Forum
Esszimmer - Druckversion

+- Forum (https://adlerchronik.de)
+-- Forum: Die Chroniken (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=1)
+--- Forum: Provinz Britannia (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=8)
+---- Forum: Landgüter (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=50)
+----- Forum: Comux - Hof (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=91)
+----- Thema: Esszimmer (/showthread.php?tid=1044)



Esszimmer - Gabinia Clara - 10-25-2026

[Bild: Zimmer.png]*
Das Esszimmer, mit alten Möbeln, Kamin und Öllampen ausgestattet, wurde von Gerwina liebevoll eingerichtet.  Hier speisten die Eheleute in einem gemütlichen Ambiente. Aber an diesem Abend würde Gerwina den Raum nicht mit ihrem Gemahl teilen, dem Fürsten Eisu, der auf einer Mission unterwegs war, sondern mit ihrem Bruder Sonnwin, der zu ihrer großen Freude zu Besuch kam. Hier hätten beide die Möglichkeit, sich zu unterhalten, ohne gestört zu werden.

Als die Sonne langsam unterging und die Dämmerung sich wie ein weicher Umhang über das Land legte, betrat Gerwina in ihrem dunkelgrünen, wolligen Kleid mit kunstvollen Stickereien am Halsausschnitt und an den Säumen das Zimmer.

In der Mitte des Raumes stand ein massiver Holztisch, der mit einem handgewebten Tuch bedeckt und mit feinem Geschirr und köstlichen Speisen gedeckt war: Apfelsaft und Honigwein in den Krügen, frisch gebackenes Brot, aromatische Kräuter aus Gerwinas Garten und verschiedene Fleischgerichte. Auch Käse und Apfelkuchen fehlten nicht. Sie überflog den reich gedeckten Tisch, nahm dann Platz und wartete auf ihren Bruder, in Gedanken versunken.

Im Kamin loderte das Feuer, und die Lampen strahlten ein sanftes, flackerndes Licht aus, das die Schatten in harmonische Tänze verwandelte und eine einladende Atmosphäre schuf.


*Mit KI erstellt


RE: Esszimmer - Publius Gabinius Secundus - 10-26-2026

Auf dem Weg erinnerte ich mich wieder an Nisca,  die sich in den Wagenlenker Frowin verliebt hatte, aber die Rennsportleute waren wankelmütig, was die Liebe betraf, und ein berühmter Sportler wie Frowin war ihr nicht treu. Nisca schien aber nicht allzu sehr nachzutrauern, sondern führte mich fröhlich in ein schönes Gästezimmer. Dort holte ich meine Tunika zum Wechseln aus meinem Beutel, aber sie nahm sie mir ab und versprach mir, sie bis Morgen zu lüften und zu plätten, ich solle besser ein Gewand aus der Truhe anziehen. Das tat ich - eine bequeme römische Haustunika mit einem schmalen Purpurstreifen, der vermutlich Comux gehörte, auf den ich jedoch als Honoratior auch ein Recht hatte, und dann ging ich, wie Clara es mir angewiesen hatte, noch ein Bad nehmen. Nisca begleitete mich, aber ich schickte sie und die schwarzhaarige Bademagd nach draußen, ich war selbst in der Lage, mich zu baden. " Aber Du bist der Bruder von Lady Gerwina und ich soll mich gut um Dich kümmern", sagte Nisca. " Ich bin im Bad lieber alleine", antwortete ich, weil ich den keltischen Sitten nicht traute: " Du kümmerst Dich gut genug, ich danke Dir"
Da war das Mädchen zufrieden und kurze Zeit später stand ich gebadet, mit offenem, noch feuchtem Haar und im Gesicht frisch rasiert ( auf das Zupfen der Körperhaare hatte ich verzichtet) vor der Tür des Esszimmers.

Nisca klopfte an:  " Lady Gerwina, ich bringe Dir Deinen Bruder, den Edelmann Gabinius", sagte sie, knickste und wartete, ob ihre Herrin noch einen Auftrag für sie hätte.
Ich trat ein. Ein Feuer spendete angenehme Wärme, und sein goldener Schein hüpfte über die Wände und hüllte auch meine Schwester ein. In ihrem grünen Wolllkleid sah man ihr deutlicher an als heute auf dem Hof, dass sie guter Hoffnung war.
Ich ging auf sie zu, drehte mich einmal um die eigene Achse: "Nun musst Du Dich vor dem Militärtribunen nicht mehr wegen dieses Barbaren genieren", neckte ich Gerwina mit einem breiten Lachen:
" Ich bin so froh, Dich gesund und munter zu sehen, mein Schwesterherz. Noch mehr hätte es mir gefallen, deinen Eisu hier an deiner Seite zu finden. Es ist nicht gut, dass Du in diesen unruhigen Zeiten alleine bist"
Mein Blick flog über die reichgedeckte Tafel:
" Ich habe großen Hunger", gestand ich: " Sind wir unter uns oder schließt sich der Tribun uns an?"


RE: Esszimmer - Gabinia Clara - 10-30-2026

Bald darauf klopfte es an der Tür, Nisca trat in den Raum ein und kündigte an, dass sie den Edelmann Gabinius mitgebracht hatte. Gerwina erhob sich, um ihren frisch gebadeten Bruder, der nach keltischer Seife duftete, zu umarmen. Dann schickte sie Nisca weg und machte die Tür zu. Sie wollte sich gerade hinsetzen, als es wieder klopfte. Gerwina machte die Tür erneut auf. Eine Küchenmagd kam rein, stellte eine dampfende Schüssel mit herzhaftem Eintopf auf den Tisch und verschwand. Der würzige Duft von Gemüse, zartem Fleisch und Kräutern erfüllte den Raum. Die Geschwister nahmen Platz und Gerwina füllte die Schale ihres Bruders bis zum Rand mit dieser sättigenden Suppe. "Nach so einer langen Reise wird diese Köstlichkeit dir guttun", sagte sie mit einer weichen Stimme und nahm sich auch etwas vom Eintopf. "Guten Appetit, lieber Bruder, lass es dir schmecken. Und nein, der Tribun kommt nicht, wir sind unter uns." Sie schaute Sonnwin lächelnd an: "Da gibt es nichts zu genieren, Bruderherz, denn es ist so, wie es ist. Wir sind römische Bürger, und, so wie ich ihn kenne, akzeptiert er das voll und ganz!" Gerwina nickte. "Er ist sehr nett zu mir. Nicht so, wie dieser Prinz Inam, der Wahnsinnige! Der mich die ganze Zeit anzüglich anstarrte...". Ihre Augen glänzten plötzlich gefährlich im Lampenlicht. "Er kam unangekündigt zu Besuch, um Eisu für seine Pläne gegen Rom aufzubegehren zu gewinnen."

Als Sonnwin sich dann wunderte, dass Eisu sie in diesen unruhigen Zeiten allein ließ, antwortete Gerwina nicht sofort. Sie senkte den Blick, seufzte leise und legte ihren goldenen Löffel beiseite. Dann sprach sie mit ruhiger Stimme: "Es war notwendig. Der Fürst hat den Frieden geschworen. Er weiß, dass ein Aufstand nur Blut und Asche ernten würde. Eisu reiste zum Königssitz der Dobunni, um sich zusammen mit dem Rat über das Schicksal von Dobunni-Land zu beraten." Gerwina trank einen Schluck Apfelsaft und fuhr fort: "Deshalb ist es notwendig, alles zu unternehmen, um Inam zu stoppen und so unsere Zukunft zu sichern." Unwillkürlich strich ihre Hand dabei über ihren runden Bauch …

"Aber genug davon, lieber Sonnwin, erzähle mir bitte, wie es Stella und den Kindern geht?". Gerwina lächelte ihren Bruder sanft an. "Und wie geht es unserem Onkel Gerfridu, ist er immer noch liebeskrank?"

Draußen hob sich der Nachthimmel über Dobunni-Land, dunkel, aber nicht ohne Hoffnung.