![]() |
|
Wohnraum | Der Besuch des Vaters - Druckversion +- Forum (https://adlerchronik.de) +-- Forum: Die Chroniken (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Provinz Britannia (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=8) +---- Forum: Iscalis (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=9) +----- Forum: Neubaugebiet Iscalis - Ost (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=57) +------ Forum: Thorianum B (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=105) +------- Forum: B - Wohnung und Weberei Furiana Nivis (https://adlerchronik.de/forumdisplay.php?fid=108) +------- Thema: Wohnraum | Der Besuch des Vaters (/showthread.php?tid=1038) |
Wohnraum | Der Besuch des Vaters - Furiana Nivis - 10-18-2026 Das Innere meiner Wohnung hatte sich über die Jahre kaum verändert. Noch immer zierten selbst gewebte Stoffe mit den Mustern meiner Heimat die Wände. Lediglich ein größerer Tisch mit sechs Stühlen war hinzugekommen, und auch eine Kline, auf der gut und gerne zwei Personen Platz fanden, hatte ich mir angeschafft. Die Kinder hatten mit Siofra am Tisch gemalt. Dafür hatte ich ihnen eigens eine größere Holztafel sowie Kohle und Kreide besorgt. Nur Mebh besaß eine eigene Tabula, eine kleine Wachstafel, auf der sie eifrig mit ihrem Stylus Buchstaben einritzte, wenn sie nicht gerade in ihrem Buch las. Einige Spielzeuge lagen noch auf dem Boden, dort zurückgelassen, wo die Kinder sie fallen gelassen hatten, als sie die Ankunft ihres Vaters bemerkt hatten. Aus der Culina zog der würzige Duft des Abendessens herüber. Im Kessel köchelte seit Stunden ein Eintopf aus Linsen, Gerste und zartem Hammelfleisch. Pastinaken, Lauch und einige Kräuter gaben ihm zusätzlichen Geschmack, während das Herdfeuer einen feinen Rauchgeruch verbreitete, der sich mit den Düften der Speisen vermischte. Alles war bereit für den Besuch des Vaters meiner Kinder. Für den Besuch meines mo rúnsearc. RE: Wohnraum | Der Besuch des Vaters - Tiberius Furius Saturninus - 10-18-2026 >>> Saturnilla ließ ihn ein. Saturninus schloss die schwere Holztür hinter sich und sperrte die neblige Nacht von Iscalis aus. Hier drinnen, in der geheizten Wohnung, roch es nicht nach Kälte und Regen, sondern nach Essen und Wärme und etwas noch Feinerem wie Sommerblumen. Er zog seinen Mantel aus und ließ ihn zu Boden fallen (er hatte vergessen, dass es hier keine Sklavenhände gab, die hinter ihm herräumten) Kaum hatte er den Flur betreten, stürmte ihm auch schon dreifaches helle Lachen entgegen und die Kinder riefen ihn Papa. "Salve, meine fleißige Saturnilla. Was malst du denn Schönes?“, erwiderte er warm und legte der Ältesten sanft eine Hand auf die Schulter. Sofort wandte er sich mit einem strahlenden Lächeln der jüngeren Schwester zu: "Und Salve, meine süße Tiberiella!“ Er strich ihr zärtlich über die Wange, ehe er den kleinen Furianus Saturninus geschickt auffing.Der Junge war ihm regelrecht in die Arme geflogen. Saturninus hob seinen quirligen Sohn in die Luft, wirbelte ihn einmal im Kreis herum und drückte ihn fest an sich: "Na, mein kleiner Rennfahrer, hast du das Haus heute wieder in eine Arena verwandelt?“ Er setzte den Jungen ab und hockte sich tief auf den Boden. Hier gab es keine patrizische Würde und keine gesellschaftlichen Erwartungen. Mit Nivis Kindern durfte er spielen, albern sein und die unbeschwerte Zärtlichkeit genießen. Siofra gab er nur ein Kopfnicken, sie war eine Angestellte von Nivis, und passte oft auf die Kinder auf; Saturninus vertraute darauf, dass sie diskret war und nicht tratschte. "Ich habe euch etwas von den Händlern am Forum mitgebracht“, sagte Saturninus mit einem verschmitzten Lächeln und öffnete seinen Reisebeutel. Für Tiberiella zog er eine farbenfrohe Tonrassel hervor, die sofort ein helles Klingen von sich gab, als das Mädchen sie voller Faszination schüttelte. Saturnilla überreichte er eine kunstvoll geschnitzte Holzpuppe, deren fein gearbeitete Züge die Augen der Ältesten vor Staunen groß werden ließen. Furianus Saturninus drückte er schließlich einen kleinen, hölzernen Spielzeugrennwagen in die Hand, den der Junge sofort mit lautem Imitieren von Hufgeklapper über die Bodenfliesen sausen ließ. Saturninus lachte herzlich, strich Saturnina noch einmal über das weiche Haar und genoss den Moment. Erst als er sich wieder aufrichtete, wanderte sein Blick tiefer in den Raum, wo Furiana Nivis stand. Sie kam gerade aus dem Bad, gekleidet wie eine römische Dame und das kupferfarbene Haar hochgesreckt, noch immer umgeben vom sanften Duft des warmen, parfümierten Wassers. Saturninus trat mit großen Schritten auf sie zu. "Nivis“, hauchte er, schloss sie fest in seine Arme und drückte einen tiefen, sehnsuchtsvollen Kuss auf ihre Lippen, und dann zu den Kindern hin: "Sieht eure Mama nicht wunderschön aus? Wie ein Törtchen, zum Anbeißen?" Die Kinder lachten und nickten. In Saturninus Umarmung lag all die tiefe Dankbarkeit für die Jahre, in denen sie seine Einsamkeit ohne Serena vertrieben hatte. Doch als er sich leicht von ihr löste, um ihr in die Augen zu sehen, glitt seine Hand unwillkürlich zu seinem nun leeren Beutel.. Er hatte an jedes einzelne der drei Kinder gedacht. Er hatte die Puppe, die Rassel und den Rennwagen mit Bedacht ausgewählt. Doch für die Frau, die ihm all dieses heimliche Glück schenkte, hatte er in der Eile des Aufbruchs absolut nichts eingepackt. Ärger über seine eigene Vergesslichkeit staute sich in seiner Brust an: "Ich habe auf dem Markt in Isalis jeden Stand dreimal umgedreht, um Saturnillas Puppe zu finden und Tiberiellas Rassel. - Wenn du sie auf den Kopf stellst, Tiberiella, kommt Gezwitscher heraus wie bei einem Vogel - Aber ich habe vor lauter Eile nichts für dich ausgesucht, meine Nivis. Kein Tuch, kein Schmuckstück, nichts" Er schüttelte den Kopf über sich selbst und fügte er mit einem schwachen, selbstironischen Lächeln hinzu "Ich schätze, ich werde alt und vergesslich. Wenn ich nun also beginne, die ersten grauen Strähnen an meinen Schläfen zu entdecken... ich hoffe, du hast für den Greis dann auch ab und zu eine Schale mit dem Eintopf, der so köstlich riecht" Er schmunzelte matt, doch der heftige Ärger über seine Vergesslichkeit lag immer noch wie ein Schatten in seinem Blick. RE: Wohnraum | Der Besuch des Vaters - Furiana Nivis - 10-18-2026 Mebh verzog empört das Gesicht und drückte die Tabula fester an ihre Brust, als ihr Vater eintrat und ihre Geschwister sich bereits auf ihn stürzten. "Ich habe doch gar nicht gemalt, Papa!", erklärte sie und reckte ihm mit einer Mischung aus Entrüstung und Stolz die Wachstafel entgegen. "Ich habe geschrieben!" Auf der dunklen Wachsfläche zog sich das Alphabet in sauberen Reihen entlang. Jeder Buchstabe war sorgfältig mit dem Stylus eingeritzt worden. "Von A bis X", verkündete sie stolz. "Nur beim Q musste ich einmal neu anfangen." Doch als ihr Vater ihr ein Geschenk überreichte, war die Tabula plötzlich Nebensache. Freudig nahm sie ihre neue Holzpuppe entgegen und schloss sie ebenso fest in die Arme wie kurz zuvor ihre Tabula. "Oh Papa, ist die schön! Schau nur, Mama!" rief sie. "Danke Papa! Vielen Dank!" Aislinn hatte inzwischen tatsächlich begonnen, die Rassel auf den Kopf zu stellen. Als das leise Vogelzwitschern erklang, riss sie begeistert die Augen auf. "Noch mal! Noch mal! Hörst du das, Mama? Sie singt!" Neben ihr jagte ihr Bruder seinen neuen Rennwagen bereits über die Bodenfliesen. "Schneller als alle Pferde in ganz Britannia!", verkündete er und ließ den Wagen gegen einen Tischfuß rasen. "Wums!" kommentierte er den Unfall. "Achtung, gleich geht es wieder los," rief er begeistert mit verstellter Stimme "Und Papa fährt mit!" Das fröhliche Stimmengewirr erfüllte den Raum. Im Vorbeigehen fiel mein Blick auf den Mantel, den Saturninus achtlos dort hatte liegen lassen, wo er ihn ausgezogen hatte. Mit einem amüsierten Schütteln des Kopfes hob ich ihn auf. Manchmal vergaß er noch immer, dass es hier keine Sklaven gab, die hinter ihm herräumten. Ich hängte das schwere Kleidungsstück an den Haken neben der Tür und strich die feuchten Falten glatt. Kaum hatte ich mich wieder umgewandt, war er auch schon bei mir. Seine Arme schlossen sich um mich, und sein Kuss ließ mein Herz für einen Augenblick schneller schlagen. Während die Kinder ihre Geschenke bestaunten, sah ich Saturninus aufmerksam an. Ich kannte ihn inzwischen gut genug, um hinter das müde Schmunzeln zu blicken. "Du törichter Mann ..." Meine Stimme war sanft. "Du hast an jedes einzelne Kind gedacht. Du bist trotz all deiner Verpflichtungen noch zu uns gekommen. Und du bist jetzt hier bei uns." Ich strich mit dem Daumen über seine Haut. "Und trotzdem glaubst du, ich würde mich um ein Schmuckstück sorgen?" Als ich seinen Einwand bereits mit einem leichten Kopfschütteln abwehrte, fragte ich leise: "Weißt du, was du mir mitgebracht hast?" Ein zärtliches Lächeln erschien auf meinen Lippen. "Dich." Für einen Augenblick wurde es überraschend still. Dann verdrehte Mebh mit der ganzen Dramatik einer Achtjährigen die Augen. "Mama wird schon wieder romantisch." "Ja!", stimmte Chonchbhair sofort zu. "Sie küsst Papa bestimmt gleich wieder!" Aislinn klatschte begeistert. "Ja! Küssen! Küssen! Küssen!" Ich wurde leicht rot, zog Saturninus aber demonstrativ näher zu mir. "Siehst du? Nicht einmal die Kinder glauben, dass ich ein Geschenk brauche." "Nein!", rief Chonchobhair. "Mama hat doch uns!" Einen Herzschlag lang wurde mir ganz weich ums Herz. "Genau", sagte ich leise und blickte Saturninus an. "Und das reicht mir vollkommen." Noch einen Moment blieb ich so stehen, eingehüllt in die Wärme seiner Nähe und das fröhliche Durcheinander der Kinder. Dann drang erneut der Duft des Eintopfs aus der Culina zu mir herüber. Ich lächelte und löste mich widerwillig ein Stück weit von Saturninus. "So", verkündete ich und klatschte einmal in die Hände, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu gewinnen. "Bevor Chonchbhairs Pferde verhungern und Aislinns Vogel das Singen einstellt, setzen wir uns jetzt alle an den Tisch. Lasst uns nun essen." Ich sah auch zu Siofra einladend hinüber und bedeutete ihr mit einem Lächeln, sich zu uns zu setzen. |