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		<title><![CDATA[Forum - Restliches Römisches Reich]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2026 01:55:08 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[[Italia|Misenum] Unheil am Horizont]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=766</link>
			<pubDate>Thu, 29 Aug 2024 12:05:07 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=61">Chronist</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=766</guid>
			<description><![CDATA[Caius Plinius Caecilius Secundus, später besser bekannt als Plinius der Jüngere, um ihn von seinem Onkel Caius Plinius Secundus Maior zu unterscheiden, wusste mit seinen achtzehn Lebensjahren noch nicht so ganz, was er zum römischen Staat einmal beitragen wollte. Aber er hatte Gefallen an der Natur und sein Onkel war ein Mann mit einer gewissen Reputation in diesen Dingen und darüber hinaus auch Praefekt der Flotte in Misenum. Nach dem Tod seines Vaters waren er und seine Mutter zu ihm gezogen, und Plinius der Ältere, selbst unverheiratet und kinderlos, schätzte seinen Neffen sehr und hatte ihn sogar zum Erben im unwahrscheinlichen Fall seines Ablebens bestimmt. Immerhin war er auch erst 55 Jahre alt.<br />
<br />
<br />
Und so war er auch an diesem Tag etwas lustlos. Es war kurz nach seinem Geburtstag, und der Vormittag war ohne besondere Vorkommnisse vergangen. Sein Onkel lag etwas gemütlich in der Sonne und genoss etwas die Wärme der Mittagsstunde, als Plinius Minors Mutter aufgeregt zu dem Onkel kam.<br />
<span style="color: #c14700;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bruder! Bruder! Du musst dir etwas ansehen! Komm, steh auf!“</span> </span>drängte sie ihn. Erst wollte er nicht und ließ sich noch ein paar Häppchen zum Mittag reichen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Was ist denn los?“</span></span> fragte er vom Sonnenbad etwas schläfrig. Wie unter Geschwistern üblich liebte er seine Schwester zwar, nahm aber nicht jeden ihrer hektischen Ausbrüche immer ernst.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Im Osten ist eine ganz seltsame Wolke! Komm, du kennst dich mit so etwas aus! Lass dich nicht so lang bitten!“</span></span> setzte sie ihn ins Bild und war etwas ungehalten, dass er so lange brauchte, bis er sich seine Schuhe reichen ließ.<br />
<br />
<br />
Schon um seine Schwester zu beruhigen stieg Plinius Maior auf eine Anhöhe in der Nähe seiner Villa, um einen Blick auf das werfen zu können, was seine Schwester so beunruhigte. Er musste nicht lange suchen, denn diese Wolke war wirklich kaum zu übersehen in ihrer Größe. Auf der anderen Seite des Golfes konnte man gerade noch so die vielen Städte an der Küste ausmachen: Herculaneum, Oplontis, Stabiae und etwas weiter landeinwärts Pompeii, und schließlich an der anderen Landzunge gegenüber von Misenum die Stadt Surrentum. Und irgendwo hinter Herculaneum stieg sie also auf, diese Wolke, aber es war nicht eindeutig, von welchem Berg aus sie ausging. Sie hatte in etwa die Form einer Pinie. Sie erhob sich wie von einem sehr hohen Stamm und teilte sich dann in mehrere Äste. Durch Aufkommen eines Windes emporgehoben, breitete sie sich durch Abflauen desgleichen durch ihr Gewicht wieder aus. Sie erschien weiß, zuweilen schmutzig und fleckig, je nachdem ob sie Erde oder Asche mit sich führte. <br />
<br />
<br />
Plinius Maiors Interesse war geweckt, denn dies war in der Tat ungewöhnlich. Er ging zurück zu seiner Villa und ließ einen Boten zum Hafen laufen, man solle seine Quadrireme bereit zum Auslaufen machen. Er wollte sich dieses Phänomen von näherem ansehen. Er trat auf seinen Neffen zu.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Komm doch mit! Diese Wolke ist wirklich ungewöhnlich, so ein Schauspiel wirst du nicht oft zu sehen bekommen. Vielleicht erleben wir etwas einmaliges“</span></span>, forderte er den jüngeren auf.<br />
Aber Plinius Minor hatte nicht wirklich Lust darauf, jetzt mehrere tage auf einem Schiff zuzubringen und eine Wolke zu jagen, die wahrscheinlich nur auf ihn regnen würde. Also suchte er schnell nach einer Ausrede: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich hab so viel zu tun! Du hast doch gesagt, ich solle mich im Schreiben noch üben, damit ich auch einmal selbst ein Buch verfassen kann. Du selbst hast mir doch noch die Aufgabe gegeben, über die Blumen im hinteren Garten etwas zu schreiben. Der Gärtner hat sich schon erboten, mir alles noch einmal zu erklären.“</span><br />
Plinius der Ältere winkte ab und lachte leicht. <span style="color: #005dc2;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Na gut. Aber bei der nächsten Expedition kommst du mit, einverstanden?“</span> </span><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Einverstanden."</span><br />
<br />
<br />
Froh, der Expedition entgangen zu sein, widmete sich Plinius Minor wieder seinen Schriften und der Aussicht auf einen gemütlichen Nachmittag, während sein Onkel sich auf seine Abreise vorbereitete. Frisch eingekleidet trat Plinius Maior gerade aus dem Haus, als ein aufgeregter, abgewetzter Bote eintraf und ihm ein Schrieben überreichte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Was ist denn, Bruder?“</span></span> fragte seine Schwester ihn mit besorgtem Blick zu dem Schreiben.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Rectina, die Frau von Cascus, bittet mich, sie und ihre Familie mit dem Schiff abzuholen und zu retten. Der Vesuv scheint gerade auszubrechen und sie kommen anders nicht hinweg.“</span></span><br />
Plinius Minors Mutter wurde blass.<span style="color: #c14700;" class="mycode_color"> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Und was machst du jetzt?“</span></span> fragte sie besorgt.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Rectina retten, was denn sonst?“</span></span> antwortete Plinius Maior und ging los, um mit seiner Quadrireme den Golf von Neapel zu überqueren und zu sehen, wen er retten konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Caius Plinius Caecilius Secundus, später besser bekannt als Plinius der Jüngere, um ihn von seinem Onkel Caius Plinius Secundus Maior zu unterscheiden, wusste mit seinen achtzehn Lebensjahren noch nicht so ganz, was er zum römischen Staat einmal beitragen wollte. Aber er hatte Gefallen an der Natur und sein Onkel war ein Mann mit einer gewissen Reputation in diesen Dingen und darüber hinaus auch Praefekt der Flotte in Misenum. Nach dem Tod seines Vaters waren er und seine Mutter zu ihm gezogen, und Plinius der Ältere, selbst unverheiratet und kinderlos, schätzte seinen Neffen sehr und hatte ihn sogar zum Erben im unwahrscheinlichen Fall seines Ablebens bestimmt. Immerhin war er auch erst 55 Jahre alt.<br />
<br />
<br />
Und so war er auch an diesem Tag etwas lustlos. Es war kurz nach seinem Geburtstag, und der Vormittag war ohne besondere Vorkommnisse vergangen. Sein Onkel lag etwas gemütlich in der Sonne und genoss etwas die Wärme der Mittagsstunde, als Plinius Minors Mutter aufgeregt zu dem Onkel kam.<br />
<span style="color: #c14700;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Bruder! Bruder! Du musst dir etwas ansehen! Komm, steh auf!“</span> </span>drängte sie ihn. Erst wollte er nicht und ließ sich noch ein paar Häppchen zum Mittag reichen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Was ist denn los?“</span></span> fragte er vom Sonnenbad etwas schläfrig. Wie unter Geschwistern üblich liebte er seine Schwester zwar, nahm aber nicht jeden ihrer hektischen Ausbrüche immer ernst.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Im Osten ist eine ganz seltsame Wolke! Komm, du kennst dich mit so etwas aus! Lass dich nicht so lang bitten!“</span></span> setzte sie ihn ins Bild und war etwas ungehalten, dass er so lange brauchte, bis er sich seine Schuhe reichen ließ.<br />
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Schon um seine Schwester zu beruhigen stieg Plinius Maior auf eine Anhöhe in der Nähe seiner Villa, um einen Blick auf das werfen zu können, was seine Schwester so beunruhigte. Er musste nicht lange suchen, denn diese Wolke war wirklich kaum zu übersehen in ihrer Größe. Auf der anderen Seite des Golfes konnte man gerade noch so die vielen Städte an der Küste ausmachen: Herculaneum, Oplontis, Stabiae und etwas weiter landeinwärts Pompeii, und schließlich an der anderen Landzunge gegenüber von Misenum die Stadt Surrentum. Und irgendwo hinter Herculaneum stieg sie also auf, diese Wolke, aber es war nicht eindeutig, von welchem Berg aus sie ausging. Sie hatte in etwa die Form einer Pinie. Sie erhob sich wie von einem sehr hohen Stamm und teilte sich dann in mehrere Äste. Durch Aufkommen eines Windes emporgehoben, breitete sie sich durch Abflauen desgleichen durch ihr Gewicht wieder aus. Sie erschien weiß, zuweilen schmutzig und fleckig, je nachdem ob sie Erde oder Asche mit sich führte. <br />
<br />
<br />
Plinius Maiors Interesse war geweckt, denn dies war in der Tat ungewöhnlich. Er ging zurück zu seiner Villa und ließ einen Boten zum Hafen laufen, man solle seine Quadrireme bereit zum Auslaufen machen. Er wollte sich dieses Phänomen von näherem ansehen. Er trat auf seinen Neffen zu.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Komm doch mit! Diese Wolke ist wirklich ungewöhnlich, so ein Schauspiel wirst du nicht oft zu sehen bekommen. Vielleicht erleben wir etwas einmaliges“</span></span>, forderte er den jüngeren auf.<br />
Aber Plinius Minor hatte nicht wirklich Lust darauf, jetzt mehrere tage auf einem Schiff zuzubringen und eine Wolke zu jagen, die wahrscheinlich nur auf ihn regnen würde. Also suchte er schnell nach einer Ausrede: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich hab so viel zu tun! Du hast doch gesagt, ich solle mich im Schreiben noch üben, damit ich auch einmal selbst ein Buch verfassen kann. Du selbst hast mir doch noch die Aufgabe gegeben, über die Blumen im hinteren Garten etwas zu schreiben. Der Gärtner hat sich schon erboten, mir alles noch einmal zu erklären.“</span><br />
Plinius der Ältere winkte ab und lachte leicht. <span style="color: #005dc2;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Na gut. Aber bei der nächsten Expedition kommst du mit, einverstanden?“</span> </span><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Einverstanden."</span><br />
<br />
<br />
Froh, der Expedition entgangen zu sein, widmete sich Plinius Minor wieder seinen Schriften und der Aussicht auf einen gemütlichen Nachmittag, während sein Onkel sich auf seine Abreise vorbereitete. Frisch eingekleidet trat Plinius Maior gerade aus dem Haus, als ein aufgeregter, abgewetzter Bote eintraf und ihm ein Schrieben überreichte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Was ist denn, Bruder?“</span></span> fragte seine Schwester ihn mit besorgtem Blick zu dem Schreiben.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Rectina, die Frau von Cascus, bittet mich, sie und ihre Familie mit dem Schiff abzuholen und zu retten. Der Vesuv scheint gerade auszubrechen und sie kommen anders nicht hinweg.“</span></span><br />
Plinius Minors Mutter wurde blass.<span style="color: #c14700;" class="mycode_color"> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Und was machst du jetzt?“</span></span> fragte sie besorgt.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Rectina retten, was denn sonst?“</span></span> antwortete Plinius Maior und ging los, um mit seiner Quadrireme den Golf von Neapel zu überqueren und zu sehen, wen er retten konnte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[ Landgut bei Aquae Cutiliae I Italia] Der Tod des Kaisers]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=706</link>
			<pubDate>Sun, 23 Jun 2024 05:11:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=61">Chronist</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=706</guid>
			<description><![CDATA[<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Marmor.jpg);"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #C10300;" class="mycode_color">"Ein Imperator muss stehend sterben "</span></span> </td></tr></table>
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/TPvSRk4y/Vespasian-der-Zivilverwaltung.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Vespasian-der-Zivilverwaltung.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
<br />
Die heiße Jahreszeit war gekommen. Wer konnte, flüchtete aus dem unerträglich schwülen Rom in die Sommerfrische. Auch Kaiser Vespasian, bereits ein rüstiger Herr von fast 70 Jahren, zog sich mit seinem Hofstaat auf sein Landgut in der Nähe des Heilbades Aquae Cutilae  im italischen Latium zurück. Schon vorher litt er an Fieber und war  gesundheitlich angeschlagen, die kalten Bäder aber griffen jetzt  seinen Darm an. Trotzdem versuchte Vespasian, noch weiter zu arbeiten. Aber dann litt er an Durchfall bis zur Erschöpfung und musste liegen. Dennoch versuchte er, von seinem Bett aufzustehen und sprach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #e86e04;" class="mycode_color">"Ein Imperator muss stehend sterben“</span></span>und während ihm seine beiden Söhne und seine Freunde noch helfen wollten, sich zu erheben, starb Vespasianus Caesar Augustus am 23. Juni des Jahres 832 nach Gründung der Stadt Rom*<br />
<br />
Das ganze Streben von Vespasian war es gewesen, dem ersten Augustus würdig nachzufolgen. Er hatte zehn Jahre lang geherrscht und  hinterließ ein wohl geordnetes, wirtschaftlich starkes Reich. Zur Pax Augusta, dem Frieden des Augustus, trat die Pax Flavia, der Frieden der neuen Dynastie, der Gens Flavia.<br />
<br />
 Das erste Mal in der Geschichte von Roms Kaisern hatte ein Kaiser einen leiblichen Thronfolger. <br />
Während nach dem Tod des letzten Kaisers aus der iulisch - claudischen Dynastie, Nero, ein Bürgerkrieg ausgebrochen war, konnte Prinz Titus, selbst schon ein erwachsener Mann und ein erfolgreicher General, diesmal ohne jeglichen Einspruch die Regierungsgeschäfte übernehmen...<br />
<br />
<br />
 <br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">nach Stefan Pfeiffer: Die Zeit der Flavier, Darmstadt 2009, S 37ff    * 79 n. Chr.</span><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" class="tborder" style="width:50%;"><tr><td  valign="top" align="center" style="background: url(images/Marmor.jpg);"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #C10300;" class="mycode_color">"Ein Imperator muss stehend sterben "</span></span> </td></tr></table>
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/TPvSRk4y/Vespasian-der-Zivilverwaltung.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Vespasian-der-Zivilverwaltung.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>
<br />
<br />
Die heiße Jahreszeit war gekommen. Wer konnte, flüchtete aus dem unerträglich schwülen Rom in die Sommerfrische. Auch Kaiser Vespasian, bereits ein rüstiger Herr von fast 70 Jahren, zog sich mit seinem Hofstaat auf sein Landgut in der Nähe des Heilbades Aquae Cutilae  im italischen Latium zurück. Schon vorher litt er an Fieber und war  gesundheitlich angeschlagen, die kalten Bäder aber griffen jetzt  seinen Darm an. Trotzdem versuchte Vespasian, noch weiter zu arbeiten. Aber dann litt er an Durchfall bis zur Erschöpfung und musste liegen. Dennoch versuchte er, von seinem Bett aufzustehen und sprach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #e86e04;" class="mycode_color">"Ein Imperator muss stehend sterben“</span></span>und während ihm seine beiden Söhne und seine Freunde noch helfen wollten, sich zu erheben, starb Vespasianus Caesar Augustus am 23. Juni des Jahres 832 nach Gründung der Stadt Rom*<br />
<br />
Das ganze Streben von Vespasian war es gewesen, dem ersten Augustus würdig nachzufolgen. Er hatte zehn Jahre lang geherrscht und  hinterließ ein wohl geordnetes, wirtschaftlich starkes Reich. Zur Pax Augusta, dem Frieden des Augustus, trat die Pax Flavia, der Frieden der neuen Dynastie, der Gens Flavia.<br />
<br />
 Das erste Mal in der Geschichte von Roms Kaisern hatte ein Kaiser einen leiblichen Thronfolger. <br />
Während nach dem Tod des letzten Kaisers aus der iulisch - claudischen Dynastie, Nero, ein Bürgerkrieg ausgebrochen war, konnte Prinz Titus, selbst schon ein erwachsener Mann und ein erfolgreicher General, diesmal ohne jeglichen Einspruch die Regierungsgeschäfte übernehmen...<br />
<br />
<br />
 <br />
<hr class="mycode_hr" />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">nach Stefan Pfeiffer: Die Zeit der Flavier, Darmstadt 2009, S 37ff    * 79 n. Chr.</span><br />
<hr class="mycode_hr" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Mogontiacum| Exercitus superior] To serve and protect]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=676</link>
			<pubDate>Sun, 24 Mar 2024 15:58:55 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=70">Marcus Mucius Primus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=676</guid>
			<description><![CDATA[Von Londinium ging es mit dem Schiff nach Lugdunum Cananefatium. Das war auch mein Plan gewesen, als ich noch geglaubt hatte, Aulus Quintius Cato sei in Ara Aggrippiniensum. Nun musste ich mit dem kleinen Handelsschiff weiter den Rhenum hinunter. Wir machten Halt in CCAA, in Bonna und in Confluentes, wo jeweils ein Teil der Fracht ausgeladen wurde und wir so einen Tag verloren. Wahrscheinlich wäre ich an Land schneller gewesen, aber es wäre auffälliger gewesen und ich hätte mir ein Pferd besorgen müssen. Ich wollte so unauffällig wie möglich bleiben auf dem weg nach Süden.<br />
Nach nicht ganz zwei Wochen schließlich kam ich also in Mogontiacum an. Die Stadt selbst war provinzial und überschaubar, auch wenn sie ein großes Militärlager beherbergte. Man munkelte, dass der Kaiser darüber nachdachte, die Germanischen Militärprotektorate in ordentliche Provinzen umzuwandeln, sobald auf der östlichen Rhenumseite die Stämme unter Kontrolle wären, und Mogontiacum war ein heißer Kandidat für den Sitz des Legatus Augusti. Dementsprechend florierte hier auch die Wirtschaft und glattrasierte Römer mischten sich mit bärtigen Mattiakern auf dem Forum.<br />
<br />
<br />
Eine Bleibe wollte ich mir erst dann suchen, wenn ich auch die Nacht dort verbringen würde, um Diebstahl vorzubeugen. In einer Taverne fand sich nur zwielichtiges Gesindel, das keine Freunde hatte, bei denen es bleiben konnte. Und ich brauchte meine Sachen zumindest noch ein paar Tage. <br />
Stattdessen suchte ich eine der bekannten Kontaktstellen auf, die die Prätorianer von Zeit zu Zeit nutzten. Da die Stadt noch recht neu war, zumindest unter römischer Herrschaft, war das schwieriger, als man denken mochte. Aber schließlich fand ich einen zwielichtigen Halsabschneider, bei dem ich nach Nennung der richtigen Parole meinen Beutel lassen konnte.<br />
Ich traute dem Kerl nicht, dass er nicht hineinschaute, weshalb ich meinen Geldbeutel und mein Schwert mitnahm und unter meinem Mantel verdeckt mitnahm, während ich mich umschaute. Die nächsten Tage würde ich mein Ziel ausfindig machen und observieren, um die beste Möglichkeit auszumachen, mich ihm zu nähern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Von Londinium ging es mit dem Schiff nach Lugdunum Cananefatium. Das war auch mein Plan gewesen, als ich noch geglaubt hatte, Aulus Quintius Cato sei in Ara Aggrippiniensum. Nun musste ich mit dem kleinen Handelsschiff weiter den Rhenum hinunter. Wir machten Halt in CCAA, in Bonna und in Confluentes, wo jeweils ein Teil der Fracht ausgeladen wurde und wir so einen Tag verloren. Wahrscheinlich wäre ich an Land schneller gewesen, aber es wäre auffälliger gewesen und ich hätte mir ein Pferd besorgen müssen. Ich wollte so unauffällig wie möglich bleiben auf dem weg nach Süden.<br />
Nach nicht ganz zwei Wochen schließlich kam ich also in Mogontiacum an. Die Stadt selbst war provinzial und überschaubar, auch wenn sie ein großes Militärlager beherbergte. Man munkelte, dass der Kaiser darüber nachdachte, die Germanischen Militärprotektorate in ordentliche Provinzen umzuwandeln, sobald auf der östlichen Rhenumseite die Stämme unter Kontrolle wären, und Mogontiacum war ein heißer Kandidat für den Sitz des Legatus Augusti. Dementsprechend florierte hier auch die Wirtschaft und glattrasierte Römer mischten sich mit bärtigen Mattiakern auf dem Forum.<br />
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<br />
Eine Bleibe wollte ich mir erst dann suchen, wenn ich auch die Nacht dort verbringen würde, um Diebstahl vorzubeugen. In einer Taverne fand sich nur zwielichtiges Gesindel, das keine Freunde hatte, bei denen es bleiben konnte. Und ich brauchte meine Sachen zumindest noch ein paar Tage. <br />
Stattdessen suchte ich eine der bekannten Kontaktstellen auf, die die Prätorianer von Zeit zu Zeit nutzten. Da die Stadt noch recht neu war, zumindest unter römischer Herrschaft, war das schwieriger, als man denken mochte. Aber schließlich fand ich einen zwielichtigen Halsabschneider, bei dem ich nach Nennung der richtigen Parole meinen Beutel lassen konnte.<br />
Ich traute dem Kerl nicht, dass er nicht hineinschaute, weshalb ich meinen Geldbeutel und mein Schwert mitnahm und unter meinem Mantel verdeckt mitnahm, während ich mich umschaute. Die nächsten Tage würde ich mein Ziel ausfindig machen und observieren, um die beste Möglichkeit auszumachen, mich ihm zu nähern.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Rom|Urbs Aeterna|Palatin] Besprechung des Kaisers mit seinen Procuratoren]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=665</link>
			<pubDate>Sat, 09 Mar 2024 18:25:19 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=61">Chronist</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=665</guid>
			<description><![CDATA[Imperator Caesar Vespasianus Augustus galt weithin als sehr guter Kaiser, nicht nur wegen seinen militärischen Erfolgen, die ihn auf diese Position gebracht hatten, sondern auch für seine besonnene Politik, die all die Fehler seiner Vorgänger langsam, aber stetig ausglich. Natürlich waren nicht alle Maßnahmen gleichermaßen beliebt und über die von ihm eingeführte Steuer auf Urin aus öffentlichen Latrinen für die Gerber, Färber und Wäschereien würde wohl noch Jahrhunderte geredet werden. Aber alles in allem waren jetzt nach zehn Jahren die Verhältnisse weitläufig stabil und das Reich prosperierte.<br />
Und dies lag auch nicht zuletzt daran, dass Vespasian sich pflichtbewusst um die Staatsaufgaben kümmerte und auch seinen Erben Titus hier mit einband, sofern der Caesar und designierte Nachfolger sich einbinden ließ. Heute allerdings war so ein Tag, an dem Titus ebenfalls zugegen war und zusammen mit dem Procurator ab Epistulis die Korrespondenz bezüglich der Provinzen durchging.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“...und hier wäre noch der Bericht aus Britannia...“</span></span>, stellte der Ab Epistulis den nächsten Punkt vor und fing auch an, den Brief zusammenzufassen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“...er berichtet von seiner Rundreise durch die Provinz und sendet dir hiervon zahlreiche Geschenke, die sich momentan in Ostia befinden. Auch ist er zuversichtlich, deinem Wunsch entsprechen zu können und die Situation im Norden mit den Brigantes deinen Vorstellungen gemäß regeln zu können. Allerdings ist er sehr unzufrieden über den Zustand der Zweiten Legion im Süden und bittet sehr eindringlich um einen fähigen Legaten, den du bitte so bald wie möglich einsetzen mögest...“</span></span><br />
Titus schnappte sich an dieser Stelle den Brief aus den Händen des Ritters und überflog das Schreiben, bis er amüsiert auflachte.<br />
<span style="color: #005dc2;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Oh, und Petilius Rufus will einen der Tribunen umbringen. Er schreibt, er möchte Tribun Ovidius Decula in die Hispania versetzen und kämpfen lassen, und dass er ihn für gefährlich hält.“</span> </span>Titus schien darüber mehr amüsiert als über alles andere, während der Ab Epistulis sich seinen Brief zurückholte und versuchte, Würde dabei zu bewahren.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Kennen wir diesen Ovidius?“</span></span> fragte der Kaiser nach, der natürlich nicht sämtliche Ritter seines Reiches kannte. Dafür waren es schlicht zu viele.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“Ich glaube nicht, Imperator. Keiner seiner Verwandten wäre mir in hoher Position geläufig...“</span></span>, meinte der Ab Epistulis, der nach drei versuchen seinen Brief wieder zurück von Titus geschnappt hatte und versuchte, die Stelle wiederzufinden, an der er zuletzt gelesen hatte, während er den Caesar scharf beäugte, falls dieser ihm den Brief nochmal klauen wollte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Gönn Rufus den Spaß, Vater. Der arme Kerl hat die wohl unrentabelste Provinz nach Sicilia abbekommen“</span></span>, meinte Titus und lehnte sich ein wenig gegen die nächstbeste Wand.<br />
Vespasian überlegte ein wenig, während der Ab Epistulis noch den desaströsen Zustand der zweiten Legion bemängelte, und nickte dann.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Schreib Petilius zurück, dass ich da auf seine Erfahrung vertraue und alle von ihm getroffenen Maßnahmen gutheiße. Er soll vorgehen, wie er es für richtig erachtet. Und ich werde mich bemühen, bald einen Legaten für ihn zu finden. Ah, und fügt den Versetzungsbefehl für diesen Ovidius dann gleich an.“</span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Imperator Caesar Vespasianus Augustus galt weithin als sehr guter Kaiser, nicht nur wegen seinen militärischen Erfolgen, die ihn auf diese Position gebracht hatten, sondern auch für seine besonnene Politik, die all die Fehler seiner Vorgänger langsam, aber stetig ausglich. Natürlich waren nicht alle Maßnahmen gleichermaßen beliebt und über die von ihm eingeführte Steuer auf Urin aus öffentlichen Latrinen für die Gerber, Färber und Wäschereien würde wohl noch Jahrhunderte geredet werden. Aber alles in allem waren jetzt nach zehn Jahren die Verhältnisse weitläufig stabil und das Reich prosperierte.<br />
Und dies lag auch nicht zuletzt daran, dass Vespasian sich pflichtbewusst um die Staatsaufgaben kümmerte und auch seinen Erben Titus hier mit einband, sofern der Caesar und designierte Nachfolger sich einbinden ließ. Heute allerdings war so ein Tag, an dem Titus ebenfalls zugegen war und zusammen mit dem Procurator ab Epistulis die Korrespondenz bezüglich der Provinzen durchging.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“...und hier wäre noch der Bericht aus Britannia...“</span></span>, stellte der Ab Epistulis den nächsten Punkt vor und fing auch an, den Brief zusammenzufassen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“...er berichtet von seiner Rundreise durch die Provinz und sendet dir hiervon zahlreiche Geschenke, die sich momentan in Ostia befinden. Auch ist er zuversichtlich, deinem Wunsch entsprechen zu können und die Situation im Norden mit den Brigantes deinen Vorstellungen gemäß regeln zu können. Allerdings ist er sehr unzufrieden über den Zustand der Zweiten Legion im Süden und bittet sehr eindringlich um einen fähigen Legaten, den du bitte so bald wie möglich einsetzen mögest...“</span></span><br />
Titus schnappte sich an dieser Stelle den Brief aus den Händen des Ritters und überflog das Schreiben, bis er amüsiert auflachte.<br />
<span style="color: #005dc2;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Oh, und Petilius Rufus will einen der Tribunen umbringen. Er schreibt, er möchte Tribun Ovidius Decula in die Hispania versetzen und kämpfen lassen, und dass er ihn für gefährlich hält.“</span> </span>Titus schien darüber mehr amüsiert als über alles andere, während der Ab Epistulis sich seinen Brief zurückholte und versuchte, Würde dabei zu bewahren.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Kennen wir diesen Ovidius?“</span></span> fragte der Kaiser nach, der natürlich nicht sämtliche Ritter seines Reiches kannte. Dafür waren es schlicht zu viele.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c19e00;" class="mycode_color">“Ich glaube nicht, Imperator. Keiner seiner Verwandten wäre mir in hoher Position geläufig...“</span></span>, meinte der Ab Epistulis, der nach drei versuchen seinen Brief wieder zurück von Titus geschnappt hatte und versuchte, die Stelle wiederzufinden, an der er zuletzt gelesen hatte, während er den Caesar scharf beäugte, falls dieser ihm den Brief nochmal klauen wollte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #005dc2;" class="mycode_color">“Gönn Rufus den Spaß, Vater. Der arme Kerl hat die wohl unrentabelste Provinz nach Sicilia abbekommen“</span></span>, meinte Titus und lehnte sich ein wenig gegen die nächstbeste Wand.<br />
Vespasian überlegte ein wenig, während der Ab Epistulis noch den desaströsen Zustand der zweiten Legion bemängelte, und nickte dann.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #c14700;" class="mycode_color">“Schreib Petilius zurück, dass ich da auf seine Erfahrung vertraue und alle von ihm getroffenen Maßnahmen gutheiße. Er soll vorgehen, wie er es für richtig erachtet. Und ich werde mich bemühen, bald einen Legaten für ihn zu finden. Ah, und fügt den Versetzungsbefehl für diesen Ovidius dann gleich an.“</span></span>]]></content:encoded>
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