grübelnden Leander erst einmal allein zu lassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Sie ist ein Kind!“</span><br />
<br />
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Innogen lehnte sich lässig zurück auf dem Schreibtisch und beobachtete Leander, wie dieser noch immer reichlich aufgebracht durch das kleine Officium stapfte. Er hatte seine Frustration schon an ihr abgearbeitet. Zwei Mal. Weshalb sein Anblick jetzt, nackt und leicht verschwitzt, durchaus sehr ansprechend war. Aber das sollte sie jetzt besser nicht erwähnen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“Nunja, sie ist eben auch sehr jung.“</span></span> Auch das war wohl nicht die Antwort, die er hören wollte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Jung, verwöhnt und voller romantischer Flausen im Kopf. Sie wollte ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kätzchen</span> zum Spielen haben. Sie hat absolut keine Vorstellung davon, wie viel irgendetwas kostet und kann mit Geld nicht umgehen.“</span> Innogen hatte nicht gewusst, mit wie viel Abwertung man ein einzelnes Wort belegen konnte, bis jetzt. Sie zog die Augenbrauen hoch. Leander hielt in seiner Wanderung kurz inne und sah Innogen an. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Erinnere mich daran, mit der Köchin zu sprechen, dass das Budget für die Einkäufe weiterhin mit mir zu klären ist. Ich möchte keine Probleme bei der Vorratshaltung.“</span><br />
Innogen seufzte leicht und setzte sich wieder aufrechter hin. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“In Ordnung. Aber was willst du jetzt tun? Dich wieder scheiden, oder?“</span></span><br />
Leander kam sehr schnell zu ihr und stützte sich so links und rechts von ihr ab, dass sie wieder leicht mit dem Oberkörper zurück musste. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Lass die Spielchen, Innogen. Du weißt, dass ich nicht so eine Art von Mann bin, der ein Kind wieder auf die Straße setzt, nur weil es ein Kind ist. Und du weißt auch, was das hier ist und was es nicht ist.“</span> Er blickte sie noch einen langen Augenblick lang intensiv forschend an, bis sie den Blick senkte und eine Entschuldigung murmelte.<br />
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<br />
Weil er ihr gerade so nah war und noch immer aufgebracht und sie noch nach Schweiß und Sex roch, regte sich in ihm wieder das Verlangen, also hob er ihren Kopf leicht mit den Fingern an und küsste sie einmal fragend und zurückhaltend. Als sie darauf dann sehr schnell einging und ihre Beine auch wieder um ihn schlang, folgte eine weitere Runde, diesmal nicht mehr ganz so hart und dominant wie die beiden Runden zuvor, aber immer noch fordernd genug, damit sie beide Erlösung fanden.<br />
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Danach war Leander aber wirklich müde und der Zorn für den Moment verraucht.<br />
Er ließ sich in einen Korbsessel fallen und dampfte etwas aus, während Innogen wackelig wieder auf die Beine zu kommen versuchte und sich am Schreibtisch wieder hochzog, um sich dort auf die Kante zu setzen. Ihre Knie waren etwas wundgescheuert und empfindlich.<br />
<span style="color: #c19e00;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Und was willst du tun?“</span> </span>fragte Innogen dennoch noch einmal, ohne irgendwelche Vorschläge zu machen. <br />
Leander fuhr sich mit der Hand einmal übers Gesicht, und das nicht nur, um den Schweiß wegzuwischen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich weiß es nicht. Sie will <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Romantik</span> und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verführung</span>...“</span><br />
Innogen saß inzwischen wieder und schüttelte lächelnd den Kopf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“Und was ist daran so schwer? Dann raspele ein bisschen Süßholz und verführe sie eben. Wir beide wissen, dass du auch zärtlich sein kannst.“</span></span><br />
Leander seufzte tief und frustriert und schüttelte den Kopf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nein. Das hier ist mein Zuhause, und wenn ich an einem Ort mich nicht verstellen möchte, sondern einmal ich selbst sein, dann in meiner Ehe. Und wenn das nicht möglich ist, will ich wenigstens nicht der Arsch sein, der eine Jungfrau benutzt und verführt. Auch wenn sie nicht weiß, was sie will oder nicht will und nicht in der Lage ist, Grenzen zu ziehen oder zu respektieren. Wenigstens ihre erste Erfahrung sollte nicht auf einer Lüge basieren. Wenn sie sich später einfach nur der Pflicht hingeben möchte, weil sie weiß, was auf sie zukommt und wie es ist, dann ist das eine Sache. Oder aus tatsächlicher Lust, was ich bevorzugen würde. Aber ich habe kein Interesse daran, derjenige zu sein, der sie dazu bringt und überredet.“</span> So eine Art von Mensch war Leander einfach nicht und wollte er auch nicht sein.<br />
Er stand auf, um sich etwas zu trinken einzuschenken. Nach den schweißtreibenden Aktionen der letzten Stunden brauchte er etwas Flüssigkeit. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich werde mit ihr verheiratet bleiben, solange sich nichts anderes ergibt. Hier hat sie ein gutes und sicheres Zuhause, und ich denke das ist ein gerechter Handel für uns beide. Und vielleicht wird sie in dieser Zeit ja auch erwachsen oder entdeckt ihre eigene Leidenschaft oder… keine Ahnung, steht vielleicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> auf mich und tut nicht nur so, weil sich das so gehört.“</span> Er trank in gierigen Zügen und setzte den Becher schließlich wieder ab. Das ganze Thema war fürchterlich frustrierend.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Fürs Erste muss ich nur eine Lösung für die Schlafsituation finden Ich habe keine Lust, dich immer hier auf dem harten Boden zu nehmen. Bis Seneca gestorben ist, muss da eine bessere Lösung her. Vielleicht müssen wir die Zimmer noch einmal umdisponieren.“</span><br />
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<br />
Dies klang nach einem Plan und war etwas, worauf Leander konstruktive Energien lenken konnte. Er suchte seine Tunika, um sich wieder anzuziehen und gab Innogen damit zu verstehen, dass sie beide für jetzt erst einmal fertig waren. Also zog auch sie sich an, hob noch schnell die Wachstafeln und Papiere auf, die durch ihre Aktionen auf dem Boden gelandet waren, und ging dann wieder, um den grübelnden Leander erst einmal allein zu lassen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hochzeit Caius Plautius Leander und Norbana Orestilla]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=834</link>
			<pubDate>Wed, 13 Nov 2024 13:48:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=834</guid>
			<description><![CDATA[Entgegen aller Befürchtungen war Norbana Orestilla tatsächlich am nächsten Tag zur Curia gekommen, so dass Leander mit ihr den Termin beim Duumvir wahrnehmen konnte. Natürlich war Caius Numonius Pusinnus recht überrascht von dem Anliegen, da er die Vormundschaft ja noch kaum übernommen hatte. Allerdings hatte er auch keine Einwände, und Leander hatte durchaus den Eindruck, dass dies vor allen Dingen an seiner Person lag. Scheinbar mochte der Duumvir den Vorsteher des Archivs. Was vermutlich ein Grund war, warum über den angedachten Ehevertrag nicht lange diskutiert werden musste und der Duumvir auch mit jenen Textpassagen ohne Einwand zufrieden war, die Leander durchaus etwas schwammig formuliert hatte, für den Fall, dass Norbanas Vater doch eines Tages zurückkehren sollte.<br />
<br />
<br />
Leander hatte eigentlich damit gerechnet, dass dieser Punkt mehrere tage der Durchsicht letztendlich benötigen würde, aber innerhalb nicht einmal zwei Stunden war alles geregelt und das Einverständnis erteilt. Im Grunde hätten sie sofort heiraten können, doch Leander entschied sich dafür, Norbana Orestilla noch einen Tag zuzugestehen, um die Situation zu verdauen – und um das Zimmer mit einem weiteren Bett in Ruhe ausstatten zu können. Also wurde die Hochzeit für den nächsten Tag angesetzt, am späten Nachmittag, denn sie wollten auf eine große Feier und damit einhergehende Rituale weitestgehend verzichten.<br />
Es wurden also nur die Zeichen eingeholt, ob die Götter an diesem Tag einen Vertragsschluss annehmen würden – Opfertier war ein älteres Ferkel, dessen Fleisch dann auch gleich eingepackt wurde zur Zubereitung in den nächsten Tagen. Auch die Zeugen – allesamt Nachbarn – bekamen ihren Anteil an, und dann war es auch schon so weit, dass sie den nicht allzu langen weg vom Haus der Norbani zur Domus Plautia gehen konnten.<br />
<br />
<br />
Leander hielt auf dem Weg Orestillas Hand fest, aber nicht zu fest in seiner. Er fragte sich, wie sehr sie sich tatsächlich entführt fühlte, da dieser Weg ja eben eine Entführung der Braut durch den Bräutigam symbolisierte, zumindest, wenn man die Rituale und deren Bedeutung beachten wollte. Dank der herbstlichen Zeit versank die Sonne schon hinreichend früh, so dass zumindest Leander noch nicht allzu müde war und ein Abendessen im neuen Zuhause erst deutlich nach Sonnenuntergang nicht allzu problematisch war.<br />
<br />
<br />
Und obgleich er auf die Traditionen nichts gab, eine wollte er doch befolgen, und so blieb er mit Norbana Orestilla kurz vor seiner bereits geöffneten Haustür stehen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Erschrick nicht, ich trage dich über die Schwelle“</span>, bat er seine Braut und nahm sie auch schon auf die Arme. Und ja, sie war sehr leicht, weshalb das auch nicht besonders schwer war. Doch nachdem Leander sie schon so überrumpelt hatte mit seinem Antrag und dem Verzicht auf den ganzen Schnickschnack einer extravaganten Hochzeit, wollte er ihr wenigstens die Gunst der häuslichen Geister sichern, indem er sie über die Schwelle trug und damit den Silvani, die die grenzen des Heims bewachten, keine Gelegenheit gab, sie zum Stolpern zu bringen und sie gleich in die Obhut der Laren und Penaten zu geben. Außerdem war es wenigstens ein kurzer Moment der körperlichen Nähe, bei dem er ihr ungefährlich nahe sein konnte, ohne aufdringlich zu sein, und abschätzen konnte, wie sehr sie seiner Nähe abgeneigt war.<br />
<br />
<br />
Nach also drei kurzen Schritten setzte er Norbana Orestilla in seinem Zuhause wieder vorsichtig vor den wartenden Sklaven ab.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Seht eure Hausherrin Norbana Orestilla, meine Ehefrau. Dient und gehorcht ihr gut“</span>, sprach Leander die einfachste Redeformel überhaupt und schaute in die zumindest in Teilen freudigen Gesichter. Sein Vater hatte nur aus der Bibliothek hinausgesehen und zog sich auch sogleich wieder hustend zurück, ohne sich anzuschließen oder etwas selbst zu sagen. Leander war das auch ganz recht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Entgegen aller Befürchtungen war Norbana Orestilla tatsächlich am nächsten Tag zur Curia gekommen, so dass Leander mit ihr den Termin beim Duumvir wahrnehmen konnte. Natürlich war Caius Numonius Pusinnus recht überrascht von dem Anliegen, da er die Vormundschaft ja noch kaum übernommen hatte. Allerdings hatte er auch keine Einwände, und Leander hatte durchaus den Eindruck, dass dies vor allen Dingen an seiner Person lag. Scheinbar mochte der Duumvir den Vorsteher des Archivs. Was vermutlich ein Grund war, warum über den angedachten Ehevertrag nicht lange diskutiert werden musste und der Duumvir auch mit jenen Textpassagen ohne Einwand zufrieden war, die Leander durchaus etwas schwammig formuliert hatte, für den Fall, dass Norbanas Vater doch eines Tages zurückkehren sollte.<br />
<br />
<br />
Leander hatte eigentlich damit gerechnet, dass dieser Punkt mehrere tage der Durchsicht letztendlich benötigen würde, aber innerhalb nicht einmal zwei Stunden war alles geregelt und das Einverständnis erteilt. Im Grunde hätten sie sofort heiraten können, doch Leander entschied sich dafür, Norbana Orestilla noch einen Tag zuzugestehen, um die Situation zu verdauen – und um das Zimmer mit einem weiteren Bett in Ruhe ausstatten zu können. Also wurde die Hochzeit für den nächsten Tag angesetzt, am späten Nachmittag, denn sie wollten auf eine große Feier und damit einhergehende Rituale weitestgehend verzichten.<br />
Es wurden also nur die Zeichen eingeholt, ob die Götter an diesem Tag einen Vertragsschluss annehmen würden – Opfertier war ein älteres Ferkel, dessen Fleisch dann auch gleich eingepackt wurde zur Zubereitung in den nächsten Tagen. Auch die Zeugen – allesamt Nachbarn – bekamen ihren Anteil an, und dann war es auch schon so weit, dass sie den nicht allzu langen weg vom Haus der Norbani zur Domus Plautia gehen konnten.<br />
<br />
<br />
Leander hielt auf dem Weg Orestillas Hand fest, aber nicht zu fest in seiner. Er fragte sich, wie sehr sie sich tatsächlich entführt fühlte, da dieser Weg ja eben eine Entführung der Braut durch den Bräutigam symbolisierte, zumindest, wenn man die Rituale und deren Bedeutung beachten wollte. Dank der herbstlichen Zeit versank die Sonne schon hinreichend früh, so dass zumindest Leander noch nicht allzu müde war und ein Abendessen im neuen Zuhause erst deutlich nach Sonnenuntergang nicht allzu problematisch war.<br />
<br />
<br />
Und obgleich er auf die Traditionen nichts gab, eine wollte er doch befolgen, und so blieb er mit Norbana Orestilla kurz vor seiner bereits geöffneten Haustür stehen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Erschrick nicht, ich trage dich über die Schwelle“</span>, bat er seine Braut und nahm sie auch schon auf die Arme. Und ja, sie war sehr leicht, weshalb das auch nicht besonders schwer war. Doch nachdem Leander sie schon so überrumpelt hatte mit seinem Antrag und dem Verzicht auf den ganzen Schnickschnack einer extravaganten Hochzeit, wollte er ihr wenigstens die Gunst der häuslichen Geister sichern, indem er sie über die Schwelle trug und damit den Silvani, die die grenzen des Heims bewachten, keine Gelegenheit gab, sie zum Stolpern zu bringen und sie gleich in die Obhut der Laren und Penaten zu geben. Außerdem war es wenigstens ein kurzer Moment der körperlichen Nähe, bei dem er ihr ungefährlich nahe sein konnte, ohne aufdringlich zu sein, und abschätzen konnte, wie sehr sie seiner Nähe abgeneigt war.<br />
<br />
<br />
Nach also drei kurzen Schritten setzte er Norbana Orestilla in seinem Zuhause wieder vorsichtig vor den wartenden Sklaven ab.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Seht eure Hausherrin Norbana Orestilla, meine Ehefrau. Dient und gehorcht ihr gut“</span>, sprach Leander die einfachste Redeformel überhaupt und schaute in die zumindest in Teilen freudigen Gesichter. Sein Vater hatte nur aus der Bibliothek hinausgesehen und zog sich auch sogleich wieder hustend zurück, ohne sich anzuschließen oder etwas selbst zu sagen. Leander war das auch ganz recht.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Empfang der Verlobten]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=831</link>
			<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 19:39:27 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=831</guid>
			<description><![CDATA[Das Haus war so weit vorbereitet, wie es eben ging. Die Sklaven waren alle angewiesen, sich schon einmal mit den mitgebrachten Sklaven von Norbana Orestilla zu unterhalten und sie ein wenig herumzuführen und ihnen Einblicke zu erlauben, in der Hoffnung, dass auch sie positiv angesprochen sein würden und so ihrer Herrin gut zureden würden, was diese Ehe anging. Leander schätzte Harmonie und Zufriedenheit bei allen ihm Untergebenen. Das hatte sich mit seiner Freilassung nicht geändert, ebenso wenig seine Neigung, die Dinge in diese Richtung auch zu lenken.<br />
Für heute war für Norbana Orestilla und ihn in dem kleinen Triclinum ein kleines Mittagsmahl vorbereitet: Brot vom heutigen Tag, etwas Käse, ein paar gekochte Eier, etwas aufgeschnittener Schinken, ein wenig für den Winter bereits in Honig eingelegte Beeren. Kein allzu protziges Essen, eines Mittagessens noch angemessen, und doch mehr als, nunja, Oliven. Weder wollte Leander protzen, noch Orestilla für ihre Gastfreundschaft vor drei tagen beschämen. Aber er wollte allen die Möglichkeit geben, sich satt zu essen – denn in der Küche stand auch mehr von allem für die Sklaven bereit und wartete darauf, verspeist zu werden.<br />
<br />
<br />
Als Hector an der Porta genug Radau machte, um Leander dezent vorzuwarnen, erhob dieser sich auch von dem Korbsessel, in welchem er bis gerade eben in der Bibliothek neben seinem schlafenden Vater gesessen hatte und ließ den alten Mann in der Bibliothek unter der Aufsicht der Sklavin Innogen weiterschlafen, während er sich ins Atrium begab, um dort Norbana Orestilla zu begrüßen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ah, Orestilla! Lass mich dich in meinem Zuhause begrüßen“</span>, grüßte Leander auch gleich freundlich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich habe eine Kleinigkeit zu Essen im Triclinum dort drüben herrichten lassen, falls du hungrig bist. Oder ich gebe dir eine kleine Hausführung, wie es dir lieber ist. Deinen Sklaven steht es natürlich auch frei, sich solange etwas umzusehen oder in der Culina dort drüben eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Nur die Bibliothek sollten wir noch ein wenig meiden, weil mein Vater dort gerade schläft“</span>, setzte er sie also über die Möglichkeiten schnell ins Bilde und hoffte, dass die Sklaven die Gelegenheit ergreifen würden, in der Küche etwas zu essen und zu plaudern, und ihnen beiden so ebenfalls etwas Privatsphäre genau hierfür gewähren würden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Haus war so weit vorbereitet, wie es eben ging. Die Sklaven waren alle angewiesen, sich schon einmal mit den mitgebrachten Sklaven von Norbana Orestilla zu unterhalten und sie ein wenig herumzuführen und ihnen Einblicke zu erlauben, in der Hoffnung, dass auch sie positiv angesprochen sein würden und so ihrer Herrin gut zureden würden, was diese Ehe anging. Leander schätzte Harmonie und Zufriedenheit bei allen ihm Untergebenen. Das hatte sich mit seiner Freilassung nicht geändert, ebenso wenig seine Neigung, die Dinge in diese Richtung auch zu lenken.<br />
Für heute war für Norbana Orestilla und ihn in dem kleinen Triclinum ein kleines Mittagsmahl vorbereitet: Brot vom heutigen Tag, etwas Käse, ein paar gekochte Eier, etwas aufgeschnittener Schinken, ein wenig für den Winter bereits in Honig eingelegte Beeren. Kein allzu protziges Essen, eines Mittagessens noch angemessen, und doch mehr als, nunja, Oliven. Weder wollte Leander protzen, noch Orestilla für ihre Gastfreundschaft vor drei tagen beschämen. Aber er wollte allen die Möglichkeit geben, sich satt zu essen – denn in der Küche stand auch mehr von allem für die Sklaven bereit und wartete darauf, verspeist zu werden.<br />
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Als Hector an der Porta genug Radau machte, um Leander dezent vorzuwarnen, erhob dieser sich auch von dem Korbsessel, in welchem er bis gerade eben in der Bibliothek neben seinem schlafenden Vater gesessen hatte und ließ den alten Mann in der Bibliothek unter der Aufsicht der Sklavin Innogen weiterschlafen, während er sich ins Atrium begab, um dort Norbana Orestilla zu begrüßen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ah, Orestilla! Lass mich dich in meinem Zuhause begrüßen“</span>, grüßte Leander auch gleich freundlich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich habe eine Kleinigkeit zu Essen im Triclinum dort drüben herrichten lassen, falls du hungrig bist. Oder ich gebe dir eine kleine Hausführung, wie es dir lieber ist. Deinen Sklaven steht es natürlich auch frei, sich solange etwas umzusehen oder in der Culina dort drüben eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Nur die Bibliothek sollten wir noch ein wenig meiden, weil mein Vater dort gerade schläft“</span>, setzte er sie also über die Möglichkeiten schnell ins Bilde und hoffte, dass die Sklaven die Gelegenheit ergreifen würden, in der Küche etwas zu essen und zu plaudern, und ihnen beiden so ebenfalls etwas Privatsphäre genau hierfür gewähren würden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Tablinum | Termin für die rundliche Verwandtschaft]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=829</link>
			<pubDate>Thu, 24 Oct 2024 17:07:04 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=829</guid>
			<description><![CDATA[Nachdem Hector sehr persistent darauf gedrungen hatte, dass Plautius Montanus unbedingt zeitnah einen Termin bei Leander haben wollte, ohne aber zu wissen, worum genau es ging, hatte Leander also einen Termin für den neuerdings Verwandten eingeräumt. Er hatte keine Ahnung, was Plautius Montanus von ihm wollen könnte, sie beide hatten soweit Leander wusste noch nie mehr als drei Worte gewechselt und Seneca selber, nunja, hatte keine allzu hohe Meinung von ihm und stritt immer vehement ab, dass dies an dem Vermögen dieser Seite der Familie lag.<br />
Leander hingegen war da durchaus praktischer veranlagt und sah Geld weit weniger geringschätzig, weshalb er durchaus Vorteile darin sah, mit einem Verwandten ein gutes Verhältnis zu pflegen, dessen Erbe man gegebenenfalls eines Tages antreten könnte. Also hatte er trotz des Wissens um die Ausmaße des Montanus’schen Hungers die Köchin beauftragt, Honig- und Nussgebäck bereitzustellen und wartete nun auf die Dinge, die da folgen mochten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nachdem Hector sehr persistent darauf gedrungen hatte, dass Plautius Montanus unbedingt zeitnah einen Termin bei Leander haben wollte, ohne aber zu wissen, worum genau es ging, hatte Leander also einen Termin für den neuerdings Verwandten eingeräumt. Er hatte keine Ahnung, was Plautius Montanus von ihm wollen könnte, sie beide hatten soweit Leander wusste noch nie mehr als drei Worte gewechselt und Seneca selber, nunja, hatte keine allzu hohe Meinung von ihm und stritt immer vehement ab, dass dies an dem Vermögen dieser Seite der Familie lag.<br />
Leander hingegen war da durchaus praktischer veranlagt und sah Geld weit weniger geringschätzig, weshalb er durchaus Vorteile darin sah, mit einem Verwandten ein gutes Verhältnis zu pflegen, dessen Erbe man gegebenenfalls eines Tages antreten könnte. Also hatte er trotz des Wissens um die Ausmaße des Montanus’schen Hungers die Köchin beauftragt, Honig- und Nussgebäck bereitzustellen und wartete nun auf die Dinge, die da folgen mochten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Tablinum] Claudia Sabina bittet um einen Termin]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=767</link>
			<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 15:27:03 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=767</guid>
			<description><![CDATA[Leander war nun nicht unbedingt davon begeistert gewesen, als Hector ihm eröffnet hatte, dass er an seinem freien Tag einen Termin für ihn ausgemacht hatte. Eigentlich hatte Hector keine Termine für ihn zu schließen, wo käme man denn da hin? Schon, als Leander nur Sklave und Maiordomus war, hätte Hector diese Befugnis nicht gehabt. Aber jetzt, wo er der erbe von allem hier war, erst recht nicht.<br />
Nachdem Hector aber erklärt hatte, dass dieser Termin eine dringliche Angelegenheit von Claudia Sabina wäre und er der Oberschicht der Stadt wohl schlecht eine Absage hätte erteilen können, verstand Leander den Gedankengang und beließ es bei einer eindringlichen Ermahnung, fortan die Grenzen besser zu wahren und nicht die Kompetenzen zu überschreiten. Er wollte nicht schwach wirken in seiner neuen Position, sonst tanzten ihm bald alle auf der Nase herum, aber in diesem speziellen Fall war es hoffentlich gerechtfertigt.<br />
<br />
<br />
Und so saß er an seinem freien Tag vormittags im Tablinum des Hauses und wartete, während er nebenbei die Rechnungsbücher von Seneca durchging. Eine Pflicht, die letztendlich ihm nützen würde, aber dennoch einen erstaunlichen Teil seiner Zeit fraß, denn obwohl er schon seit Jahren die Buchhaltung erledigte, fanden Senecas Töchter – seine Schwestern de jure – immer neue kreative möglichkeiten, das Geld ihres Vaters auszugeben, und Seneca tat nicht wirklich etwas dagegen. <br />
Überhaupt tat er in letzter Zeit sehr wenig. Im Moment schlief er in der Bibliothek und sein rasselnder Atem war bisweilen zu hören, wenn ihn ein Hustenanfall plagte. Leander hatte zwei Sklavinnen abgestellt, über ihn zu wachen, aber es war nicht zu erwarten, dass er heute wesentlich mehr tun würde als in den letzten Wochen. Tatsache war, mit Caius Plautius Seneca ging es dem Ende zu, und Leander musste nun wirklich eine Braut finden. Der Plan, sich eine auf dem Markt zu kaufen, war noch immer nicht vom Tisch und würde von ihm wohl bald umgesetzt werden, wenn sich sonst wirklich keine annehmbare Alternative auftat.<br />
<br />
<br />
Claudia Sabina würde wohl keine solche Alternative sein, weshalb Leander Gedanken in diese Richtung für die nächste stunde verbannte und sich erst einmal auf seine Bücher zu konzentrieren versuchte und auf welches Anliegen auch immer Claudia Sabina haben mochte, wenn sie einträfe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Leander war nun nicht unbedingt davon begeistert gewesen, als Hector ihm eröffnet hatte, dass er an seinem freien Tag einen Termin für ihn ausgemacht hatte. Eigentlich hatte Hector keine Termine für ihn zu schließen, wo käme man denn da hin? Schon, als Leander nur Sklave und Maiordomus war, hätte Hector diese Befugnis nicht gehabt. Aber jetzt, wo er der erbe von allem hier war, erst recht nicht.<br />
Nachdem Hector aber erklärt hatte, dass dieser Termin eine dringliche Angelegenheit von Claudia Sabina wäre und er der Oberschicht der Stadt wohl schlecht eine Absage hätte erteilen können, verstand Leander den Gedankengang und beließ es bei einer eindringlichen Ermahnung, fortan die Grenzen besser zu wahren und nicht die Kompetenzen zu überschreiten. Er wollte nicht schwach wirken in seiner neuen Position, sonst tanzten ihm bald alle auf der Nase herum, aber in diesem speziellen Fall war es hoffentlich gerechtfertigt.<br />
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Und so saß er an seinem freien Tag vormittags im Tablinum des Hauses und wartete, während er nebenbei die Rechnungsbücher von Seneca durchging. Eine Pflicht, die letztendlich ihm nützen würde, aber dennoch einen erstaunlichen Teil seiner Zeit fraß, denn obwohl er schon seit Jahren die Buchhaltung erledigte, fanden Senecas Töchter – seine Schwestern de jure – immer neue kreative möglichkeiten, das Geld ihres Vaters auszugeben, und Seneca tat nicht wirklich etwas dagegen. <br />
Überhaupt tat er in letzter Zeit sehr wenig. Im Moment schlief er in der Bibliothek und sein rasselnder Atem war bisweilen zu hören, wenn ihn ein Hustenanfall plagte. Leander hatte zwei Sklavinnen abgestellt, über ihn zu wachen, aber es war nicht zu erwarten, dass er heute wesentlich mehr tun würde als in den letzten Wochen. Tatsache war, mit Caius Plautius Seneca ging es dem Ende zu, und Leander musste nun wirklich eine Braut finden. Der Plan, sich eine auf dem Markt zu kaufen, war noch immer nicht vom Tisch und würde von ihm wohl bald umgesetzt werden, wenn sich sonst wirklich keine annehmbare Alternative auftat.<br />
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Claudia Sabina würde wohl keine solche Alternative sein, weshalb Leander Gedanken in diese Richtung für die nächste stunde verbannte und sich erst einmal auf seine Bücher zu konzentrieren versuchte und auf welches Anliegen auch immer Claudia Sabina haben mochte, wenn sie einträfe.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Atrium | Wieder eine Rechtsberatung]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=536</link>
			<pubDate>Wed, 06 Sep 2023 17:35:15 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=107">Caius Plautius Leander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=536</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=293&amp;pid=6982#pid6982" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
<br />
Leander hatte aufgrund der sehr sommerlichen Temperaturen dieser Tage im Atrium bequeme Korbsessel aufstellen lassen. Durch das offene Dach war hier die Belüftung wesentlich angenehmer als in der Bibliothek, außerdem roch es hier nicht so nach der vermaledeiten Pfeife seines Herrn.<br />
<br />
<br />
Er hatte auch schon einen Tisch bereiten lassen mit gekühltem Wein, Wasser und frischem Posca, um die Gäste zu erfrischen, und in der Küche stand frisches Brot und Moretum bereit, dazu frisches Obst und eine besonders frische Kürbisgewächszüchtung, die in einigen Jahrhunderten der Zuchtgeschichte mal zur Gurke werden würde.<br />
<br />
<br />
So gut es eben ging vorbereitet, stand er also da und begrüßte beim Eintritt die Gäste.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ah, Princeps Officii Furius Saturninus. Und deine Gemahlin Furia Serena? Nehmt Platz und lasst es mich wissen, wenn ich euch etwas zu trinken servieren darf. Dominus Plautius Seneca wird auch gleich erscheinen.“</span><br />
Wahrscheinlich würde er gerade den armen, jungen Sklaven anfauchen, der ihn aus seinem Mittagsschlaf weckte, aber so genau mussten die Gäste das nicht wissen. Und Leander war sich ohnehin sehr sicher, dass Seneca wenig Einwände hatte, wenn er schon einmal die gastgeberischen Pflichten abarbeitete, so dass sein Herr daran nicht denken musste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=293&amp;pid=6982#pid6982" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&lt;&lt;&lt;</a><br />
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Leander hatte aufgrund der sehr sommerlichen Temperaturen dieser Tage im Atrium bequeme Korbsessel aufstellen lassen. Durch das offene Dach war hier die Belüftung wesentlich angenehmer als in der Bibliothek, außerdem roch es hier nicht so nach der vermaledeiten Pfeife seines Herrn.<br />
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Er hatte auch schon einen Tisch bereiten lassen mit gekühltem Wein, Wasser und frischem Posca, um die Gäste zu erfrischen, und in der Küche stand frisches Brot und Moretum bereit, dazu frisches Obst und eine besonders frische Kürbisgewächszüchtung, die in einigen Jahrhunderten der Zuchtgeschichte mal zur Gurke werden würde.<br />
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So gut es eben ging vorbereitet, stand er also da und begrüßte beim Eintritt die Gäste.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ah, Princeps Officii Furius Saturninus. Und deine Gemahlin Furia Serena? Nehmt Platz und lasst es mich wissen, wenn ich euch etwas zu trinken servieren darf. Dominus Plautius Seneca wird auch gleich erscheinen.“</span><br />
Wahrscheinlich würde er gerade den armen, jungen Sklaven anfauchen, der ihn aus seinem Mittagsschlaf weckte, aber so genau mussten die Gäste das nicht wissen. Und Leander war sich ohnehin sehr sicher, dass Seneca wenig Einwände hatte, wenn er schon einmal die gastgeberischen Pflichten abarbeitete, so dass sein Herr daran nicht denken musste.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Leges, Inscriptiones et altera - Was ein Rechtsgelehrter eben so liest]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=395</link>
			<pubDate>Fri, 21 Apr 2023 19:19:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=80">Caius Plautius Seneca</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=395</guid>
			<description><![CDATA[Da ich in meinem eigentlichen Projekt gerade so etwas wie eine Schreibblockade hatte, hatte ich mir vorgenommen, mich mit etwas anderem abzulenken. Bei den meisten würde das leichte Mädchen und noch leichtere Lektüre bedeuten, aber nein, für solchen Unsinn hatte ich weder Zeit, noch Geld zu verschwenden. Nein, nein, ich widmete mich lieber dem, was ich eine leichte Lektüre nannte und verband das nützliche mit dem praktischen. Diese Stadt hier hatte noch einen Mangel an ausgearbeiteten Stadtgesetzen, wie mir schien, daher wollte ich einmal schauen, was andere Städte da so im allgemeinen hineinschrieben. Da ich aber auch in Ruhe Pfeife rauchen wollte, hieß das, dass ich eben das tat, während Leander mit einem dutzend Schriftrollen bewaffnet wurde und vorlesen sollte. Etwas, das er ganz und gar nicht leiden konnte, aber er war der Sklave und ich der Herr, und so oft, wie er mich ärgerte, musste ich ab und an mal zurückärgern, damit das kosmische Gleichgewicht gewahrt blieb.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hast du jetzt also die Abschrift?“</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Ja“</span></span>, sagte Leander ungehalten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Und du willst das wirklich alles durchgehen?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ja! Das ist das schöne, wenn man sonst nichts zu tun hat. Man kann das ALLES durchgehen.“</span><br />
Ich konnte Leanders Augenrollen geradezu hören, während ich mir genüsslich die Pfeife ansteckte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Also, leg los“</span>, meinte ich und paffte zufrieden.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Im Namen der Stadt...“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nein, doch das nicht! Überspring den Teil!“</span><br />
“<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">Zu Ehren des höchst ehrenwerten Imperator Caesar Vespasianus Augustus, Pontifex Maximus, Primus Senatus, Tribunus plebis perpetua, unter Übereinstimmung mit den Consulen und dem römischen Senat...“</span></span><br />
Wollte Leander mich grade ernsthaft veralbern? Ich schaute streng zu ihm. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Die Minen, Leander! Die sind ganz nah! Es genügt ein kurzer Spaziergang!“</span><br />
Noch ein Seufzen, ein rascheln der Schriftrollen, und schließlich fing er doch an, sinnvolles vorzulesen:<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Absatz neunzehn: Von dem Recht und der Macht der Ädilen.<br />
 <br />
 Die Ädilen, die in dieser Gemeinde gemäß dem Edikt des Kaisers Vespasian Caesar Augustus oder vorangeganener Kaiser ernannt worden sind und die jetzt dieses Amt innehaben, diese Ädilen, bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden, und diejenigen, die in Zukunft gemäß dem vorliegenden Gesetz gewählt werden, sind bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden, Ädilen der Gemeinde Flavius Irnitanus und haben das Recht und die Befugnis, gemäß dem vorliegenden Gesetz gewählt zu werden, sind bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden, Ädilen der Gemeinde Flavius Irnitanus und haben das Recht und die Befugnis, für die Versorgung mit Getreide, die Tempel, die heiligen und religiösen Stätten, die Stadt, die Straßen, die Viertel, die Kanalisation, die Bäder und den Markt zu sorgen und die Gewichte und Maße zu kontrollieren; Wachdienste einzurichten, wenn es die Situation erforderte; alle Angelegenheiten zu erledigen, die sonst die Dekurionen oder Einberufenen den Ädilen überlassen hätten; außerdem haben sie das Recht und die Befugnis, von den Ratsherren oder Schuldigen Kautionen zu erheben, mit einem Höchstbetrag von je 10.000 Sesterzen pro Mann und Tag zu erheben und ihnen eine Geldstrafe bis zu einer Höhe von 5.000 Sesterzen aufzuerlegen. Diese Ädilen und diejenigen, die nach diesem Gesetz in Zukunft ernannt werden, sollen die Zuständigkeit und Befugnis haben, in Bezug auf die Angelegenheiten und unter den Angelegenheiten, über die und unter denen die Duumvirn die Zuständigkeit haben, bis zu einem Höchstbetrag von 200 Sesterzen, wie es dieses Gesetz erlaubt, Richter oder Rekuperatoren (Geschworene) zu ernennen und zu bestimmen. Dass es diesen Ratsherren erlaubt ist, öffentliche Sklaven der Ratsherren dieser Gemeinde, die ihrem Municipium unterworfen sind, zu ihrem Dienst zu haben, um sie zu unterstützen. Sie haben das Recht und die Macht, solange keine der oben genannten Dinge gegen die Gesetze, Plebiszite, Senatsbeschlüsse oder Edikte, Dekrete oder Verfassungen des Divus Augustus, des Tiberius Julius Caesar Augustus, des Kaisers Galba Caesar Augustus, des Tiberius Claudius Caesar Augustus, des Kaisers Vespasian Caesar Augustus, oberster Pontifex, Vater des Vaterlandes, verstößt.<br />
 <br />
 <br />
<br />
 <br />
Abschnitt 20 Von dem Recht und der Macht der Quästoren.<br />
 Die Quästoren, die vor diesem Gesetz durch Edikt, Dekret oder Mandat des Kaisers Caesar Vespasian Augustus oder eines vorangegangenen Kaisers ernannt worden sind und dieses Amt jetzt innehaben, sind Quästoren bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden; ebenso sind die Quästoren, die nach diesem Gesetz gewählt werden, Quästoren bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden. Sie haben das Recht und die Befugnis, die öffentlichen Gelder der Bürger der Gemeinde zu verwalten, auszugeben, aufzubewahren, zu verwalten und freizugeben, je nach der Meinung der Duumvirn. Es ist ihnen gestattet, in dieser Gemeinde die öffentlichen Sklaven der Gemeinderäte dieser Gemeinde zu ihrer Unterstützung mitzunehmen. Sie haben das Recht und die Macht, solange keine der oben genannten Dinge gegen die Gesetze, Plebiszite, Senatsbeschlüsse oder Edikte, Dekrete oder Verfassungen des Divo Augustus, des Tiberius Julius Caesar Augustus, des Kaisers Galba Caesar Augustus, des Tiberius Claudius Caesar Augustus, und des Kaisers Vespasian Caesar Augustus, oberster Pontifex, Vater des Vaterlandes, verstößt.“<br />
<br />
</span></span> <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Mann, die lieben aber die kaiserliche Titulatur...“</span>, brummelte ich und überlegte, dass man die Hälfte davon wahrscheinlich auch einfacher hätte schreiben können. Aber dann bräuchte man wohl keine Rechtsanwälte mehr.<br />
<br />
<br />
Leander fuhr unterdessen fort:<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><br />
“Abschnitt 21, Wie das römische Bürgerrecht in dieser Gemeinde erlangt werden soll.<br />
 Die Magistrate, die nach diesem Gesetz aus den Reihen der Senatoren, Decurionen oder Wehrpflichtigen der Gemeinde Flavius Irnitanus ernannt worden sind oder ernannt werden, sollen nach Beendigung ihres Amtes römische Bürger sein, ebenso wie ihre Eltern, Ehegatten und eheliche Kinder, die ihren Eltern unterstellt sind, sowie die Enkel und Enkelinnen eines männlichen Kindes, die ihren Eltern unterstellt sind, sofern sie nicht mehr römische Bürger sind als die Zahl der Magistrate, die nach diesem Gesetz ernannt werden können.<br />
<br />
 <br />
Abschnitt 22. Dass diejenigen, die das römische Bürgerrecht erhalten, unter derselben ehelichen Gewalt, mancipio, oder väterlichen potestas bleiben, in der sie waren.<br />
 Dass derjenige, der nach dem gegenwärtigen Gesetz oder dem Edikt des Kaisers Caesar Augustus Vespasianus oder eines vorangegangenen Kaisers, Vater des Vaterlandes, das römische Bürgerrecht erlangt hat, in der väterlichen potestas, ehelichen Gewalt oder mancipio verbleibt, in der er sein sollte, wenn er das Bürgerrecht nicht gewechselt hätte, von einem, der nach dem gegenwärtigen Gesetz römischer Bürger geworden ist; und hat das gleiche Recht, einen Vormund zu wählen, das er hätte, wenn er von einem römischen Bürger geboren worden wäre und die Staatsangehörigkeit nicht gewechselt hätte. <br />
<br />
 <br />
Abschnitt 23 Dass diejenigen, die das römische Bürgerrecht erlangen, ihre Rechte über ihre Freigelassenen beibehalten.<br />
 Dass derjenige, der nach dem gegenwärtigen Gesetz oder dem Edikt des Kaisers Caesar Vespasian Augustus oder eines vorangegangenen Kaisers das römische Bürgerrecht erlangt hat, das gleiche Recht und die gleiche Rechtsstellung hat, die er hätte, wenn er das Bürgerrecht nicht gewechselt hätte, in Bezug auf seine oder ihre Freigelassenen oder die ihrer Vorfahren, die das römische Bürgerrecht nicht erworben haben, und in Bezug auf ihr oder sein Eigentum und. zu dem, was ihnen libertatis causa auferlegt worden wäre.<br />
 <br />
 Abschnitt 24 Von dem Präfekten des Kaisers Vespasianus Augustus.<br />
 Wenn die Decurionen oder Wehrpflichtigen oder die Munizipien dieser Gemeinde dem Kaiser Caesar Vespasianus Augustus, Vater des Vaterlandes, im Namen aller Munizipien dieser Gemeinde das Duumvirat angeboten haben sollten und der Kaiser Caesar Vespasianus Augustus, Vater des Vaterlandes, das Mandat angenommen und einen Präfekten zu seiner Vertretung entsandt hat, daß dieser Präfekt dasselbe Recht hat, das er hätte, wenn er nach dem gegenwärtigen Gesetz zum alleinigen Mandatsträger ernannt worden wäre, und daß er nach dem gegenwärtigen Gesetz zum alleinigen Mandatsträger für die Gerichtsbarkeit ernannt worden ist.“<br />
</span></span><br />
<br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<br />
<span style="color: #e8c500;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">Quelle für das alles: <a href="http://ceres.mcu.es/pages/Main?idt=153508&amp;inventary=REP1982/818&amp;table=FMUS&amp;museum=MASE" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">http://ceres.mcu.es/pages/Main?idt=15350...useum=MASE</a>, mit leichten Anpassungen der Übersetzung an unsere Spielzeit</span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Da ich in meinem eigentlichen Projekt gerade so etwas wie eine Schreibblockade hatte, hatte ich mir vorgenommen, mich mit etwas anderem abzulenken. Bei den meisten würde das leichte Mädchen und noch leichtere Lektüre bedeuten, aber nein, für solchen Unsinn hatte ich weder Zeit, noch Geld zu verschwenden. Nein, nein, ich widmete mich lieber dem, was ich eine leichte Lektüre nannte und verband das nützliche mit dem praktischen. Diese Stadt hier hatte noch einen Mangel an ausgearbeiteten Stadtgesetzen, wie mir schien, daher wollte ich einmal schauen, was andere Städte da so im allgemeinen hineinschrieben. Da ich aber auch in Ruhe Pfeife rauchen wollte, hieß das, dass ich eben das tat, während Leander mit einem dutzend Schriftrollen bewaffnet wurde und vorlesen sollte. Etwas, das er ganz und gar nicht leiden konnte, aber er war der Sklave und ich der Herr, und so oft, wie er mich ärgerte, musste ich ab und an mal zurückärgern, damit das kosmische Gleichgewicht gewahrt blieb.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hast du jetzt also die Abschrift?“</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Ja“</span></span>, sagte Leander ungehalten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Und du willst das wirklich alles durchgehen?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ja! Das ist das schöne, wenn man sonst nichts zu tun hat. Man kann das ALLES durchgehen.“</span><br />
Ich konnte Leanders Augenrollen geradezu hören, während ich mir genüsslich die Pfeife ansteckte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “Also, leg los“</span>, meinte ich und paffte zufrieden.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Im Namen der Stadt...“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nein, doch das nicht! Überspring den Teil!“</span><br />
“<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">Zu Ehren des höchst ehrenwerten Imperator Caesar Vespasianus Augustus, Pontifex Maximus, Primus Senatus, Tribunus plebis perpetua, unter Übereinstimmung mit den Consulen und dem römischen Senat...“</span></span><br />
Wollte Leander mich grade ernsthaft veralbern? Ich schaute streng zu ihm. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Die Minen, Leander! Die sind ganz nah! Es genügt ein kurzer Spaziergang!“</span><br />
Noch ein Seufzen, ein rascheln der Schriftrollen, und schließlich fing er doch an, sinnvolles vorzulesen:<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Absatz neunzehn: Von dem Recht und der Macht der Ädilen.<br />
 <br />
 Die Ädilen, die in dieser Gemeinde gemäß dem Edikt des Kaisers Vespasian Caesar Augustus oder vorangeganener Kaiser ernannt worden sind und die jetzt dieses Amt innehaben, diese Ädilen, bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden, und diejenigen, die in Zukunft gemäß dem vorliegenden Gesetz gewählt werden, sind bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden, Ädilen der Gemeinde Flavius Irnitanus und haben das Recht und die Befugnis, gemäß dem vorliegenden Gesetz gewählt zu werden, sind bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden, Ädilen der Gemeinde Flavius Irnitanus und haben das Recht und die Befugnis, für die Versorgung mit Getreide, die Tempel, die heiligen und religiösen Stätten, die Stadt, die Straßen, die Viertel, die Kanalisation, die Bäder und den Markt zu sorgen und die Gewichte und Maße zu kontrollieren; Wachdienste einzurichten, wenn es die Situation erforderte; alle Angelegenheiten zu erledigen, die sonst die Dekurionen oder Einberufenen den Ädilen überlassen hätten; außerdem haben sie das Recht und die Befugnis, von den Ratsherren oder Schuldigen Kautionen zu erheben, mit einem Höchstbetrag von je 10.000 Sesterzen pro Mann und Tag zu erheben und ihnen eine Geldstrafe bis zu einer Höhe von 5.000 Sesterzen aufzuerlegen. Diese Ädilen und diejenigen, die nach diesem Gesetz in Zukunft ernannt werden, sollen die Zuständigkeit und Befugnis haben, in Bezug auf die Angelegenheiten und unter den Angelegenheiten, über die und unter denen die Duumvirn die Zuständigkeit haben, bis zu einem Höchstbetrag von 200 Sesterzen, wie es dieses Gesetz erlaubt, Richter oder Rekuperatoren (Geschworene) zu ernennen und zu bestimmen. Dass es diesen Ratsherren erlaubt ist, öffentliche Sklaven der Ratsherren dieser Gemeinde, die ihrem Municipium unterworfen sind, zu ihrem Dienst zu haben, um sie zu unterstützen. Sie haben das Recht und die Macht, solange keine der oben genannten Dinge gegen die Gesetze, Plebiszite, Senatsbeschlüsse oder Edikte, Dekrete oder Verfassungen des Divus Augustus, des Tiberius Julius Caesar Augustus, des Kaisers Galba Caesar Augustus, des Tiberius Claudius Caesar Augustus, des Kaisers Vespasian Caesar Augustus, oberster Pontifex, Vater des Vaterlandes, verstößt.<br />
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Abschnitt 20 Von dem Recht und der Macht der Quästoren.<br />
 Die Quästoren, die vor diesem Gesetz durch Edikt, Dekret oder Mandat des Kaisers Caesar Vespasian Augustus oder eines vorangegangenen Kaisers ernannt worden sind und dieses Amt jetzt innehaben, sind Quästoren bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden; ebenso sind die Quästoren, die nach diesem Gesetz gewählt werden, Quästoren bis zu dem Tag, für den sie ernannt werden. Sie haben das Recht und die Befugnis, die öffentlichen Gelder der Bürger der Gemeinde zu verwalten, auszugeben, aufzubewahren, zu verwalten und freizugeben, je nach der Meinung der Duumvirn. Es ist ihnen gestattet, in dieser Gemeinde die öffentlichen Sklaven der Gemeinderäte dieser Gemeinde zu ihrer Unterstützung mitzunehmen. Sie haben das Recht und die Macht, solange keine der oben genannten Dinge gegen die Gesetze, Plebiszite, Senatsbeschlüsse oder Edikte, Dekrete oder Verfassungen des Divo Augustus, des Tiberius Julius Caesar Augustus, des Kaisers Galba Caesar Augustus, des Tiberius Claudius Caesar Augustus, und des Kaisers Vespasian Caesar Augustus, oberster Pontifex, Vater des Vaterlandes, verstößt.“<br />
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</span></span> <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Mann, die lieben aber die kaiserliche Titulatur...“</span>, brummelte ich und überlegte, dass man die Hälfte davon wahrscheinlich auch einfacher hätte schreiben können. Aber dann bräuchte man wohl keine Rechtsanwälte mehr.<br />
<br />
<br />
Leander fuhr unterdessen fort:<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color"><br />
“Abschnitt 21, Wie das römische Bürgerrecht in dieser Gemeinde erlangt werden soll.<br />
 Die Magistrate, die nach diesem Gesetz aus den Reihen der Senatoren, Decurionen oder Wehrpflichtigen der Gemeinde Flavius Irnitanus ernannt worden sind oder ernannt werden, sollen nach Beendigung ihres Amtes römische Bürger sein, ebenso wie ihre Eltern, Ehegatten und eheliche Kinder, die ihren Eltern unterstellt sind, sowie die Enkel und Enkelinnen eines männlichen Kindes, die ihren Eltern unterstellt sind, sofern sie nicht mehr römische Bürger sind als die Zahl der Magistrate, die nach diesem Gesetz ernannt werden können.<br />
<br />
 <br />
Abschnitt 22. Dass diejenigen, die das römische Bürgerrecht erhalten, unter derselben ehelichen Gewalt, mancipio, oder väterlichen potestas bleiben, in der sie waren.<br />
 Dass derjenige, der nach dem gegenwärtigen Gesetz oder dem Edikt des Kaisers Caesar Augustus Vespasianus oder eines vorangegangenen Kaisers, Vater des Vaterlandes, das römische Bürgerrecht erlangt hat, in der väterlichen potestas, ehelichen Gewalt oder mancipio verbleibt, in der er sein sollte, wenn er das Bürgerrecht nicht gewechselt hätte, von einem, der nach dem gegenwärtigen Gesetz römischer Bürger geworden ist; und hat das gleiche Recht, einen Vormund zu wählen, das er hätte, wenn er von einem römischen Bürger geboren worden wäre und die Staatsangehörigkeit nicht gewechselt hätte. <br />
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 <br />
Abschnitt 23 Dass diejenigen, die das römische Bürgerrecht erlangen, ihre Rechte über ihre Freigelassenen beibehalten.<br />
 Dass derjenige, der nach dem gegenwärtigen Gesetz oder dem Edikt des Kaisers Caesar Vespasian Augustus oder eines vorangegangenen Kaisers das römische Bürgerrecht erlangt hat, das gleiche Recht und die gleiche Rechtsstellung hat, die er hätte, wenn er das Bürgerrecht nicht gewechselt hätte, in Bezug auf seine oder ihre Freigelassenen oder die ihrer Vorfahren, die das römische Bürgerrecht nicht erworben haben, und in Bezug auf ihr oder sein Eigentum und. zu dem, was ihnen libertatis causa auferlegt worden wäre.<br />
 <br />
 Abschnitt 24 Von dem Präfekten des Kaisers Vespasianus Augustus.<br />
 Wenn die Decurionen oder Wehrpflichtigen oder die Munizipien dieser Gemeinde dem Kaiser Caesar Vespasianus Augustus, Vater des Vaterlandes, im Namen aller Munizipien dieser Gemeinde das Duumvirat angeboten haben sollten und der Kaiser Caesar Vespasianus Augustus, Vater des Vaterlandes, das Mandat angenommen und einen Präfekten zu seiner Vertretung entsandt hat, daß dieser Präfekt dasselbe Recht hat, das er hätte, wenn er nach dem gegenwärtigen Gesetz zum alleinigen Mandatsträger ernannt worden wäre, und daß er nach dem gegenwärtigen Gesetz zum alleinigen Mandatsträger für die Gerichtsbarkeit ernannt worden ist.“<br />
</span></span><br />
<br />
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<hr class="mycode_hr" />
<br />
<span style="color: #e8c500;" class="mycode_color"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">Quelle für das alles: <a href="http://ceres.mcu.es/pages/Main?idt=153508&amp;inventary=REP1982/818&amp;table=FMUS&amp;museum=MASE" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">http://ceres.mcu.es/pages/Main?idt=15350...useum=MASE</a>, mit leichten Anpassungen der Übersetzung an unsere Spielzeit</span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Alltäglicher Wahnsinn]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=376</link>
			<pubDate>Fri, 31 Mar 2023 09:18:56 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=80">Caius Plautius Seneca</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=376</guid>
			<description><![CDATA[Wie immer saß ich in der Bibliothek und rauchte zufrieden meine Pfeife, während ich durchging, was ich alles tun wollte. Aus einem Grund, an den ich mich nicht mehr erinnerte, hatte ich mir vorgenommen, ein wenig Provinzialrecht anzusehen und mir ein paar Stadtverordnungen zu Gemüte zu führen, als plötzlich ein gutgelaunter Leander hereinspaziert kam, was immer ein äußerst schlechtes Zeichen war.<br />
<img src="https://abload.de/img/leanderplautiajndro.png" loading="lazy"  alt="[Bild: leanderplautiajndro.png]" class="mycode_img" /><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Du hast eine Einladung erhalten“</span></span>, meinte er fröhlich.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Da kann ich nicht!“</span> lautete meine unfröhliche Antwort.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Ich hab doch noch gar nicht gesagt, wann es ist?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ist egal, ich kann da nicht!“</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Oder von wem es ist?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ist auch egal!“</span> brummte ich und paffte noch etwas mehr, damit die Pfeife mehr stank und damit hoffentlich Leander vertrieb.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Es ist dein Großneffe Montanus.“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hrmpf...“</span> Da suchte man sich schon extra eine entlegene Ecke der Welt, und trotzdem nervte einen die Verwandtschaft! <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Er lädt dich für heute Abend ein...“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Da kann ich nicht!“</span> sagte ich noch einmal, weil Leander wohl mal wieder was an den Ohren hatte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"… um wichtige familiäre Dinge zu klären.“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Was für familiäre Dinge denn?“</span> Wir waren nur über fünf Ecken verwandt, und ich wüsste nicht, was er da mit mir zu besprechen hatte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Nun, er hat keine Kinder und ist reich. Vielleicht will er dir was vererben, oder deinen Töchtern?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bloß nicht!“</span> schlug ich die Hände abwehrend in die Luft. Das fehlte mir grade noch, dass der Kerl mich reich machte, woraufhin noch mehr scharwenzelnde Verwandte und Klienten mich bei der Arbeit stören würden!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Naja, dann solltest du ihm das sagen, sonst macht er es, ohne dich zu fragen?“</span></span> meinte Leander leichtmütig und zuckte mit den Schultern.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Das würde er nicht!“</span> konstatierte ich stur.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Bist du sicher?“</span></span> reizte Leander weiter.<br />
<br />
<br />
Ich brummte. Ich hasste ihn. Alle beide!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wie immer saß ich in der Bibliothek und rauchte zufrieden meine Pfeife, während ich durchging, was ich alles tun wollte. Aus einem Grund, an den ich mich nicht mehr erinnerte, hatte ich mir vorgenommen, ein wenig Provinzialrecht anzusehen und mir ein paar Stadtverordnungen zu Gemüte zu führen, als plötzlich ein gutgelaunter Leander hereinspaziert kam, was immer ein äußerst schlechtes Zeichen war.<br />
<img src="https://abload.de/img/leanderplautiajndro.png" loading="lazy"  alt="[Bild: leanderplautiajndro.png]" class="mycode_img" /><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Du hast eine Einladung erhalten“</span></span>, meinte er fröhlich.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Da kann ich nicht!“</span> lautete meine unfröhliche Antwort.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Ich hab doch noch gar nicht gesagt, wann es ist?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ist egal, ich kann da nicht!“</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Oder von wem es ist?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ist auch egal!“</span> brummte ich und paffte noch etwas mehr, damit die Pfeife mehr stank und damit hoffentlich Leander vertrieb.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Es ist dein Großneffe Montanus.“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hrmpf...“</span> Da suchte man sich schon extra eine entlegene Ecke der Welt, und trotzdem nervte einen die Verwandtschaft! <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Er lädt dich für heute Abend ein...“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Da kann ich nicht!“</span> sagte ich noch einmal, weil Leander wohl mal wieder was an den Ohren hatte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">"… um wichtige familiäre Dinge zu klären.“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Was für familiäre Dinge denn?“</span> Wir waren nur über fünf Ecken verwandt, und ich wüsste nicht, was er da mit mir zu besprechen hatte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Nun, er hat keine Kinder und ist reich. Vielleicht will er dir was vererben, oder deinen Töchtern?“</span></span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bloß nicht!“</span> schlug ich die Hände abwehrend in die Luft. Das fehlte mir grade noch, dass der Kerl mich reich machte, woraufhin noch mehr scharwenzelnde Verwandte und Klienten mich bei der Arbeit stören würden!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Naja, dann solltest du ihm das sagen, sonst macht er es, ohne dich zu fragen?“</span></span> meinte Leander leichtmütig und zuckte mit den Schultern.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Das würde er nicht!“</span> konstatierte ich stur.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #008e02;" class="mycode_color">“Bist du sicher?“</span></span> reizte Leander weiter.<br />
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Ich brummte. Ich hasste ihn. Alle beide!]]></content:encoded>
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