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		<title><![CDATA[Forum - Castra Legionis II Augusta]]></title>
		<link>https://adlerchronik.de/</link>
		<description><![CDATA[Forum - https://adlerchronik.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 00:43:23 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[[Vicus, Lagerdorf] Ein Bärenfell muss für das ganze Leben reichen]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1019</link>
			<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 14:52:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=157">Catia</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=1019</guid>
			<description><![CDATA[Sie hatte L. nicht wieder gesehen. Nie wieder. Als die Zeit ihrer Niederkunft nahte, ging sie zurück zu ihren Leuten. Vorher hatte sie alles verkauft, was sie besaß: Auch die feine Tunika, die ihr Rhea geschenkt hatte. Dafür hatte sie nun zwanzig Sesterzen im Gepäck. <br />
<br />
Catia gebar einen Sohn. Sie nannte ihn Catiacos – Catias Kleiner, denn er hatte keinen Vaternamen. Sie ließ ihn und ihre Sesterzen bei ihrem Onkel Renan und ihrer Tante nördlich am Sabrinafluss, als sie Wochen nach der Geburt nach Iscalis zurückkehrte. Sie war bei ihnen nicht gut behandelt worden, doch Catiacos würden sie ordentlich aufziehen. Sie, Catia, bezahlte nämlich in römischen Münzen dafür, und außerdem war Catiacos ein Junge. <br />
<br />
Catia ging also zurück nach Iscalis, der einzigen Stadt, die sie kannte und von der sie meinte, dass sie Geld verdienen konnte. Sie nahm jede Arbeit an, die ihr ein paar kupferne Assaria – jene kleinen, alltäglichen Asses, die man im einfachen Volk von Hand zu Hand reichte – einbrachte. Auf dem Forum tauschte sie dieses Kleingeld in die größeren, silberglänzenden Sesterzen um, von denen vier Stück den Wert eines Denars ergaben. Wenn sie einige beisammenhatte, schickte sie sie mit Andrippus, dem Silberhändler, zu Onkel Renan. <br />
Ab und an besuchte sie Deirdre, die so gut zu ihr gewesen war, in Cheddar. Die Zwillinge und Aidan waren nicht mehr dort, denn ihre Väter hatten sie zu sich genommen, doch Deirdre und Owen hatten noch weitere Kinder bekommen. <br />
Doch lebte sie, Catia, eher schlecht als recht. <br />
Einmal lernte sie Bewohnerinnen des  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vicus</span>, wie sie es nannten, kennen. Diese Frauen behaupteten Catia gegenüber, dass sie im nahe gelegenen Lagerdorf direkt vor den Toren der Castra der Legio II Augusta, viel mehr verdienen könnte. Die Frauen waren mehrheitlich Britannierinnen, ungeniert und gut gekleidet. Ihre Gesichter glänzten. Sie sahen nicht hungrig aus, in ihren Beuteln klimperten die Münzen. <br />
Catia ging mit ihnen mit. <br />
<br />
Im Vicus drängten sich Händler, Handwerker, Schenken und Bordelle dicht an dicht; es war ein lauter, schmutziger Ort voller Soldaten, britannischer  und gallischer Marketender und Frauen, die vom Sold der Legionäre lebten.<br />
Die Soldaten dort bezahlten weitaus besser als die Iscaler Bürger. Ihre Tuniken waren oft verdreckt, hatten gar Blutflecken und viel war zu flicken. Catia löste die Flecken mit dem kalten Wasser vom Fluss, bleichte den Stoff in der Sonne und setzte feine, kleine Stiche, so dass ihre Kunden sie lobten. Sie gab sich Mühe, war zuverlässig und nicht zu teuer, und das sprach sich in den engen Gassen des Vicus schnell herum. <br />
<br />
Ab und an fragte sie einer, ob sie sich nicht mit ihm zusammen tun wollte. Viele Römer hatten ein festes Liebchen im Lagerdorf. Diese Frauen lebten im Vicus nicht schlecht, führten oft eigene kleine Haushalte und bekamen mit den Legionären Kinder, auch wenn diese Verbindungen nach römischem Recht bis zum Ende der Dienstzeit der Soldaten illegal waren. <br />
<br />
Doch Catia wollte nicht. Sie hatte keinen gern. Sie hatte ein einziges Mal in ihrem Leben mit all ihrer Kraft und all ihrer Seele geliebt. Der Mann war nicht geblieben. Die Erinnerung an ein Bärenfell, die reichte ihr, sie musste reichen. Sie würde nie wieder lieben. <br />
<br />
Doch dann war es der mit dem roten Umhang, ein Centurio, der ständig zum Wäscheabgeben persönlich zu Catia kam. Erst machte sie Witze darüber, dann machte er Witze, dann wollte er ihr ein ganzes Goldstück geben – einen echten Aureus, die wertvollste Münze des Imperiums, rein und schwer. <br />
Das stille Mädchen mit den roten Zöpfen und dem dunklen, forschenden Blick gefiel ihm wohl, das war ihm anzumerken. <br />
"Du brauchst nichts zu tun und es geht schnell, das ist so leicht verdientes Geld", sprach er und musterte Catia von oben bis unten: "Du musst mich auch nicht gern haben, wenn du das nicht willst." <br />
<br />
Catia hatte noch nie einen solchen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Goldling</span> in der Hand gehabt. Wie lange konnte sie mit diesem einen Aureus für Catiacos sorgen? Wie viele Sesterzen war es wert, dieses Blinkdings aus sonnengelbem Metall? Der Centurio sagte es ihr – ganze hundert Sesterzen war ein einziger Aureus wert –, und Catia wurde es schier schwindelig ob der Summe. Damit konnte Catiacos ein ganzes Jahr gut leben, eine neue Tunika konnte sie ihm kaufen und vielleicht sogar Spielsachen und Süßigkeiten. <br />
Der Mann schmeichelte und bat und ja... Es wurde Centurio Paullus, wenn er denn überhaupt so hieß. Paullus kam selten bei Catia im Vicus vorbei. Er war dann höflich, bezahlte anstandslos, und ansonsten ließ er Catia ihre Freiheit. Keiner mischte sich ins Leben des anderen ein.<br />
<br />
Catia dachte an ihre Mutter Regat. Wie lange schon war sie in der Anderswelt. Oder ob sie bereits wiedergeboren war? Auch Regat hatte in Burrium in einem Lagerdorf gelebt, nachdem Catias römischer Vater Aper sie verlassen hatte, und auch sie hatte sich und Catia auf die gleiche Weise durchgebracht, wie Catia nun für Catiacos sorgte. Nun war sie, Catia, also genau wie ihre Mutter. Nun würde man vielleicht auch ein Spottlied auf sie singen: <br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Regat, Regat, warte auf mich,<br />
eines Tages hole ich dich,<br />
kehre froh zu Dir zurück,<br />
dann reicht es für ein kleines Glück...“ </span><br />
<br />
Aper kam nie zurück, niemals kam einer zurück; grausam war das Lied. <br />
<br />
<br />
Die Jahre verstrichen. Catia war eine Frau geworden, die mit roten Händen und schnellem Guss die Wäsche wusch. Ihre Stimme war rau, wenn sie laut schimpfend andere Frauen von ihrem Stammplatz am Wasser vertrieb. Es waren sechs harte Jahre, in denen am Fluss Sabrina Catiacos bei Onkel und Tante gross wurde....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sie hatte L. nicht wieder gesehen. Nie wieder. Als die Zeit ihrer Niederkunft nahte, ging sie zurück zu ihren Leuten. Vorher hatte sie alles verkauft, was sie besaß: Auch die feine Tunika, die ihr Rhea geschenkt hatte. Dafür hatte sie nun zwanzig Sesterzen im Gepäck. <br />
<br />
Catia gebar einen Sohn. Sie nannte ihn Catiacos – Catias Kleiner, denn er hatte keinen Vaternamen. Sie ließ ihn und ihre Sesterzen bei ihrem Onkel Renan und ihrer Tante nördlich am Sabrinafluss, als sie Wochen nach der Geburt nach Iscalis zurückkehrte. Sie war bei ihnen nicht gut behandelt worden, doch Catiacos würden sie ordentlich aufziehen. Sie, Catia, bezahlte nämlich in römischen Münzen dafür, und außerdem war Catiacos ein Junge. <br />
<br />
Catia ging also zurück nach Iscalis, der einzigen Stadt, die sie kannte und von der sie meinte, dass sie Geld verdienen konnte. Sie nahm jede Arbeit an, die ihr ein paar kupferne Assaria – jene kleinen, alltäglichen Asses, die man im einfachen Volk von Hand zu Hand reichte – einbrachte. Auf dem Forum tauschte sie dieses Kleingeld in die größeren, silberglänzenden Sesterzen um, von denen vier Stück den Wert eines Denars ergaben. Wenn sie einige beisammenhatte, schickte sie sie mit Andrippus, dem Silberhändler, zu Onkel Renan. <br />
Ab und an besuchte sie Deirdre, die so gut zu ihr gewesen war, in Cheddar. Die Zwillinge und Aidan waren nicht mehr dort, denn ihre Väter hatten sie zu sich genommen, doch Deirdre und Owen hatten noch weitere Kinder bekommen. <br />
Doch lebte sie, Catia, eher schlecht als recht. <br />
Einmal lernte sie Bewohnerinnen des  <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vicus</span>, wie sie es nannten, kennen. Diese Frauen behaupteten Catia gegenüber, dass sie im nahe gelegenen Lagerdorf direkt vor den Toren der Castra der Legio II Augusta, viel mehr verdienen könnte. Die Frauen waren mehrheitlich Britannierinnen, ungeniert und gut gekleidet. Ihre Gesichter glänzten. Sie sahen nicht hungrig aus, in ihren Beuteln klimperten die Münzen. <br />
Catia ging mit ihnen mit. <br />
<br />
Im Vicus drängten sich Händler, Handwerker, Schenken und Bordelle dicht an dicht; es war ein lauter, schmutziger Ort voller Soldaten, britannischer  und gallischer Marketender und Frauen, die vom Sold der Legionäre lebten.<br />
Die Soldaten dort bezahlten weitaus besser als die Iscaler Bürger. Ihre Tuniken waren oft verdreckt, hatten gar Blutflecken und viel war zu flicken. Catia löste die Flecken mit dem kalten Wasser vom Fluss, bleichte den Stoff in der Sonne und setzte feine, kleine Stiche, so dass ihre Kunden sie lobten. Sie gab sich Mühe, war zuverlässig und nicht zu teuer, und das sprach sich in den engen Gassen des Vicus schnell herum. <br />
<br />
Ab und an fragte sie einer, ob sie sich nicht mit ihm zusammen tun wollte. Viele Römer hatten ein festes Liebchen im Lagerdorf. Diese Frauen lebten im Vicus nicht schlecht, führten oft eigene kleine Haushalte und bekamen mit den Legionären Kinder, auch wenn diese Verbindungen nach römischem Recht bis zum Ende der Dienstzeit der Soldaten illegal waren. <br />
<br />
Doch Catia wollte nicht. Sie hatte keinen gern. Sie hatte ein einziges Mal in ihrem Leben mit all ihrer Kraft und all ihrer Seele geliebt. Der Mann war nicht geblieben. Die Erinnerung an ein Bärenfell, die reichte ihr, sie musste reichen. Sie würde nie wieder lieben. <br />
<br />
Doch dann war es der mit dem roten Umhang, ein Centurio, der ständig zum Wäscheabgeben persönlich zu Catia kam. Erst machte sie Witze darüber, dann machte er Witze, dann wollte er ihr ein ganzes Goldstück geben – einen echten Aureus, die wertvollste Münze des Imperiums, rein und schwer. <br />
Das stille Mädchen mit den roten Zöpfen und dem dunklen, forschenden Blick gefiel ihm wohl, das war ihm anzumerken. <br />
"Du brauchst nichts zu tun und es geht schnell, das ist so leicht verdientes Geld", sprach er und musterte Catia von oben bis unten: "Du musst mich auch nicht gern haben, wenn du das nicht willst." <br />
<br />
Catia hatte noch nie einen solchen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Goldling</span> in der Hand gehabt. Wie lange konnte sie mit diesem einen Aureus für Catiacos sorgen? Wie viele Sesterzen war es wert, dieses Blinkdings aus sonnengelbem Metall? Der Centurio sagte es ihr – ganze hundert Sesterzen war ein einziger Aureus wert –, und Catia wurde es schier schwindelig ob der Summe. Damit konnte Catiacos ein ganzes Jahr gut leben, eine neue Tunika konnte sie ihm kaufen und vielleicht sogar Spielsachen und Süßigkeiten. <br />
Der Mann schmeichelte und bat und ja... Es wurde Centurio Paullus, wenn er denn überhaupt so hieß. Paullus kam selten bei Catia im Vicus vorbei. Er war dann höflich, bezahlte anstandslos, und ansonsten ließ er Catia ihre Freiheit. Keiner mischte sich ins Leben des anderen ein.<br />
<br />
Catia dachte an ihre Mutter Regat. Wie lange schon war sie in der Anderswelt. Oder ob sie bereits wiedergeboren war? Auch Regat hatte in Burrium in einem Lagerdorf gelebt, nachdem Catias römischer Vater Aper sie verlassen hatte, und auch sie hatte sich und Catia auf die gleiche Weise durchgebracht, wie Catia nun für Catiacos sorgte. Nun war sie, Catia, also genau wie ihre Mutter. Nun würde man vielleicht auch ein Spottlied auf sie singen: <br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Regat, Regat, warte auf mich,<br />
eines Tages hole ich dich,<br />
kehre froh zu Dir zurück,<br />
dann reicht es für ein kleines Glück...“ </span><br />
<br />
Aper kam nie zurück, niemals kam einer zurück; grausam war das Lied. <br />
<br />
<br />
Die Jahre verstrichen. Catia war eine Frau geworden, die mit roten Händen und schnellem Guss die Wäsche wusch. Ihre Stimme war rau, wenn sie laut schimpfend andere Frauen von ihrem Stammplatz am Wasser vertrieb. Es waren sechs harte Jahre, in denen am Fluss Sabrina Catiacos bei Onkel und Tante gross wurde....]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Umweit der Castra]  Landwirt mit Fracht]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=600</link>
			<pubDate>Sat, 25 Nov 2023 15:49:58 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=19">Publius Gabinius Secundus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=600</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/Mph7RsVs/Sonnwin-und-Octavius-ai.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Sonnwin-und-Octavius-ai.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
</a></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=389&amp;pid=8322#pid8322" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> &gt;&gt;&gt;</a> Es gab nichts Harmloseres als den jungen Gutsbesitzer, ein römischer Bürger, der mit einer Fuhre Heu vom allseits bekannten Gutshof der Gabinier zur Castra der Legio II Augusta unterwegs war.  Meine beiden Ochsen waren nicht schnell, und ich hatte es offensichtlich nicht eilig. Ich grüßte Passanten und sprach mit dem einen oder anderen, den ich vom Sehen kannte. Das Stadtgespräch schienen gerade der Besuch des Statthalters und die damit verbundenen Vergnügungen wie Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe zu sein, außerdem gab es freie Verköstigung. Die Landleute zog es in die Stadt, und ich ließ durchblicken, dass auch ich samt meiner Familie gewiss an den verheißenen Aktivitäten teilnehmen wollte. Drei Knechte waren mit mir gekommen, Chatten, kräftig und verschwiegen.</div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">
In Sichtweite der Castra wurde mein Gefährt noch langsamer, und ich fragte den Mann, den ich schmuggelte und der unter dem Heu verborgen lag:<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">"Centurio Octavius, wann und wie willst du dich erkennen geben?"</span></span></span><br />
Denn am Wachtor würden wir auf alle Fälle aufgehalten werden. Ich war nur ein Zivilist. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/Mph7RsVs/Sonnwin-und-Octavius-ai.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Sonnwin-und-Octavius-ai.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
</a></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=389&amp;pid=8322#pid8322" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> &gt;&gt;&gt;</a> Es gab nichts Harmloseres als den jungen Gutsbesitzer, ein römischer Bürger, der mit einer Fuhre Heu vom allseits bekannten Gutshof der Gabinier zur Castra der Legio II Augusta unterwegs war.  Meine beiden Ochsen waren nicht schnell, und ich hatte es offensichtlich nicht eilig. Ich grüßte Passanten und sprach mit dem einen oder anderen, den ich vom Sehen kannte. Das Stadtgespräch schienen gerade der Besuch des Statthalters und die damit verbundenen Vergnügungen wie Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe zu sein, außerdem gab es freie Verköstigung. Die Landleute zog es in die Stadt, und ich ließ durchblicken, dass auch ich samt meiner Familie gewiss an den verheißenen Aktivitäten teilnehmen wollte. Drei Knechte waren mit mir gekommen, Chatten, kräftig und verschwiegen.</div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">
In Sichtweite der Castra wurde mein Gefährt noch langsamer, und ich fragte den Mann, den ich schmuggelte und der unter dem Heu verborgen lag:<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size">"Centurio Octavius, wann und wie willst du dich erkennen geben?"</span></span></span><br />
Denn am Wachtor würden wir auf alle Fälle aufgehalten werden. Ich war nur ein Zivilist. </div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ankunft des LAPP]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=547</link>
			<pubDate>Wed, 27 Sep 2023 17:46:03 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=108">Lucius Petilius Rufus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=547</guid>
			<description><![CDATA[Lucius Petilius Rufus saß auf seinem Pferd.<br />
<br />
<br />
Wie immer hatte alles doch länger gedauert als geplant und dieser britannische Regen hatte alles noch weiter verzögert, so dass aus der guten, alten römischen Woche von neun Tagen eher zwölf geworden waren. Aber sei es drum, das konnte man nicht ändern, und inzwischen war der gewaltige Tross des Statthalters auch schon beinahe angekommen. Einige Meldereiter waren vorausgeritten, um die Straße nach Gefahren abzusuchen und Bescheid zu sagen, denn natürlich meldete sich ein Legatus Augusti nicht erst wie ein Bittsteller am Tor, sondern erwartete einen ansprechenden Empfang von sämtlichen im Lager befindlichen Legionären und offene Tore.<br />
Auch wenn Lucius Petilius Rufus auch heute nicht ganz fair spielte, denn er saß auf einem Pferd wie viele andere auch und trug auch keine besonders ausgefallenen Gewänder. In der Masse anderer Militärs ging er so schlicht unter, während in dem geschlossenen Wagen, der jede Unregelmäßigkeit der Straße wie einen Berg erklomm, einer seiner treuen Sklaven saß und sich für ihn ausgab. So war es sicherer, sollte es tatsächlich zu einem Zwischenfall kommen. Auf einem Pferd war man etwas flexibler als in einer hölzernen Kiste. Von den vielen Ochsengespannen, die weiter hinten im Tross fuhren, ganz zu schweigen. Aber Pferde waren für schwere Lasten schlicht nicht geeignet, und die diversen Geschenke verschiedener Stadtoberhäupter und keltischer Fürsten mussten transportiert werden.<br />
<br />
<br />
Rufus streckte sich einmal im sattel und sah nach vorn, wo die Castra schon in Sicht kam. Noch etwas weiter, am Hang grüner Hügel, war auch die Stadt zu erkennen. Dorthin würde er auch noch reisen, dann allerdings mit dem ganzen, ihm etwas verhassten Brimborium. Aber erst einmal musste er sich um das Militär hier kümmern.<br />
<br />
<br />
Er trat seinem Pferd etwas in die Flanken, und er und seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">equites singulares</span> schoben sich in der Reihe etwas nach vorn. Bei aller Tarnung, es gehörte sich nicht, erst irgendwann im Tross anzukommen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Lucius Petilius Rufus saß auf seinem Pferd.<br />
<br />
<br />
Wie immer hatte alles doch länger gedauert als geplant und dieser britannische Regen hatte alles noch weiter verzögert, so dass aus der guten, alten römischen Woche von neun Tagen eher zwölf geworden waren. Aber sei es drum, das konnte man nicht ändern, und inzwischen war der gewaltige Tross des Statthalters auch schon beinahe angekommen. Einige Meldereiter waren vorausgeritten, um die Straße nach Gefahren abzusuchen und Bescheid zu sagen, denn natürlich meldete sich ein Legatus Augusti nicht erst wie ein Bittsteller am Tor, sondern erwartete einen ansprechenden Empfang von sämtlichen im Lager befindlichen Legionären und offene Tore.<br />
Auch wenn Lucius Petilius Rufus auch heute nicht ganz fair spielte, denn er saß auf einem Pferd wie viele andere auch und trug auch keine besonders ausgefallenen Gewänder. In der Masse anderer Militärs ging er so schlicht unter, während in dem geschlossenen Wagen, der jede Unregelmäßigkeit der Straße wie einen Berg erklomm, einer seiner treuen Sklaven saß und sich für ihn ausgab. So war es sicherer, sollte es tatsächlich zu einem Zwischenfall kommen. Auf einem Pferd war man etwas flexibler als in einer hölzernen Kiste. Von den vielen Ochsengespannen, die weiter hinten im Tross fuhren, ganz zu schweigen. Aber Pferde waren für schwere Lasten schlicht nicht geeignet, und die diversen Geschenke verschiedener Stadtoberhäupter und keltischer Fürsten mussten transportiert werden.<br />
<br />
<br />
Rufus streckte sich einmal im sattel und sah nach vorn, wo die Castra schon in Sicht kam. Noch etwas weiter, am Hang grüner Hügel, war auch die Stadt zu erkennen. Dorthin würde er auch noch reisen, dann allerdings mit dem ganzen, ihm etwas verhassten Brimborium. Aber erst einmal musste er sich um das Militär hier kümmern.<br />
<br />
<br />
Er trat seinem Pferd etwas in die Flanken, und er und seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">equites singulares</span> schoben sich in der Reihe etwas nach vorn. Bei aller Tarnung, es gehörte sich nicht, erst irgendwann im Tross anzukommen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[[Umweit der Castra] Totenklage für Albius]]></title>
			<link>https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=529</link>
			<pubDate>Sun, 27 Aug 2023 16:31:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://adlerchronik.de/member.php?action=profile&uid=61">Chronist</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=529</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/WpQ5XYfP/Keltisches-M-dchen-ai.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Keltisches-M-dchen-ai.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
An dem Tag,<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=527" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> an dem Servius Albius Maior hingerichtet wurde</a>, stieg eine junge Frau einen Hügel, der in Sichtweite der Castra lag, hinauf. Ab und zu machte sie Pause und drückte eine ihrer kreideweißen Hände in ihr Kreuz, denn sie war hochschwanger und ihr Bauch wölbte sich über ihrem tiefsitzenden Gürtel. Sie hatte langes rotes Haar und ihr zartes Gesicht war voller Sommersprossen. <br />
<br />
Als sie oben war, wischte sie sich einige Schweißperlen mit ihrem Ärmel von der Stirn. Ihr Blick suchte das Militärlager der II Legio Augusta. <br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=516&amp;pid=6768#pid6768" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Sie war das Liebchen, das nicht lesen konnte</a>. Sie war das Liebchen, das um Albius weinen würde.<br />
 Denn dort, dort drüben in der Castra erschlugen sie ihren Liebsten heute wie einen tollwütigen Hund. <br />
<br />
Bronwen, das war ihr Name, erhob die Hände und rief leise die<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> Gute, die Weiße Göttin Brigid</span> an. Mochte sie ihr beistehen! <br />
Dann sang sie langsam und getragen ihre Totenklage:<br />
„Wehe das! Wehe das! Mein Gram, mein Liebster, mein Herz, mein Gram tausendfach, wehe das“<br />
<br />
Als Bronwen ihr Lied geendet hatte, sah sie wieder zu den grauen, undurchdringlichen Mauern hin. <br />
Den Vater hatte sie verlassen, er würde sie wohl nicht zurücknehmen. Und der Liebste würde nun nie sein Versprechen, welches er ihr für die Zukunft gegeben hatte, wahr machen können, <br />
<br />
Voller Verzweiflung schluchzte Bronwen auf. Was, was nur sollte nur aus ihr und dem ungeborenen Kind werden?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><a href="https://postimages.org/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="https://i.postimg.cc/WpQ5XYfP/Keltisches-M-dchen-ai.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Keltisches-M-dchen-ai.jpg]" class="mycode_img" /></a><br />
</div>
<br />
An dem Tag,<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=527" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"> an dem Servius Albius Maior hingerichtet wurde</a>, stieg eine junge Frau einen Hügel, der in Sichtweite der Castra lag, hinauf. Ab und zu machte sie Pause und drückte eine ihrer kreideweißen Hände in ihr Kreuz, denn sie war hochschwanger und ihr Bauch wölbte sich über ihrem tiefsitzenden Gürtel. Sie hatte langes rotes Haar und ihr zartes Gesicht war voller Sommersprossen. <br />
<br />
Als sie oben war, wischte sie sich einige Schweißperlen mit ihrem Ärmel von der Stirn. Ihr Blick suchte das Militärlager der II Legio Augusta. <br />
<a href="https://adlerchronik.de/showthread.php?tid=516&amp;pid=6768#pid6768" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Sie war das Liebchen, das nicht lesen konnte</a>. Sie war das Liebchen, das um Albius weinen würde.<br />
 Denn dort, dort drüben in der Castra erschlugen sie ihren Liebsten heute wie einen tollwütigen Hund. <br />
<br />
Bronwen, das war ihr Name, erhob die Hände und rief leise die<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"> Gute, die Weiße Göttin Brigid</span> an. Mochte sie ihr beistehen! <br />
Dann sang sie langsam und getragen ihre Totenklage:<br />
„Wehe das! Wehe das! Mein Gram, mein Liebster, mein Herz, mein Gram tausendfach, wehe das“<br />
<br />
Als Bronwen ihr Lied geendet hatte, sah sie wieder zu den grauen, undurchdringlichen Mauern hin. <br />
Den Vater hatte sie verlassen, er würde sie wohl nicht zurücknehmen. Und der Liebste würde nun nie sein Versprechen, welches er ihr für die Zukunft gegeben hatte, wahr machen können, <br />
<br />
Voller Verzweiflung schluchzte Bronwen auf. Was, was nur sollte nur aus ihr und dem ungeborenen Kind werden?]]></content:encoded>
		</item>
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