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		<title><![CDATA[Forum - Wohnviertel]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 08:40:49 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Das Leiden des Gnaeus Vergilius Capito]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=988</link>
			<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 17:21:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=5">Flavianus Pytheas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=988</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=984&amp;pid=14234#pid14234" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/HnNDs6pW/Duumvir-und-sein-Kallon.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Duumvir-und-sein-Kallon.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>*<br />
<br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (09-27-2025, 10:06 AM)</span>Ronan schrieb:  <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?pid=14234#pid14234" class="quick_jump"></a></cite><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">Ronan, nicht ahnend, was er seinem Meister da zumutete, war doch recht zufrieden mit seiner Matratze. Sie war bereits weit mehr, als er gewohnt war und insgeheim freute sich der junge Mann bereits auf seine erste Nacht darauf. Ein Bett in einem Zimmer in einem Haus...<br />
Zuvor galt es jedoch, Arbeit zu tun wie es ausschaute. Und Ronan konnte nicht anders, als große Augen zu machen. Gleich ein Bürgermeister? Die hatten hier zu sagen, nicht?<br />
"Ich traue es mir zu, Meister." Selbstbewusst erlaubte sich der ahnungslose Jüngling ein Lächeln. "Das schaffe ich. Ein bisschen Blut ist kein Problem. Auch wenn ich nicht verstehe, warum der Mann dich ruft und Hilfe will und dann versuchen soll, dich zu schlagen. Ist er vielleicht verrückt?"<br />
Stramm zu stehen war mangels Dinge, die er mitnehmen konnte, eine Sache von Sekunden. Hier gab es nichts mehr einzurichten und Ronan war neugierig, wie sein neues Leben nun so aussah.<br />
</span></blockquote><br />
Pytheas hatte Primus seine Arzttasche zum Tragen gegeben und ging nun an seiner Seite der Villa des Duumviren zu. Es war ein Stück weit, denn der Bürgermeister residierte im Villenviertel. Das Neubauviertel war sehr gemischt, das Zentrum eng und quirlig, doch im Viertel, in dem die hübschen Domuus und Villen standen, waren die Straßen breiter, es war stiller und vor den Haustüren wachten kräftige Ianitoren. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Verrückt ist er nicht. Nur wohlhabend, verwöhnt und sehr uneinsichtig ist er",</span></span> erwiderte Flavianus Pytheas: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Und er mag keine Griechen, auch wenn er sich einen griechischen Arzt kommen lässt. Und er ist überzeugt davon, dass...."</span></span>, Pytheas wusste nicht recht, wie er es ausdrücken sollte, ohne verbittert zu klingen, daher sagte er nur: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"... dass Römer per se allen anderen Lebewesen auf dieser Welt überlegen sind, weil sie eben Römer sind. Eine profane Krankheit ist eine persönliche Beleidigung für ihn. Der Mann ist eigentlich nur gichtgeplagt. Es würde ihm besser gehen, wenn er täte, was ich ihm sage, doch da ist er beratungsresistent. Er heißt Vergilius Capito, Duumvir oder edler Vergilius Capito also, wenn du ihn vielleicht anreden musst"</span></span><br />
<br />
Sie blieben vor einer messingbeschlagenen Tür stehen, vor der ein rothaariger Mann - <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">angekettet </span>war wie eine Art Wachhund. Pytheas ließ sich nichts anmerken, wie sehr ihm das missfiel. Man mischte sich nicht in die Sklavenhaltung eines anderen Herren ein, das galt als unanständig. Der Medicus beugte sich aber halb zu dem Sklaven hinab. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">" Salve Ianitor! Pytheas Medicus und sein Gehilfe Primus. Dein Herr erwartet uns"</span></span> , sagte er: <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Diese Kette scheuert, nicht wahr?"</span></span><br />
Das tat sie streng genommen nicht. Die Stelle, die der Kettenring am Fussknöchel umschloss, war nur ein ganz kleines bisschen gerötet. Der Sklave zuckte ganz leicht die Schultern:<br />
"Willkommen, Domini. Bitte folgt dem Hausboten"<br />
<br />
Ein Nubier, der viel jünger war, eilte mit einer Verbeugung herbei:<br />
"Salvete Medicus und Gehilfe", sagte er mit rauer Stimme: " Der Herr hat viele Schmerzen. Auaaua" Besonders höflich war er nicht, aber Pytheas und Primus waren auch keine hochrangigen Besucher:<br />
"Herr wartet in seinem Gemach"<br />
<br />
Dort wartete Gnaeus Vergilius Capito tatsächlich mit seinem singenden Sklaven Kallon. Dem armen Jungen war das Singen zwischenzeitlich vergangen. Capito hatte Schmerzen und schlechte Laune. <br />
<br />
<br />
<span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">*Sim off: ki generiert<br />
<br />
</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=984&amp;pid=14234#pid14234" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/HnNDs6pW/Duumvir-und-sein-Kallon.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Duumvir-und-sein-Kallon.jpg]" class="mycode_img" /></a></div>*<br />
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<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (09-27-2025, 10:06 AM)</span>Ronan schrieb:  <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?pid=14234#pid14234" class="quick_jump"></a></cite><span style="color: #FFFF44;" class="mycode_color">Ronan, nicht ahnend, was er seinem Meister da zumutete, war doch recht zufrieden mit seiner Matratze. Sie war bereits weit mehr, als er gewohnt war und insgeheim freute sich der junge Mann bereits auf seine erste Nacht darauf. Ein Bett in einem Zimmer in einem Haus...<br />
Zuvor galt es jedoch, Arbeit zu tun wie es ausschaute. Und Ronan konnte nicht anders, als große Augen zu machen. Gleich ein Bürgermeister? Die hatten hier zu sagen, nicht?<br />
"Ich traue es mir zu, Meister." Selbstbewusst erlaubte sich der ahnungslose Jüngling ein Lächeln. "Das schaffe ich. Ein bisschen Blut ist kein Problem. Auch wenn ich nicht verstehe, warum der Mann dich ruft und Hilfe will und dann versuchen soll, dich zu schlagen. Ist er vielleicht verrückt?"<br />
Stramm zu stehen war mangels Dinge, die er mitnehmen konnte, eine Sache von Sekunden. Hier gab es nichts mehr einzurichten und Ronan war neugierig, wie sein neues Leben nun so aussah.<br />
</span></blockquote><br />
Pytheas hatte Primus seine Arzttasche zum Tragen gegeben und ging nun an seiner Seite der Villa des Duumviren zu. Es war ein Stück weit, denn der Bürgermeister residierte im Villenviertel. Das Neubauviertel war sehr gemischt, das Zentrum eng und quirlig, doch im Viertel, in dem die hübschen Domuus und Villen standen, waren die Straßen breiter, es war stiller und vor den Haustüren wachten kräftige Ianitoren. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Verrückt ist er nicht. Nur wohlhabend, verwöhnt und sehr uneinsichtig ist er",</span></span> erwiderte Flavianus Pytheas: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Und er mag keine Griechen, auch wenn er sich einen griechischen Arzt kommen lässt. Und er ist überzeugt davon, dass...."</span></span>, Pytheas wusste nicht recht, wie er es ausdrücken sollte, ohne verbittert zu klingen, daher sagte er nur: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"... dass Römer per se allen anderen Lebewesen auf dieser Welt überlegen sind, weil sie eben Römer sind. Eine profane Krankheit ist eine persönliche Beleidigung für ihn. Der Mann ist eigentlich nur gichtgeplagt. Es würde ihm besser gehen, wenn er täte, was ich ihm sage, doch da ist er beratungsresistent. Er heißt Vergilius Capito, Duumvir oder edler Vergilius Capito also, wenn du ihn vielleicht anreden musst"</span></span><br />
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Sie blieben vor einer messingbeschlagenen Tür stehen, vor der ein rothaariger Mann - <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">angekettet </span>war wie eine Art Wachhund. Pytheas ließ sich nichts anmerken, wie sehr ihm das missfiel. Man mischte sich nicht in die Sklavenhaltung eines anderen Herren ein, das galt als unanständig. Der Medicus beugte sich aber halb zu dem Sklaven hinab. <br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">" Salve Ianitor! Pytheas Medicus und sein Gehilfe Primus. Dein Herr erwartet uns"</span></span> , sagte er: <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Diese Kette scheuert, nicht wahr?"</span></span><br />
Das tat sie streng genommen nicht. Die Stelle, die der Kettenring am Fussknöchel umschloss, war nur ein ganz kleines bisschen gerötet. Der Sklave zuckte ganz leicht die Schultern:<br />
"Willkommen, Domini. Bitte folgt dem Hausboten"<br />
<br />
Ein Nubier, der viel jünger war, eilte mit einer Verbeugung herbei:<br />
"Salvete Medicus und Gehilfe", sagte er mit rauer Stimme: " Der Herr hat viele Schmerzen. Auaaua" Besonders höflich war er nicht, aber Pytheas und Primus waren auch keine hochrangigen Besucher:<br />
"Herr wartet in seinem Gemach"<br />
<br />
Dort wartete Gnaeus Vergilius Capito tatsächlich mit seinem singenden Sklaven Kallon. Dem armen Jungen war das Singen zwischenzeitlich vergangen. Capito hatte Schmerzen und schlechte Laune. <br />
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</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Am Brunnen vor dem Tore~]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=965</link>
			<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 21:39:23 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=102">Fintan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=965</guid>
			<description><![CDATA[Fintan fand die Rückkehr nach Iscalis immer wieder komisch. Er hatte sich inzwischen so sehr an Cheddar gewöhnt, an die kleine Hütte mit der Schmiede und die tägliche Arbeit. Er war nun kaum noch in der Römerstadt, schlug sich nicht mehr durch schmutzige Gassen oder machte Deals in Hinterzimmern. Und noch mehr: Auch vom Wald schien ein Schatten genommen, nun wo Cathbad tot war. Der Druide, der heilige Mann, der nichts als Kummer brachte, Hass fühlte und Zwietracht säte. Noch immer wusste er nicht, wer den Alten auf dem Gewissen hatte. Er hatte den verrückten Zwilling im Verdacht, der vermutlich endlich die Art ihres 'Vaters' nicht mehr mitgemacht hatte. Fintan weinte Cathbad keine Träne nach. Er hatte dessen Befehle ausgeführt, aber doch auf seine Weise sein Leben lang gegen ihn gearbeitet - im Auftrag seiner Mutter. Keiner seiner Brüder wusste davon. Nun, fast keiner. Doch wo waren sie hin? Er hatte sich in der Stadt umgehört und Gerüchte gehört, Alun wäre hingerichtet worden. Das konnte nicht sein. Sicher, die Konsequenz wäre es gewesen, hätte man ihn erwischt, aber dafür war er zu gut gewesen. Doch die Wochen waren vorübergezogen und die Gerüchte hielten sich. Und der Bruder blieb verschwunden. Und Fintan konnte keinem davon erzählen, niemandem berichten, mit niemandem darüber sprechen. Sicher, Calum hätte es sicher mitbekommen, doch der kam aus seinem goldenen Käfig nicht mehr heraus. Louarn hasste ihn nach wie vor und hatte sich rar gemacht. Die Zwillinge waren ebenfalls nicht auffindbar. Nicht, dass er es versucht hätte. Er konnte noch so gleichgültige Miene machen, die beiden machten ihm Angst. <br />
Die Arbeit, sein Meister, die Hütte. Ja, damit fühlte er sich wohl. Mit vollem Magen und jemandem, der ihn lehrte und vielleicht irgendwie gern hatte. Doch das nagende Gefühl, es blieb. Seine Brüder... er vermisste sie schwer.<br />
Auch heute versuchte er freilich, sich von düsteren Gedanken abzulenken. Und wer hatte Übung darin, eine finstre Miene ins Gegenteil zu verkehren, trotzdem zu lächeln, als Fintan? Er, der lachte, wenn er Angst hatte. Der lachte, wenn er traurig war. Der lachte, obwohl seine Welt, noch nie stabil oder liebevoll, immer noch mehr aus den Fugen geriet.<br />
<br />
Heute führte ihn sein Weg her, damit er einige Einkäufe machen konnte. Waren allein ausliefern, das ließ sein Meister ihn noch nicht. Ob er ihm nicht traute oder dachte, er könne sich nicht verteidigen, die kostbaren Stücke brachten sie immer gemeinsam nach Iscalis. Heute jedoch, da war er allein. Betrachtete die vertrauten Mauern und Gebäude mit einem flauen Gefühl in der Magengrube. Zum ersten Mal fühlte er sich ziellos im Leben, und ohne Haltenetz. Obwohl die meisten von ihnen sicher geschworen hätten, ihn fallenzulassen, so hatte er doch immer gehofft, dass sie ihn vielleicht doch auffangen würden...<br />
Lustlos schleppte er sich durch das Tor. Den alten Gaul, den er sich geliehen hatte, führte er inzwischen an den Zügeln. Es war ein langweiliges Pferd, auf dessen Rücken man wohl kaum den Wind im Haar spüren konnte, wenn man schnell über Wiesen und Wege ritt. Er konnte froh sein, dass das Tier sich überhaupt noch hierhergebracht hatte, erschöpft wie es aussah. <br />
"Gleich geschafft, aber freu dich nicht zu früh. Zurück müssen wir ja auch noch", sagte er nachsichtig zu dem Tier und tätschelte es, als ihm etwas merkwürdiges auffiel. <br />
Da war doch jemand auf einem der Dächer? Zwei sogar. Ein Pimpf (jetzt wo er etwas um die Oberarme zugelegt hatte, konnte er sowas sagen) und ein Mädchen. Jünger als er, alle beide. Fintans geübtes Auge glaubte sofort, etwas auszumachen, nämlich, dass die beiden wohl nicht unbedingt gesehen werden wollten. Sein Kopf machte aus der Information nicht viel. Einen Gedanken sprach er jedoch schon aus: <br />
"Anfänger."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Fintan fand die Rückkehr nach Iscalis immer wieder komisch. Er hatte sich inzwischen so sehr an Cheddar gewöhnt, an die kleine Hütte mit der Schmiede und die tägliche Arbeit. Er war nun kaum noch in der Römerstadt, schlug sich nicht mehr durch schmutzige Gassen oder machte Deals in Hinterzimmern. Und noch mehr: Auch vom Wald schien ein Schatten genommen, nun wo Cathbad tot war. Der Druide, der heilige Mann, der nichts als Kummer brachte, Hass fühlte und Zwietracht säte. Noch immer wusste er nicht, wer den Alten auf dem Gewissen hatte. Er hatte den verrückten Zwilling im Verdacht, der vermutlich endlich die Art ihres 'Vaters' nicht mehr mitgemacht hatte. Fintan weinte Cathbad keine Träne nach. Er hatte dessen Befehle ausgeführt, aber doch auf seine Weise sein Leben lang gegen ihn gearbeitet - im Auftrag seiner Mutter. Keiner seiner Brüder wusste davon. Nun, fast keiner. Doch wo waren sie hin? Er hatte sich in der Stadt umgehört und Gerüchte gehört, Alun wäre hingerichtet worden. Das konnte nicht sein. Sicher, die Konsequenz wäre es gewesen, hätte man ihn erwischt, aber dafür war er zu gut gewesen. Doch die Wochen waren vorübergezogen und die Gerüchte hielten sich. Und der Bruder blieb verschwunden. Und Fintan konnte keinem davon erzählen, niemandem berichten, mit niemandem darüber sprechen. Sicher, Calum hätte es sicher mitbekommen, doch der kam aus seinem goldenen Käfig nicht mehr heraus. Louarn hasste ihn nach wie vor und hatte sich rar gemacht. Die Zwillinge waren ebenfalls nicht auffindbar. Nicht, dass er es versucht hätte. Er konnte noch so gleichgültige Miene machen, die beiden machten ihm Angst. <br />
Die Arbeit, sein Meister, die Hütte. Ja, damit fühlte er sich wohl. Mit vollem Magen und jemandem, der ihn lehrte und vielleicht irgendwie gern hatte. Doch das nagende Gefühl, es blieb. Seine Brüder... er vermisste sie schwer.<br />
Auch heute versuchte er freilich, sich von düsteren Gedanken abzulenken. Und wer hatte Übung darin, eine finstre Miene ins Gegenteil zu verkehren, trotzdem zu lächeln, als Fintan? Er, der lachte, wenn er Angst hatte. Der lachte, wenn er traurig war. Der lachte, obwohl seine Welt, noch nie stabil oder liebevoll, immer noch mehr aus den Fugen geriet.<br />
<br />
Heute führte ihn sein Weg her, damit er einige Einkäufe machen konnte. Waren allein ausliefern, das ließ sein Meister ihn noch nicht. Ob er ihm nicht traute oder dachte, er könne sich nicht verteidigen, die kostbaren Stücke brachten sie immer gemeinsam nach Iscalis. Heute jedoch, da war er allein. Betrachtete die vertrauten Mauern und Gebäude mit einem flauen Gefühl in der Magengrube. Zum ersten Mal fühlte er sich ziellos im Leben, und ohne Haltenetz. Obwohl die meisten von ihnen sicher geschworen hätten, ihn fallenzulassen, so hatte er doch immer gehofft, dass sie ihn vielleicht doch auffangen würden...<br />
Lustlos schleppte er sich durch das Tor. Den alten Gaul, den er sich geliehen hatte, führte er inzwischen an den Zügeln. Es war ein langweiliges Pferd, auf dessen Rücken man wohl kaum den Wind im Haar spüren konnte, wenn man schnell über Wiesen und Wege ritt. Er konnte froh sein, dass das Tier sich überhaupt noch hierhergebracht hatte, erschöpft wie es aussah. <br />
"Gleich geschafft, aber freu dich nicht zu früh. Zurück müssen wir ja auch noch", sagte er nachsichtig zu dem Tier und tätschelte es, als ihm etwas merkwürdiges auffiel. <br />
Da war doch jemand auf einem der Dächer? Zwei sogar. Ein Pimpf (jetzt wo er etwas um die Oberarme zugelegt hatte, konnte er sowas sagen) und ein Mädchen. Jünger als er, alle beide. Fintans geübtes Auge glaubte sofort, etwas auszumachen, nämlich, dass die beiden wohl nicht unbedingt gesehen werden wollten. Sein Kopf machte aus der Information nicht viel. Einen Gedanken sprach er jedoch schon aus: <br />
"Anfänger."]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[In der Nähe der Villa Furia] Abschied von Zimt umd Rosen]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=925</link>
			<pubDate>Wed, 19 Mar 2025 11:21:25 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=116">Nicander</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=925</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=11&amp;pid=13401#pid13401" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a> <br />
Wir gingen an den Hausfassaden vorbei, die fensterlos und streng aufragten. Nur vor der Eingangstür stand zuweilen ein Sklave, mancher auch angekettet wie ein Wachhund.<br />
<span style="color: #c3ffff;" class="mycode_color">"Was macht das werte Befinden, Cassia?"</span>, fragte ich und schaute den kleinen Zimtkopf, der munter neben mir hersprang, freundlich an:<br />
<span style="color: #c3ffff;" class="mycode_color">"Sind deine Herrschaften gut zu dir? Bestrafen sie dich selten, und wenn ja, nicht allzu hart?  Hast du das Hündchen, das du an Saturnalia gewonnen hast, behalten dürfen? Bist du noch in diesen Jungen verliebt - Bran von der claudischen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Familia</span>?"</span><br />
Ich hatte beide während der <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=853&amp;pid=12444#pid12444" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">letzten Saturnalia</a> getroffen:<br />
<span style="color: #c3ffff;" class="mycode_color">"Hast du genug zu essen? Pflegt man dich, wenn du krank bist? Hast du eine gute Arbeit, die nicht so anstrengend ist und lassen sie dich auch jonglieren?"</span><br />
Ich wollte einfach wissen, ob es Cassia gut ging.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=11&amp;pid=13401#pid13401" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a> <br />
Wir gingen an den Hausfassaden vorbei, die fensterlos und streng aufragten. Nur vor der Eingangstür stand zuweilen ein Sklave, mancher auch angekettet wie ein Wachhund.<br />
<span style="color: #c3ffff;" class="mycode_color">"Was macht das werte Befinden, Cassia?"</span>, fragte ich und schaute den kleinen Zimtkopf, der munter neben mir hersprang, freundlich an:<br />
<span style="color: #c3ffff;" class="mycode_color">"Sind deine Herrschaften gut zu dir? Bestrafen sie dich selten, und wenn ja, nicht allzu hart?  Hast du das Hündchen, das du an Saturnalia gewonnen hast, behalten dürfen? Bist du noch in diesen Jungen verliebt - Bran von der claudischen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Familia</span>?"</span><br />
Ich hatte beide während der <a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=853&amp;pid=12444#pid12444" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">letzten Saturnalia</a> getroffen:<br />
<span style="color: #c3ffff;" class="mycode_color">"Hast du genug zu essen? Pflegt man dich, wenn du krank bist? Hast du eine gute Arbeit, die nicht so anstrengend ist und lassen sie dich auch jonglieren?"</span><br />
Ich wollte einfach wissen, ob es Cassia gut ging.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[In der Nähe der Casa Liciniana] Die Lieblinge der Götter sterben früh.]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=868</link>
			<pubDate>Tue, 28 Jan 2025 19:54:25 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=158">Síofra</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=868</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-family: Georgia;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wenn die Gondeln Trauer tragen</span></span></span></div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-family: Georgia;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Und es hallt der Toten Klagen</span></span></span></div>
<br />
<br />
<br />
Hastig, viel zu hastig und mit Tränen in den Augen war Síofra den ganzen Weg von Cheddar nach Iscalis im Stechschritt gelaufen. Zumindest die letzten Meter hatte sie im Stechschritt zurückgelegt. Davor war sie wie von Furien gehetzt gerannt. Der schneidende Wind hatte in ihre Wangen gebissen und an ihrem Rock gerissen, den Síofra nach oben gezerrt hatte, damit sich der Stoff nicht um ihre Beine wickelte und sie dadurch ins stolpern geriet. Hämmernd ihr Herzschlag, der sich anfühlte, als würde ihr Kopf jeden Augenblick zerspringen. So stürmte Síofra blindlings vorwärts. Ungeachtet dass sich ihr jeden Moment ein Kind, ein Erwachsener oder gar ein Tier in den Weg stellen könnte. Jedes Lebewesen würde wohl rücksichtslos zu Boden gestoßen werden.<br />
Der Weg nach Iscalis schien sich zäh wie Gummi zu ziehen, zumindest kam es Síofra so vor. Die in diesem Moment abrupt zum stehen kam und hechelnd nach Luft schnappte. Ein, zwei, drei, vier Atemzüge mussten genügen. Dann setzte sie sich abermals in Bewegung. Doch diesmal nicht mehr in dieser Windeseile. Nun waren ihre Schritte gemessener, wenngleich noch immer in einer äußerst schnellen Schrittfolge. Sie musste ihren Vater finden, um Eòghan über den Verlust seiner geliebten Frau in Kenntnis zu setzen. Ihr Vater hatte einmal vom ‚Haus des Roten Mondes‘ gesprochen, als er wieder einmal sturzbesoffen nach Hause kam und seiner Frau entgegen lallte, dass sie es niemals mit den Prostituierten in den Hurenhäusern aufnehmen könnte. Und Róis hatte ihn lediglich schweigend angeblickt. Mit Augen die tief in den Höhlen lagen und ihrem Gesicht einen gar geisterhaften Schimmer verliehen. Jegliches Feuer und jegliche Kraft waren aus ihrem Körper verschwunden. Und Síofra war nun auf dem Weg, um ihren Vater zu finden.<br />
<br />
Doch wo befand sich dieses ‚Haus des Roten Mondes‘? Schließlich erreichte Síofra erschöpft und taumelnd Iscalis, schleppte sich mit schweren Schritten in die Stadt hinein und sackte im nächsten Moment zu Boden. Ihre Füße wollten sie wohl einfach nicht mehr tragen und erstickte schluchzende Geräusche entrangen sich ihrer Kehle. Tränenverschleiert ihr Blick, als sie sich dann doch in die Höhe stemmte. Bebende Finger über ihren Rock strichen und sie hastig blinzelte, um ihre Sicht wieder zu klären. Auch wenn dies alles andere als einfach war. Vielleicht würde sie einem der hiesigen Bewohner der Stadt begegnen, der sich nicht als Römerfreund herausstellte. Und diesen könnte sie dann nach dem genauen Weg befragen. Doch wann immer Síofra eine Person erkannte und sich in deren Richtung schleppte, entfernte sich eben jene Personen mit raschen Schritten und nahmen die junge Keltin überhaupt nicht wahr. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #b20080;" class="mycode_color">“Elendes Pack.“</span></span> Wisperte Síofra in ihrer Muttersprache und atmete tief durch, um den sich bildenden Kloß in ihrer Kehle zu vertreiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-family: Georgia;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wenn die Gondeln Trauer tragen</span></span></span></div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-family: Georgia;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Und es hallt der Toten Klagen</span></span></span></div>
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Hastig, viel zu hastig und mit Tränen in den Augen war Síofra den ganzen Weg von Cheddar nach Iscalis im Stechschritt gelaufen. Zumindest die letzten Meter hatte sie im Stechschritt zurückgelegt. Davor war sie wie von Furien gehetzt gerannt. Der schneidende Wind hatte in ihre Wangen gebissen und an ihrem Rock gerissen, den Síofra nach oben gezerrt hatte, damit sich der Stoff nicht um ihre Beine wickelte und sie dadurch ins stolpern geriet. Hämmernd ihr Herzschlag, der sich anfühlte, als würde ihr Kopf jeden Augenblick zerspringen. So stürmte Síofra blindlings vorwärts. Ungeachtet dass sich ihr jeden Moment ein Kind, ein Erwachsener oder gar ein Tier in den Weg stellen könnte. Jedes Lebewesen würde wohl rücksichtslos zu Boden gestoßen werden.<br />
Der Weg nach Iscalis schien sich zäh wie Gummi zu ziehen, zumindest kam es Síofra so vor. Die in diesem Moment abrupt zum stehen kam und hechelnd nach Luft schnappte. Ein, zwei, drei, vier Atemzüge mussten genügen. Dann setzte sie sich abermals in Bewegung. Doch diesmal nicht mehr in dieser Windeseile. Nun waren ihre Schritte gemessener, wenngleich noch immer in einer äußerst schnellen Schrittfolge. Sie musste ihren Vater finden, um Eòghan über den Verlust seiner geliebten Frau in Kenntnis zu setzen. Ihr Vater hatte einmal vom ‚Haus des Roten Mondes‘ gesprochen, als er wieder einmal sturzbesoffen nach Hause kam und seiner Frau entgegen lallte, dass sie es niemals mit den Prostituierten in den Hurenhäusern aufnehmen könnte. Und Róis hatte ihn lediglich schweigend angeblickt. Mit Augen die tief in den Höhlen lagen und ihrem Gesicht einen gar geisterhaften Schimmer verliehen. Jegliches Feuer und jegliche Kraft waren aus ihrem Körper verschwunden. Und Síofra war nun auf dem Weg, um ihren Vater zu finden.<br />
<br />
Doch wo befand sich dieses ‚Haus des Roten Mondes‘? Schließlich erreichte Síofra erschöpft und taumelnd Iscalis, schleppte sich mit schweren Schritten in die Stadt hinein und sackte im nächsten Moment zu Boden. Ihre Füße wollten sie wohl einfach nicht mehr tragen und erstickte schluchzende Geräusche entrangen sich ihrer Kehle. Tränenverschleiert ihr Blick, als sie sich dann doch in die Höhe stemmte. Bebende Finger über ihren Rock strichen und sie hastig blinzelte, um ihre Sicht wieder zu klären. Auch wenn dies alles andere als einfach war. Vielleicht würde sie einem der hiesigen Bewohner der Stadt begegnen, der sich nicht als Römerfreund herausstellte. Und diesen könnte sie dann nach dem genauen Weg befragen. Doch wann immer Síofra eine Person erkannte und sich in deren Richtung schleppte, entfernte sich eben jene Personen mit raschen Schritten und nahmen die junge Keltin überhaupt nicht wahr. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: #b20080;" class="mycode_color">“Elendes Pack.“</span></span> Wisperte Síofra in ihrer Muttersprache und atmete tief durch, um den sich bildenden Kloß in ihrer Kehle zu vertreiben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bran, der Nichtsnutz]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=843</link>
			<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 10:07:45 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=12">Bran</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=843</guid>
			<description><![CDATA[Mir ließ Cassia keine Ruhe. Sie war nicht wieder auf dem Markt erschienen. Ob ihr Dominus sauer mit ihr gewesen war? Wenn ich Zeit hatte, also selten, ging ich dann zur Furiervilla. Sie hatte eine hohe Mauer und zur Straße hin keine Fenster. Ich sah also nichts außer bemalten Ziegeln. Wenn ich der Mauer zu nahe kam, hörte ich das wütende Gebell der Haushunde. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/5tWVTX98/Batrachis1.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Batrachis1.png]" class="mycode_img" /></a></div>
Das dritte Mal, als ich dort war, hatte ich aber Glück, weil Froschi das Haus verließ. Ich passte sie an der Ecke ab:<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Salve Batrachis"</span>, sagte ich: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Wie gehts denn Cassia?"</span><br />
"Ach hau nur ab. Du hast ihr mehr Ärger eingebrockt als du wert bist"<br />
Mit dieser Wendung hatte ich nun gar nicht gerechnet. Der Mund blieb mir offen stehen:<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Doch ich habe die Glaskugel nicht kaputt gemacht"</span><br />
"Nein, das nicht. Aber unser Herr hat ihr den Umgang mit dir verboten. Und sie hat sich geweigert und ihm widersprochen. Da hat sie Schläge bekommen und jetzt muss sie im Keller schuften. Halte dich fern, Bran. Und von mir am besten auch", ängstlich schaute sich Froschi um, ob ein anderer Sklave des Hauses sie sehen konnte.<br />
ich trat einen Schritt zurück. Ich wollte Batrachis keinen Ärger machen. Und Cassia gerade Recht nicht! Die arme Cassia! Ich biss mir auf die Lippern. Was konnte ich nur tun? Wie sollte ich das gut machen?<br />
Auf der anderen Seite gab es aber auch ein Gefühl von: Was sollte ich sagen? Glückseligkeit. Ich war Cassia nicht egal. Sie hätte ihrem Dominus nicht widerssprechen dürfen. Doch das bedeutete ja, dass sie mich wenigstens ein kleines bisschen gern hatte.....<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Was kann ich für sie tun?"</span>, flüsterte ich.<br />
"Wegbleiben! Irgendwann wird der Herr nicht mehr sauer sein, dann kommt Cassia ja wieder. Vale", erwiderte Batrachis und setzte ihren Weg fort.<br />
Jetzt war ich niedergeschlagen. Und wie.  Wenn Cassia ihrem Herren gehorchte, sah ich sie nie wieder. Und wenn sie ihm nicht gehorchte, dann wurde sie verhauen oder Schlimmeres. Es war aussichtslos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Mir ließ Cassia keine Ruhe. Sie war nicht wieder auf dem Markt erschienen. Ob ihr Dominus sauer mit ihr gewesen war? Wenn ich Zeit hatte, also selten, ging ich dann zur Furiervilla. Sie hatte eine hohe Mauer und zur Straße hin keine Fenster. Ich sah also nichts außer bemalten Ziegeln. Wenn ich der Mauer zu nahe kam, hörte ich das wütende Gebell der Haushunde. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/5tWVTX98/Batrachis1.png" loading="lazy"  alt="[Bild: Batrachis1.png]" class="mycode_img" /></a></div>
Das dritte Mal, als ich dort war, hatte ich aber Glück, weil Froschi das Haus verließ. Ich passte sie an der Ecke ab:<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Salve Batrachis"</span>, sagte ich: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Wie gehts denn Cassia?"</span><br />
"Ach hau nur ab. Du hast ihr mehr Ärger eingebrockt als du wert bist"<br />
Mit dieser Wendung hatte ich nun gar nicht gerechnet. Der Mund blieb mir offen stehen:<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Doch ich habe die Glaskugel nicht kaputt gemacht"</span><br />
"Nein, das nicht. Aber unser Herr hat ihr den Umgang mit dir verboten. Und sie hat sich geweigert und ihm widersprochen. Da hat sie Schläge bekommen und jetzt muss sie im Keller schuften. Halte dich fern, Bran. Und von mir am besten auch", ängstlich schaute sich Froschi um, ob ein anderer Sklave des Hauses sie sehen konnte.<br />
ich trat einen Schritt zurück. Ich wollte Batrachis keinen Ärger machen. Und Cassia gerade Recht nicht! Die arme Cassia! Ich biss mir auf die Lippern. Was konnte ich nur tun? Wie sollte ich das gut machen?<br />
Auf der anderen Seite gab es aber auch ein Gefühl von: Was sollte ich sagen? Glückseligkeit. Ich war Cassia nicht egal. Sie hätte ihrem Dominus nicht widerssprechen dürfen. Doch das bedeutete ja, dass sie mich wenigstens ein kleines bisschen gern hatte.....<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Was kann ich für sie tun?"</span>, flüsterte ich.<br />
"Wegbleiben! Irgendwann wird der Herr nicht mehr sauer sein, dann kommt Cassia ja wieder. Vale", erwiderte Batrachis und setzte ihren Weg fort.<br />
Jetzt war ich niedergeschlagen. Und wie.  Wenn Cassia ihrem Herren gehorchte, sah ich sie nie wieder. Und wenn sie ihm nicht gehorchte, dann wurde sie verhauen oder Schlimmeres. Es war aussichtslos.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Empfang des Gnaeus Vergilius Capito]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=667</link>
			<pubDate>Sun, 10 Mar 2024 21:32:31 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=73">Narcissus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=667</guid>
			<description><![CDATA[In Anbetracht der jüngsten Ereignisse mochte man sich nicht zu Unrecht die Frage stellen: Warum ausgerechnet jetzt eine Feier ausrichten? Immerhin gingen Gebäude spontan in Flammen auf, die Ökonomie von Iscalis hatte sich unter tausend Tonnen Gestein (und Leichen) verabschiedet und Horden entflohener Krimineller und Sklaven terrorisierten die Wälder. Das Volk hatte Angst, der Statthalter stand sicher kurz davor, dem Laden endgültig den Saft abzudrehen und zu allem Überfluss regnete es auch noch. <br />
Gerade diese Unsicherheit - so hatte der ehrenwerte Bürgermeister Vergilius Capito argumentiert - war der Grund, weshalb die Führung signailisieren musste, dass alles in Ordnung war und dass man sich keine Sorgen machte. Und so lautete die Begründung, prunkvolle Parties zu feiern - das, und die Tatsache, dass Vergilius' Frau darauf bestanden hatte, mal etwas Kultur in diesem Kuhkaff zu erleben. Was will man machen. <br />
Sie bekam also ihre Party und er die Gelegenheit, hemmungslos mit Hetären und Sklavinnen zu flirten. Damit gewannen alle. <br />
<br />
Narcissus hatte sich inzwischen einen PLatz als Dauergast bei diesen Empfängen verdient. Das lag nicht zuletzt an Owains Statue, die bei dem letzten Empfang des Furiers ausgestellt worden war. Nun wollten die Leute mit ihm gesehen werden. Er bezweifelte, dass er in Rom je so bekannt gewesen war. Etwa eine Stunde später hatte Narcissus aufgehört, sich den Wein zu verdünnen und bereits einige Gespräche hinter sich. Ein paar der Mädchen vom Roten Mond waren hier, aber natürlich mussten die ihre eigenen Begleiter unterhalten, während er von Gespräch zu Gespräch eilte, Komplimente machte und derlei mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[In Anbetracht der jüngsten Ereignisse mochte man sich nicht zu Unrecht die Frage stellen: Warum ausgerechnet jetzt eine Feier ausrichten? Immerhin gingen Gebäude spontan in Flammen auf, die Ökonomie von Iscalis hatte sich unter tausend Tonnen Gestein (und Leichen) verabschiedet und Horden entflohener Krimineller und Sklaven terrorisierten die Wälder. Das Volk hatte Angst, der Statthalter stand sicher kurz davor, dem Laden endgültig den Saft abzudrehen und zu allem Überfluss regnete es auch noch. <br />
Gerade diese Unsicherheit - so hatte der ehrenwerte Bürgermeister Vergilius Capito argumentiert - war der Grund, weshalb die Führung signailisieren musste, dass alles in Ordnung war und dass man sich keine Sorgen machte. Und so lautete die Begründung, prunkvolle Parties zu feiern - das, und die Tatsache, dass Vergilius' Frau darauf bestanden hatte, mal etwas Kultur in diesem Kuhkaff zu erleben. Was will man machen. <br />
Sie bekam also ihre Party und er die Gelegenheit, hemmungslos mit Hetären und Sklavinnen zu flirten. Damit gewannen alle. <br />
<br />
Narcissus hatte sich inzwischen einen PLatz als Dauergast bei diesen Empfängen verdient. Das lag nicht zuletzt an Owains Statue, die bei dem letzten Empfang des Furiers ausgestellt worden war. Nun wollten die Leute mit ihm gesehen werden. Er bezweifelte, dass er in Rom je so bekannt gewesen war. Etwa eine Stunde später hatte Narcissus aufgehört, sich den Wein zu verdünnen und bereits einige Gespräche hinter sich. Ein paar der Mädchen vom Roten Mond waren hier, aber natürlich mussten die ihre eigenen Begleiter unterhalten, während er von Gespräch zu Gespräch eilte, Komplimente machte und derlei mehr.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Zwischen Fest und Villa Furia] Gattenliebe]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=492</link>
			<pubDate>Mon, 31 Jul 2023 09:48:55 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=3">Tiberius Furius Saturninus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=492</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=461&amp;pid=6257#pid6257" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;  </a><br />
Kaum hatten Saturninus und Serena die Sänfte erreicht, half er ihr, einzusteigen und stieß einen offensichtlich betrunkenen Mann, der Serena lüstern anstarrte, hart vor die Brust, bevor er sich zu ihr in die Sänfte sprang:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Hat der Kerl nicht die Pupurstreifen an meiner Kleidung gesehen? Heute sind sie alle verrückt geworden"</span></span>, sagte er kopfschüttelnd: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Das nächste Mal dürfen wir nicht so viel Wein ausschenken lassen"</span></span><br />
Er zog die Vorhänge zu, als sich die Sklaven in Bewegung setzten. Auch im Dämmerlicht war Serena wunderschön anzusehen, ihr dunkles Haar fiel in ihren Nacken, und Saturninus spürte das heftige Bedürfnis, sie genau dort zu küssen. Er lehnte sich an sie und tat es, und dabei zog er aus Versehen einige Haarnadeln heraus:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Entschuldige, meine Geliebte und Gemahlin"</span></span>, murmelte er: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Aber lass es so, offenes Haar steht dir gut, und du hast so prachtvolles Haar, was so anregend duftend"</span></span>, er küsste weiter ihren Hals...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=461&amp;pid=6257#pid6257" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;  </a><br />
Kaum hatten Saturninus und Serena die Sänfte erreicht, half er ihr, einzusteigen und stieß einen offensichtlich betrunkenen Mann, der Serena lüstern anstarrte, hart vor die Brust, bevor er sich zu ihr in die Sänfte sprang:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Hat der Kerl nicht die Pupurstreifen an meiner Kleidung gesehen? Heute sind sie alle verrückt geworden"</span></span>, sagte er kopfschüttelnd: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Das nächste Mal dürfen wir nicht so viel Wein ausschenken lassen"</span></span><br />
Er zog die Vorhänge zu, als sich die Sklaven in Bewegung setzten. Auch im Dämmerlicht war Serena wunderschön anzusehen, ihr dunkles Haar fiel in ihren Nacken, und Saturninus spürte das heftige Bedürfnis, sie genau dort zu küssen. Er lehnte sich an sie und tat es, und dabei zog er aus Versehen einige Haarnadeln heraus:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Entschuldige, meine Geliebte und Gemahlin"</span></span>, murmelte er: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Aber lass es so, offenes Haar steht dir gut, und du hast so prachtvolles Haar, was so anregend duftend"</span></span>, er küsste weiter ihren Hals...]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Zwischen Villa Claudia und Villa Furia] Der Brautzug]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=466</link>
			<pubDate>Mon, 03 Jul 2023 13:07:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=3">Tiberius Furius Saturninus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=466</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=453&amp;pid=5681#pid5681" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<br />
Die Weißdornfackeln waren entzündet, die Kinder tanzten umher und freuten sich auf Nüsse, drei kleine römische Jungen, deren beide Eltern noch am Leben waren, warteten etwas still in Bewusstsein ihrer Aufgabe auf ihren Plätzen. Sie würden vor dem Brautpaar hergehen.<br />
<br />
Serenas Leibsklavin trug Rocken und Spindel. Sie würden der neuen Hausherrin zum Zeichen ihrer hausfraulichen Pflichten hinterhergetragen. Die Gäste würden "Thalassio!", rufen,  von dem niemand mit Sicherheit wusste, was dieser Ruf bedeutete und natürlich durfte man aufmunternde und Spottlieder über Saturninus Manneskraft und Serenas Hingabe singen, die aber sämtlich Glück bringen sollten. <br />
Der Sommerabend lag wie Samt über den Straßen, der britannische Himmel wölbte sich über den Dächern.<br />
Ab und zu schaute Saturninus zu seiner Serena hinunter. Am Haus angekommen, würde er sie über die Schwelle tragen. Bestimmt wog sie so viel wie eine Feder. Ob er den Herculesknoten wohl lösen konnte, mit dem ihr Gürtel gebunden war? Vor den Erfolg hatten die Götter den Schweiß gesetzt, dachte er ein wenig nervös und freudig gestimmt zugleich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=453&amp;pid=5681#pid5681" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a><br />
<br />
<br />
Die Weißdornfackeln waren entzündet, die Kinder tanzten umher und freuten sich auf Nüsse, drei kleine römische Jungen, deren beide Eltern noch am Leben waren, warteten etwas still in Bewusstsein ihrer Aufgabe auf ihren Plätzen. Sie würden vor dem Brautpaar hergehen.<br />
<br />
Serenas Leibsklavin trug Rocken und Spindel. Sie würden der neuen Hausherrin zum Zeichen ihrer hausfraulichen Pflichten hinterhergetragen. Die Gäste würden "Thalassio!", rufen,  von dem niemand mit Sicherheit wusste, was dieser Ruf bedeutete und natürlich durfte man aufmunternde und Spottlieder über Saturninus Manneskraft und Serenas Hingabe singen, die aber sämtlich Glück bringen sollten. <br />
Der Sommerabend lag wie Samt über den Straßen, der britannische Himmel wölbte sich über den Dächern.<br />
Ab und zu schaute Saturninus zu seiner Serena hinunter. Am Haus angekommen, würde er sie über die Schwelle tragen. Bestimmt wog sie so viel wie eine Feder. Ob er den Herculesknoten wohl lösen konnte, mit dem ihr Gürtel gebunden war? Vor den Erfolg hatten die Götter den Schweiß gesetzt, dachte er ein wenig nervös und freudig gestimmt zugleich.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Zwischen Markt und Villa Claudia] Nachhauseweg mit Linos]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=380</link>
			<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 07:35:28 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=7">Claudia Sabina</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=380</guid>
			<description><![CDATA[(Und Bran. Das kleine Wiesel kam selbstverständlich mit)<br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=370&amp;pid=3825#pid3825" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt; </a><br />
Ich ging neben Linos her. Ab und zu schaute ich ihn von der Seite an und dann fragte ich ihn:<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Linos, würdest du mit mir ab und zu  Griechisch reden? Ich würde mich freuen. Aber lache mich nicht aus wegen meines Alexandriner Dialekts. Woher kommst Du eigentlich?",</span><br />
den letzten Satz stellte ich bereits in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Koine</span>. Ich hatte mich in Iscalis eingewöhnt, aber ab und zu vermisste ich  Alexandria. Hach, wenn wir im Sommer auf den Flachdächern schliefen und Tücher spannten, so dass die ganze Stadt aussah, als würden die gespannten Segel einer Flotte direkt in den blauen Himmel aufbrechen. So schön. <br />
Und es war... als hätten Linos und ich wenigstens etwas gemeinsam, auch wenn es nur die Sprache war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[(Und Bran. Das kleine Wiesel kam selbstverständlich mit)<br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=370&amp;pid=3825#pid3825" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt; </a><br />
Ich ging neben Linos her. Ab und zu schaute ich ihn von der Seite an und dann fragte ich ihn:<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Linos, würdest du mit mir ab und zu  Griechisch reden? Ich würde mich freuen. Aber lache mich nicht aus wegen meines Alexandriner Dialekts. Woher kommst Du eigentlich?",</span><br />
den letzten Satz stellte ich bereits in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Koine</span>. Ich hatte mich in Iscalis eingewöhnt, aber ab und zu vermisste ich  Alexandria. Hach, wenn wir im Sommer auf den Flachdächern schliefen und Tücher spannten, so dass die ganze Stadt aussah, als würden die gespannten Segel einer Flotte direkt in den blauen Himmel aufbrechen. So schön. <br />
Und es war... als hätten Linos und ich wenigstens etwas gemeinsam, auch wenn es nur die Sprache war.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[An der Villa Furia, Seitenstraße]  Brautraub]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=269</link>
			<pubDate>Mon, 09 Jan 2023 07:20:25 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=19">Publius Gabinius Secundus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=269</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=209&amp;pid=2382#pid2382" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a>  Erst als die Stadtgrenze von Iscalis vor mir auftauchte, setzte ich mich auf mein Pferd und ließ es langsam zu einem der Wachposten hintrotten: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">" Seid gegrüßt. Civis Gabinius Secundus vom Landgut Gabinia, zu Besuch"</span></span> , sagte ich mit fester Stimme. Ein römischer Bürger konnte schließlich hingehen, wo er wollte, auch wenn es dunkel war. Man leuchtete mir ins Gesicht, und ich lächelte höflich. "Kann passieren", kam schließlich die Antwort.<br />
In der Stadt saß ich ab und führte Bernjan. Ich ging einige Umwege und näherte mich der Villa Furia nicht über die Frontseite, sondern seitlich. Meine Augen hatten sich an die Lichtverhältnisse gewöhnt, und ich sah die etwa zweimannshohe Travertinmauer vor mir auftauchen, die das Anwesen umschloss.<br />
Drinnen herrschte Grabesstille. Ich dachte mir schon, dass Stella nicht durch die Haustür herausspazieren konnte, denn sie wurde bewacht. Aber wo würde sie auftauchen? Wenn ich Pech hatte, gerade auf der anderen Seite. <br />
Ich machte mich zum Warten bereit. Die ganze Nacht, wenn es sein musste, denn ich kannte die Stunde nicht, in der meiner Fridila die Flucht gelingen würde.<br />
Bernjan machte seine kleinen tröstlichen Pferdegeräusche. Zwischen den Fugen hatte er anscheinend Gras entdeckt. Ab und zu schnaubte er leise, und das Schnauben war im Dunkeln und in der Stille deutlich zu hören. Ich hoffte, dass es auch Stella hörte. <br />
Ich blieb stehen und behielt die Mauer im Auge. Würde sich etwas bewegen, würde ich es bemerken. Ich selbst blieb ganz still, und die Zeit verstrich quälend langsam.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=209&amp;pid=2382#pid2382" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">&gt;&gt;&gt;</a>  Erst als die Stadtgrenze von Iscalis vor mir auftauchte, setzte ich mich auf mein Pferd und ließ es langsam zu einem der Wachposten hintrotten: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">" Seid gegrüßt. Civis Gabinius Secundus vom Landgut Gabinia, zu Besuch"</span></span> , sagte ich mit fester Stimme. Ein römischer Bürger konnte schließlich hingehen, wo er wollte, auch wenn es dunkel war. Man leuchtete mir ins Gesicht, und ich lächelte höflich. "Kann passieren", kam schließlich die Antwort.<br />
In der Stadt saß ich ab und führte Bernjan. Ich ging einige Umwege und näherte mich der Villa Furia nicht über die Frontseite, sondern seitlich. Meine Augen hatten sich an die Lichtverhältnisse gewöhnt, und ich sah die etwa zweimannshohe Travertinmauer vor mir auftauchen, die das Anwesen umschloss.<br />
Drinnen herrschte Grabesstille. Ich dachte mir schon, dass Stella nicht durch die Haustür herausspazieren konnte, denn sie wurde bewacht. Aber wo würde sie auftauchen? Wenn ich Pech hatte, gerade auf der anderen Seite. <br />
Ich machte mich zum Warten bereit. Die ganze Nacht, wenn es sein musste, denn ich kannte die Stunde nicht, in der meiner Fridila die Flucht gelingen würde.<br />
Bernjan machte seine kleinen tröstlichen Pferdegeräusche. Zwischen den Fugen hatte er anscheinend Gras entdeckt. Ab und zu schnaubte er leise, und das Schnauben war im Dunkeln und in der Stille deutlich zu hören. Ich hoffte, dass es auch Stella hörte. <br />
Ich blieb stehen und behielt die Mauer im Auge. Würde sich etwas bewegen, würde ich es bemerken. Ich selbst blieb ganz still, und die Zeit verstrich quälend langsam.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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