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[ Landgut bei Aquae Cutiliae I Italia] Tod eines Kaisers II - Druckversion

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[ Landgut bei Aquae Cutiliae I Italia] Tod eines Kaisers II - Chronist - 10-14-2026

Das unheilvolle Schweigen, das an jenem 13. September des Jahres 834 nach Gründung der Stadt über den Gärten von Aquae Cutiliae lag, legte sich wie eine Zentnerlast auf die Brust der Anwesenden. In den Gemächern der kaiserlichen Sommerresidenz rang Titus Flavius Vespasianus mit dem Tod. Nur zwei kurze Jahre waren dem Herrscher auf dem Thron Roms vergönnt gewesen, doch in dieser kurzen Spanne hatte er sich tief in die Herzen seines Volkes eingebrannt. Er, der Bezwinger Jerusalems, der Retter und Tröster der Menschen, die durch den Ausbruch des Vesuv alles verloren hatten, der milde und großzügige Princeps, lag im Sterben. Ein bösartiges Fieber zehrte an den letzten Kräften des Mannes, den das Imperium wie einen Gott verehrte.

Zwei Jahre zuvor war am gleichen Ort, in der gleichen Villa sein Vater Vespasian verstorben.

Draußen vor den Toren drängten sich die Prätorianer, die Gesichter starr vor Sorge. Niemand sprach ein Wort. Das Volk in Rom betete in diesen Stunden in den Tempeln, flehte die Götter um ein Wunder an, doch der Olymp schwieg.

Drinnen, im dämmrigen Licht der Öllampen, tat Titus seinen letzten, rasselnden Atemzug. Das Schluchzen seiner Tochter Iulia Flavia genannt Titi, die an dem Sterbelager kniete, das bedauernde Gemurmel der Leibärzte und der engen Vertrauten durchschnitt die plötzliche, bleierne Stille. Das Licht der Welt, die deliciae generis humani – der Liebling der Menschheit hatte man den Kaiser im Überschwang genannt –, war erloschen.

Die Trauer schlug bei vielen Anwesenden in nackte Verzweiflung um. Wer sollte diese Lücke je füllen? Wer sollte das Imperium mit der gleichen Milde führen? 


Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. 

[Bild: Domitian.jpg]*



Noch während die Tränen der Getreuen flossen, trat eine Gestalt aus den Schatten des Säulengangs. Domitian. Der jüngere Bruder des Toten hatte gerade so viele Tränen fließen lassen, wie es die guten Sitten geboten. Doch seine Züge wirkten wie aus Marmor gemeißelt, kalt und undurchdringlich, als er auf das Totenbett zuschritt.

Als nächster männlicher Verwandter rief er feierlich noch einmal Titus Namen, dann schloss er die Augen des Verstorbenen und legte das Goldstück für den Fährmann unter seine Zunge.
 Kein Wort des Bedauerns kam mehr über seine Lippen. In seinen Augen spiegelte sich nicht die Trauer eines Bruders, sondern der triumphierende Glanz eines Mannes, der jahrelang im Schatten gestanden hatte und nun endlich selbst in das Licht trat.

Er wartete nicht, bis der Leichnam des Titus nach Rom überführt war. Er wartete nicht auf die Trauerbekundungen des Senats. Mit einer knappen, gebieterischen Geste wandte sich Domitian an den Prätorianerpräfekten. Seine Stimme schnitt durch das verbleibende Wehklagen im Raum: "Der Kaiser ist tot. Lang lebe der Kaiser“

Domitians eisiger Blick streifte die weinende Nichte und wieder einmal fiel ihm auf, wie erwachsen und hübsch sie geworden war. Sie war seines Bruders Titus einzige Tochter, aber alles, was Titus gehört hatte, gehörte nun unzweifelhaft ihm. 

Domitian ging hinaus in den Hof, wo die Wachen warteten. Er gab seine Befehle - nicht laut, eher heiser, mit der Präzision einer Wasseruhr. Ein neues Zeitalter brach an – eines, das nicht von Milde, sondern von eiserner Disziplin und Furcht geprägt sein sollte. Das Zeitalter des Domitian hatte begonnen.

* erstellt mit KI